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  4. #112: Das muss doch nicht sein! - Behördenwahnsinn
Wenn Behörden Pingpong spielen: Rechtliche Betreuung
zwischen Jobcenter und Sozialamt

Was passiert, wenn Grundsicherung und Jobcenter sich gegenseitig
den schwarzen Peter zuschieben und ein Mensch plötzlich ohne Geld
dasteht? In dieser Folge des SKM Podcasts geht es um einen
außergewöhnlichen Fall aus der rechtlichen Betreuung, der zeigt,
wie schnell Bürokratie existenzbedrohend werden kann. Eine
alleinerziehende Betreute erhält nach einem Wechsel in die
Erwerbsminderungsrente ergänzende Grundsicherung. Als ihre
Tochter 15 Jahre alt wird, soll wegen der Bedarfsgemeinschaft
plötzlich wieder das Jobcenter zuständig sein. Doch beide
Leistungsträger lehnen ab, Anträge bleiben liegen, Bescheide
kommen fehlerhaft an und die Miete gerät in Gefahr. Die Folge
macht deutlich, warum Sozialrecht, rechtliche Betreuung,
Jobcenter, Sozialamt, Grundsicherung und anwaltliche
Unterstützung in der Praxis oft eng zusammenhängen.

Zu Gast ist Monika Fröwis vom SKM Freiburg. Sie arbeitet als
Vereinsbetreuerin in der rechtlichen Betreuung und ist zugleich
in der Straffälligenhilfe tätig. Viele Hörer*innen kennen sie
bereits aus einer früheren Folge, in der sie von der Betreuung
eines schwer erkrankten Inhaftierten berichtete. Darüber hinaus
ist sie Gastgeberin des SKM Freiburg Podcasts "Mitbestraft", in
dem sie mit Angehörigen von Strafgefangenen sowie Fachleuten aus
der Straffälligenhilfe spricht. In dieser Folge bringt sie einen
Fall mit, der exemplarisch zeigt, wie wichtig Ausdauer,
Fachwissen und ein gutes Netzwerk für Berufsbetreuerinnen,
Vereinsbetreuer und ehrenamtliche Betreuer sein können.

Wenn Zuständigkeit wichtiger scheint als der
Mensch

Besonders eindrücklich beschreibt Monika Fröwis die Haltung, die
ihr im Verfahren begegnete: "Das Schockierende dabei war, dass
letztendlich der Mensch überhaupt gar nichts mehr zählt." Auch
der hinzugezogene Fachanwalt für Sozialrecht reagierte deutlich
und sprach von einer "Kaltschnäuzigkeit", wie er sie lange nicht
erlebt habe. Erst eine Klage beim Sozialgericht in Form einer
einstweiligen Anordnung gegen beide Leistungsträger brachte
Bewegung in den Fall. Die zentrale Botschaft der Folge lautet:
nicht aufgeben, Fristen beachten, fehlerhafte Bescheide prüfen
und rechtzeitig Unterstützung holen. Denn für Menschen mit
geringem Einkommen können selbst vier Tage fehlender
Leistungsbezug entscheidend sein.

Praxiswissen für Betreuer*innen

Der Fall liefert wichtige Hinweise für die Arbeit in der
rechtlichen Betreuung: Bei ungeklärter Zuständigkeit zwischen
Jobcenter und Sozialamt sollten Anträge nachweisbar gestellt,
Bescheide genau geprüft und Widersprüche konsequent eingelegt
werden. Wenn Behörden nicht kommunizieren, kann anwaltlicher Rat
im Sozialrecht der entscheidende Schritt sein. Monika Fröwis
betont außerdem, wie entlastend es ist, die eigenen Grenzen zu
kennen: "Man muss auch nicht alles selber machen." Gleichzeitig
zeigt der Fall, wie wertvoll unbürokratische Hilfen wie der SKM
Solidaritätsfonds "Hoffnungsschimmer" sein können, wenn Betreute
kurzfristig Geld für Miete und Lebensunterhalt benötigen.

0:00 Begrüßung und Arbeit von Monika Fröwis

2:18 Fallstart: Rente und Grundsicherung

4:01 Streit um Zuständigkeit der Behörden

6:23 Anwalt und einstweilige Anordnung

8:29 Sozialfonds, Tochterantrag und Widerspruch

11:16 Bürokratie, Mietzahlung und Folgen

17:36 Praxistipps für rechtliche Betreuer

Also hören Sie hier rein und freuen Sie sich schonmal auf viele
weitere spannende Folgen.

Wenn Sie Fragen rund das Thema haben, Anregungen für weitere
Podcastfolgen oder uns Feedback geben wollen, freuen wir uns auf
eine Nachricht an:

podcast@skmdivfreiburg.de
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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