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Beschreibung
vor 5 Jahren
Leute, erstmal mussten wir singen. Für Maik, zum Siebzigsten. Und
dann die Kerzen ausblasen, um uns was wünschen zu können. Eine
Liga ohne Leiden, zum Beispiel. Oder Interviews ohne Idiotien.
Also Wahrheiten, die wir nicht erst vom Bildschirm abfilmen
müssen. Und Zustände, die noch an Ort und Stelle hinterfragt
werden. Mit Regeln, die nicht im Korsett ersticken, zu enge
Krawatten um zu dicke Hälse, sondern beweglich bleiben wie das
Spiel selbst. Neue Entscheidungen auch. Wir würden sie tragen,
wie lässige Fliegen. Das wäre doch was. Das wäre dann unsere ganz
eigene, gar nicht so kleine Utopie. Aber natürlich kennen auch
wir die Zwänge der Realität. Viel Mauern, wenig Bande. Hin und
wieder stoßen wir uns daran. Dann wissen wir nicht weiter.
Weshalb wir auch heute mal wieder ganz vorne anfangen mussten. In
München zum Beispiel, wo sie mit neuem Personal bald wieder die
alten Geschichten erzählen wollen, weil der Mantel dann zur
Trainingsjacke passen und selbst die erhobene Augenbraue sauber
gezupft werden soll. Ein Alptraum in rosarot. Die Spannung
jedenfalls, sie liegt mal wieder dahinter. In Frankfurt. Oder in
Wolfsburg, diesmal wirklich Erlebnisstadt. Ab und an, so geht ja
die Mär, hält der ICE dort nicht an. Am Samstag allerdings kam
Dortmund mit der Lokomotive, mit dem vereinseigenen Polarexpress,
der ohne Notbremse schlichtweg nicht aufzuhalten war. So riecht
es am Phoenixsee, längst Ascheplatz im eigentlichen Sinne, wieder
nach Champions League. Und außerdem, Randnotiz und eher ein Gag
fürs Ohr, war nach über 20 Jahren, mal wieder ein Ridle an einem
Dortmunder Treffer beteiligt. Der Baku, sie werden ihn Air
nennen, weil er sich danach am liebsten in Luft aufgelöst hätte.
Auf Schalke, also nicht weit weg von Dortmund, aber doch sehr
weit weg von der Champions League, wird derweil weiter an der
schlimmsten Saison der Vereinsgeschichte gearbeitet. Mit
Jagdszenen aus dem Hooligan-Lehrbuch und einer Personalpolitik,
die entweder von kompletter Ignoranz oder einem bitterbösen,
historisch begründeten Zynismus getrieben wird. Denn die
Schalker, so viel kann man verraten, sind gerade darum bemüht,
auch noch den schlechtesten Rückpass aufzunehmen, während in
Hamburg, zum Unmut vieler Hamburger übrigens, immer noch gespielt
wird. Das ist natürlich die große Tristesse, weshalb wir
hintenraus jetzt zwingend noch ein paar schöne Worte verlieren
müssen. Über einen Verein, der endlich wieder singen und lachen
darf, weil er in den vergangenen drei Monaten doch wirklich zu
sich selbst zurückgefunden hat. Mit einem, Obacht jetzt, ganz
neuen Mainz-Set. Darauf einen Tusch. Die Mainzer sind, Bo
Svensson sei Dank, jetzt wieder der aufregende Konfettiverein,
der selbst Karneval feiert, während er dem Meister die Party
versaut. Und damit, Boyband und Bütten, macht dann auch die Liga
wieder Spaß. Hoffen wir, dass es so bleibt. Denn, ihr wisst ja,
nach dem Lob ist vor dem Fluch. Bis dahin aber wünschen wir euch
viel Spaß mit der neuen Folge!
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Den Trailer zum Film-Tipp 66/67 - Fairplay war gestern, findet
ihr hier: https://youtu.be/snFn_goxnsQ
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