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  4. Prokrastination: Vier Typen, ein Verhalten
Prokrastination wird fast immer moralisch erklärt: zu
undiszipliniert, zu wenig Struktur, zu faul. Dabei ist
Prokrastination nur das sichtbare Verhalten — die eigentliche
Frage ist, welche Funktion es gerade erfüllt.

In dieser Folge spreche ich über vier unterschiedliche Typen von
Prokrastination, die mir über die Jahre in Klinik und Praxis
immer wieder begegnet sind. Der Druck-Aufschieber, der erst unter
Zeitdruck in Aktivierung kommt. Der Bewertungs-Vermeider, der
sich durchs Aufschieben vor Scham und Kritik schützt. Der
Abschluss-Vermeider, für den Fertigwerden mit Verlust verbunden
ist. Und der exekutive Typ, bei dem — etwa bei ADHS — die
Handlungssteuerung selbst das Problem ist, nicht die Motivation.

Von außen sieht bei allen vieren dasselbe Verhalten identisch
aus. Innen läuft etwas komplett anderes ab. Und genau deshalb
funktioniert der Standardrat "Mehr Disziplin" bei manchen
Menschen und bei anderen gar nicht.

Ist Prokrastination also eine Trauma-Reaktion? So pauschal lässt
sich das nicht beantworten. Traumatische Erfahrungen können
Prozesse beeinflussen, die dabei eine Rolle spielen, etwa Scham
oder ein starkes Kontrollbedürfnis — aber Prokrastination allein
erlaubt keinen Rückschluss auf ein Trauma.

Für Coaches, Therapeuten und Berater zeige ich, wie man diese
Unterschiede sicher erkennt, bevor man mit dem falschen Rat gegen
die falsche Wand rennt.

Mehr dazu: tic-academy.com/eintragung.

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