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  4. Folge 129 – Märchenkunde: Von Biedermeier, Struwwelpeter und zwei Schwestern
Es war einmal... zwei Brüder, die die Idee verfolgten, altes
Volksgut zu bewahren. Dazu wollten sie durchs Land ziehen und sich
diese Geschichten direkt von den Menschen selbst erzählen lassen.
Heute wissen: Dieser Plan der Brüder Grimm hat nicht funktioniert.
Und auch sonst sah es erstmal gar nicht danach aus, dass die
Kinder- und Hausmärchen ein weltweiter Erfolg werden würden. Ganz
im Gegenteil: Die erste Ausgabe des Grimmschen Märchenbuchs war
sogar ein ziemlicher Flop. Die Brüder machten sich an die
Überarbeitung und passten die Märchen dem Zeitgeist an. Das
bedeutete: Sie schnitten die Geschichten auf ein kindlichen
Publikum zu und stellten die pädagogische Aussage der Märchen
besonders heraus. Und damit trafen sie einen Nerv, denn zur Zeit
des Biedermeier entwickelte sich eine Kinder- und Jugendliteratur,
die Kinder bilden und erziehen sollte. Obwohl Märchen ursprünglich
nicht für Kinder gedacht waren, vollzieht sich hier also die
Verknüpfung zwischen Märchen, Kindheit und Erziehung. Bis heute
haben Märchen einen Platz in vielen Kinderzimmern, allerdings nicht
mehr so selbstverständlich wie früher. Denn Märchen sind
umstritten, vor allem wegen veralteter Geschlechterrollen und ihrer
Grausamkeit. Aber haben Märchen deswegen wirklich keinen bildenden
Wert mehr? Und ist die Pädagogik, die Märchen wirklich so schwarz,
wie oft dargestellt? Diesen Fragen gehen wir in der heutigen Folge
nach. Dazu schauen wir uns den zeitgeschichtlichen Kontext genauer
an und tauchen ein in die Zeit des Biedermeier, der auch für unser
heutiges Verständnis von Kindheit von Bedeutung ist. Außerdem
analysieren und interpretieren wir das wohl pädagogischste und
zugleich biedermeiserlichste Märchen in der Sammlung der Grimms:
"Schneeweißchen und Rosenrot." Zum Vergleich zu der im Märchen
dargestellten Tugendhaftigkeit und Harmonie ziehen wir das
Paradewerk der Schwarzen Pädagogik heran: "Der Struwwelpeter". Und
wir zeigen, wie Märchen in der NS-Zeit missbraucht werden, um
Kindern die nationalsozialistische Ideologie einzuimpfen.
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„Folge 129 – Märchenkunde: Von Biedermeier, Struwwelpeter und zwei Schwestern“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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