Anmeldung Registrierung
Auto Hell Dunkel
Erweiterte Suche
  1. Startseite
  2. Podcasts
  3. Wie war das im Osten? Podcast
  4. "Das hat mich ziemlich angekotzt"
"Das hat mich ziemlich angekotzt"

"Das hat mich ziemlich angekotzt"

Wie war das im Osten? vor 7 Jahren
Zu Sammlung hinzufügen

Du hast noch keine Sammlungen.

Herunterladen (rechte Maustaste) Teilen Fundstellen Kommentare
0:00
2:17:24
Jana Schlosser war Punk in der DDR und prangerte den SED-Staat an.
In unserem Ostpodcast spricht sie über Protest, Anwerbeversuche der
Stasi und ihre Zeit im Gefängnis. Die DDR war ein Staat, in dem es
viele Regeln und eine strenge Überwachung gab. Trotzdem existierten
Nischen und Subkulturen. Eine von ihnen waren die Punks. Jana
Schlosser war eine der wenigen Frauen in dieser Szene. In unserem
Podcast "Wie war das im Osten?" erzählt sie, wie sie als Teenager
in Halle zum Punk kam – und welchen Widerständen sie sich damit
aussetzte. Fremde Leute beschimpften sie, ihre Eltern warfen sie
raus. Außerdem rückte sie schnell ins Visier der Staatsmacht. Aber
Schlosser wollte "nicht kuschen", wie sie sagt, sich den Protest
und das Anderssein nicht verbieten lassen. Ihr war es wichtig,
offen anzusprechen, "was sich sonst keiner getraut hat". Hätte sie
allerdings gewusst, was sie erwartet, sagt sie heute im Rückblick:
"Weiß ich nicht, ob ich nicht weniger mutig gewesen wäre". Als
Punkerin hatte sie es auch mit ganz praktischen Problemen zu tun:
Ihre Haare färbte sie mit Füllertinte. Ihr Outfit bastelte sie aus
Gardinen. Die Texte ihrer Band musste sie verstecken. Als Punk in
der DDR musste man nicht nur mutig, sondern auch kreativ sein.
Schlosser ging nach Ost-Berlin und lebte dort in besetzten Häusern.
Sie gründete die Band "Namenlos". Weil sie es cool fanden, keinen
Namen zu haben. Und weil sie es der Stasi schwerer machen wollten.
Punkmusik war für sie der beste Weg, um ihre Wut "herausschreien zu
können". Die Lieder, die sie sang, schrieb sie meist selbst. Darin
klagte sie schonungslos und offen die Stasi an, den Grenzschutz und
andere Missstände der DDR. Die Lieder trugen Titel wie "MfS-Lied",
"Nazis in Ost-Berlin" oder "Lied über die Staatsgrenze". Manche
avancierten zu Kultsongs im Punkmilieu. Die Staatsmacht indes hat
sich das nicht gefallen lassen. "Diese Elemente sind nicht mehr mit
Samthandschuhen anzufassen", hieß es in einem staatlichen
Anti-Punker-Erlass von 1983. Die Szene sollte zerschlagen werden.
Sie wurde mit zahlreichen Spitzeln unterwandert. Auch Jana
Schlosser hat die Stasi versucht anzuwerben, erfolglos. Stattdessen
wurde die komplette Band verhaftet und verurteilt. Ihr Verteidiger
war der spätere Ministerpräsident Lothar de Maizière. Es half
wenig. Sie landete im berüchtigten Frauen-Gefängnis Hoheneck – mit
Schwerverbrecherinnen in einer 16er-Zelle und vielen anderen
Schikanen. Dreimal musste sie in den Arrest, einmal für 21 Tage.
Noch heute leidet sie daran, "wie ich weggenommen worden bin vom
Staat in der kraftvollsten Phase meines Lebens". Dennoch sagt sie
Rückblick auf ihre Punkzeit: "Mit meinen Kumpels war ich total
glücklich. Das war eine sehr erfüllte und glückliche Zeit." Trotz
der Repressionen sei es "gut gewesen, Stärke zu zeigen". Mal
witzig, mal anrührend spricht Jana Schlosser in unserem Podcast
über ihr hartes Leben als Außenseiterin – und über die
ungeschriebenen Gesetze in der ostdeutschen Punkerszene. Sie lebt
in Berlin und ist in dem Stück Atlas des Kommunismus im
Maxim-Gorki-Theater zu sehen. Und: Sie singt. Hier die
Inhaltsübersicht mit Minutenangaben: - Begrüßung: Punk in der DDR -
Rubrik: Was vermissen Sie an der DDR? (3:20) - Wer ist Jana
Schlosser? (5:35) - Punkzeit in Halle: Wie man sich im Sozialismus
ein Outfit bastelt (7:00) - Rubrik: Ost-Humor (44:20) - Punkzeit in
Berlin: zwischen Repression und Freiheit (46:00) - Rubrik: Mach's
yourself (1:16:55) - Rebellion durch Musik: Jana Schlossers Band
"Namenlos" (1:18:20) - Jana Schlosser singt! (1:20:15) - Wie
Polizei und Stasi gegen die Punks vorgingen (1:26:10) - Der
Prozess, die Verhaftung und die Zeit im Gefängnis Hoheneck
(1:34:45) - Rubrik: Poesiealbum (2:02:50) - Die Zeit nach dem Knast
und nach der Wende (2:05:15) - Rubrik: Was ist das Beste an der
Wiedervereinigung? (2:14:35) - Lied: Nazis in Ost-Berlin (2:16:45)
Wenn Sie Vorschläge oder Anregungen für den Podcast haben,
schreiben Sie uns gern an wiewardas@zeit.de. [ANZEIGE] Mehr über
die Angebote unserer Werbepartnerinnen und -partner finden
Sie HIER [ANZEIGE] Falls Sie uns nicht nur hören, sondern auch
lesen möchten, testen Sie jetzt 4 Wochen kostenlos Die ZEIT. Hier
geht's zum Angebot.
Episode melden

„"Das hat mich ziemlich angekotzt"“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

Abonnenten

Teilen

Mein Archiv

Deine Privatkopie der Folgen, die du nicht verlieren willst.

Podcast-Folgen verschwinden. Feeds werden auf die letzten Episoden gekürzt, Hoster räumen alte Dateien ab, Formate wechseln den Anbieter und lassen ihr Archiv zurück. Mit „Mein Archiv“ sichert podcast.de die Folgen deiner Podcasts für dich — angefangen bei den ältesten, denn die sind zuerst weg.

  • Deine gesicherten Folgen bleiben hörbar, auch wenn das Original offline geht.
  • Auch Folgen, die im heutigen Feed gar nicht mehr stehen — podcast.de kennt sie noch.
  • Herunterladen bleibt möglich, solange die Folge beim Podcaster liegt. Der zählt seine Abrufe wie bisher.
Startet bald

Sei beim Start von Mein Archiv dabei

Mein Archiv ist fast fertig. Trag dich ein, dann bekommst du eine E-Mail, sobald es losgeht – und bist von Anfang an dabei. Wir schreiben dir nur zum Start, keine Werbung, keine Weitergabe deiner Daten.

Du bekommst zuerst eine Bestätigungsmail. Abmelden geht jederzeit. Datenschutz