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  4. Viel Geld für fragwürdige Leistungen - IGeL-Umsätze in Deutschland
Selbstzahlerleistungen sind eine lukrative Einnahmequelle für
ärztliche Praxen. Laut aktuellem IGeL-Report 2024 zahlen
gesetzlich Versicherte in Deutschland pro Jahr mindestens 2,4
Milliarden Euro für IGeL aus eigener Tasche. Wie viele IGeL es
eigentlich gibt und wie viel Geld damit in Deutschland verdient
wird, ist eigentlich nicht bekannt. Zu den Ausgaben werden seit
Jahren veraltete Schätzungen zitiert, die den jährlichen Umsatz
mit IGeL-Leistungen auf etwa 1 Milliarde Euro beziffern.

Die Ergebnisse des IGeL-Reports 2024 zeigen nun, dass diese Zahl
deutlich nach oben korrigiert werden muss: Gesetzlich
Krankenversicherte geben im Jahr mindestens 2,4 Milliarden Euro
für IGeL-Leistungen aus. Diese Zahl ist belastbar und es gab sie
vorher nicht. Der IGeL-Report 2024 enthält die Ergebnisse einer
repräsentativen Befragung zu IGeL-Leistungen, die der
Medizinische Dienst Bund als Initiator und Betreiber des
IGeL-Monitors in Auftrag gegeben hat.

Wissenschaftlich begleitet wurde die Erhebung durch den
Gesundheitsökonomen Prof. Dr. Jonas Schreyögg, Lehrstuhl für
Management im Gesundheitswesen an der Universität Hamburg In
dieser Episode erläutern wir die Ergebnisse der Befragung und
bleuchten die Erkenntnisse hinter der Statistik.

Zu Gast in dieser Folge:

Dr. Stefan Gronemeyer, Arzt und Vorstandsvorsitzender des
Medizinischen Dienstes Bund

Prof. Dr. Jonas Schreyögg, Gesundheitsökonom und Inhaber des
Lehrstuhls für für Management im Gesundheitswesen an der
Universität Hamburg

Faktenbox

Der IGeL-Report 2024 liefert verlässliche Informationen, wie viel
Geld gesetzlich Krankenversicherte pro Jahr für
Selbstzahlerleistungen in ärztlichen Praxen ausgeben. In einer
Repräsentativbefragung im Online-Panel von forsa wurden zwischen
Juli und August 2024 insgesamt 2.013 gesetzlich
Krankenversicherte im Alter von 18 bis 80 Jahren befragt. Sie
konnten alle Leistungen benennen, für die sie im letzten Jahr
Geld ausgegeben hatten. Hilfestellung gab eine verschlagwortete
Liste mit über 150 bekannten IGeL, möglich war aber auch eine
Freitexteingabe. 

Dabei wurde ausschließlich nach Ausgaben gefragt, die die
Versicherten für IGeL in ärztlichen Praxen bezahlt haben. Andere
kostenpflichtige Leistungen wurden ausgenommen, Darunter fallen
zahnärztliche, homöopathische, kosmetische,
schönheitschirurgische und physiotherapeutische Leistungen, aber
auch Kosten für Arzneimittel, Krankenbeförderung oder den
Krankenhausaufenthalt. 

Auf diese Weise sollte ermittelt werden

wie viel Geld gesetzlich Krankenversicherte pro Jahr für IGeL
ausgeben.

wie sich die Ausgaben auf das Geschlecht, Alter, Einkommen,
Bildungsniveau und die Wohnlage verteilen. 

wie viel Umsatz mit den am häufigsten angebotenen IGeL
gemacht wird, welches die teuersten IGeL sind und wie sich der
Umsatz und das Angebot von IGeL auf die Facharztgruppen
verteilt. 

wie hoch der Umsatz mit IGeL ist, die vom IGeL-Monitor mit
„unklar“, „tendenziell negativ“ oder „negativ“ bewertet worden
sind. 

wie IGeL in den ärztlichen Praxen angeboten werden. 

wie die Befragten IGeL einschätzen und ob sie sich vor der
Inanspruchnahme einer IGeL über den möglichen Nutzen oder Schaden
ausreichend informiert fühlen. 

Die Ergebnisse wurden auf die Gesamtzahl der gesetzlich
Versicherten im Alter von 18 bis 80 Jahren hochgerechnet. Das
sind insgesamt 57 Millionen Personen. Die Hochrechnung ergibt
einen Gesamtbetrag von mindestens 2,4 Mrd. Euro, den gesetzlich
Versicherte in Deutschland im Alter von 18 bis 80 Jahren jährlich
für IGeL bezahlen.

Den IGeL-Report 2024 und sämtliche Unterlagen dazu zum Download
finden Sie hier.

Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück "Beat Stick"
ist der Jingle des IGeL-Podcasts.
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„Viel Geld für fragwürdige Leistungen - IGeL-Umsätze in Deutschland“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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