Wie hart ist die Ballettausbildung wirklich, Sarah Weber?

Wie hart ist die Ballettausbildung wirklich, Sarah Weber?

vor 17 Stunden
Sarah Weber hat über Jahrzehnte in mehreren Ballettcompagnien getanzt. Heute ist sie Tanzpädagogin und leitet eine eigene Ballettschule. Welche Erfahrungen sie am meisten geprägt haben und wie sich die Ausbildung im Laufe der Jahre verändert hat, darüber
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Beschreibung

vor 17 Stunden
Ein typisches Ballettmädchen sei sie nie gewesen, sagt Tänzerin
Sarah Weber im Podcast »Frisch an die Arbeit«.
»Als ich drei Jahre alt war, habe ich laut Legende
mein Ballettröckchen zerrissen, weil es so langweilig war.«
Trotzdem schickten sie ihre Eltern in die Berliner Tanzakademie an
der Deutschen Oper in Berlin. »Mit acht oder neun Jahren habe ich
dann schon auf der großen Bühne bei Nussknacker mitgetanzt«, sagt
Weber – und das begeisterte sie dann schon. Als Teenager, so mit
16, 17 Jahren, habe sie gewusst, dass sie Tänzerin werden wolle.
»Ich liebe einfach die klassische Musik und den athletischen
Aspekt.« Für die professionelle Ausbildung ging sie unter anderem
an eine Ballettschule nach Lettland. Dort sei es deutlich strenger
zugegangen als in Deutschland. Der Druck, Leistung abzuliefern, sei
höher gewesen. »Aber am schwierigsten war für mich die
Sprachbarriere, weil man sich ja mit den anderen Schülern nicht
anfreunden kann.« Das harte Training habe sie allerdings kaum
gestört, »ich kann beim Training gut entspannen«, erzählt sie. Und
ein gewisser Druck sei für Spitzenleistungen auch durchaus nötig.
Inzwischen ist Sarah Weber Anfang vierzig, seit mehr als zwei
Jahrzehnten tanzt sie professionell als Gruppentänzerin in mehreren
Compagnien weltweit, unter anderem am Nationalballett in Kairo
während der Zeit des Arabischen Frühlings. Sie wohnte damals nicht
weit vom zentralen Tahrir-Platz entfernt, dort begannen 2011 die
Aufstände gegen das Regime. »Von meinem Balkon im fünften Stock
habe ich Schüsse gehört, ich wusste erst gar nicht, dass es welche
waren. Die Ballettdirektorin rief noch an, dass trotzdem alle zu
den Proben kommen sollen, aber niemand von uns ist mehr
hingegangen.« Danach habe sie sich in Deutschland ein neues
Engagement suchen müssen. »Da gibt es nicht so einen Transfermarkt
wie beim Fußball. Wir müssen allein trainieren und allein zum
Vortanzen gehen und auf einen Job hoffen«, sagt sie. Nur die
allerwenigsten schaffen es bis an die Spitze und werden Solistinnen
oder Solisten, »da ist allerdings fast niemand aus Deutschland
dabei«. Alle Tänzerinnen und Tänzer wüssten außerdem von Anfang an,
dass man den Job nicht bis zur regulären Rente machen könne, der
Körper wird vom Tanzen einfach zu hart beansprucht. »Auch deshalb
bin ich immer mehrgleisig gefahren«, sagt Weber. Neben ihrem Job
als Tänzerin studierte sie Kulturmanagement sowie Deutsch als
Fremdsprache und machte eine Ausbildung zur Tanzpädagogin. Heute
leitet sie eine Ballettschule für etwa 100 Kinder und Jugendliche
im Berliner Südosten und gibt dort auch Kurse.  Im Podcast
erzählt Sarah Weber, ob sie eine strenge Lehrerin ist und wie sich
die Anspruchshaltung der Ballettschülerinnen und -schüler verändert
hat. Und ob der klassische Tanz mal eine radikale Modernisierung
bräuchte.  »Frisch an die Arbeit« wird jeden zweiten Dienstag
veröffentlicht. Es moderieren im Wechsel Daniel Erk, Hannah
Scherkamp und Elise Landschek. Das Team erreichen Sie
unter frischandiearbeit@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über die Angebote
unserer Werbepartnerinnen und -partner finden Sie HIER.
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