Wie viel von dir steckt eigentlich noch in deiner
Arbeit?
Es beginnt mit einem Primitivo und der Kennzeichnungspflicht. Es
endet bei der Frage, ob eine KI ein Bewusstsein entwickeln kann.
Dazwischen stellen die drei eine Stunde lang dieselbe Frage in
immer neuen Verkleidungen: Was ist eigentlich noch mein eigener
Anteil.
Einig sind sie sich, dass Kennzeichnung richtig ist. Beim Rest
nicht. Denn es gibt ein gutes und ein schlechtes Gleichgewicht:
Entweder alle überlegen sich, wie sie KI einsetzen und legen es
offen. Oder es schert sich niemand darum. Und selbst das gute
Gleichgewicht hat einen Preis, wenn Europa am Ende weniger nutzt
als der Rest der Welt. Aus dem Dilemma entsteht der beste
Vorschlag der Folge, und er kommt tatsächlich aus dem
Supermarktregal: keine Ja-Nein-Kennzeichnung, sondern eine Ampel
von Spuren von KI bis Voll-KI, getrennt nach Struktur und
Schöpfung. Wer das messen kann, kann auch verteilen. Damit hängt
die ganze Frage des Fair Share für Journalisten, Musiker oder
Architekten daran.
Die zweite Hälfte wird unbequem. 20 Iterationen bis zum
brauchbaren Ergebnis, 1,5 komplette Richtungswechsel, und das
seit acht Monaten unverändert, egal welches Modell. Die
eigentliche Gefahr liegt aber woanders: Du nimmst den ersten
Entwurf, der dir gefällt, und arbeitest daran weiter. Die anderen
hundert siehst du nie. Dazu AI-Slop, die verschwindende Mitte,
LinkedIn als Cringe-Base und am Ende der Freund, der mit seiner
KI mehr spricht als mit seiner Frau.
Reinhören lohnt für alle, die KI längst benutzen und trotzdem
nicht sagen würden, wie viel davon sie selbst waren.
Aus der Folge:
Warum eine Kennzeichnungspflicht als Qualitätsmerkmal wirken
kann und wo sie zum Standortnachteil wird
Weshalb ja oder nein die falsche Kennzeichnung ist und eine
Ampel die bessere
Warum man Struktur-KI und Schöpfungs-KI trennen müsste, bevor
man überhaupt etwas quantifiziert
Was Watermarking mit der Beteiligung von Kreativen am
prognostizierten KI-Wohlstand zu tun hat
Warum 20 Iterationen und 1,5 Richtungswechsel die
realistische Rechnung sind, auch mit dem besten Modell
Wieso der erste Entwurf, der dir gefällt, dein Denken bereits
in eine Bahn gelenkt hat
Warum zwischen Slop und Perfektionismus das Mittelmaß
verschwindet und was das für Erwartungen an Content heißt
Wo die eigentliche Gefahr liegt: nicht in Struktur oder
Kreativität, sondern in der Frage, wer bestimmt, wie wir die Welt
erklären
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