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Persönlich Archiv
77 Episoden
50 Minuten
Auf dem Lebensweg die richtige Abzweigung zu finden, ist beiden gelungen: Monika Gmür hat mit über fünfzig ihr altes Leben hinter sich gelassen und führt seither im Tessin ein Hotel. Thomas Scheidegger lebt seine Passion mit Theaterstücken, die in einem Steinbruch vorgeführt werden. Monika Gmür, 68 – Hotelière Mit über fünfzig Jahren verliess Monika Gmür ihr Haus am Zürichsee und wanderte zu Fuss ins Tessin. Das war ein symbolischer Akt, um ein neues Leben anzufangen. Vorher hatte sie zwei Jahre lang auf «Flipcharts» ihre Pläne geschmiedet. Ein Hotel sollte es werden. Das Traumhaus dazu hat sie in Maggia gefunden. Die Grenzerfahrungen des Aufbaus ihres «Casa Martinelli» in den ersten Jahren waren immens. Aber Monika Gmür hat es geschafft und ihr Glück gefunden. Die Tochter des legendären Tausendsassa Hans Gmür ist Mutter von zwei Töchtern und findet in der Natur an oder in der «Maggia» für ihren Alltag immer wieder neue Lebensenergie. Thomas Scheidegger, 64 – Theatermacher Thomas Scheidegger war Lehrer, als er Mitte zwanzig seiner grossen Leidenschaft nachging und in Paris die «Philipp Gaulier Theaterschule» absolvierte. Diese Zeit war richtungsweisend. Er gründete mit anderen Schauspielenden das «Theater Madame Bissegger». Viele Jahre waren sie als Strassentheater in Deutschland und der Schweiz unterwegs. Es haben sich damals immer viele Leute gemeldet, die Zimmer angeboten haben. Eine davon ist seine jetzige Ehefrau. Mit ihr zusammen ist der zweifache Vater Thomas Scheidegger längst ansässig geworden. Auch das Theater hat einen festen Standort. Bis im September ist das aktuelle Stück «Block» im «Steigrüebli» in Ostermundigen zu sehen.
50 Minuten
Yordanka Jaschke ist der Liebe wegen vor 27 Jahren in die Schweiz gekommen. Edwin Moser ist geschäftlich in die Schweiz gezogen – und hat hier ein neues Leben und die Liebe gefunden. Yordanka Jaschke, 45 – Hotelière Yordanka Jaschke stand in Havanna kurz vor dem Abschluss ihrer Ausbildung zur Hochbauzeichnerin, als eine Bekannte einen jungen Schweizer zu Besuch vorbeibrachte, den sie als Dolmetscherin durch Kuba begleitete. Die beiden verliebten sich und Yordanka begann intensiv Deutsch zu lernen und folgte ihm in die Schweiz. Die Liebe hat nicht gehalten, dennoch ist Yordanka geblieben. Einige Zeit später lernte Yordanka Jaschke ihren heutigen Mann kennen. Die beiden haben zwei Söhne im Teenageralter und haben sich 2018 einen Traum verwirklicht: Sie übernahmen einen Gasthof mit Restaurant und Hotelbetrieb in Neftenbach. Jordankas Handschrift ist im ganzen Haus spürbar: So hängen etwa an den Wänden selbstgemalte Bilder und auf der Speisekarte finden sich auch kubanische Spezialitäten und Getränke. «Keine Angst», sagt Yordanka Jeschke, «in der Küche stehen Profis» und verweist lachend auf ein Büchlein mit einer Anekdotensammlung ihrer Söhne. Der Titel: «Mama kann nicht kochen». Edwin Moser, 52 – Klima-Aktivist Edwin Moser ist auf der Schwäbischen Alp aufgewachsen. «Viele Steine und wenig Humus prägen die Gegend und haben den Menschen schon immer viel Arbeit abverlangt», sagt er. So war auch in seinem Elternhaus Fleiss und Arbeitseinsatz wichtig. Edwin arbeitete neben Schule und Studium in verschiedenen Jobs und machte danach Karriere auf der Bank. Diese führte ihn nach Argentinien und schliesslich auf den Schweizer Finanzplatz nach Zürich. Heute achtet er auf einen möglichst kleinen Fussabdruck. Er organisiert ein Umwelt-Film-Festival und ist engagierter Vater von zwei kleinen Kindern.
49 Minuten
Beide waren viele Jahre Gastgeberin und Gastgeber in der Gastronomie: Heute sind für einmal Isabelle Bitterli und Urs Bucher zu Besuch bei Christian Zeugin im «Persönlich». Isabelle Bitterli – Verlegerin und Autorin Isabelle Bitterli leitete mit ihrem damaligen Mann 18 Jahre lang das renommierte Restaurant «Salmen» in Olten. Heute ist die gelernte Werberin und Grafikerin wieder an ihren beruflichen Wurzeln angelangt: Sie organisiert mit einem kleinen Team das IPFO (International Photo Festival Olten) im Haus der Fotografie. Dazu ist Isabelle Bitterli Autorin und Verlegerin des Kobold Books Verlags, den sie mit ihrem Partner Werner Nydegger führt. Urs Bucher – Betriebsleiter Urs Bucher war viele Jahre Gastronom, er organisierte Messen für Kunsthandwerk und Events und Partys, die weit über die Stadt Solothurn beliebt waren. Heute leitet er das Kapuzinerkloster, das mit verschiedenen Sozialprojekten einerseits Menschen in einem geschützten Umfeld ins Arbeitsleben integriert, andererseits mit dem Klostergarten eine Spielwiese für Schulkinder bietet, die damit Gartenarbeit aus eigener Hand erlernen. Urs Buchers Handschrift zeigt sich auch in den diversen Produkten, die das Kloster herstellt: Von Klostertee bis Gin entstehen diverse kulinarische Erzeugnisse, die im Klostershop verkauft werden.
49 Minuten
Wer ein Erlebnis ausserhalb der eigenen Komfortzone sucht, ist hier richtig: Ariane Stäubli führt Menschen auf Gipfel, bei Franz Kälin kann man seine eigenen Schuhe herstellen. Ariane Stäubli, 35, ist schon als Kind auf Bäume und Berge geklettert. Diese Leidenschaft ist geblieben: Sie absolvierte als erste Frau die Gebirgsspezialisten-Rekrutenschule und verbringt fast ihre ganze Freizeit in den Bergen, häufig mit ihrem Lebenspartner. Ariane Stäuble hat bereits mit der Ausbildung zur Bergführerin begonnen, als sie sich 2014 mit ihrem Partner auf eine Skitour begibt. «Es war ganz alleine meine Schuld, ich war wohl einen Moment nicht bei der Sache», sagt sie rückblickend. Auf dem Grat rutscht ihr auf dem harten Schnee ein Ski weg – sie stürzt 500 Meter in die Tiefe. «Sie werden wieder lernen müssen, zu gehen» sagen die Ärzte, und lassen offen, ob das klappen kann. Es sah alles nach dem Ende von Arianes Bergtraum aus. Doch sie kämpfte sich zurück, heute ist sie eine der immer noch wenigen Bergführerinnen in der Schweiz. Und jongliert mit ihren Aufgaben als Mutter, Umwelt-Ingenieurin und Bergführerin mit Weitsicht, Gelassenheit und Humor. Franz Kälin, 60, ist erblich vorbelastet: Schon sein Vater und sein Götti waren Schuhmacher. Der Sohn hätte dereinst die Werkstatt vom Vater in Interlaken übernehmen sollen. Doch es kam anders: Als Schuhmachermeister übernahm Franz Kälin die Leitung der Werkstatt in einem Jungendheim. Er fertigte nicht einfach Schuhe für andere an, er zeigte anderen, wie man Schuhe anfertigt. Diese Kunst hat er verfeinert: Heute gibt er Kurse zur Herstellung eigener Schuhe in seiner Werkstatt in Brienz – und die Menschen reisen von weither an. Polizistinnen, Chirurgen, Gastwirte, Lehrerinnen. «Ich gebe keine Therapiekurse», sagt Franz Kälin lachend, «aber meine Kurse haben offenbar auch einen therapeutischen Nutzen». Mal was mit den eigenen Händen machen, etwas das bleibt, das man brauchen kann und nach den eigenen Vorstellungen gestalten und passend machen kann, das scheint bei vielen Menschen einen Nerv zu treffen. Franz Kälin ist fünffacher Vater und lebt mit seiner Partnerin in Brienz – nach dem eigenen 4-H-Prinzip, wie er sagt: «Hirn, Herz, Hand und Humor.» Ariane Stäubli und Franz Kälin sind zu Gast bei Daniela Lager im Zentrum Paul Klee in Bern.
51 Minuten
Anikó Donáth studierte sieben Semester Rechtswissenschaften mitsamt Gastsemester im Ausland, bis sie doch in die Schauspielerei rutschte. Marco Cortesi hielt es nur drei Tage bei der Bank aus und wechselte dann zur Stadtpolizei Zürich. Christian Zeugin begrüsst die beiden als Gäste in «Persönlich». «Sechsmal scheiterte ich an der Aufnahmeprüfung an einer Schauspielschule», erzählt Anikó Donáth. Also entschied sie sich für ein Jus-Studium. «Die Anmeldung für die Uni gab ich unter Tränen ab, als würde ich meinen Traum begraben.» Und dann kam es doch anders. Nach sieben Semestern Rechtswissenschaften mitsamt Gastsemester im Ausland rutschte Anikó Donáth doch ins Schauspielfach – durch Glück, Begabung und Mut. «Ich wollte nicht warten, nahm alle Rollen an, war uneitel und lebte nach der Maxime Hauptsache spielen!» Heute gehört die Schauspielerin mit dem Comedy-Programm «Ex-Freundinnen» fest zur Schweizer Unterhaltungsbranche. Soeben ist Anikó Donáths Erstling «Ich, die Gurke» mit 50 witzigen Anekdoten aus ihrem Leben auf der Bühne erschienen. Marco Cortesi wuchs im Engadin auf und kam nach der Postlehre für das Handelsdiplom nach Zürich. «Bei der Bank hielt ich es nur drei Tage aus und wechselte dann zur Zürcher Stadtpolizei», schmunzelt Marco Cortesi, wenn er seinen Lebensweg aufzeigt. Er ging auf Streife im Kreis 4, war im Jugenddienst der Kriminalpolizei und wechselte bereits 1992 zur Medienstelle. Damit wurde er während Jahrzehnten zur prominentesten Stimme der Stadtpolizei Zürich. Er informierte über Unfälle und Verbrechen und wurde zuweilen selbst zum Ziel von Angriffen, sodass er am Ende seiner Karriere nur noch mit Personenschutz unterwegs war. Im Herzen ist Marco Cortesi Engadiner geblieben, die Liebe zur Heimat hat sich auch auf seinen Haushalt im Unterland übertragen: Seine Frau und er unterhalten sich zuhause konsequent im rätoromanischen Idiom des Oberengadins.
51 Minuten
Beide singen gerne, beide haben eine spezielle Beziehung zu Gott: die Bündner Musikerin Marie Louise Werth und Christian Meyer, Abt des Klosters Engelberg. Am Muttertag treffen sie sich im Kursaal in Engelberg bei Sonja Hasler ganz persönlich. Marie Louise Werth, 59 – MusikerinMarie Louise Werth ist Sängerin und Pianistin mit Leib und Seele. Schon mit fünf Jahren entdeckte sie daheim das Klavier und brachte es sich selbst bei. Ihr Meerschweinchen war ihr erster Fan. 1989 trat sie mit der Gesangsgruppe Furbaz beim Concours Eurovision de la Chanson auf und belegte mit «Viver senza tei» den 13. Platz. Aufgewachsen ist Marie Louise Werth als jüngstes von fünf Kindern in Disentis und besuchte dort die Klosterschule. «Ich war ein wildes Kind und die Patres hatten ihre liebe Mühe mit mir», lacht sie. Heute lebt sie in Sachseln am Sarnersee und ist im Moment solo unterwegs.Christian Meyer, 55 – Abt im Kloster EngelbergAuch Abt Christian singt gerne, früher sogar im Jodlerclub. Seit zwölf Jahren ist er Abt des Klosters Engelberg und lebt dort mit 16 Mitbrüdern. Aufgewachsen ist Abt Christian mit zwei Brüdern in der Stadt Basel und wusste schon früh, dass er Priester werden wollte. Von seinen Kollegen bekam er deshalb einen besonderen Spitznamen: «Ja, mein Spitzname war Jesus, und zwar englisch gesprochen: 'Tschiises'», erzählt er. In seiner Freizeit spielt der Abt leidenschaftlich gerne Laientheater und pflegt seine vier Papageie der Gattung Amazonen, die er in einer Volière im Arbeitszimmer hält.
52 Minuten
Sie bringt Lebensfreude in Heime für Demenzkranke – er baut automatische Parkiertürme für Velos. «Ich habe eigentlich immer eine rote Nase bei mir», sagt Christine Lienhard, 52, «die kleine Schaumstoffkugel sorgt bei Alt und Jung für gute Laune». Und so setzt sie die Nase auch mal im Auto vor einer Ampel auf – was bei Fussgängern und anderen Autofahrerinnen erst Verblüffung und dann Heiterkeit auslöst. Anderen Menschen Freude bereiten ist ihr erklärtes Ziel. Ihre Stiftung «Lebensfreude» vermittelt Clowns und Künstlerinnen in Heime für ältere Menschen und Demenzkranke. Und daneben führt sie das Büro für ihren Mann, den Bandleader Pepe Lienhard. Mit ihm hat sie sich in Frauenfeld einen Traum erfüllt und ein altes Bauernhaus in eine Oase für Mensch und Tier umgestaltet. Christine Lienhard bewegt sich in verschiedenen Welten, besucht Heimbewohnerinnen und sammelt bei vermögenden Menschen Geld für ihre Projekte. Dabei hilft ihr auch ihre Erfahrung als langjährige Flight-Attendant bei einer Privatjet-Fluggesellschaft, wo sie reiche und einflussreiche Persönlichkeiten in der Luft betreute. Auch Frido Stutz, 67, war beruflich in der Luft unterwegs: Als Pilot grosser Frachtflugzeuge ist er in jede Ecke der Welt gereist. Er hat seinen Flugplan mit dem seiner Frau abgestimmt, die als Flight- Attendant bei der Swissair und später bei der Swiss ebenfalls viel unterwegs war. Bei einem verregneten Aufenthalt in Taipeh hat Frido Stutz vor Jahren aus dem Hotelzimmer in einen Hinterhof, direkt auf ein automatisches Parkhaus schauen können. Er hatte Zeit – und hat gezeichnet, gerechnet und perfektioniert, bis er sein eigenes Parkhaussystem patentieren lassen konnte. Heute baut der Vater zweier erwachsener Kinder nach dem gleichen Prinzip Parkiertürme für Velos und entwickelt kombinierte Wind- und Solarsysteme für Wohnhäuser. «Pilot war ein fantastischer Beruf», sagt er, «aber es ist unkreativ. Ich will noch etwas erschaffen».
53 Minuten
Musikalisch sind sie beide: Anja Haeseli hat ihre Liebe zur Musik zum Beruf gemacht und ist Musical-Darstellerin; René Gabriel spielte als junger Koch nebenbei in einer Tanzmusikband. Später wurde er Weinunternehmer. Bei Gastgeber Dani Fohrler erzählen die beiden aus ihrem Leben. Anja Haeseli, 34, – Musical-Darstellerin Die Leidenschaft für Gesang und Schauspiel hat die Luzernerin Anja Haeseli schon früh entdeckt. Als Schülerin sang sie sich durch sämtliche Songs von Whitney Houston und wurde Mitglied des «Jugend-Schauspiel-Ensembles». Als eine von sechs Frauen wurde sie nach der Matura an der «Hochschule für Musik und Theater» in München aufgenommen. Ihr erstes Engagement brachte sie zum Musical «Sister Act» in Wien, wo die Mutter von zwei Söhnen heute lebt. Auch ihr Partner ist Musical-Darsteller, was eine anspruchsvolle Logistik in der Planung des Alltags erfordert. Neben ihren Engagements gibt Anja Haeseli Gesangsunterricht. René Gabriel, 65, – Weinunternehmer Schon während seiner Kochlehre in Luzern hat René Gabriel nebenbei angefangen zu musizieren. Später war er nebenberuflich mit einer eigenen Band unterwegs und hat ein kleines Unterhaltungs-Unternehmen aufgebaut. Als er dann einen eigenen Hotel- und Restaurantbetrieb übernahm, hat er die Musikerkarriere an den Nagel gehängt. Einen Namen gemacht hat sich Gabriel später als Weinunternehmer: Er ist unter anderem Autor von verschiedenen Publikationen, hat ein eigenes Weinglas «erfunden» und ist bis heute Veranstalter von «Weinreisen». Zur Pension hat sich der Vater von zwei erwachsenen Kindern einen 125er-Retroroller gekauft.
51 Minuten
Sie sind beide auf einem Bauernhof aufgewachsen und später viel in der Welt herumgekommen: Mona Vetsch, Moderatorin beim Schweizer Radio und Fernsehen SRF und Alex Walser, ehemaliger Militär- und Swissair-Pilot. Sie treffen sich im Hotel Sonne in Küsnacht bei Sonja Hasler im «Persönlich». Mona Vetsch, 46 – Moderatorin SRFMona Vetsch ist eines der beliebtesten Fernsehgesichter. Seit 25 Jahren moderiert sie bei SRF, von der Jugendsendung «Oops» über den «Club» bis zur Reisesendung «Fernweh» und «Mona mittendrin». Früher hatte sie extreme Flugangst: «Auf meiner Maturareise bin ich zum ersten Mal geflogen und wäre am liebsten für immer in London geblieben.»Aufgewachsen ist Mona Vetsch auf einem Bauernhof im thurgauischen Hattenhausen, heute lebt sie in Zürich, ist verheiratet, hat drei Kinder, einen Schrebergarten und drei Hühner. Alex Walser, 83 – Ehemaliger Militär- und Swissair-PilotFlugangst kennt Alex Walser weniger. Nach seiner Ausbildung als Postbeamter wurde er 1960 Militärpilot beim Überwachungsgeschwader 17 – «wir waren damals wilde Cheibe» – und arbeitete später über 30 Jahre bei der guten alten Swissair. Seine Begegnung mit dem Flug-Gast Marlene Dietrich bleibt ihm unvergessen. Auch Alex Walser ist auf einem Bauernhof aufgewachsen, in Wilen bei Wil St. Gallen. Heute lebt er mit seiner Frau in Wil-Bronschhofen, hat zwei erwachsene Kinder und schreibt am liebsten Romane.
51 Minuten
Zwei Persönlichkeiten mit Durchsetzungsvermögen: Über eine Million Menschen haben Erich Vock schon einmal im Theater gesehen – über zwei Millionen Menschen sind letztes Jahr in der Schweiz mit einer Seilbahn gefahren. Letzteres freut besonders Vizedirektorin Benedicta Aregger. Benedicta Aregger, 53 – Vizedirektorin Seilbahnen Schweiz Benedicta Aregger ist zusammen mit drei Geschwistern mitten in der Stadt Zug aufgewachsen, ganz nah bei der Kirche. Der Vater war katholischer Priester, bevor er eine Familie gründete. Danach blieb er als Laientheologe in der Kirche. Als junge Ethnologie-Studentin zog es Benedicta Aregger nach Russland, später dann nach Bundesbern in die Verwaltung. An eine eigene Familie dachte sie lange nicht. «Ich wollte ganz egoistisch zuerst mein eigenes Ding machen», sagt sie. Irgendwann haben Benedicta Aregger und ihr Mann dann auch beschlossen: Wir sind auch ohne Kinder glücklich. Seit gut einem Jahr ist Benedicta Aregger Vizedirektorin des Verbandes Seilbahnen Schweiz – und damit eine der ganz wenigen Frauen in der Branche. «Ich komme gut zurecht damit», sagt sie, «und nach Auftritten ist mir ein Flachmann als Dankeschön lieber als ein Blumenstrauss». Erich Vock, 60 – Schauspieler Erich Vock hat zu seinem Geburtstag vor wenigen Wochen seine Fans mit einer Rücktrittsankündigung überrascht: «Im April 2025 ist Schluss», sagte er lachend. Unvergessen sind heute schon seine Auftritte in der Kleinen Niederdorfoper oder im schwarzen Hecht. Und in Erinnerung bleiben wird über die Pensionierung hinaus sein Engagement für die Akzeptanz von Homosexuellen. Seit fast 30 Jahren sind Erich Vock und der Schauspieler Hubert Spiess beruflich und privat ein Paar, die beiden leben in einer eingetragenen Partnerschaft. Sie wollen nach dem Ende ihrer Bühnenkarriere mehr Zeit haben füreinander – genauso wie fürs Lesen, Reisen oder Fremdsprachenlernen. Aktuell ist Erich Vock im Bernhard Theater zu sehen mit dem Stück «Floh im Ohr». Die Gesprächssendung «Persönlich» kommt aus dem Lorzensaal in Cham.
53 Minuten
Zwei Bündner Persönlichkeiten mit «Ecken und Kanten» und einem grossen Herz: Die Suchtexpertin Margrith Meier und der ehemalige Eishockeytrainer Arno Del Curto erzählen bei Gastgeber Dani Fohrler aus ihrem Leben. Die Karriere als Eishockeyspieler war beim St. Moritzer Arno Del Curto von kurzer Dauer. Mit 21 Jahren musste er sie wegen eines Bruchs des Fussgelenks beenden. Eine Krise als Chance zu packen, war schon immer eine seiner Stärken. So wurde aus ihm der erfolgreichste Schweizer Eishockeytrainer mit Kultstatus. Mit Eishockey hat Del Curto heute nichts mehr am Hut. Viel mehr beschäftigt er sich mit anderen Herausforderungen, wie zum Beispiel dem Wiederaufbau eines abgebrannten Hotels in Arosa. Arno Del Curto ist Vater von zwei erwachsenen Kindern und lebt mit seiner Partnerin im Oberaargau. Margrith Meier ist in einer «Stationswohnung der Rhätischen Bahn» im Prättigau aufgewachsen. Die Familie lebte zu fünft in drei Zimmern. Eishockey war der erste «Ausgang». Mit dem «Sportzug» ging es zu den Spielen des HC Davos. Die Fanartikel dazu hat sie sich selbst gestrickt. Seit 35 Jahren arbeitet Margrith Meier im Suchtbereich. Die Gassenarbeit in der offenen Drogenszene von Bern hat sie als Bilder «wie aus einem Krieg» in Erinnerung. Das Sterben ist bis heute Teil ihres Berufsalltags geblieben. Heute leitet Margrith Meier das «Ambulatorium Neumühle» Chur, wo Abhängige opiatgestützt behandelt werden. Margrith Meier lebt mit ihrem Mann in Rodels und ist Mutter von drei erwachsenen Kindern.
48 Minuten
Manche Lebensläufe verlaufen gerade wie eine Schnur, andere sind voller spannender Abzweigungen und Bewegungen ins Neue: So unterschiedlich zeigen sich die Leben der beiden Gäste Carmen Wili und René Kaufmann. Carmen Wilis Lebenslauf liest sich wie ein spannender Roman: Aus der jungen Schauspielschülerin wurde eine Auktionatorin mit Spezialgebiet «Art Déco und Jugendstil», später wurde sie Filmdisponentin, dann Verkäuferin im Aussendienst von Augenlinsen, heute ist sie Taxiboot-Unternehmerin auf dem Zürichsee und vertreibt Sonnenbrillen. René Kaufmann wuchs in Hergiswil als Wirtesohn auf. Schon als Fünfjähriger füllte er Flaschen ab, stand mit zehn Jahren bereits am Herd des Vaters und kochte Piccata für die Gäste. Mit seiner Frau betrieb der Gastronom (14 Gault-Millau-Punkte) nun 33 Jahre lang das «Rössli» in Illnau-Effretikon. Nächsten Sommer gibt der «Rössli»-Wirt die Schlüssel jedoch ab und geht mit seiner Frau auf Reisen.
52 Minuten
Sie liebt es, wenn es knallt im Labor, er hat nach 40 Jahren Spitzengastronomie sein Restaurant verkauft und macht jetzt nichts. Ja, Katharina Fromm hatte schon als Kind einen Chemiekasten! «Das allererste Experiment ist allerdings missglückt, das Obst ist nicht vergoren, sondern schlicht verschimmelt», erzählt sie lachend. Seither ist ihr allerdings vieles geglückt: Heute ist sie Vizerektorin an der Universität Freiburg und schafft es Jahr für Jahr, Hunderte Studierende für ihre Passion, für die Chemie zu begeistern. Ihr Mann ist ebenfalls Chemiker, sie forschen etwa gemeinsam an Bakterien, die Strom abgeben. Katharina Fromm ist in Deutschland geboren, war bis ins Kindergartenalter in Frankreich und ist später auch in den USA zur Schule gegangen. «Ich war etwas wurzellos», sagt sie heute, «aber es hatte auch Vorteile: Noch heute habe ich Kontakte und Freundschaften in ganz vielen Ländern». Ihre Wahlheimat Freiburg gefällt ihr sehr – «wer wirklich etwas bewegen will, kann das hier schaffen» sagt sie über die örtliche Universität, «grosse Unis haben zwar mehr Mittel, aber im Vergleich zu diesen Supertankern sind wir eine kleine, schnittige Jacht». Alain Bächler ist im doppelten Wortsinn ein ausgezeichneter Koch: Mit 18 Punkten bewertet etwa Gault Millau seine Kunst. Doch in diesem Sommer ist ihm klar geworden: «Jetzt werde es nicht mehr besser». Er hat sein Restaurant «Trois Tours» in Bürglen verkauft und macht nun nichts. 14 bis 16 Stunden pro Tag hat er früher gearbeitet und auf vieles verzichten müssen. Hat Geburtstage und Familienfeste verpasst, während er für andere Festessen gekocht hat. Seine Leidenschaft ist ihm aber nicht abhandengekommen. Wenn er heute übers Kochen spricht, erzählt er von Leidenschaft und Hingabe und nicht von Nahrungsaufnahme. Der Vater von drei Töchtern wollte nicht in der Küche stehen, bis vielleicht eines der Kinder das Restaurant übernimmt. «Es ist wichtig, dass man sein eigenes Ding macht», sagt er, «und nicht dauernd mit mir und mit früher verglichen wird». Persönlich findet er sein Glück nicht nur bei einem Gourmetmenü: «Auf einem Berggipfel mit einer Cervelat, Senf und Brot bin ich vollkommen zufrieden».
50 Minuten
Lachen und Spass – dafür steht Jonny Fischer. In seinem Leben gibt es aber auch dunkle Seiten. Für Winzerin Carina Lipp ist Schreiben ein Ventil, um Dinge zu verstehen. Ihre Handschrift findet sich denn auch auf den Etiketten ihrer Weine. Bei «Persönlich» erzählen sie aus ihrem Leben. Jonny Fischer, 41 – Komiker Jonny Fischer ist Teil des erfolgreichsten Schweizer Comedy-Duos DivertiMento. Die Beiden haben in ihrer Karriere schon weit über eine Million Tickets verkauft. DivertiMento gelten als Lachgaranten schlechthin, die auch schon mal das Hallenstadion füllen. Jonny ist als Jonathan Fischer geboren und wuchs mit vier Geschwistern in einem streng christlichen Elternhaus auf. Sein Vater gründete eine radikale Glaubensgemeinschaft, die sein Sohn, der sich in seiner Kindheit als schwarzes Schaf der Familie bezeichnet, in einen dunklen Abgrund führte. Als Teenager ist er schliesslich ausgebrochen und nennt sich seither Jonny. Sein neues Leben begann am Lehrerseminar in Zug, wo er seinen heutiger Bühnenpartner Manu Burkhard kennenlernte. Jonny Fischer lebt mit seinem Mann Michi in Zug. Carina Lipp-Kunz, 44 – Winzerin Die Winzerin Carina Lipp-Kunz hat schon als Kind im Familienbetrieb mitgeholfen. Dass sie eines Tages selbst Winzerin werde, hätte sie in jungen Jahren nie gedacht. Ihr Leben in Maienfeld zu verbringen, entsprach damals nicht ihren Vorstellungen. Nach Wanderjahren in der Ferne hat ein Schicksalsschlag dazu geführt, dass die ausgebildete PR Fachfrau wieder in die Heimat zurückkam. Ihr Bruder, der die Nachfolge im Betrieb eigentlich übernommen hatte, verunglückte in den Bergen tödlich. Heute führt sie zusammen mit ihrem Mann das Familienunternehmen «Lipp – Weingut & Destillerie». Ihr Mann Reto ist vorwiegend für die Schnäpse zuständig. Carina Lipp, ist Mutter von drei Kindern und lebt mit ihrer Familie im 400-jährigen Haus ihrer Vorfahren.
50 Minuten
Von der Rechtsanwältin zur Hypnosetherapeutin und vom Fotografen zum U-Boot-Unternehmer: In der Radiotalkshow «Persönlich» lernen sich bei Gastgeber Christian Zeugin zwei Persönlichkeiten kennen, die in der Mitte des Lebens nochmals ganz neu anfingen. Gabriela Taugwalder bewegte sich mit ihrer Kanzlei als Anwältin für Markenschutz und Werberecht auf internationalem Parkett, bis sie mit gut 50 Jahren entschied, sich zur Hypnosetherapeutin weiterbilden zu lassen. «Die Sinnhaftigkeit dieser Tätigkeit beglückt mich», erzählt Gabriela Taugwalder. Die familiären Wurzeln der Walliser Bergsteigerdynastie, aus der sie stammt, zeigen sich auch in ihrer Liebe zur Natur: Beim Klettern, Reiten, Motorradfahren oder Tauchen lebt Gabriela Taugwalder ihre Freude an der Freiheit aus. Als Freigeist bezeichnet sich auch Philippe Epelbaum. Er hatte sich früh als Produktefotograf spezialisiert, mit der Zeit fehlte ihm die Freude und er entschied sich, seine Firma zu verkaufen. Nach einer mehrjährigen Auszeit als Skipper auf einem Katamaran auf dem Mittelmeer entdeckte er in Hergiswil das marode und in die Jahre gekommene U-Boot und liess es mit grossem Aufwand wiederherstellen. So steht seit diesem Jahr das einzige U-Boot der Schweiz für kommerzielle Tauchfahrten im Vierwaldstättersee bereit und bietet Platz für vier Passagiere. «Wenn die Passagiere in die Weiten der Unterwasserwelt blicken, sind sie in Trance. In diesem Sinne bin ich ein Subnotiseur», sagt Philippe Epelbaum mit Augenzwinkern, dessen Firma «Subspirit» heisst.