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  4. #7 Daten als neues Gold. Wie Startups versuchen, an deine Daten zu kommen.
Sommer 2016. Eine Milliarde Menschen laden Pokémon Go herunter
und jagen virtuelle Monster durch Parks, Innenstädte und
Häuserschluchten. Dann ebbt der Hype ab. Was kaum jemand wusste:
Jedes Mal, wenn ein Spieler sein Handy hob, lief im Hintergrund
ein 3D-Scan der Umgebung. Über 30 Milliarden Scans. Eine
Milliarde Menschen dachten, sie spielen ein Spiel — und bauten
dabei die präziseste 3D-Karte der Welt.

Denn die Daten gehen aus. Eine Studie von Epoch AI schätzt: Bis
2028 sind alle öffentlich verfügbaren Textdaten im Internet in
KI-Modelle integriert. Die Trainingsdatensätze wachsen 50- bis
80-mal schneller als das Internet neue Texte produziert.
Synthetische Daten? Führen laut Nature ab einem bestimmten Punkt
zum Model Collapse. Die digitale Welt ist abgegrast.

Was jetzt zählt, ist das Analoge. Daten, die im Internet nicht
existieren. Daten, die erst entstehen müssen. Und die Jagd danach
hat längst begonnen: Vertikale Farmen erfassen zehn Millionen
Datenpunkte pro Tag. Gaming-Plattformen liefern Milliarden Maus-
und Tastatureingaben. Google verkauft Fitbit-Armbänder unter
Wert, weil nicht das Armband das Produkt ist — sondern du als
Datenquelle. Und ein Startup namens Shift putzt deine Wohnung
kostenlos — die Reinigungskraft trägt eine Bodycam, damit KI
lernt, wie echte, chaotische Räume aussehen.

Warum? Weil KI als Nächstes etwas braucht, das in keinem
Wikipedia-Artikel steht: Körperwissen. Wie viel Druck braucht
man, um eine Tür zu öffnen? Wie fühlt sich ein nasser Teller an?
An physischen Interaktionsdaten gibt es weltweit gerade mal
300.000 Stunden — 0,03 Prozent der Videodaten. Forscher nennen es
den 100.000-Jahre-Daten-Gap.

Das Internet war die Digitalisierung unseres Denkens. Was jetzt
passiert, ist die Digitalisierung unserer Erfahrung. Und am Ende
steht eine Frage, die nicht mehr nach Science-Fiction klingt: Wie
viel fehlt noch, bis jemand aus all diesen Datenpunkten ein
vollständiges Bild eines Menschen zusammensetzen kann?

Kontakt zu Paul Schmidt: Auf Instagram paulexplainsai oder unter
www.one48.de
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Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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