Ich habe selten einen Gast erlebt, bei dem ich so oft gedacht
habe: Moment, das muss ich nochmal hören.
Marc-Alexander Burmeister ist Anästhesist. Einer, der Menschen
die Hand gehalten hat, bevor die Narkose kam. Er war Notarzt in
Hamburg, über tausend Einsätze, und hat dabei gelernt, was Triage
wirklich bedeutet: entscheiden, wem man zuerst hilft, und
ertragen, wem gerade nicht. Genau diese Denkweise hat er später
mitgenommen, als er mit Mitte dreißig in die Wirtschaft ging.
Achtzehn Jahre beim Familienkonzern B. Braun, zuletzt als Chef in
Frankreich und Deutschland. Heute führt er die amedes Gruppe,
eines der größten Labornetzwerke Europas mit viereinhalbtausend
Mitarbeitern. Darüber sprechen wir ausführlich in Teil zwei.
In diesem ersten Teil erzählt er mir, warum man so aufwacht, wie
man einschläft. Warum Patienten nur einen Bruchteil dessen
behalten, was Ärzte ihnen sagen. Was die Medizin von der
Luftfahrt gelernt hat und warum ein Satz wie „Herr Professor, Ihr
Handschuh ist kaputt" Leben rettet. Er erzählt von seiner
Schwester, die schwer verunglückte, als er zwölf war, und warum
seine Berufswahl deshalb vielleicht kein Zufall war. Warum er als
Führungskraft dreißig Prozent aller Projekte komplett streicht.
Und dann kommt die Geschichte, die ich immer noch nicht ganz
glauben kann: wie in der ersten Corona-Welle in Frankreich das
Narkosemittel ausging und wie Macron, Le Maire und Merkel
persönlich halfen, es über die Grenzen zu bringen.
Teil zwei kommt nächsten Samstag um 17 Uhr. Dann geht es um dich:
was mit deiner Blutprobe wirklich passiert, warum das große
Blutbild oft nichts bringt und was Marc in der Pandemie mit
30.000 Pflegebedürftigen erlebt hat.
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