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Wir beschäftigen uns mit Grundfragen der Ästhetik anhand des
notorisch gering geschätzten Kitsches. Was ist guter Geschmack,
was ist schlechter Geschmack? Wir klären diese jahrtausendealte
Streitfrage ein für alle mal. Der Kitsch jedenfalls wird vom
Heidelberger Philosophen Ludwig Giesz zwar auch als kulturelles
Phänomen aufgefasst, vor allem aber als Phänomen im Sinne der
Phänomenologie! Die ästhetischen Zustände, die er am Subjekt
analysiert, stellen sich den ästhetischen Gegenständen der
Vertreter einer jeden objektiven Ästhetik (z.B. Adorno) entgegen.
Ein eher konservativer Einschlag lässt Giesz abseits der Methodik
dennoch kitschige Kulturerzeugnisse in scharfen Gegensatz zur
(wahren) Kunst setzen. Dagegen geht Susan Sontag zur beinahe
gleichen Zeit auf der anderen Seite des Atlantik vor. Ihr Camp
ist moralfrei und meint Kitsch, der als lebendiges, antielitäres
Kulturprodukt Läuterung erfahren kann. Alles kann Kitsch sein,
alles Camp - sodass wir uns am Ende vor allem fragen, was die
ganze Aufregung eigentlich soll und ob wir nicht deutschen
Bierernst gegen Heiterkeit eintauschen sollten, auch in Fragen
der Ästhetik. Einen wahren Gegner bedeutungsvoller ästhetischer
Lebensgestaltung und -erschließung gibt es dabei womöglich doch.
Es ist der Lifestyle, der bloß noch ästhetische Erzeugnisse sich
wünscht, die er sich leisten kann, ohne zur Frage herausgefordert
zu werden: “Muss ich mein Leben ändern?” Die Ästhetisierung der
Lebenswelt droht dann, Deko zu werden und damit der Kunst die
Bedingung ihrer Möglichkeit zu entziehen. Überdies werden meist
Leben dekoriert, deren latenter Sinnmangel sinnlich kompensiert
werden soll.

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„XIV. Kitsch“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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