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08.25 Barock, Bombast, Bangaranga: Der ESC als Hofspektakel - Mit Raphael Reis Medeiros de Campos & Irving Wolther

08.25 Barock, Bombast, Bangaranga: Der ESC als Hofspektakel - Mit Raphael Reis Medeiros de Campos & Irving Wolther

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Was haben prunkvolle Fürstenhochzeiten, die Ballette Ludwigs XIV.
und der Eurovision Song Contest miteinander zu tun? Erstaunlich
viel, meint der brasilianische Forscher Raphael Reis Medeiros de
Campos. Bei der Eurovision International Conference in Wien
gewann er mit seiner ebenso originellen wie überzeugenden These
den Science Slam: Der ESC lasse sich als eine moderne Form des
barocken Hofspektakels betrachten. Zu Gast Dr. Eurovision Irving
Wolther und Raphael Reis Medeiros de Campos.

Ausgerichtet wird der Science Slam im Rahmen der Konferenz
"Eurovisions", die "Dr. Eurovision" Irving Wolther seit 2018
gemeinsam mit Kolleg:innen jährlich am jeweiligen
ESC-Austragungsort veranstaltet - heuer bereits zum neunten Mal,
in Wien. 2027 steht die zehnte Jubiläumsausgabe an. Mehr zur
Konferenz und wie man selbst mit einem Beitrag dabei sein kann,
gibt's unter phonos.de/dreurovision und eurovisions.eu.

Reis Medeiros de Campos' These im Kern: In der Barockzeit dienten
aufwendig inszenierte Opern und Feste als politisches Werkzeug -
zur Verherrlichung von Herrscherhäusern, zur sozialen Kohäsion
des Adels und zur Zurschaustellung von Reichtum und Macht. Genau
diese Mechanismen erkennt er auch beim Eurovision Song Contest
wieder: von der Idee einer gemeinsamen "Europäischheit" über die
wirtschaftlichen Unterschiede zwischen den "Big Five" und
kleineren Teilnahmeländern bis zum nationalen Branding, wenn etwa
Aserbaidschan mit der futuristischen Baku Crystal Hall ein Bild
von Modernität vermitteln wollte. Auch bei der reinen
Bühneninszenierung findet er Parallelen: Wasser- und
Feuerwerkseffekte, aufwendige Kostüme und die Dramaturgie eines
ganzen Song-Contest-Zyklus - von den Pre-Partys über die
Halbfinali bis zum großen Finale - erinnern ihn an mehrtägige
barocke Hochzeitsfeierlichkeiten mit Prozessionen, Bällen und
Festspielen. Irving Wolther ordnet das Ganze
wissenschaftshistorisch ein: Musik sei seit jeher ein
Machtinstrument gewesen - von den barocken Hofkomponisten in
Abhängigkeit ihrer adeligen Gönner bis zur heutigen Sorge,
handgemachte Musik könnte im KI-Zeitalter bald zum Luxusgut
werden.

Reis Medeiros de Campos' komplette Präsentation gibt's zum
Nachschauen: Baroque Spectacles and the Eurovision Song Contest

Musik in dieser Episode (lizenzfrei verwendet):

Jean-Baptiste Lully – Le bourgeois gentilhomme (Suite), XI.
Marche pour la cérémonie des Turcs, performed by Advent Chamber
Orchestra (Quelle: Musopen)

Georg Friedrich Händel – Alcina HWV 34, performed by The
London Baroque Orchestra (Quelle: Musopen)

Claudio Monteverdi – L'Orfeo, DVD-Teaser von Les Arts
Florissants (YouTube, Creative-Commons-Lizenz)

Danach ziehen sich Alkis und Marco zurück und sprechen über die
Neuigkeiten aus Sanremo: Die Rai hat einen eigenen ESC-Abend beim
Festival 2027 bestätigt - inklusive einer neuen "Performance
Night" und einigen Verschiebungen im gewohnten Ablauf. Alle Infos
zum Festival gibt's auf der offiziellen Rai-Seite.

Zum Abschluss reist Alkis in der kleinen Song Contest Geschichte
zurück zu einem berühmten Opernsänger, der beim Eurovision Song
Contest auftrat - und mit diesem Auftritt eine bis heute gültige
Regeländerung auslöste. Ein Vorgeschmack gibt's hier.

Creators: Marco Schreuder
& Alkis Vlassakakis
& Simon Graser

Merci Chérie Online:

www.MerciCherie.at

Facebook: MerciCheriePodcast

Instagram: mercicherie.at

TikTok: @merci_cherie_podcast

bluesky: @mercicherie.at

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