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  4. Autoren: Svenja Leiber liest auf Einladung des Tukan-Kreises aus ihrem Roman „Kazimira“
Mein Schreiben ist eng an die tatsächliche Umgebung der
Roman-Handlung gebunden. Gerade bei historischen Themen
beschäftigt mich die Frage, wie Vergangenheit überdauert – in der
Natur, in den Pflanzen, im Boden, in den Sedimenten. Ich muss
mich einmal selbst durch die Landschaften, in die ich meine
Figuren hineinerfinden will, bewegt haben, wenigstens teilweise,
um das Verhältnis von Gelände und Himmel zu kennen beispielsweise
oder um halbwegs zu wissen, wie es sich in so einer Landschaft
steht und geht. Bei einem Roman wie Kazimira, der unter anderem
von einer Grabung, einer Grube handelt, war es für mich
unerlässlich, vor Ort zu sein, den heutigen Tagebau zu sehen, die
Architektur der Ortschaften, diese Mischung aus
mittelalterlicher, altdeutscher, sozialistischer und
neurussischer Bauweise. Genauso aber den Strand, die Reste der
»Anna-Grube«, die Steilküste und dieses beeindruckende Phänomen,
dass an manchen Strandabschnitten unentwegt Bernstein angespült
wird. Außerdem wollte ich Menschen kennenlernen, die jetzt im
Gebiet Kaliningrad leben und arbeiten.

Svenja Leiber, 1975 in Hamburg geboren, wuchs in
Norddeutschland auf und verbrachte als Kind einige Zeit in
Saudi-Arabien. Sie studierte Literaturwissenschaft, Geschichte
und Kunstgeschichte und wohnt heute mit ihrem Mann und ihren zwei
Kindern in Berlin. 2005 debütierte sie mit dem
Erzählungsband Büchsenlicht, 2010 folgte der
Roman Schipino. Im Suhrkamp Verlag erschien 2014 Das
letzte Land und 2018 Staub.

»Text & Sprache« 2019 (Shortlist)

Arno-Reinfrank-Literaturpreis 2015

Kulturpreis für »Neue Prosa« 2014

Werner Bergengruen-Preis 2009

Kranichsteiner Literaturförderpreis 2007

Förderpreis des Bremer Literaturpreises 2006

Eberhard Falcke, Jahrgang 1949, arbeitet als
freier Literaturkritiker und Journalist für Presse und Hörfunk,
unter anderem für die “ZEIT”, das Deutschlandradio und den
Bayerischen Rundfunk. Er lebt in München.
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„Autoren: Svenja Leiber liest auf Einladung des Tukan-Kreises aus ihrem Roman „Kazimira““

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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