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  4. Der große Spotify-Betrug: Wie clevere Kriminelle 1 Million Dollar erbeuteten
Wir reisen nach Sofia, Bulgarien, ins Jahr 2017. Bulgarien befand
sich zu dieser Zeit in einem massiven wirtschaftlichen Umbruch
zwischen postsozialistischer Vergangenheit und digitalem Europa,
geprägt von Frustration über Korruption und langsame Justiz.
Genau in diesem Klima entwickelte sich in Sofia eine Generation
hochqualifizierter junger Informatiker, die auf Weltklasse-Niveau
programmierten, aber nur einen Bruchteil ihrer westlichen
Kollegen verdienten.

Einer dieser jungen Köpfe oder eine Gruppe dahinter erkannte eine
gigantische Lücke im System von Spotify: das sogenannte
Pro-Rata-Modell. Statt Einnahmen direkt an die Hörer eines Songs
auszuzahlen, wandern alle Abo-Gebühren in einen großen Topf, der
prozentual nach den weltweiten Gesamt-Streams aufgeteilt wird.

Die mutmaßlichen Betrüger bauten daraufhin eine schier unfassbare
Infrastruktur auf. Sie mieteten 1.200 Premium-Accounts bei
Spotify und ließen diese rund um die Uhr laufen. Um maximale
Effizienz und möglichst viele Streams zu generieren, produzierten
sie Hunderte eigene, exakt 31 Sekunden lange Lieder – genau die
magische Grenze, ab der ein Stream bei Spotify gezählt wird und
Tantiemen auslöst.

In dieser Folge sezieren Bastian und Kerstin einen der
raffiniertesten digitalen Betrugsfälle der Streaming-Ära und
stellen die Frage, was dieser Vorfall eigentlich über die
Fairness des modernen Musikmarktes aussagt.

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