Die Burnout- und Suizidrate in der Landwirtschaft ist deutlich
höher als im Rest der Gesellschaft. Das hat viele Ursachen,
traditionelle Wertvorstellungen verhindern, dass darüber gesprochen
wird. Jetzt brechen zwei junge Bauern dieses Tabu. Pirmin Bötsch,
36, Gemüsebauer am Bodensee, erlebte seinen Zusammenbruch vor sechs
Jahren. «Ich fühlte mich für alles verantwortlich, konnte mich
nicht abgrenzen», erinnert er sich. Nach Wochen der Erholung kam er
wieder auf die Beine, heute nimmt er sich kleine Auszeiten. «Auf
dem Feld lege ich mich auf den Boden und schaue einen Kopfsalat an.
Das gibt mir Ruhe», lacht er. Auch Ralf Kleger, 33, erlebte
ebenfalls vor einigen Jahren auf seinem Bauernhof ein Burnout. «Ich
versuchte lange, das alles allein zu meistern.Irgendwann war alles
zuviel.» Auch ihm geht es wieder gut, aber den Hof hat er
verpachtet. Stefan Paulus forscht an der Fachhochschule Ost in St.
Gallen zum Thema «Burnoutprävention in der Landwirtschaft». In
seinen Umfragen zeigt sich, warum viele Betroffene nicht über
psychische Belastung reden oder Hilfe holen wollen. Hast du
Feedback, Fragen oder Wünsche? Wir freuen uns auf deine Nachricht
an input@srf.ch – und wenn du deinen Freund:innen und Kolleg:innen
von uns erzählst. __________________ In dieser Folge zu hören: -
Ralf Kleger, 33, Zuzwil, SG, Landschaftsgärnter und Heilpraktiker -
Pirmin Bötsch, 36, Salmsach, SG, Gemüsebauer - Stefan Paulus, 48,
Arbeitsforscher an der Fachhochschule OST, St. Gallen - Besuchende
am Wochenmarkt auf dem Bundesplatz in Bern ____________________ -
Autor: Michael Bolliger - Publizistische Leitung: Anita Richner
____________________ Das ist «Input»: Dem Leben in der Schweiz auf
der Spur – mit all seinen Widersprüchen und Fragen. Der Podcast
«Input» liefert jede Woche eine Reportage zu den Themen, die euch
bewegen.
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