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  4. Gedankenkraft - Placebo und Nocebo
Placebo- und Noceboeffekte lassen sich wissenschaftlich nur
schwer erklären. Körpereigene Mechanismen führen dazu, dass
Menschen besonders positiv (Placebo) oder negativ (Nocebo) auf
ein Medikament oder ein medizinisches Verfahren reagieren -
selbst bei Scheinmedikamenten oder Scheintherapien. Einfach
gesagt: Wenn ich eine hohe Erwartung habe, dass mir ein
bestimmtes Verfahren helfen kann, kann sich tatsächlich eine
Verbesserung meines Befindens einstellen. Oder: Wenn ich so
starke Angst zum Beispiel vor den Nebenwirkungen eines
Medikaments habe, kann es passieren, dass sich eben jene
Nebenwirkungen auch zeigen.

Diese Effekte sind messbar. Die Auslöser hingegen sind von Mensch
zu Mensch verschieden: Erwartungen spielen eine große Rolle, die
psychologische Verfasstheit, aber auch Traditionen, kulturelle
Herkunft, Sozialisation und Konditionierung. Von daher sind diese
Effekte nicht steuerbar. Diese Episode des IGeL-Podcasts geht der
Frage nach, welche Kräfte da unbewusst im Körper wirken, wie man
diese Kräfte möglicherweise für den klinischen und
therapeutischen Alltag nutzbar machen kann, aber auch, wie es
möglich ist, sich durch Beobachtung anderer regelrecht mit Nocebo
"anzustecken" und eigene Symptome dadurch zu verschlimmern.

Im IGeL-Podcast Studio sind: Dr. Barbara Prediger, Leiterin der
Abteilung Evidenzbasierte Versorgungsforschung am IFOM (Institut
für Forschung in der Operativen Medizin an der Universität
Witten/Herdecke) Prof. Tim Mathes, Gruppenleiter der
Arbeitsgruppe Klinische Epidemiologie und Gesundheitsökonomie am
Institut für medizinische Statistik der Universitätsmedizin
Göttingen

Faktenbox

Der Placebo-Effekt besteht darin, dass positive Änderungen der
Körperfunktionen, sowohl subjektiv empfunden als auch tatsächlich
messbar, die ausschließlich auf körpereigenen Mechanismen
beruhen, als Reaktion auf eine medizinische Prozedur jeglicher
Art wahrgenommen werden. Der Nocebo-Effekt ist das Gegenteil des
Placebo- Effektes. Er besagt, dass die Erwartung von einer
negativen Änderung der Körperfunktion und die damit verbundenen
affektiven Zustände diese negative Änderung bei dem Erwarteten
auslösen. Genauso können beim Nocebo-Effekt sowohl subjektiv
empfundene oder tatsächlich messbare Änderungen der
Körperfunktion auftreten. Sowohl bei einem Nocebo-Effekt als auch
einem Placebo-Effekt handelt es sich um psychologische Prozesse,
die durch Konditionierung und Beobachtungslernen verursacht
werden.

Entnommen aus der Kolumne: Der Nocebo-Effekt: Bedeutung für den
klinischen Alltag von Dr. Barbara Prediger und Prof. Dr. Tim
Mathes 

Vielen Dank dem Londoner Künstler Ketsa: Sein Stück "Beat Stick"
ist der Jingle des IGeL-Podcasts.
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„Gedankenkraft - Placebo und Nocebo“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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