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Ein befreundeter Friseursalon-Besitzer ruft Timo Wille an und
sagt: Ich muss dir mal was zeigen. Per Screensharing präsentiert
er eine App, die er komplett allein gebaut hat — Kunden machen
ein Foto, wählen eine Frisur aus, sehen sofort, wie es aussehen
würde. DSGVO-konform, mit Lösch- und E-Mail-Funktion. Kein CIO,
kein IT-Team. Nur ein Geschäftsführer, der abends nach Feierabend
programmiert.
Timo Wille hat Obungi mit seinem Bruder und einem Kindheitsfreund
gegründet — der Name stammt aus einem Luganda-Wörterbuch und
bedeutet eigentlich "Quantität", auch wenn sie Kunden
marketingtechnisch gerne erzählen, es hieße "Qualität". Heute
knapp 100 Mitarbeitende, komplett Microsoft-fokussiert, Managed
Partner, Partner of the Year 2024.
In der aktuellen Episode von Masters of Data, BI & AI spricht
er über den Ursprung dieses ungewöhnlichen Firmennamens, warum
sie sich bewusst gegen Multi-Cloud entschieden haben — und wie KI
plötzlich Leute zu App-Buildern macht, die vorher nie eine Zeile
Code geschrieben haben.
Ein paar Dinge, die hängengeblieben sind:
Zur Namensgeschichte: Kein durchdachtes Brainstorming, keine
teure Agentur. Timos Bruder brauchte für eine Universitätsarbeit
in Holland einen Firmennamen, ein Wörterbuch lag auf dem Tisch,
das Wort klang gut. Vor zwei Jahren fand kaum ein Kunde durch
Googlen heraus, was Obungi wirklich bedeutet. Heute reicht eine
kurze KI-Suche.
Zur Microsoft-Fokussierung: Kein Trend-Hopping, sondern Kalkül.
Bei ihrer Größe ist es unmöglich, gleichzeitig Snowflake-,
Databricks- und Fabric-Experten vorzuhalten. Also volle
Konzentration auf eine Plattform, dafür wirklich tief. Zehn Jahre
ganz ohne direkten Microsoft-Kontakt, bis früher Cloud-Einsatz
bei Kunden sie auf Microsofts Radar brachte.
Zum Friseur-Beispiel als Symptombild: Was vor 20 Jahren undenkbar
gewesen wäre — ein Geschäftsführer ohne tiefes Coding-Wissen, der
abends eine vollwertige, datenschutzkonforme App baut. Timo sieht
darin den eigentlichen Wendepunkt: Tools wie Lovable liefern
schnelle, funktionierende Prototypen. Aber sobald es um
Enterprise-Readiness, Security und Governance geht, kommt am Ende
doch der Anruf bei den Experten.
Zur veränderten Kundenerwartung: Früher wollten Kunden einfach
nur, dass die Zahlen im Report stimmen. Heute kommt die
KI-Anforderung praktisch immer schon von Anfang an mit in den
Neukundenworkshop. Nicht mehr die Ausnahme, sondern die
Grundannahme.
Zur bewussten Nicht-Vertikalisierung: Während viele
Marktbegleiter sich auf einzelne Branchen spezialisieren, geht
Obungi den anderen Weg: Daten gibt es überall, also arbeiten sie
branchenübergreifend in der ganzen DACH-Region. Das Fachwissen
kommt ohnehin meist vom Kunden selbst — die beste Lösung entsteht
im Projektteam gemeinsam mit ihm.
Wie seht ihr das — ist branchenübergreifende Flexibilität heute
ein echter Vorteil, oder verlieren generalistische Beratungen
langfristig gegen die Spezialisten?
LinkedIn Profile
LinkedIn Profile von Timo Wille:
https://www.linkedin.com/in/timo-wille/
LinkedIn Profile von Rocky Khan:
https://www.linkedin.com/in/khanrocky/
Business Buch
Kein einzelnes Buch diesmal — Timo sagt ehrlich, es sind meistens
die Bücher, die er zuletzt gelesen hat. Mit dem Wachstum von
Obungi liest er heute vermehrt zu Themen wie Self-Management und
Marketing, obwohl ihn technische Themen nach wie vor am meisten
faszinieren.
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