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  4. Barmherzigkeit oder Selbsterlösung? – Die Psychologie der „Mitleidstötung"
In den Medien liest man in solchen tragischen Fällen oft
Schlagzeilen wie: „Sie tat es aus Liebe." Wenn Mütter ihre
schwerkranken Kinder töten, um sie scheinbar von ihrem Leiden zu
erlösen, berührt das die Grenzen von Recht, Moral und tiefster
menschlicher Tragik. Als Gerichtsgutachterin stehe ich bei der
Begutachtung dieser Frauen vor einer hochgradig komplexen
psychologischen Dynamik: Hat die Mutter wirklich nur das Kind
erlöst – oder am Ende auch sich selbst von der erdrückenden Last
der Pflege?

In dieser Folge blicken wir ungeschönt auf das Phänomen der
sogenannten Barmherzigkeitstötung. Wir sprechen über die
juristische Realität hinter dem Abschalten lebenserhaltender
Maßnahmen, das faszinierende Fehlen von Schuldgefühlen bei den
Täterinnen und die Frage, wo die Grenze zwischen Aufopferung und
strafbarer Handlung verläuft.

In dieser Episode besprechen wir:

Der doppelte Boden der Erlösung: Warum der
Wunsch, ein schwerkrankes Kind von Schmerzen zu befreien, oft
untrennbar mit der unbewussten Sehnsucht nach der eigenen
Entlastung und Selbsterlösung verknüpft ist.

Die verblüffende Schuldeinsicht ohne
Schuldgefühl: Warum diese Mütter vor Gericht oft
sagen: „Ich weiß, was ich getan habe, und ich nehme die
Strafe auf mich" – und warum sie im Therapieraum und
Gutachten meist erstaunlich verschlossen und frei von Reue
wirken.

Der vermeintliche „Pakt": Das Phänomen, dass
Mütter oft davon überzeugt sind, im Namen oder auf (oft von
Dritten ungehörten) Wunsch des pflegebedürftigen Kindes
gehandelt zu haben.

Die Frage der Schuldfähigkeit: Warum bei
solchen Taten die rechtliche Schuldfähigkeit fast immer voll
gegeben ist – da die Schritte (wie das Abklemmen der
Sauerstoffzufuhr oder das Verweigern von Nahrung) präzise
geplant und zielgerichtet umgesetzt werden müssen.

Die Gratwanderung der Justiz: Warum diese
Frauen in Gerichtsverfahren gesellschaftlich oft auf viel
Nachvollziehbarkeit stoßen und vergleichsweise milde Urteile
erhalten, obwohl das gewählte Mittel der Tötung niemals
legitim ist.

Ein ethischer und psychologischer Deep-Dive, der uns zwingt,
ehrlich hinzusehen: Welche extremen Umstände bräuchte es, um das
eigentlich Undenkbare zu tun? Eine Folge über Ohnmacht, stille
Tragödien und die harten Fakten des Strafrechts.

Mehr Einblicke und Videos finden Sie auf meinem
YouTube-Kanal: Dr. med. Sigrun Roßmanith auf YouTube

 
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„Barmherzigkeit oder Selbsterlösung? – Die Psychologie der „Mitleidstötung"“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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