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  4. Ein paar Schritte gehen
Du kennst wahrscheinlich einen Activity Tracker? Vielleicht nicht
unter diesem englischen Begriff. Im Deutschen ist das schlicht und
einfach auch ein Schrittzähler. Die App auf dem Handy
installiert, mit ein paar Daten versehen und immer in der Tasche
parat, zählt er vom Aufstehen an alle Schritte, die ich so gehe.
Irgendwann war mir klar, ein bisschen mehr Bewegung wäre sicher
nicht so schlecht, wenn ich viel am Schreibtisch sitze und es ist
da natürlich ziemlich reizvoll, sich ein Ziel zu setzen. Also
die Marke bei 5.000 Schritten gesetzt und los. Und dann merke ich,
dass die ganzen Morgenrituale wie Frühstück machen, Laudes in der
Kapelle beten, Frühstücken, die ersten Sachen im Haushalt machen
schon einige hundert Schritte sind. Und dann schnell zum Einkaufen
nicht mit dem Auto, sondern zu Fuß, den Brief nicht mitgeben,
sondern zum Briefkasten laufen, eine Runde spazieren gehen mit
einer unserer alten Mitschwestern und noch eben in die Pfarrkirche
gehen und ein paar Minuten verweilen und schon sind 5.000 Schritte
erreicht.Und mitten in meiner Schrittzähleuphorie ist mir dann die
Frage eingefallen: Wie viele Schritte mache ich eigentlich bewusst
zu meinem Nächsten hin? Gehe ich mal eben eine Meile mit jemandem
mit, der es gerade braucht? Bei einer Abendrunde durch die Stadt
fällt mir auf, wieviel leichter es ist, abends kurz stehen zu
bleiben und zu plaudern, einander zuzuhören oder einen Umweg mit zu
laufen, weil gerade ein gutes Gespräch zustande gekommen ist. Mit
einer indischen jungen Familie habe ich mich lange über die Tücken
der deutschen Sprache unterhalten und habe ihnen nebenbei erklärt,
warum gerade so viel Sperrmüll an den Häusern liegt, der am
nächsten Morgen abgeholt wird. In einer Nebenstraße saßen fünf
ältere Herren Pfeife rauchend auf einer Bank vor dem Haus und der
Duft hat mich an den Pfeifentabak meines Vaters erinnert. Ich bin
stehengeblieben und habe das erzählt und schon waren wir in der
schönsten Plauderei. Es ist eine ziemlich gute Idee, vieles zu
Fuß zu machen. Es tut der Gesundheit gut, man bekommt viel mehr zu
sehen und zu hören, wenn man gemächlich geht, man trifft ganz
andere Leute und man sieht ganz andere Dinge. Wenn es möglich ist,
geh heute mal eine Runde und tu Dir an Leib und Seele etwas Gutes.
Auch ganz ohne Activity Tracker.
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„Ein paar Schritte gehen“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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