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FrauenFunk.at! Archiv

84 Episoden
24 Minuten
Im Gespräch mit Jana-Sophie Heumader ging’s gleich ums große Ganze. Feminismus alleine reiche schon lange nicht mehr aus, sagt sie. Es gehe auch um Rassismus, um Klimaschutz, um Diskriminierung von Behinderten und allen Menschen, die irgendwie anders sind als die Norm. Und dagegen müsse man antreten. Radikalität und Konsequenz seien vonnöten, wenn wir wirklich etwas verändern wollen. Und das müssten wir, sagt Jana-Sophie. Ich spürte sofort eine große Last auf ihren Schultern, die sie hoffentlich nicht erdrückt. Dass die 22jährige aber eine große Ernsthaftigkeit antreibt, ist in unserem Gespräch von Anfang an spürbar.
27 Minuten
Als Sprecherin des Klimavolksbegehrens wurde sie DAS Gesicht der österreichischen Ökologiebewegung. 2020 haben das Volksbegehren 380.000 Menschen in Österreich unterschrieben. Schon davor war Katharina Rogenhofer als Gründerin von „Fridays for Future Österreich“ als ernstzunehmende Klimaschutzexpertin aufgefallen. Die 27jährige hat in Wien Zoologie studiert. Sie merkte aber, dass das Thema Artenvielfalt wenig mit angewandter Wissenschaft zu tun hat. Für ihr Masterstudium wollte sie etwas mit mehr Praxis und auch eine Richtung, die Schnittpunkte mit Sozial- und Gesellschaftspolitik bietet. „Denn es ist ja keine naturwissenschaftliche Frage, was wir schützen und wie wir die Natur erhalten, sondern es ist eine zutiefst gesellschaftspolitische Frage,“ sagt Rogenhofer. Das richtige Studium für sie war dann „Biodiversity, Conservation and Management“ an der Universität Oxford in Großbritannien.
25 Minuten
Ich traf zum ersten Mal auf Paula Kramar, als sie als Gast bei einer ZIB-Sitzung dabei war und mich anschliessend staunend fragte, warum ich bei der Sitzung die einzige Frau sei? Gäbe es denn im der Redaktion nicht mehr Führungsfrauen? Gibt es natürlich, aber zugegeben, es war oft ein bisschen einsam als Frau am ovalen Planungstisch. Aber so kamen Paula und ich ins Gespräch und sie gefiel mir auf Anhieb mit ihrer Natürlichkeit, ihrer Intelligenz und ihrem sprühenden Wesen und auch weil sie sich kein Blatt vor den Mund nimmt. Nach der Matura ging sie an die Universität Heidelberg, um Mathematik zu studieren. Corona machte dem bald ein Ende und Mathematik war dann doch vielleicht eh nicht das Richtige für sie, sagt sie. Derzeit studiert Paula Kramar, die Tochter der Journalisten Ulla Kramar-Schmid und Konrad Kramar, an der Wirtschaftsuni in Wien Volkswirtschaft. Auch hier beeinflusst Corona das Studium natürlich sehr stark, da alle Vorlesungen seit ihrem Studienbeginn virtuell stattfinden mussten.
25 Minuten
Sie gehört zu den jungen Frauen im Nationalrat, die 2017 ins Parlament eingezogen sind. Seit Juni 2021 steht sie an der Spitze der SPÖ-Frauenorganisation. Vorgeschlagen wurde die 28jährige Oberösterreicherin Eva-Maria Holzleitner von ihrer Vorgängerin in dieser Funktion, Gabriele Heinisch-Hosek. Diese nennt sie als eine ihrer Vorbilder. Aber auch Johanna Dohnal, Barbara Prammer und Maria Berger sind sozialdemokratische Frauen, denen sie nacheifern will. Und zu tun gebe es hier viel, denn die Gleichbehandlung aller Menschen sei nach wie vor das Ziel Nummer eins des Feminismus. Eva-Maria Holzleitner wurde in Wels geboren. Die Sozialdemokratie habe in ihrer Familie keine Rolle gespielt, sagt sie. Ihr Vater hatte eine Landwirtschaft und ihre Großeltern waren beim Bauernbund und wählten ÖVP. Auch ihre Großeltern mütterlicherseits wählten als mittelständische Unternehmer „eher konservativ“. „Da können Diskussionen schon sehr hitzig sein,“ sagt Holzleitner. Aber einige in ihrer Familie konnte sie schon überzeugen, dass das Soziale wichtig ist. Und vor allem ihre Mutter habe sie immer bestärkt, dem zu folgen, woran sie glaube.
26 Minuten
Sie ist ein rundum erfrischendes Wesen. Sie lacht gerne und viel, sie spricht druckreif und gescheit über die Dinge, die ihr wichtig sind. Mit Fides Johanna Raffel (28) lässt es sich trefflich diskutieren und natürlich auch ein wirklich feines Podcastgespräch führen, denn sie ist durch und durch eine moderne, aufgeschlossene junge Frau. Ihr Vorname, über den sie sich selbst ein bisschen lustig macht („Mich fragen viele, ob ich mit Viktor Orban verwandt bin!“) heißt schließlich auch Glaube und Vertrauen. Sie glaubt an sich selbst und vertraut auch gerne auf andere.
25 Minuten
Quotentechnisch ist in der Österreichischen Hochschülerschaft etwas weitergegangen. Als heuer der Vorsitz neu gewählt wurde, standen mit Ausnahme des Kandidaten des Rings Freiheitlicher Studierender ausschließlich Frauen in den Spitzenpositionen zur Wahl. Und sie werden sich in den kommenden Jahren die Arbeit auch aufteilen. Als erste tritt Sara Velić an und übernimmt die Führung in der ÖH. Dass sie aus dem vorarlbergischen Dornbirn stammt, hört man ihr nicht an. Die 21-jährige mit der runden Goldrandbrille spricht lupenreines Hochdeutsch, wie es sich für eine junge Intellektuelle gehört. Aufmerksam wurde ich auf sie, weil sie in einem Interview davon sprach, dass es für die Frauen in der ÖH Führung bei Verhandlungen mit Männern auch immer einen „safe space“ für Frauen geben müsse. Wenn sich die Gemüter zu sehr erhitzen, dann müssen die Männer schon mal kurz den Raum verlassen, damit sich alle wieder sammeln können.
27 Minuten
Sie ist eloquent, intelligent und sieht gut aus. Sie ist gebildet, mutig und redet Klartext. All das hat sich Melisa Erkurt (30) hart erarbeitet. Denn als sie zu Beginn der Neunzigerjahre des vorigen Jahrhunderts zusammen mit ihrer Mutter vor den Kriegswirren des Bürgerkrieges aus dem bosnischen Sarajevo flüchtete, war das für die ganze Familie sehr hart. Ihr Vater blieb während der gesamten Kriegszeit in Bosnien und kam erst nach Kriegsende nach Österreich. Melisa wuchs in Niederösterreich auf, ging dort in die Schule, lernte Deutsch. In Wien studierte sie Lehramt und arbeitete schon während des Studiums beim Magazin “Biber”, das vorwiegend von Migrant*innen produziert wird. Der ORF hatte zwischenzeitlich eine Art Austauschprojekt mit “Biber” und vielen von uns fiel Melisa auf, weil sie gescheite Sachen sagte und journalistisch sehr begabt ist.
26 Minuten
Anna-Theresa Krug sagt selbst, dass sie sich als Jugendliche überhaupt nicht für Frauen interessiert hat und auch nicht besonders gut mit Frauen konnte. “Ich war ein echtes Männermädel.” Doch in einer Krise fiel ihr auf, dass sie sich nicht wohl fühlte damit und dass es an ihr lag, dass sie weniger Freundinnen als Freunde hatte. Und dann begann die heute 27jährige sich mit sich selbst zu beschäftigen. Anna-Theresa Krug hatte schon einen Bachelor in Kommunikationswirtschaft und einen Master in E-Commerce. Nach sechs Jahren in der Konzernwelt schlug sie aber einen neuen Weg ein, verließ den “sicheren, gut bezahlten Job” und entschied sich für eine Coachingausbildung. Derzeit macht sie auch noch eine Ausbildung zur Lebens- und Sozialberaterin. Sie möchte Frauen dabei unterstützen, eine erfüllende Beziehung zu sich selbst und anderen aufzubauen.
23 Minuten
Wen immer man fragt, über Julia Pabst (Jahrgang 1999) bekommt man immer eines zu hören: Sehr selbstständig, hat dutzende super Ideen, ist unglaublich fleissig und einsatzfreudig und kennt sich bei social media Kampagnen aus. So eine hat sie dann auch für das Wirtschaftsmagazin “Trend” konzipiert, wo sie zweimal ein Praktikum gemacht hat. Auch privat ist sie auf Twitter und Instagram sehr aktiv. Die gebürtige Steirerin kam früh zur Fotografie. Auf der LIK Akademie in Graz hat sie den Diplomlehrgang Fotografie und Bildbearbeitung besucht und dann im Herbst 2017 an der Fachhochschule in Wien mit dem Lehrgang für Journalismus und Mediamanagement begonnen, den sie heuer mit einem Bachelor abgeschlossen hat. Während ihres FH-Studiums hat sie zahlreiche journalistische Praktika absolviert wie etwa bei der Tageszeitung “Die Presse”, im ORF-TV-Magazin “Eco” und im ORF-Büro in Brüssel. Davor war sie schon im ORF-Landesstudio Steiermark tätig.
27 Minuten
Elisabeth Lechner ist eine junge, eloquente, quirlige Frau mit einen kurzen dunkelhaarigen Bob und flinken Augen. Sie redet viel mit den Händen. Und sie hat wirklich viel zu sagen. Ihr Buch „Riot, don`t Diet“ fokussiert auf zentrale Themen, die Frauen im 3. Jahrtausend bewegen: body shaming, body positivity und lookism; und dass unsere Gesellschaft inklusiver werden muss, wenn sich auch wirklich etwas ändern soll im Leben von Menschen. Auch im Leben jener Menschen, die „anders“ sind: also etwa nicht im herkömmlichen Sinn schön, oder behindert, oder schwarz. Wenn wir das, so schreibt Lechner, nicht hinbekommen, werden wir auf dieser Welt nicht weiterkommen. Nicht bei den Menschenrechten, nicht in der Ökologie- und Umweltbewegung, nicht im Feminismus. Die knapp über 30jährige stammt aus einer niederösterreichischen, wie sie selbst sagt „politisch konservativen“ Bauernfamilie. All das wurde ihr also nicht in die Wiege gelegt. Aber während des Studiums an der Universität Wien stieß sie auf so viele Fragen und die mussten beantwortet werden. Und sie werden in ihrer christlich-sozialen Familie auch heftig diskutiert.
26 Minuten
„Equalizent“ ist eine Schulung- und Beratungs GmbH für gehörlose und gehörbehinderte Menschen. Dort arbeitet Nicole Osimk als Projektleiterin. Sie ist ausgebildete Sozialarbeiterin und die Inklusion von Menschen mit Behinderungen ist ihr wichtig. Wichtig sind ihr generell Menschenrechte. Seit Beginn ihres Studiums 2014 engagiert sie sich in diesem Bereich als Aktivistin für Menschenrechte und arbeitet freiberuflich als Menschenrechtsbildnerin an Wiener Schulen. Und Frauenrechte sind für sie unverzichtbare Menschenrechte.
27 Minuten
Nadja Riahi ist im Frauennetzwerk-Medien, durch das wir einander kennen, mitverantwortlich für alle Social-Media-Agenden auf Facebook, Instagram und Twitter. Sie betreut ausserdem den Newsletter und die Website. Die 27-jährige ist also durch und durch "digital native" und bekennende Feministin: „Ich habe Feminismus in meinem journalistischen Portfolio, weil mir das Thema am Herzen liegt, denn ich finde, dass viel mehr Menschen darüber reden sollten.“
27 Minuten
Auf Instagram findet Ihr sie unter @thehollywilkinson und so heißt sie auch bei mir: THE Holly Wilkinson. Die 30jährige ist ein gutes Beispiel für eine sehr moderne Frau: bilingual aufgewachsen, gute Bildung trotz einiger Hürden bewältigt, fixe Anstellung in einem renommierten Fitnessclub in Wien, "fed up with her professional environment". Und so hat sie ihr eigenes Startup gegründet. Sie berät Menschen virtuell und real zum Thema Ernährung und Bewegung. Und ihre Tipps sind goldrichtig: „Lasst kein Nahrungsmittel aus (auch Schokolade ist erlaubt), achtet auf die gute Balance, hört auf euren Körper, bewegt euch."
23 Minuten
Franzi Kreis ist mit ihren knapp 30 Jahren ein Multitalent. Die gelernte Fotografin hat zwei ganz unterschiedliche und doch verwandte Kunstprojekte mit Fotos und Tonaufnahmen geschaffen: „Finding Motherland“ und „Father Earth“. In ersterem hat sie 45 Frauen im Alter zwischen neun und 96 Jahren zum ihren Müttern befragt und hat sie dabei auch fotografiert. Das Ganze wurde in Form einer Wanderausstellung der Öffentlichkeit präsentiert. Das österreichische Kulturforum in Moskau hat sie im Rahmen dieses Projekts eingeladen, auch Russinnen zu diesem Thema zu fragen und zu fotografieren. Letztlich hat Franzi Kreis tausende Kilometer zurückgelegt, um Frauen zu befragen.
24 Minuten
Ok, es ist vielleicht nicht jedenfraus Sache, sich mit ihrer Vulva zu beschäftigen. Aber als Gloria Dimmel ihr Projekt mit den Gipsabdrücken von Vulven startete, da war ihr nicht klar, welchen Bedarf es dafür offenbar gibt. Seit nunmehr 4 Jahren veranstaltet Gloria Dimmel Sessions mit Frauen, bei denen jede einen Gipsabdruck von ihrem Geschlechtsteil macht. Gesehen wird das als Brechen eines Tabus und ein Durchbrechen der Scham, die viele Frauen damit noch immer verbinden. Für Gloria Dimmel ist es ein zutiefst feministisches Projekt, was sich auch in mehreren Ausstellungen bestätigte. Inzwischen hat sie das Projekt weiterentwickelt und es gibt dazu auch ein eigenes „Murmury“. Mehr darüber erfahrt Ihr auf der Website von Gloria (www.gloriadimmel.com).
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