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  4. Flüchtlingscamps als Experimentierlabore
Stell dir vor: Du fliehst aus deiner Heimat auf der Suche nach
 Schutz, da ist ein Flüchtlingscamp, das dich aufnimmt.
Bedingung: du  musst deine Iris scannen lassen, also deine
biometrischen Daten abgeben.  Was mit deinen Daten passiert,
ist nicht klar. In vielen  UNHCR-Flüchtlingscamps ist das
Alltag.

Ariana Dongus untersucht genau diesen Raum: Flüchtlingscamps. In
 ihrer Dissertation beschäftigt sich die akademische
Mitarbeiterin mit Flüchtlingscamps als Labore für neue
Technologien. Sie fragt, wie Camps  zu einem
Experimentierfeld wurden, in dem die Bewegung von Geflüchteten
 kontrolliert, Daten generiert und neue Technologien
getestet werden.  Ihre These: Unser technologischer
Fortschritt basiert auf den schlechten  Lebensumständen und
prekären Arbeitsbedingungen dieser Menschen.

Programmierarbeit wird beispielsweise an Flüchtlinge
outgesourcet. So  sei technologischer Fortschritt wie
maschinelles Lernen keine Errungenschaft des Westens, sondern
wird gestützt durch die unsichtbare  Arbeit von Menschen aus
dem globalen Süden. Es entsteht eine neue Form  der Arbeit,
die aus schutzbedürftigen Bevölkerungsgruppen Kapital
 generiert, von dem der Westen profitiert.

Schaltet ein: Am 6. Oktober um 20 Uhr auf 104.8 UKW und im
Stream.

Ariana ist Journalistin und seit 2018 akademische Mitarbeiterin
und  Doktorandin an der HfG Karlsruhe. Außerdem koordiniert
sie die Forschungsgruppe „Künstliche Intelligenz und
Medienphilosophie (KIM)“.

Mehr über die Forschungsgruppe „Künstliche Intelligenz und
Medienphilosophie (KIM)“: https://kim.hfg-karlsruhe.de/

Mehr zu Arianas Dissertation:
https://kim.hfg-karlsruhe.de/the-high-tech-labor-camp-as-laboratory/

Anstoß zum Thema ihrer Dissertation waren ihre Recherchen für
Reportagen:

„Getestet an Millionen Unfreiwilligen“ (2017) von Christina zur
Nedden und Ariana Dongus

in der ZEIT:
https://www.zeit.de/digital/datenschutz/2017-12/biometrie-fluechtlinge-cpams-iris-erkennung-zwang

„Coding Bootcamps. Programmierer aus dem Flüchtlingscamp“ (2017)
von  Christina zur Nedden und Ariana Dongus in der
Frankfurter Allgemeine  Sonntagszeitung:
https://arianadongus.com/projects/coding-bootcamps/# und
https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/re-coded-bildet-fluechtlinge-im-irak-zu-programmierern-aus-14993418.html)
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„Flüchtlingscamps als Experimentierlabore“

Worum geht es? Danach fragen wir noch nach dem Grund.

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