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„Herzlichen Glückwunsch, du bist ein Kinder-Überraschungsei:
Nichts könnte sweeter und überraschender sein als du.“ Das ist
mein Ergebnis des Tests „Wie braun bist Du?“, den man auf der
Seite machen kann, die der Hanser Verlag zu Mithu Sanyals Roman
Identitti eingerichtet hat. Allerdings habe ich den Test gemacht,
nachdem ich das Buch gelesen und damit vermutlich geschummelt
habe.

Mithu Sanyal wurde 1971 in Düsseldorf geboren und ist
Kulturwissenschaftlerin, Autorin, Journalistin und Kritikerin.
2009 erschien ihr Sachbuch Vulva. Das unsichtbare Geschlecht,
2016 Vergewaltigung. Aspekte eines Verbrechens. 2021 nun kam also
ihr erster Roman Identitti, der auf der Shortlist des Deutschen
Buchpreises war und mit dem Literaturpreis Ruhr und dem
Ernst-Bloch-Preis 2021 ausgezeichnet wurde.

Saraswati ist weiß. Das kommt heraus und ist für die meisten
ihrer Anhänger:innen ein Skandal. Denn Saraswati ist Professorin
für Postcolonial Studies und gilt als Koryphäe im
Identitätsdiskurs. Insbesondere ihre Studentin Nivedita, die auch
unter dem Namen Identitti einen Blog führt, wird in große
Verwirrung gestoßen.

Identitti ist ein heiterer Roman, dem es auch um Theorien geht,
aber es ist kein Diskursroman. Ob Saraswati weiß ist oder nicht,
ist eigentlich egal. Wichtig ist, ob das, was Nivedita bei ihr
lernt, eine Bedeutung hat - oder nicht. Wir sprechen darüber,
dass wir nicht darauf warten müssen, dass jemand perfekt ist, um
von ihr oder ihm lernen zu können. Und gleichzeitig, dass es
nicht egal ist. Wir sprechen darüber, wie integrieren geht ohne
Demütigung. Was es heißt, eine Sprache für mixed race zu finden,
und dass diese Suche auch eine Frage der Form und der Sprache
ist. Dass wir hier sind, um Geschichten zu erzählen.
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„Mithu Sanyal. Gespräch. Episode 10“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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