Katrin Seyfert ist Journalistin und schreibt unter einem
Pseudonym. Sechs Jahre lang hat sie ihren Mann Marc begleitet,
der mit Anfang fünfzig die Diagnose Alzheimer bekam – ein Arzt,
ein Vater von drei Kindern, mitten im Leben. Im September 2022
ist er gestorben. In ihrem Buch „Lückenleben. Mein Mann, der
Alzheimer, die Konventionen und ich" erzählt sie von dieser Zeit:
schonungslos offen, klar und mit einem Humor, der trägt.
Mit der Diagnose zerbrach die Illusion, das Leben sei planbar.
Katrin erzählt, wie es begann – mit Notizzetteln überall im Haus:
„Fußballtraining 16 Uhr", „Brot kaufen" - bis zu dem Tag, an dem
Marc ihren Geburtstag vergaß. Sie spricht über die prämortale
Trauer, das Trauern um einen Menschen, der noch lebt. Über den
Satz, der ihre Lage auf den Punkt bringt: Aus der Ehe auf
Augenhöhe sei ein Versorgungsmodell geworden. Und über die
überraschende Erkenntnis, dass die Diagnose für Marc auch eine
Erleichterung war – weil er die Fassade nicht mehr halten musste.
Was diese Folge besonders macht: Katrin überhöht den Mutmacher
nicht. Sie widerspricht sogar dem verbreiteten Glauben, dass man
nach so einer Erfahrung automatisch im Hier und Jetzt lebt und
das Wichtige nie wieder aufschiebt. Und sie erzählt, dass Marc
das wirklich Wichtige selbst geregelt hat – den Heimplatz, die
Bankkarte –, sodass es keine großen Reiseträume brauchte, weil
sie einander hatten. Ein Gespräch über den Verlust auf Raten,
über gute Nachbarn und schräge Gesangsabende, über das Schnitzen
ihres Mannes und den Familiensatz „Papa hätte es so gewollt".
Katrins Buch
Katrin Seyfert: „Lückenleben. Mein Mann, der Alzheimer, die
Konventionen und ich" (DVA). Ein SPIEGEL-Bestseller – offen, klug
und überraschend komisch.
Neu in dieser Staffel: „Mutmacher konkret"
Am Ende jeder Folge holen wir wieder das große Thema herunter in
den Alltag. Die Psychologin Dr. Nele Stadtbäumer ordnet den
jeweiligen Mutmacher-Impuls ein und gibt konkrete Tipps für dein
eigenes Leben – klar, warm und praktisch. Nele ist promovierte
Psychologin, Trauerbegleiterin und Gründerin von grievy, einem
digitalen Begleiter für Trauernde. Nach dem plötzlichen Tod ihres
Vaters hat sie ihre Erfahrung und ihr Fachwissen
zusammengebracht. Am 7. Oktober erscheint ihr Buch „Shades of
Grief" (Edition Michael Fischer / EMF Verlag), in dem sie den
vielen Facetten der Trauer nachgeht – einfühlsam und fern von
richtig oder falsch.
Über „Sterben & Trauern"
„Sterben & Trauern" ist kein Podcast über den Tod. Es ist ein
Podcast über das Leben. Lea und Michael Reinhard, Tochter und
Vater, beide Journalisten, sprechen mit Menschen, die dem Tod
begegnet sind – und fragen, was ihre Erfahrungen uns über das
Leben verraten. Ohne Pathos, ohne schnelle Lösungen, ohne
Floskeln.
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Website: www.sterben-und-trauern.de
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Unsere Bücher (beide im Herder Verlag)
„Sterben ungeschminkt"
„Mit der Trauer weiterleben"
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