Kurz davor, alles hinzuschmeißen – und wenige Monate später
EM-Silber: Julia Ulbrichts Geschichte zeigt, wie brutal und
gleichzeitig wunderschön Leistungssport sein kann.
Julia Ulbricht hat eine Geschichte zu erzählen, die eigentlich
kaum besser geschrieben werden könnte. Vor wenigen Monaten war
die Speerwerferin noch außerhalb des Bundeskaders, musste neben
dem Leistungssport arbeiten, studieren und sich finanziell über
Wasser halten. Nach Verletzungen und mehreren Jahren, in denen
sie immer wieder knapp an den Kadernormen scheiterte, stellte sie
sich sogar die Frage, warum sie sich das alles noch antut. Heute
ist alles anders: Bei den Europameisterschaften in Birmingham
gewann die 25-Jährige sensationell Silber im Speerwurf – mit
61,53 Metern und nur fünf Zentimetern unter ihrer persönlichen
Bestleistung.
In der neuen Sportstunde spricht Julia
Ulbricht offen über diesen außergewöhnlichen Weg. Sie erzählt,
wie schwer es für sie war, Jahr für Jahr einer Norm
hinterherzulaufen, warum sie das deutsche Sportfördersystem
kritisch sieht und weshalb Trainerinnen und Trainer aus ihrer
Sicht mehr Einfluss auf die Förderung von Athletinnen und
Athleten haben sollten. Besonders eindrücklich ist ihre
Schilderung der Phase, in der sie den Spaß an Wettkämpfen
verloren hatte – und wie sie ihn wiedergefunden hat.
Dann geht es natürlich um den Moment, der ihr Sportlerleben
verändert hat: die Deutschen Meisterschaften, die geknackte
Kadernorm, die EM-Qualifikation und schließlich das Finale von
Birmingham. Julia erzählt, wie sie trotz Rückenschmerzen und
großer Nervosität bis zum letzten Versuch um ihre Medaille
kämpfte – und warum sie selbst bis zum Ende nicht glauben konnte,
dass tatsächlich Silber herauskommen würde. Im Finale warf sie
61,53 Meter und musste sich nur der späteren Europameisterin Sara
Kolak geschlagen geben.
Doch Julia Ulbricht blickt längst nach vorne. Durch die Rückkehr
in den Bundeskader kann sie sich künftig stärker auf ihren Sport
konzentrieren. Sie träumt von Starts in der Diamond League,
möchte sich langfristig Richtung 65 Meter entwickeln – und vor
allem bleibt der große Traum von Olympia 2028 in Los
Angeles bestehen. Eine Sportstunde über
Durchhaltevermögen, Selbstvertrauen, mentale Stärke, die Tücken
des Fördersystems und eine Athletin, die gelernt hat, wieder Spaß
am Speerwerfen zu haben.
Jetzt die neue Sportstunde mit Julia Ulbricht
hören!
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