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Mit Volker Leppin:

Martin Luther war ein Studienabbrecher. Als der Jurastudent
seinen Eltern beichtete, dass er nicht Jurist sondern Mönch
werden wolle, wechselte sein Vater vom respektvollen "Sie" wieder
zum herablassenden "Du" der Kindertage. Als Novize im
Augsutinerkloster in Erfurt war Martin theologisch noch
weitgehend unauffällig. Über seinen Beichtvater kam er mit der
mittelalterlichen Mystik in Kontakt, die eine Gotteserfahrung
nicht von äußeren Taten abhängig machte, sondern innere
Versenkung predigte. Nach seinem Studum stieg Martin Luther
schnell im Orden auf und ging als Professor der Theologie an die
neugegründete Uni Wittenberg. 1517 machte er dort plötzlich
mobil. Er nahm Anstoß an einer Ablasstour. Der Dominikaner
Johannes Tetzel tourte durch benachbarte Territorien und sammelte
Geld für den Bau des Petersdoms in Rom. Tetzel versprach, dass
jede Geldspende die Tage im Fegefeuer verkürze. Sein Slogan :“
Wenn die Münz in dem Kasten klingt, die Seele in den Himmel
springt“.

Hinter dieser Drückerkolonne verbarg sich ein finanzieller Deal
von drei mächtigen Beteiligten. Der Erzbischof von Mainz und
Magdeburg schuldete dem Papst 20.000 Goldgulden. Jakob Fugger,
der Bänker aus Augsburg, hatte dem Erzbischof das Geld
vorgestreckt. Die Ablasstour sollte die Summe wieder einspielen.
Papst und Erzbischof hatten vereinbart, die Einnahmen brüderlich
teilen.

Luther kannte die Hintergründe nicht und schrieb empört an den
Erzbischof, ob er überhaupt wisse, welches Unwesen da getrieben
würde. Der Professor hatte in ein Wespennest gestochen. Sein
Protest ging viral. Die Drucker schmissen ihre Pressen an und
bald war Luther mit seinen 95 Thesen gegen den Ablass eine
deutschlandweite Berühmtheit.

Wie sich aus der spontanen Empörung eine bahnbrechende neue
Religion entwickelte, darüber spreche ich mit Volker Leppin,
Professor für Kirchengeschichte an der Yale University.

Die Reisetipps und mehr Bilder und Infos findet Ihr hier:

www.99xgeschichte.de

Zur Anmeldung für den Abend mit Prof. Knut Görich und mir
in Würzburg am 22.4.2026 um 18.00 geht es hier lang:

https://eveeno.com/542701555

Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner
Plattform "Deutschstunde" an.

"Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der
Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und
Mittelalter.digital.

Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für
Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der
Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen
Geschichtspodcaster!

https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw

#Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa
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„Martin Luther - Wie wird man Reformator?“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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