Kennst Du das Gefühl, wenn Dir alles über den Kopf wächst, wenn
Deine Kraft, Dein Wissen und selbst Dein Glaube Dich im Stich
lassen? Genauso ging es einmal einem jungen Studenten in Paris. Er
hieß Franz von Sales und wurde später dann ein berühmter Heiliger,
aber damals war er einfach nur verzweifelt. Er steckte mitten in
einer tiefen Glaubenskrise, gequält von der Angst, von Gott
verlassen zu sein. In dieser absoluten Dunkelheit seines Glaubens
ging er in eine Kirche, kniete sich vor ein Marienbild und betete.
Er sprach ein altes Gebet, das Memorare. Es beginnt mit den
Worten: "Gedenke, o gütigste Jungfrau Maria, es ist noch nie gehört
worden, dass jemand, der zu Dir seine Zuflucht nahm, von Dir
verlassen worden ist."Und mitten in dieser Ohnmacht wendete sich
etwas. Franz spürte keine Angst mehr, sondern tiefes Vertrauen.
Diese Erfahrung wurde zum Wendepunkt seines Lebens. Er begriff:
Gott ruft uns nicht durch Druck, sondern durch Liebe, nicht aus
einer perfekten Fassade heraus, sondern mitten aus unserer
menschlichen Zerbrechlichkeit.Heute feiern wir das Fest Mariä
Namen, ein Fest, dass uns genau daran erinnern will. Der Name Maria
steht für diesen Zufluchtsort. Er steht für das Versprechen, dass
wir in den dunkelsten Stunden nicht alleine sind. Berufung, also
das, wozu Gott dich und mich im Leben ruft, beginnt genau dort, wo
wir aufhören, uns selbst retten zu wollen. Und sie geschieht in
drei einfachen Schritten: Erstens wirst Du gesehen, so wie Du bist.
Zweitens darfst Du Dich rufen lassen und die Richtung deines Lebens
neu auf Gott ausrichten und schließlich bist Du drittens gesandt
ganz konkret in Deinen Alltag, in deine Familie, deinen Beruf,
deinen Freundeskreis.Du musst kein fehlerfreier Überflieger sein.
Heiligkeit beginnt im Ernstnehmen deines Menschseins – man könnte
im Sinne des heutigen Tages auch sagen, im Annehmen deines eigenen
Namens, bei dem Gott dich gerufen hat. Wenn Du das nächste Mal
nicht weiterweißt, dann denke an den jungen Franz von Sales. Suche
Dir einen Moment der Stille und vertrau Dich diesem Namen an, denn
Maria erinnert uns, Du wirst gesehen. Du bist geliebt und Du
bist gerufen – genau so, wie du bist.
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