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Bechtle und Cancom sind zu Tankern geworden, sagt Marco Breier.
Groß, bekannt — und für immer mehr Kunden einfach zu langsam.
Marco hat 2015 KOM4TEC gegründet und von Anfang an bewusst gegen
die Bauchladen-Strategie entschieden, die den Markt prägt. Kein
AWS, kein GCP, kein Dynamics, keine Telefonie. Nur Microsoft —
M365, Power Platform, Azure, Copilot — und das richtig tief statt
breit und flach.
In der aktuellen Episode von Masters of Data, BI & AI erzählt
er, wie aus fast 20 Jahren IT-Verantwortung in der
Fashion-Industrie eine fokussierte Agentur wurde, die heute genau
das Gegenteil der Tanker sein will.
Ein paar Dinge, die hängengeblieben sind:
Zur Microsoft-Fokussierung: Kein reiner Technologie-Entscheid am
Anfang. Marco und sein Mitgründer wurden Anfang der 2000er von
einem charismatischen, Microsoft-lastigen Dienstleister
inspiriert — nicht primär von der Software, sondern von der
Person dahinter. Daraus wurde über die Jahre eine bewusste
strategische Linie: Abhängigkeit ist grundsätzlich nicht klug,
aber am Frontend zählt Fokus mehr als Flexibilität, weil man
Menschen nicht alle sechs Monate auf eine neue Welt umschulen
kann.
Zur Marktverteilung, aus eigener Erfahrung: Rund 70 %
Microsoft-Fokus insgesamt, laut seiner eigenen Einschätzung eher
Richtung 85 % im Mittelstand — weil kleinere interne IT-Teams
schlicht keine Kapazität haben, mehrere Cloud-Ökosysteme
gleichzeitig zu bespielen. Bei größeren Kunden sieht er das
anders: Da gibt es die Power, sich bewusst breiter aufzustellen.
Zum Costliest-Mistake-Learning: Ein Charakter, der schon beim
Onboarding nicht ins Team passte, wurde trotzdem gehalten — weil
Skill über Bauchgefühl gestellt wurde und weil sie an Menschen
lange festhalten, bevor sie sich trennen. Am Ende hat das Zeit
und Geld gekostet. Sein Learning: Lieber früh klar sein, als
lange hoffen.
Zu Storytelling im Vertrieb: Starke Pitches von Anfang an — weil
sie selbst jahrelang Kunde waren, bevor sie Dienstleister wurden,
und deshalb intuitiv die Sprache des Kunden sprachen. Was gefehlt
hat: die eigentliche Abschlussqualität. Tolle Gespräche, aber
niemand hat unterschrieben, bis sie lernten, aktiv nachzufassen
und den Kunden zur Entscheidung zu führen, die er ohnehin treffen
wollte.
Zur Perfektion in Präsentationen: Sein Learnings aus dem Public
Speaking: Eine starke Botschaft entsteht, wenn nichts mehr
weggenommen werden kann — nicht, wenn nichts mehr hinzugefügt
werden könnte. Zu viele Folien, zu viele Fachbegriffe, zu viel
Ökosystem-Show verwässern die eigentliche Aussage, statt sie zu
stärken.
Wie seht ihr das — ist radikale Plattform-Fokussierung im
Beratungsgeschäft eine kluge Nischenstrategie, oder ein Risiko in
einem Markt, der zunehmend Multi-Cloud denkt?
LinkedIn Profile
LinkedIn Profile von Marco Breier:
https://www.linkedin.com/in/marcobreier/
LinkedIn Profile von Rocky Khan:
https://www.linkedin.com/in/khanrocky/
Business Buch
Extreme Ownership von Jocko Willink und Leif Babin — ein
Ex-Navy-SEAL, der radikale Eigenverantwortung predigt, sowohl
unternehmerisch als auch persönlich. Marco schätzt es für die
Klarheit in Entscheidungen, selbst wenn die Gesamtlage noch
unklar ist.
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