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Wenn wir uns kleiner machen, fühlen wir uns manchmal
sicherer. Die Geschichte von Lena zeigt, wie
Zurückhaltung, Anpassung oder ein jugendliches Auftreten zu
Schutzstrategien gegen Bewertung werden können. Die Folge lädt
dazu ein, diese Strategien nicht zu verurteilen, sondern zu
verstehen – und Schritt für Schritt mehr Selbstwirksamkeit und
Sichtbarkeit zu entwickeln.

Selbsttest: „Mache ich mich manchmal kleiner?“

Hinweis: Der Test ist eine persönliche
Reflexionshilfe und keine diagnostische Untersuchung.

Bewerte jede Aussage:

0 = nie | 1 = selten | 2 = manchmal | 3 = häufig | 4 =
sehr häufig

 Ich halte mich in Gruppen eher zurück, obwohl ich etwas
beitragen könnte.  Ich spiele meine Fähigkeiten manchmal
herunter.  Ich sage lieber „Ich weiß es nicht“, obwohl
ich eigentlich eine Meinung habe.  Ich entschuldige mich
häufig, obwohl ich eigentlich nichts falsch gemacht
habe.  Ich habe Angst, dass andere zu viel von mir
erwarten könnten.  Ich versuche, möglichst wenig
Aufmerksamkeit auf mich zu ziehen.  Nach Gesprächen denke
ich lange darüber nach, ob ich etwas Falsches gesagt
habe.  Ich passe mich häufig an, um Ablehnung oder Kritik
zu vermeiden.  Ich habe manchmal das Gefühl, mich in
Gegenwart selbstsicherer Menschen kleiner zu fühlen.  Ich
vermeide es, meine Kompetenz oder meine Bedürfnisse deutlich zu
zeigen. 

Auswertung als Reflexion:

0–10 Punkte: Du scheinst dich in diesen
Situationen eher selten stark zurückzunehmen. 

11–20 Punkte: Möglicherweise nutzt du
gelegentlich Zurückhaltung als Schutzstrategie. 

21–30 Punkte: Das Sich-kleiner-Machen könnte
in deinem Alltag eine größere Rolle spielen. 

31–40 Punkte: Es könnte sich lohnen, genauer
zu erforschen, wovor dich diese Strategie schützen
möchte. 

Die wichtigste Frage ist jedoch nicht die
Punktzahl:

„Was glaube ich zu gewinnen, wenn ich mich kleiner
mache – und was kostet es mich langfristig?“

Therapeutischer Hinweis

Sich zurückzunehmen, anzupassen oder möglichst wenig aufzufallen,
ist nicht automatisch problematisch. Solche Verhaltensweisen
können ursprünglich sinnvolle Schutzstrategien gewesen sein.

Therapeutisch interessant wird es dann, wenn sie nicht
mehr frei gewählt werden, sondern aus Angst vor
Bewertung, Ablehnung, Fehlern oder überhöhten Erwartungen
entstehen und dadurch Lebensbereiche einschränken.

Eine hilfreiche therapeutische Haltung besteht deshalb nicht
darin, die Schutzstrategie zu bekämpfen, sondern zunächst ihre
Funktion zu verstehen:

„Wovor versucht mich dieses Verhalten zu
schützen?“

Anschließend kann schrittweise die Erfahrung aufgebaut werden:

„Ich kann sichtbar sein, Fehler machen und trotzdem
sicher und wertvoll bleiben.“

Bei ausgeprägter sozialer Angst sind insbesondere
kognitiv-verhaltenstherapeutische Ansätze mit
schrittweiser Exposition gut untersucht. Die in der
Podcastfolge verwendete Übung mit dem „jüngeren“ und „erwachsenen
Ich“ sollte als Selbstreflexion verstanden werden und ersetzt
keine individuelle psychologische oder psychotherapeutische
Behandlung.

Literatur

 Clark, D. M., & Wells, A. (1995). A cognitive model
of social phobia. In R. G. Heimberg et al. (Eds.), Social Phobia:
Diagnosis, Assessment, and Treatment. Guilford Press. 

 Rapee, R. M., & Heimberg, R. G. (1997). A
cognitive-behavioral model of anxiety in social phobia. Behaviour
Research and Therapy, 35(8), 741–756. 

 Hofmann, S. G. (2007). Cognitive factors that maintain
social anxiety disorder: A comprehensive model and its treatment
implications. Cognitive Behaviour Therapy, 36(4), 193–209. 

 Heimberg, R. G., & Becker, R. E. (2002).
Cognitive-Behavioral Group Therapy for Social Phobia: Basic
Mechanisms and Clinical Strategies. Guilford Press. 

 Leary, M. R. (2005). Social Anxiety and
Self-Presentation: A Conceptualization and Model. In W. R.
Crozier & L. E. Alden (Eds.), The Essential Handbook of
Social Anxiety for Clinicians. Wiley. 

 Gilbert, P. (2009). The Compassionate Mind. Constable
& Robinson. 

 Neff, K. D. (2003). Self-compassion: An alternative
conceptualization of a healthy attitude toward oneself. Self and
Identity, 2(2), 85–101. 

 Young, J. E., Klosko, J. S., & Weishaar, M. E.
(2003). Schema Therapy: A Practitioner's Guide. Guilford Press.
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„Mache ich mich manchmal kleiner?“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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