Bahnhofskino – Der Filmpodcast von A bis Sleaze Archiv
361 Episoden
1 Stunde 13 Minuten
Das Frühjahr im Bahnhofskino bietet mehr als Explosionen, Vampire und Tentakel. Womit wir nicht behaupten wollen, dass diese Freuden nicht stabile Gesprächsgrundlagen für unsere Podcastfolgen der letzten Wochen boten. Aber gelegentlich gelingt Filmschaffenden auch der Kunstgriff, aus einem vermeintlich trivialen Genrestoff erzählerisch und ästhetisch so viel herauszukitzeln, dass man sich jeden Frame in einem Rahmen an die Wand nageln möchte. Das finden zumindest Maler, Comiczeicher und B-Movie-Aficionado Kolja Senteur und ich mit Blick auf The Vast of Night (2019), in den wir uns zu Beginn der Coronapandemie verliebt haben. Und dass Andrew Pattersons Lowbudget-Perle irgendwo zwischen Twilight Zone, Krieg der Welten und Paranoiakino sechs Jahre später eine Wiederentdeckung lohnt, würden wir euch gerne verklickern. Let's bake biscuits, Daddy-O!
1 Stunde 15 Minuten
Hundertprozentige Gewissheit über die Gründe für Paul Campbells (Billy Kekeya) Ausscheiden aus Battlestar Galactica werden wir wohl nie erlangen. Vielleicht ist sein dramatischer Exit aber auch für etwas gut. Immerhin ebnet Billys Tod den Weg für eine Romanze zwischen Lee und Dualla … und für Mary McDonnell, die als Laura Roslin hier Krokodilstränen vergießen darf. Und hey, Campbell scheint sich in seiner neuen Rolle als smarter Junggeselle in unzähligen TV-Schmonzetten sehr wohl zu fühlen. Und sonst so? Ach ja, da war noch diese Sache mit der Geiselname und der Terroristin-Schrägstrich-Rächerin mit dem unaussprechlichen Namen. Wie hieß sie noch?!
1 Stunde 39 Minuten
Die Origin Story meines rundum beglückenden Podcast-Schnacks mit Kühne von Moviebreak war begleitet von Zähneknirschen. Denn Octalus – Tod aus der Tiefe (Deep Rising, 1998) hatte ich weder als besonders witzig noch gruselig noch sonstwie beeindruckend in Erinnerung. Beim Wiedersehen fielen mir aber die sprichwörtlichen Brocken aus dem Gesicht, denn Stephen Sommers' Tentakel-Actioner überzeugt fast in jeder Hinsicht. Zumindest begeistert er aber genug, um ihn als Double-Feature mit dem besten Haihorror seit anno Spielberg zu paaren: Deep Blue Sea (1999) von Renny Harlin. Direkt nach dem Trailer tentakeln wir los los mit Octalus, ab 00:47:35 widmen wir uns den Haien in der Deep Blue Sea.
2 Stunden 32 Minuten
Was kann wichtig genug sein, damit Britt-Marie und ich mal eine Woche nicht über _Battlestar Galactica_ sprechen? Die zweite Staffel der HBO Max-Hitserie The Pitt (2026) zum Beispiel, die seit ihrem Debüt im letzten Jahr die Herzen von Publikum, Kritik und Fernsehpreis-Jurys erobert hat. Nur meine Brummbärigkeit tut sich schwer, ganz große Gefühle für Doctor Robby (Noah Wyle) und sein zu gleichen Teilen neurotisches, traumatisiertes und gestresstes Personal zu entwickeln. Kann Doc Britt-Marie meinen Vitamin B(egeisterung)-Mangel kurieren? Und was hat uns so richtig gut gefallen am Wiedersehen mit dem Personal der Notaufnahme in Pittsburgh? Und was weniger? Welche körperlichen Blessuren schmerzten besonders und für welche seelischen Leiden würden wir das Ensemble besser in Therapie schicken? Was erwarten wir uns von **The Pitt –Season 3**? Was würden wir lieber nicht sehen? Und wie zum Teufel geht es Baby Jane Doe?!?
1 Stunde 18 Minuten
"Du wirst vermutlich überrascht davon sein, wie sehr ich Blade (1998) mag …" So oder so ähnlich sprach mein Gast Franz, als wir uns erstmals zum ersten Kinofilm über den Marvel-Blutsauger austauschten. Dem gegenüber stand meine Nervosität, wieder über ein Werk von Stephen Norrington sprechen zu müssen, der sich mit Death Machine (1994) und Die Liga der außergewöhnlichen Gentlemen (2003) nicht gerade mit Ruhm bekleckert hatte. Aber hätte ich Franz mal mehr vertraut, denn Wesley, Kris und Stephen sind wirklich ganz famos, und auch die Action und Effekte sind (überwiegend!) in Würde gealtert. Und dass wir N'Bushe Wrights Namen kaum über die Lippen kriegen, soll nicht darüber hinwegtäuschen, dass sie sowas wie der heimliche MVP des Streifens ist. Bämm!
1 Stunde 20 Minuten
So uneinig über die Qualität einer Battlestar-Episode waren sich Britt-Marie und Patrick selten. Dabei sollte so eine actiongeladene, konfliktreiche Geschichte rund um unsere liebste Viperpilotin Kara a.k.a. Starbuck und gleich zwei beinharte Widersacher doch alle glücklich machen, oder? Und immerhin gibt es so manchen zwischenmenschlichen (und zwischenzylonischen!) Moment, der die Herzen beider Hosts höher schlägen lässt. Doch beim Blick auf hässliche Bierkrüge, martialisches Gepöbel und unübersichtliche Raumschlachten verfinstert sich Patricks Blick zunehmend. Doch die letzten drei Minuten entschädigen für vieles ...
2 Stunden 10 Minuten
Ein Traum wird wahr! Oder vielmehr: Een droom komt uit! Wir sprechen über niemand geringeren als Paul Verhoeven, den wohl größten Kinoprovokateur seiner Generation, der sowohl in Europa als auch Hollywood so ziemlich jedes Tabu brach und dabei auch noch die Kinokassen klingeln ließ. Dennis' Blick auf das Frühwerk des Crazy Dutchman ist dabei noch jungfräulich, hat er doch keinen der in Holland produzierten Filme von Verhoeven bisher gesehen. Sein Verlust, wie sein Co-Host und Türkische Früchte (1973)-Megafan Patrick findet. Letztendlich werden sich die beiden Herren aber schnell einig über die Qualitäten der ersten drei rezensierten Filme zu denen neben der tragischen Liebesgeschichte mit der zuckrigen Süßigkeit im Titel noch die Sexfarce Was seh ich …! Was seh …! (1971) und die Lebensgeschichte des _Mädchens Keetje Tippel _(1975) gehören. Nur Der Soldat von Oranien (1977) sorgt für kritische Stimmen, denn im Kriegsgetümmel geht ein bisschen das Herz verloren …
1 Stunde 14 Minuten
Zwanzig Jahre Fandom, hitzige Onlinedebatten und drölfzig Bestenlisten zu Battlestar Galactica haben eine Erkenntnis so gut wie in Stein gemeißelt: "Schwarzmarkt" ("Black Market") gilt vielen Fans und Kritiker*innen als die schlechteste Episode der ansonsten heißgeliebten Serie. Aber teilen wir diese Meinung? Nun ja, so richtig schlecht-schlecht ist das Abenteuer rund um Lee Adama und seinen Liebeskummer, den er mit der Ermittlung in der Flottenunterwelt in den Griff kriegen will, nicht – sondern einfach nur ziemlich öde und belanglos. Das ein oder andere Lob für diese unterwältigende Folge haben wir jedenfalls gut in unserem ausführlichen Schnack versteckt ... und der große Rest ist Frust!
1 Stunde 14 Minuten
Unsere Offenbarung der Woche: Der deutsche Titel von "Epiphanies" geht haarscharf, aber eindeutig am Herz dieser sehr guten BSG-Folge vorbei. Denn neben Baltars verzweifelter Übergriffigkeit steht Laura Roslin im Mittelpunkt des Geschehens. Doch kurz, bevor der böswillige Krebstumor ihrem Leben ein Ende bereitet, geschieht ein Wunder. Zumindest erscheint es uns so, denn mit wissenschaftlicher Präzision nehmen es die Drehbuchautoren nicht so genau. Davon abgesehen stimmt aber fast alles an diesen wiederum sehr morbiden 45 Minuten. Und ja, wir wollen nicht zu streng sein: Sabotiert wird nämlich auch. Say what?!
1 Stunde 26 Minuten
Ich teile mir die Wanne in dieser Woche mit Filmkritiker und Hans Dampf in allen Gassen Stefan Jung (www.filmcontext.de)), wo wir ein Wechselbad der Gefühle nehmen. Denn eigentlich war unsere Begeisterung für den etwas gemächlichen Blown Away (1994) von Stephen Predator 2 Hopkins nicht allzu, nun, explosiv. Das änderte sich allerdings nach dem Wiedersehen mit dem thematisch ähnlich bombigen The Specialist (1994), der außer einer völlig entfesselten Schauspielleistung von James Woods und dem Schaulaufen der Hollywoodkörper von Sly Stallone und Sharon Stone nicht viel zu bieten hat. Im Vergleich dazu guckt sich Blown Away nämlich wie ein feurig loderndes Meisterwerk! Zum Glück macht aber selbst eine filmische Gurke Spaß, wenn man sie mit Stefan genießt. Und dann wären da ja noch zweieinhalb sehr kompetente Explosionen und ein besoffener Jeff Bridges im Whirlpool …
1 Stunde 21 Minuten
Falls ihr noch nicht ausreichend schlechte Laune habt, kann diese Folge nachhelfen: Mit Mord, Folter, Krankheit, Suizid und Vergewaltigung fasst BSG in dieser Woche gleich fünf heiße Eisen an. Dass es der Serie dabei gelingt, auch noch als actionreiches Scifi-Spektakel zu überzeugen, sollte auch die stärksten Zweifler von der Qualität der Serie überzeugen. Wir lassen uns trotz allgegenwärtig morbider Themen jedenfalls nicht die Laune verderben und klamüsern einmal auseinander, wie sich das Battlestar-Reboot die Komplexität seiner Geschichten und Figuren in den vergangenen anderthalb Staffeln erarbeitet hat. Und ja, RIP Admiral Cain. Wir haben dich kaum gekannt ... und wollten das auch gar nicht!
1 Stunde 4 Minuten
Frankenstein hier, Frankenstein da! Da bin ich doch zumindest erleichtert, dass Godzilla – Attack All Monsters (1969) in der hiesigen Veröffentlichung auf einen reißerischen und deutlich besser zu merkenden Verleihtitel zurückgreift. Das war es aber auch schon fast an positiven Aspekten dieses zehnten Godzilla-Films aus den Toho-Studios, der seine schmalen 70 Minuten überwiegend mit Clips aus älteren Krachern rund um unsere Lieblingsechse füllt. Mein Gast André Wentzel und ich ringen jedenfalls mit unseren Gefühlen zu diesem Kinderfilm vom Recyclinghof. Aber da wäre ja noch **Frankenstein **(duh!) und die Monster aus dem All (1968), der einfach mal zu den absoluten Sahneschnitten der gesamten Godzilla-Filmographie gehört. Und ein knappes Dutzend unserer liebsten Riesenmonster sind auch dabei, um fliegende Untertassen und King Ghidorah zu zerlegen. Heissa!
1 Stunde 10 Minuten
Vier Monate sind (k)ein Tag … und so startet Battlestar Galactica nach dem Cliffhanger zum Beginn der Staffelpause auch ohne Umwege gleich voll durch. Doch bevor es Tote bei einer drohenden Schlacht zwischen den Kampfschiffen Pegasus und Galactica gibt, rettet ein glücklicher Zufall allen Beteiligten das Leben. So wird zwar das versprochene Action-Fest auf die nächste Folge vertagt, dennoch ist auch Teil 1 dieses Zweiteilers mehr als nur ein bedächtiges Vorspiel. Dafür gibt es viel zu viele Intrigen, Tränen, Hass und schockierende Wahrheiten, die – nicht nur, aber auch – unter Alkoholeinfluss herauskommen. Außerdem gibt es Antworten auf die Fragen, was denn aus dem ehemaligen Pegasus-Captain wurde und was sogar ein gestandenes Schlachtross wie Adama den Glauben an die Menschheit verlieren lässt.
2 Stunden 13 Minuten
Es ist wieder einmal Zeit für ein One-and-Done bei #Spielfilmen, und diesmal trifft es den US-Horror-Shootingstar Jordan Peele. Dabei hätten wir uns durchaus gewünscht, über mehr als nur drei Peele-Kracher zu sprechen, doch seit Nope (2022) ist es bedauerlich still um den Regisseur geworden. Dafür ist sein überschaubares Oeuvre umso feiner, beginnend mit Get Out (2017), der von Kritik und Publikum bereits kurz nach Erscheinen als moderner Klassiker gefeiert wurde. Aber wie frisch guckt sich des gesellschaftskritische Horror knapp zehn Jahre später? Besser denn je, wie wir finden. Und mit dem ambitionierten und tonal sprunghaften Wir (Us, 2019) legte Peele gleich doppelt so ambitioniert nach. Allein zum dritten Film gehen unsere Meinungen etwas auseinander, sind aber trotz dramaturgischer Schwächen sehr angetan von der pittoresken Weirdness von Nope.
1 Stunde 11 Minuten
Der Name des Midseason-Finales ist Programm: Die PEGASUS kommt! ... und mit ihr ein Kampfstern voller Probleme und einer toxischen Besatzung. Das sorgt zwar für jede Menge Schmerz, Stress und Kummer für die Galactica-Crew, aber eben auch für eine der Highlight-Episoden der zweiten Staffel. Frak yeah!