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Ein dunkler Gang, Konzertlicht, mehrere hundert Menschen. Der
Vorhang geht hoch — nicht für eine Show, sondern für einen
Vortrag über künstliche Intelligenz. Das ist Jan Christian
Halfbrodts Alltag. Tagsüber treibt er als AI Enablement Manager
die KI-Transformation von CEWE voran, Europas Marktführer für
Fotoprodukte. Nachts spielt er Keyboard bei Mob Rules, einer
Metalband, die durch zwölf Länder getourt ist und 2018 Platz 37
der deutschen Charts erreicht hat.
In der aktuellen Episode von Masters of Data, BI & AI erzählt
er, wie aus einem zufällig gebauten Alexa Skill ein
Gründungsmitglied des CEWE-KI-Inkubators wurde — und formuliert
dabei einen Satz, den man selten von jemandem hört, der seinen
Job eigentlich behalten will.
Ein paar Dinge, die hängengeblieben sind:
Zum eigentlichen Karriereweg: Kein Plan, sondern eine Kette von
Zufällen. Startup, das nicht schnell genug an den Markt kam.
IT-Beratung bei BTC, weil ein Berufsberater ihm zufällig über den
Weg lief. Wechsel zu CW als Webentwickler. Und dann, 2018, ein
Alexa Skill für einen Hackathon-Nebenprojekt, gebaut aus
Langeweile — der ihn über Nacht zum einzigen internen Experten
für Sprachsteuerung machte, genau als der KI-Inkubator gegründet
wurde.
Zu den größten Fehlern bei KI-Einführung: KI als Selbstzweck
einzuführen, weil alle es tun. Unsaubere oder unvollständige
Datensätze. Sich blind auf die Ergebnisse verlassen, ohne den
Menschen im Loop zu behalten. Und die Mitarbeitenden nicht
mitzunehmen — Jan Christian erlebt das oft als reinen Stress: ein
Tool wird hingestellt, plötzlich soll man produktiver sein und
ist gleichzeitig dafür verantwortlich.
Zur eigentlichen KI-Kompetenz der Zukunft: Nicht die Technologie
selbst, sondern die Transferleistung — verstehen, dass man mit KI
und Agenten "denken" kann, wie mit einem neuen Werkzeug im
Werkzeugkasten. Die meisten Menschen haben ein Problem, aber
sehen den Weg dorthin nicht. Genau da setzt Enablement an.
Zur eigentlichen Zielsetzung seiner Rolle: Sein oberste
Leitlinie, wörtlich: seinen eigenen Job abzuschaffen. Wenn jeder
in der Lage ist, KI selbstständig sinnvoll einzusetzen, hat er
seine Aufgabe erfüllt — und wird sich dann logischerweise dem
nächsten Kapitel zuwenden.
Zur Unterscheidung privat vs. Unternehmen: Privat: jeden Trend
mitnehmen, ausprobieren, Fehler machen, das kostet nur einen
selbst etwas. Im Unternehmenskontext: bewusst langsamer, weil
Kundendaten und Lizenzkosten eine ganz andere Verantwortung mit
sich bringen. Kein Widerspruch zur Offenheit — nur ein anderer
Risikoraum.
Wie seht ihr das — ist "sich selbst überflüssig machen" die
richtige Zielsetzung für gute Führung, oder am Ende doch zu
idealistisch für die meisten Organisationen?
LinkedIn Profile
LinkedIn Profile von Jan Christian Halfbrodt:
https://www.linkedin.com/in/jan-christian-halfbrodt/
LinkedIn Profile von Rocky Khan:
https://www.linkedin.com/in/khanrocky/
Business Buch
Storyseller von Ralph Stieber — ein Marketingbuch darüber, wie
Marken wie Nike, Patagonia und Harley-Davidson zu echten
"Friends" werden statt nur Anbietern. Jan Christian mag besonders
den Gedanken: lieber eine klare Identität mit echten Fans, statt
jedem gefallen zu wollen.
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