Episode 290: Wolfen (Publikumswunsch)

Episode 290: Wolfen (Publikumswunsch)

vor 1 Tag
Wolfen aus dem Jahr 1981, ein Horrorthriller aus einer Zeit, in der das Genre gerade einen kleinen Werwolf-Craze erlebte. Aber Obacht: Michael Wadleighs Vision ist weit weg vom europäischen Werwolfmythos.
1 Stunde 44 Minuten
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Wir lieben Filme und wir lieben es, über Filme zu diskutieren. Die Sache ist nur, wir haben einen sehr unterschiedlichen Filmgeschmack. Daher drückt jeder von uns dem jeweils anderen für die aktuelle Episode einen neuen Film aufs Auge mit dem Ziel, des...

Beschreibung

vor 1 Tag
New York, Anfang der 80er Jahre. Die Stadt ist im letzten Jahrzehnt
gerade so der drohenden Insolvenz entkommen. Die Rettung lag -
zumindest wenn es nach dem Neoliberalismus geht - in
Revitalisierung und Redevelopment. Konkret: Vermeintlich
heruntergekommene Stadtviertel werden abgerissen um neuen schicken
Bauten Platz zu machen. Einer der prominentesten Investoren dabei
ist der Immobilienmagnat Christopher Van der Veer. Als dieser eines
Nachts zusammen mit seiner Frau und seinem Bodyguard ermordet wird,
scheint die Sache ziemlich klar: Irgendwelche linksradikalen
Terroristen müssen dafür verantwortlich sein. Der ehemalige
Ermittler Dewey Wilson wird daraufhin von der NYPD zurückgeholt,
gemeinsam mit der Psychologin Rebecca Neff soll er den Fall
aufklären. Schnell jedoch entdeckt Wilson, dass es wohl keine
linken Terroristen sind, die für die Morde verantwortlich sind: Die
Leichen wurden regelrecht zerrissen, es gibt keine Spuren
irgendwelcher Waffeneinwirkung, stattdessen finden sich Wolfshaare
am Tatort. Wilsons Ermittlungen führen zu einem alten indigenen
Kult, in dessen Zentrum der Wolf eine große Rolle spielt: Zum
Morden dressierte Tiere? Gestaltwandler? Werwölfe? Was wir hier vor
uns haben, ist nicht sicher. Sicher ist nur, dass es alles andere
als Menschlich ist. Und das Morden geht weiter. Wolfen aus dem Jahr
1981, ein Horrorthriller aus einer Zeit, in der das Genre gerade
einen kleinen Werwolf-Craze erlebte. Aber Obacht: Michael Wadleighs
Vision ist weit weg vom europäischen Werwolfsmythos. Stattdessen
vermischt er indigene Mythologie mit einem zynischen Blick auf die
New Yorker Stadtentwicklung und einer ebenso ökologischen wie
sozialdarwinistischen Botschaft. Und ob die Wölfe wirklich die
Bösen sind, wird dann auch eher ambivalent beantwortet. Johannes,
was macht dir mehr Angst: Wölfe in der Wildnis oder Kapitalismus im
urbanen Raum?
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