Erste eigene Analogfilme seit über zwanzig Jahren, und beim ersten
Blick auf die Scans ist der Gedanke sofort da: alles für die Tonne.
Zu dunkel, ein Schleier über fast jedem Bild, nichts von dem, was
zwanzig Jahre digitale Gewöhnung als gutes Foto gelernt haben. Falk
hört sich die Geschichte an und findet schnell den technischen
Grund, ein Film, der zu lange gelegen hat und viel mehr Licht
gebraucht hätte, als Lars ihm gegeben hat. Dahinter steckt aber
eine Frage, die mit Analog oder Digital erstmal gar nichts zu tun
hat: Woran misst Du eigentlich, ob ein Foto gelungen ist, und wer
hat Dir diesen Maßstab eigentlich beigebracht? Ein Kommentar aus
der fc bringt Lars dazu, seine Bilder noch einmal anzuschauen,
diesmal ohne den gewohnten Vergleich im Kopf, und plötzlich sieht
das, was eben noch Ausschuss war, aus wie etwas mit eigener
Haltung. Genau dieser Blick sortiert auch am Digitalbild aus, jeden
Tag, meistens ohne dass Du ihn bemerkst. Dazwischen geht es um
Kameras, denen man vertrauen kann und solche, bei denen man besser
vorher nachliest, um Pushen und Pullen, um Belichtung in die
Schatten statt in die Lichter, und um das Tempo, das sich
einstellt, wenn zwischen Auslösen und Ergebnis plötzlich Wochen
liegen statt Sekunden. Wer nie einen Film eingelegt hat, bekommt
trotzdem etwas mit: einen Anlass, den eigenen Aussortier-Reflex
noch einmal zu prüfen.
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