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Episode 292: Ulysses (1967) - Die einzig wahre Odyssee-Verfilmung und der Jahrhundertroman von James Joyce

Episode 292: Ulysses (1967) - Die einzig wahre Odyssee-Verfilmung und der Jahrhundertroman von James Joyce

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Es war das Jahr 1922, als der irische Autor James Joyce einen Roman
schrieb, der irgendwie als der meiste Roman in die Geschichte des
20. Jahrhunderts eingehen sollte. Ein Großstadtroman, ein Roman der
Moderne mit allen Spielereien, die die Epik zu Beginn des 20.
Jahrhunderts hergibt: Bewusstseinsströme, symbolische Überhöhung,
Tiefenpsychologie, Metatextualität, Kryptizismus, ein wilder Ritt
durch alle Genres: Erzählung, Drama, Yellow Press, freie
Assoziation, dialektisches Frage- und Antwortspiel… achja, just for
the record: Ich liebe liebe liebe dieses Buch! Aber wir sind nicht
hier, um über dieses unverfilmbare Stück Prosa zu reden, sondern
über seine Verfilmung aus dem Jahr 1962, die sich zumindest auf dem
Papier sehr nah an der Vorlage orientiert. Erzählt wird ein Tag in
der irischen Hauptstadt Dublin. Im Zentrum stehen zwei Personen:
Der grüblerische junge Schriftsteller Stephen Dedalus und der
gutherzige Jude Leopold Bloom, der versucht darüber hinwegzukommen,
dass er von seiner Frau Molly betrogen wird. Die Wege der beiden
werden sich an diesem Tag mehrmals kreuzen, bis es schließlich am
späten Abend zu einem echten Miteinander kommt. Aber was passiert
dazwischen? Stephen ist am Strand unterwegs und verliert sich in
seinen Gedanken, Leopold ist permanent antisemitischen Anfeindungen
ausgesetzt. Wir erleben eine Beerdigung und eine Geburt,
Zeitungsannoncen werden gesetzt, philosophische und politische
Diskussionen werden geführt, irgendwann geht es ins Bordellviertel,
wo der Film zu einem bizarren Fiebertraum wird. Und am Ende dürfen
wir dem Gedankenstrom einer einschlafenden - oder orgasmierenden -
Frau beiwohnen. Aber was passiert da eigentlich wirklich? Die
Odyssee natürlich, also in irgendeiner pervertierten, eklektischen,
modernen Version. Okay, ich habe natürlich leicht reden, weil ich
die Vorlage gut kenne, die Cheat Codes zum Verstehen im Kopf und
diverse Komplettlösungen gelesen habe. Hast du bestimmt auch im
Nachhinein, Johannes. Aber die spannende Frage ist: Wie wirkt
dieser kaleidoskopische Film auf jemanden, der das Buch nicht
kennt, der noch nie vom Gilbert-Schema gehört hat? Kommt man da
überhaupt rein oder bleibt es von Anfang bis Ende unverständliches
akademisches Gewichse?
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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