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  4. „Der Wald schlägt zurück“ und „Antikammer“: Wenn die Natur frei dreht
„Der Wald schlägt zurück“ und „Antikammer“: Wenn die Natur frei dreht

„Der Wald schlägt zurück“ und „Antikammer“: Wenn die Natur frei dreht

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31:17
Das Wetter am 11.11. ist trüb, doch während die Faschingszeit
anbricht, erkunde ich lieber faszinierende Hörspielwelten. Die
vergangene Woche brachte nur zwei neue Hörspiele in meinen
Gehörgang, aber bevor ich auf diese eingehe, eine Ergänzung zu
meiner letzten Besprechung.

Letzte Woche vergessen

Letzte Woche erwähnte ich meine drei favorisierten Hörspiele, die
für den ARD Hörspielpreis nominiert sind, doch ein Juwel war mir
entfallen: „Der Betreuer“ von Nis-Momme Stockmann. Diese Satire
verdient aus meiner Sicht eine Nominierung. Doch den Preis wird
wohl eher irgendwelche Klangkunst abräumen. Ich bin aber trotzdem
auf den Sieger gespannt. Vielleicht schaffe ich es und höre mir
das Siegerstück an und kann es dann nächste Woche besprechen.

„Der Wald schlägt zurück“

Verfasser: Wolfgang Jeschke

Bearbeitung (Wort): Andreas Weber-Schäfer

Technische Realisierung: Jochen Prandhoff, Iris Hartmann

Regie: Andreas Weber-Schäfer

Nun aber zu „Der Wald schlägt zurück“ von Wolfgang Jeschke.
Dieses Science-Fiction-Hörspiel beleuchtet nach einer
großangelegten Aufforstung mysteriöse Todesfälle. Es erinnert
mich an meine eigene jugendliche Buch-Idee über einen
Baum-Aufstand zu schreiben.

Auf jeden Fall wirft es einen faszinierenden Blick auf die Folgen
menschlicher Eingriffe in die Natur. Es verdeutlicht, dass unser
Handeln unvorhergesehene Konsequenzen haben kann und appelliert
an die Suche nach Ursachen. Denn nur die Symptome bekämpfen,
rächt sich irgendwann.

Das Hörspiel ist Teil der Podcast-Reihe „Das war morgen“

Das Hörspiel ist Teil der Podcast-Reihe „Das war morgen“. Darin
diskutieren Isabella Herrmann und Andreas Brandhorst alte
Science-Fiction-Hörspiele. Ihre detaillierten Nachbesprechungen
mag ich sehr, da sie oft neue Blickwinkel aufzeigen und
literarische, gesellschaftliche Einordnungen erlauben. Allerdings
hoffe ich in Zukunft auf eine dynamischere Präsentation der
beiden Moderator:innen. Derzeit wirkt alles noch etwas steif.

„Antikammer“

Verfasser: Alexander von Lukowitz, Benjamin Quabeck

Komposition: Gunter Papperitz, Philip Stegers

Redaktion: Gerrit Booms

Dramaturgie: Gerrit Booms

Technische Realisierung: Dirk Hülsenbusch, Steffen Jahn,
Daniel Maas

Regieassistenz: Ellen Versteegen, Julie Grothgar

Regie: Benjamin Quabeck

Ich habe mich in das vierteilige Hörspiel „Antikammer“ vertieft,
das derzeit in der ARD Audiothek zu finden ist. Ich muss zugeben,
es hat mich in seinen Bann gezogen, auch wenn ich eine
fundamentale Sache auszusetzen habe.

Es startet mit einer Fahrgemeinschaft auf einer zunächst
unspektakulären Fahrt, die aber plötzlich in einem rätselhaften
Schlamassel landet. Mitglieder verschwinden und tauchen an
merkwürdigen Orten und Zeiten wieder auf. Das ist der Kern des
Ganzen. Doch, hey, bevor ich alles ausplaudere, ich möchte nicht
spoilern.

Die Machart des Hörspiels ist klassisch, wir sind also immer
Ohrenzeugen:innen des Geschehens. Man begleitet die Charaktere
auf der Reise, das ist fast wie bei einem Film – nur eben hier
für die Ohren.

Größter Kritikpunkt: Achtung Spoiler

Aber hier kommt mein größter Kritikpunkt: Die Zeitsprünge im
Hörspiel betreffen ausschließlich die Menschen. Wieso nur? Das
ist problematisch. Diese anthropozentrische Idee ist für mich ein
herber Störfaktor. Die Zeit wirkt nur auf Menschen? Wie bitte?
Scheint die Sonne auch nur für uns Menschen?

Fazit - spoilerfrei

Aber trotz dieser Kritik hat es etwas Faszinierendes, dieses
Hörspiel. Und wenn ihr es hört, werdet ihr vielleicht meinen
Kritikpunkt nicht so stark empfinden. Ich wünsche euch viel Spaß
beim Eintauchen in diese rätselhafte Welt und vielleicht habt ihr
eine andere Sicht auf die ganze Angelegenheit als ich.

∞ Die nächste Folge des Hörspiel-Kritikers hört ihr am 18.11.23
Episode melden

„„Der Wald schlägt zurück“ und „Antikammer“: Wenn die Natur frei dreht“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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