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  4. TEIL 4: MANIFESTA 16 RUHR – GELSENKIRCHEN
Drei Kirchen, ein Musiktheater und sehr unterschiedliche
Erfahrungen: Welche Stationen der Manifesta 16 Ruhr in
Gelsenkirchen lohnen sich – und welche können Sie bei begrenzter
Zeit auslassen?

Im vierten und letzten Teil meiner Manifesta-Reihe besuche ich
St. Bonifatius, St. Anna und St. Josef sowie die Arbeiten von
Yves Klein im Musiktheater im Revier. Ich untersuche, wo Kunst,
Architektur und Menschen aus dem Stadtteil tatsächlich
zusammenfinden – und wo wichtige gesellschaftliche Themen noch
keine überzeugende Ausstellung ergeben.

Zu den Höhepunkten gehören für mich die Malerei über Migration
und Fremdsein in St. Bonifatius, darunter İhsan Eces „Passbilder
BRD“ und Jannis Psychopedis’ präzise Anti-Stillleben. In St.
Josef verwandelt eine blaue Membran von Penique Productions den
gesamten Kirchenraum. Neu zusammengesetzte Kirchenbänke und Havîn
Al-Sîndys Heuschreckenschwarm machen den viel beschworenen Wandel
der Kirche dort räumlich erfahrbar.

Meine Empfehlungen sind St. Bonifatius und St. Josef. St. Anna
bleibt abgesehen von Psychopedis’ „Rotem Radio“ künstlerisch
dünn. Auch den Abstecher zu Yves Klein können Sie bei einem eng
getakteten Rundgang auslassen. Zum Abschluss ziehe ich Bilanz
nach vier Folgen: Die Manifesta 16 Ruhr ist keine durchgehend
überzeugende Kunstausstellung – ihre stärksten Orte zeigen
jedoch, wie ehemalige Kirchen zu neuen öffentlichen Räumen werden
können.

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