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  4. #72 Die Deutschen und die Französische Revolution
Mit Daniel Schönpflug: Am 14. Juli 1789 brach mit dem Sturm auf
die Bastille in Paris die Französische Revolution aus. Im
 August schaffte die Nationalversammlung die Vorrechte des
Adels ab. Das Ende des Feudalismus in Frankreich. Das Parlament
garantierte jedem Franzosen Menschen- und Bürgerrechte:
Gleichheit vor dem Gesetz, Eigentums-, Religions-, Meinungs- und
Pressefreiheit.  

In Deutschland feierten liberale Intellektuelle Freiheitsfeste.
1790 im "Glücksjahr" der Revolution lud der Hamburger Kaufmann
Sieveking zu einem Fest nach Harvesthude anlässlich des ersten
Geburtstags der Revolution.

Die anderen europäischen Monarchen blickten zuerst mit Häme, dann
mit Entsetzen nach Frankreich. Die französische Revolutionsarmee
schlug preußische und östereichische Truppen und besetzte 1792
linksrheinische Gebiete. Revolutionsbegeisterte Mainzer Bürger
feierten die Franzosen kurz nach ihrem Einzug als Befreier von
alten absolutistischen Unterdrückungsstrukturen. In Mainz wurde
ein Jakobinerclub gegründet, der für Freiheit, Gleichheit,
Brüderlichkeit warb. Viele Orte ließen sich von der Begeisterung
anstecken. Feierlich pflanzte man Freiheitsbäume und gründete
neue Jakobinerklubs. Der größte von ihnen, der Mainzer, zählte
492 Mitglieder.

Im Februar ließen die Franzosen in den besetzten linksrheinischen
Gebieten ein Parlament wählen. Die neuen deutschen Volksvertreter
trafen sich im März 1793 zum Rheinisch-Deutschen Nationalkonvent
in Mainz und beschlossen die Angliederung der Mainzer Republik an
Frankreich.

Das Terrorregime von Robespierre ließ die Begeisterung deutscher
Intellektueller schnell wieder abkühlen. Aber auch nach dem
Terror blieb die Revolutionsarmee erfolgreich. 1794 besetzten die
Franzosen Köln und das Rheinland. Köln blieb die nächsten 20
Jahre französisch.

1795 ließ Preußen die antirevolutionäre Allianz mit Österreich
und dem Heiligen Römischen Reich im Stich und schloss einen
Separatfrieden mit Frankreich.

Warum verriet Preußen das Reich, und war diese Aufgabe der Anfang
vom Ende des Heiligen Römischen Reiches? Was dachten die
Deutschen über die französische Revolution? Darüber spreche ich
mit Daniel Schönpflug, Professor für Geschichte an der FU Berlin
und Leiter der wissenschaftlichen Programme am
Wissenschaftskolleg zu Berlin.

Die Reisetipps, Bilder und Infos findet Ihr hier:

www.99xgeschichte.de

Das Goethe-Institut bietet diese Podcastserie auf seiner
Plattform "Deutschstunde" an.

Auch bei L.I.S.A. dem Wissenschaftspotal der Gerda Henkel
Stiftung ist diese Podcastserie vertreten.

"Wer wir sind und warum das nicht klappte..." ist Teil der
Netzwerke Wissenschaftspodcasts.de, #Historytelling und
Mittelalter.digital.

Du willst mehr erfahren über Podcaster mit einem faible für
Geschichte? Dann hör mal in diesen Talk rein: "Hinter der
Geschichte" ist ein neues Talkformat der unabhängigen
Geschichtspodcaster!

https://open.spotify.com/episode/1SM9O6RPxasyBsCk16hJuD?si=0zsLNTb3RnSB12CmWk4dmw

#Frühe Neuzeit #Deutschland # Westeuropa #Europa
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„#72 Die Deutschen und die Französische Revolution“

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