Ich denke, dass kennst Du auch. Ab und zu muss man all die
Kleinigkeiten, die sich so auf dem Schreibtisch oder auf dem Regal
stapeln, mal durchsehen und aufräumen. Bei so einer Aktion sind mir
ein paar Kärtchen in die Hand gefallen, die mich sofort wieder
erinnert haben. Beim Liborifest in Paderborn Ende Juli war eine
Kirche von der Citypastoral Paderborn als Klangraum gestaltet,
in dem es Musik und Klang, Konzerte, Lesungen, Gespräche und stille
Zeiten gab. Es gab Liegestühle zum Verweilen und schöne Klänge und
Farben. Das Ganze war den verschiedenen Klängen gewidmet und sehr
eindrucksvoll dargestellt.Die erste Station hatte den spannenden
Titel "Der Klang Gottes". Am Anfang schuf Gott Himmel und Erde. So
steht es in der Bibel. Gott als schöpferische Kraft, die alle
Existenz in Gang gebracht hat, aus dem Chaos, dem Nichts in die
Unendlichkeit. Aber wie hat sich das angehört, wie klang der Beginn
von allem? Der Soundtrack des Anfangs ist nicht mehr
nachvollziehbar, aber der Klang der danach entstanden ist: der
Klang der Natur, der Klang des Alltags, die Musik, die wir Menschen
kreativ erschaffen, unsere Sprache und Laute. All das und noch viel
mehr klingt in uns und um uns, weil es uns gibt, weil wir Teil
dieser wunderbaren Schöpfung sind. Der Klang Gottes – wir alle sind
Teil davon. Soweit diese Einleitung zur Ausstellung.Und wenn heute,
am Montag, der Alltag wieder losgeht, ist natürlich der Klang des
Alltags mit all seinen Geräuschen sehr präsent: eine Zugdurchfahrt
oder das Klicken der Ampeln, lautes Motorraddonnern auf
Kopfsteinpflaster, eine knarrende Tür oder eine tickende Uhr, das
Muhen der Kühe im Stall, Telefonklingeln, Schritte im Flur,
Geschirrklappern, Kinderlärm auf dem Spielplatz, Baustellenlärm
oder Tastaturklappern und noch viel mehr. Ich finde es eine gute
Idee, heute mal auf zwei oder drei dieser vielen Alltagsgeräusche
zu achten, ihnen bewusster zuzuhören und mal nachzuspüren, welche
Gefühle das jeweilige Geräusch in mir auslöst.Jedes Geräusch, jeder
Klang ist Teil unseres Lebens und Umfeldes, das sich in Jahren,
Jahrhunderten und Jahrtausenden entwickelt hat und in jedem von uns
andere Gefühle und Emotionen auslöst. Und dann zu wissen, dass das
alles im Klang Gottes verbunden ist, weil wir ein Teil dieser
wunderbaren Klangschöpfung sind, ist schon wunderschön.
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