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Tagesgespräch Archiv

100 Episoden
27 Minuten
Russische Angriffe zu jeder Tages- und Nachtzeit gegen die Ukraine haben eine neue Intensitätsstufe erreicht und prägen den Alltag der Menschen mit Tod und Zerstörung. Was bedeutet diese Ausweitung des Krieges für die Bevölkerung? SRF-Osteuropa-Korrespondentin Judith Huber ist zu Gast. Russland hat seine Angriffe auf die Ukraine in den vergangenen Wochen deutlich verstärkt. Tag und Nacht würden Menschen und zivile Infrastruktur angegriffen, sagt SRF-Osteuropa-Korrespondentin Judith Huber. Zu den Zielen gehörten unter anderem Rechen- und Geschäftszentren, Wohnhäuser und Züge. Für die Bevölkerung hat das dramatische Folgen. Judith Huber ist zu Gast bei David Karasek.
27 Minuten
Die Solothurner SP-Nationalrätin Farah Rumy weibelt im Parlament für ein neues Informations- und Besucherzentrum beim Bundeshaus. Vom 44 Millionen Franken teuren Projekt verspricht sie sich, dass es die helvetische Demokratie stärkt. Am Mittwoch trifft der Nationalrat einen ersten Entscheid. Wäre das Bundeshaus ein Museum, wäre es ein Erfolgsprojekt. Pro Jahr nehmen auf den Zuschauertribünen rund 100'000 Besucherinnen und Besucher Platz. Die Auslastung ist vor allem während der Sessionen derart gross, dass Besucher abgewiesen werden müssen. Das sei bedauernswert und nicht im Sinn der Demokratie, sagt die Solothurner SP-Nationalrätin Farah Rumy. Als Delegierte der sogenannten Verwaltungskommission von National- und Ständerat setzt sich Rumy dafür ein, dass der Bund in einem ehemaligen Bankgebäude direkt beim Bundeshaus ein Besuchs- und Informationszentrum einrichten kann. Dieses soll Besuche im Bundeshaus nicht ersetzen, aber ergänzen. Farah Rumy spricht von einem Ort, den Besucherinnen und Besuchern aus der Schweiz und aus dem Ausland die Schweizer Demokratie näherbringt und die Demokratie insgesamt stärkt. Im Zentrum können unter anderem Debatten live mitverfolgt und Veranstaltungen abgehalten werden. Ganz unumstritten ist das 44 Millionen Franken teure Projekt nicht. Farah Rumy war Gast im Tagesgespräch bei Philippe Reichen.
26 Minuten
Symbolik und wenig Durchbrüche beim Treffen von Xi und Trump. Die Lage ist fragil: China bereitet sich auf eine Übernahme Taiwans vor, 2028 wird entscheidend für Taiwan, mit Wahlen in den USA und Taiwan, sagt Simona Grano, Leiterin des Forschungsbereichs China-Taiwan-Beziehungen an der Uni Zürich. Die Konkurrenz zwischen USA und China ist gross: Wirtschaftlich, aber auch bei der geopolitischen Wirkungsmacht. Der Austausch zwischen den beiden Staatsoberhäuptern Xi Jinping und Donald Trump nimmt zu. Nach dem Besuch von Xi im Weissen Haus sind bereits neue Treffen geplant. Was heisst dies für die Beziehungen zwischen China und den USA? Was heisst es für die Unabhängigkeit von Taiwan? Und welche Auswirkungen könnten diese Veränderungen weltweit haben? Die Sinologin Simona Grano ist Direktorin vom Taiwan Studies Project und Leiterin des Forschungsbereichs China-Taiwan-Beziehungen an der Universität Zürich. Simona Grano ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
29 Minuten
Viele Zentralbanken heben den Leitzins an. Die Schweizerische belässt ihn bei Null. Sind wenigstens Negativzinsen nun vom Tisch? Was wenn die anderen Zentralbanken die Zinsen weiter anheben und was hält die SNB vom Stand der Lex UBS? Fragen an SNB-Präsident Martin Schlegel. Sparerinnen und Sparer würden sich freuen, wenn die Zinsen auch in der Schweiz endlich wieder ein bisschen steigen würden. In vielen Ländern geschieht das derzeit. In der Schweiz aber belässt die SNB den Zins, der den Sparzinsen den Weg vorgibt, den Leitzins unverändert bei Null Prozent. Das, obwohl die Wirtschaft robust wächst und auch die Inflation steigt. Wie erklärt die Nationalbank ihre Zurückhaltung? Der Franken, der jahrelang insbesondere aus Sicht der Exporteure zu stark war, schwächelt seit ein paar Monaten. Wie viel schwächer darf er werden? Und, wäre nicht jetzt die Gelegenheit, um den riesigen Devisenberg, den die SNB in den letzten Jahren angehäuft hat, abzubauen? In ihrer Rolle als Hüterin der Finanzstabilität hat sich die Nationalbank auch zur sogenannten Lex UBS geäussert. Nun hat der Ständerat ein Modell gutgeheissen, dass von der einzigen verbliebenen Grossbank der Schweiz verlangt, ihre Tochtergesellschaften im Ausland mit 90 Prozent Eigenkapital zu unterlegen. Reicht das? Und, was sagt der SNB-Präsident zur Kritik von UBS-Chef Sergio Ermotti, Nationalbank und Finanzmarktaufsicht würden mit der Forderung nach Verschärfungen der Eigenkapitalregeln von ihren eigenen Verfehlungen beim Untergang der Credit Suisse ablenken? Nationalbank-Präsident Martin Schlegel stellt sich den Fragen von Klaus Ammann. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.
26 Minuten
Die CDU steckt in einer historischen Krise, Kanzler Friedrich Merz kämpft um Vertrauen. Merz-Biografin Mariam Lau erklärt, warum er zum Gesicht der Krise geworden ist und was der CDU jetzt droht. Die CDU steckt nach den jüngsten Landtagswahlen tief in der Krise. Für die Journalistin und Merz-Biografin Mariam Lau ist Friedrich Merz dabei nicht nur Teil des Problems: Er sei zum Gesicht einer viel grösseren Krise Deutschlands geworden. Im «Tagesgespräch» spricht Lau über einen Kanzler, dem es schwerfällt, Nähe zur Bevölkerung herzustellen, über seine überraschend emotionale Seite und über eine CDU, die aus ihrer Sicht vor den Trümmern alter Gewissheiten steht. Auch die Stärke der AfD und die Zukunft der deutschen Volksparteien sind Thema. Mariam Lau ist Berlin-Korrespondentin der Zeitung «Die Zeit», langjährige Kennerin der CDU und Merz-Biografin. Sie ist zu Gast bei David Karasek.
26 Minuten
Haben Schweizer Behörden den Nazi-Verbrecher Josef Mengele gedeckt? Antworten erhoffte man sich aus den Akten des Schweizer Nachrichtendienstes (NDB). Kürzlich wurden sie freigegeben, allerdings in Teilen geschwärzt. Das sei Zensur, sagt der Historiker Gérard Wettstein bei Simone Hulliger. Die Akten des NDB waren bis jetzt nicht zugänglich. Dagegen wehrte sich Wettstein – mit Erfolg: am 10.9.2026 wurden die Akten der Öffentlichkeit offengelegt. Es wurden aber Stellen geschwärzt, um Quellen oder Personen zu schützen, so der NDB. Die Akte unterliegt nach wie vor einer Schutzfrist. Wettstein wird den Fall weiterziehen und beim Bundesverwaltungsgericht Einsprache gegen die Schwärzungen erheben. Welche Verbindungen hatte der Nazi-Verbrecher in die Schweiz? Welche Erkenntnisse lassen sich aus den veröffentlichten Akten gewinnen? Und wie behindern die Schwärzungen die Geschichtsforschung?
26 Minuten
Wer Kinder hat, kennt die Zweifel: Fördere ich mein Kind genug? Bin ich zu streng oder zu nachgiebig? Zu viel Bildschirm, zu wenig Zeit und der Spagat zwischen Beruf und Familie. Der Entwicklungspädiater Oskar Jenni sagt: Eltern machen es besser, als sie selbst glauben. Aber der Druck steige. Familien stehen heute unter enormem Druck, sagt Entwicklungspädiater Oskar Jenni. In seinem neuen Buch will er Eltern Halt geben. Doch warum ist der Leistungsdruck so gross geworden? Und weshalb zeigen sich gerade in Familien die Folgen des gesellschaftlichen Wandels besonders deutlich? Oskar Jenni ist Kinderarzt und leitet die Entwicklungspädiatrie am Universitäts-Kinderspital Zürich. Er veröffentlicht ein Buch mit Antworten auf 99 Elternfragen. Oskar Jenni ist zu Gast im Tagesgespräch bei David Karasek.
27 Minuten
Fredy Gsteiger berichtet als diplomatischer Korrespondent von SRF von der Uno-Generalversammlung in New York. Im Vorfeld werfen ein Grönland-Abkommen, das Treffen von Trump und Selenski oder die Wahl der neuen Uno-Spitze ihre Schatten voraus. Die Uno muss sparen, allein das World Food Programme musste 6000 Stellen streichen. Die internationale Zusammenarbeit beschränkt sich immer mehr auf humanitäre Hilfe. Fredy Gsteiger spricht vom «Armenhaus» Uno, was auch am Hauptsitz sichtbar wird. Dennoch ist die Anziehung der Generalversammlung riesig, eine grosse Mehrheit der Mitgliedstaaten nimmt teil. Auch die Schweiz ist mit Bundespräsident Guy Parmelin und Aussenminister Ignazio Cassis vertreten. Wie wird in diesem «Biotop» das Abkommen zwischen Grönland und den USA diskutiert? Welche Bedeutung haben die Treffen am Rande, beispielsweise zwischen dem ukrainischen und dem amerikanischen Präsidenten? Fredy Gsteiger ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
27 Minuten
Es ist die Zeit der Erntedankfeste. Doch den Bäuerinnen und Bauern ist nicht ums Festen zu Mute. Der Hitzesommer hat die Landwirtschaft hart getroffen. Welche Lehren zieht der Bauernverband aus den letzten Monaten? Zu wenig Wasser, ausgetrocknete Böden: Der Sommer war für die Bäuerinnen und Bauern belastend. Welchen Einfluss haben diese Monate auf die Ernte? Gibt es genügend Heu für den Winter? Und wie will man sich wappnen für weitere trockene Phasen? Ausserdem spricht Rufer über das Mercosur-Abkommen. Der Bauernverband liess sich die Zustimmung etwas kosten: Fast eine halbe Milliarde Franken gibt es für die Bäuerinnen und Bauern. Wirtschaftsvertreter sprachen von Erpressung. Rufer nimmt Stellung zu diesem Vorwurf. Er ist zu Gast bei Simone Hulliger.
29 Minuten
Italien nimmt noch immer kaum Asylsuchende von der Schweiz zurück, obwohl es dafür zuständig wäre. Wann setzt die EU ihre Regeln durch? Und was bringen die diese Woche angekündigten Verschärfungen im Asylrecht? Kritische Fragen an EU-Migrationskommissar Magnus Brunner. Seit fast vier Jahren nimmt Italien Asylsuchende nicht mehr zurück, für die es eigentlich zuständig wäre. Mit dem Inkrafttreten des EU-Asylpakts Mitte Juni hätte Italien seinen Pflichten eigentlich wieder nachkommen sollen. Doch es harzt weiterhin. Wann greift die EU-Kommission durch? Migrationskommissar Magnus Brunner nimmt Stellung. Nicht nur Italien, auch Länder wie Deutschland strapazieren die europäischen Regeln zum Teil deutlich: Zum Leidwesen der Schweiz führt Deutschland auch an der Schweizer Grenze Kontrollen durch. Wie lange toleriert dies Brüssel noch? Und: Wenn sich Staaten wie Deutschland Grenzkontrollen erlauben, weshalb sollte dies die Schweiz nicht auch dürfen, wie das die SVP verlangt? Seit Ceuta und auch angesichts des Aufstiegs von rechten Parteien in Europa wächst der Druck auf die EU-Asylpolitik. Diese Woche hat Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen neue Krisenregeln angekündigt: Bei einem Massenansturm von Migranten wie Ende Juli in Ceuta sollen die Staaten von den normalen Asylstandards abweichen dürfen. Werden damit sogenannte Pushbacks, also Zurückweisungen ohne Asylverfahren, legalisiert? Magnus Brunner erläutert die Pläne der EU und macht deutlich: Wichtige rechtsstaatliche Fragen sind noch ungeklärt. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie hier jeweils die aktuelle Ausgabe der Samstagsrundschau.
27 Minuten
Noch nie hat ein Springreiter vor Steve Guerdat sämtliche Titel gewonnen: Olympiasieger, Welt- und Europameister und Weltcupsieger. Guerdats Karriere gleicht ebenfalls einem Parcours mit vielen Hürden. Beispielsweise hat er auf Geld und Spitzenpferde verzichtet, um für die Schweiz zu starten. Auf seiner 13-jährigen Stute Dynamix de Bélhème ritt Steve Guerdat in Achen zum Weltmeistertitel. Im zürcherischen Elgg trainiert und pflegt der gebürtige Jurassier mit seinem Team 25 Pferde. Der Grossvater war Pferdehändler, sein Vater ritt 20 Jahre in der Schweizer Nationalmannschaft und nahm ebenfalls an den Olympischen Spielen teil. Trotzdem fiel Steve Guerdat die Entscheidung als Teenager zwischen Fussball und dem Reitsport nicht leicht. Für die Karriere als Profireiter musste Guerdat auch im übertragenen Sinne viele Hürden überspringen: Sponsoring nahm er nicht um jeden Preis an, einen Dopingvorwurf musste er entkräften und unter seinem Einsatz für die Pferde litt seine eigene Gesundheit. Steve Guerdat ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
26 Minuten
Der Rücktritt von Seco-Chefin Helene Budliger kommt überraschend. Bundespräsident Guy Parmelin wurde persönlich informiert und nimmt es pragmatisch. Im Tagesgespräch spricht er auch über die Spekulationen um seinen eigenen Rücktritt, das umstrittene Mercosur-Abkommen und die Trockenheit. Staatssekretärin Helene Budliger Artieda hat überraschend ihren Rücktritt bekannt gegeben. Die Chefin des Staatssekretariats für Wirtschaft verlässt ihr Amt per Ende März 2027. Wirtschaftsminister Guy Parmelin bedauert den Abgang einer seiner wichtigsten Mitarbeiterinnen. Im Tagesgespräch spricht er auch über die aktuellen Verhandlungen betreffend den US-Zöllen, über das Mercosur-Abkommen und seine Erfahrungen in diesem Hitzesommer. Der Bundespräsident ist zu Gast bei Daivd Karasek.
26 Minuten
Die Zugreisenden sind zahlreich und zufrieden, die Züge fahren pünktlich. Bloss: Wie lange bleibt das so? Beim Unterhalt der Infrastruktur ist die SBB im Rückstand. Drohen deutsche Verhältnisse, wenn das Schienennetz marode wird? Der SBB-Chef Vincent Ducrot ist zu Gast bei Simone Hulliger. Die Zahlen für das erste halbe Jahr 2026 sind für die SBB erfreulich. Noch nie waren so viele Zugreisende unterwegs. Doch beim Unterhalt hinkt die SBB hinterher, viel Geld fliesst in neue Projekte. Braucht es beim Ausbau einen Marschhalt? Was hält Ducrot von der Kritik der Eidgenössischen Finanzkontrolle am Projekt «Verkehr 45» und welche Aufgaben wird in Zukunft KI bei der SBB übernehmen? Ducrot wird im nächsten Jahr pensioniert. Im «Tagesgespräch» erzählt er, was es mit dem «Bahngeist» auf sich hat und warum ein Nachfolger, eine Nachfolgerin diesen unbedingt kennen sollte. Vincent Ducrot ist seit 2020 Konzernchef der SBB.
26 Minuten
Weniger Stellen, mehr Digitalisierung und künstliche Intelligenz, KI: SRF-Direktor Roger Elsener erklärt, wie er SRF umbauen will, wo das Publikum die Sparmassnahmen spüren wird und warum Journalismus für ihn auch künftig Menschensache bleibt. SRF muss im kommenden Jahr knapp 10 Millionen Franken einsparen. Gründe sind die Senkung der Medienabgabe, der Wegfall des Teuerungsausgleichs und tiefere Werbeeinnahmen. Geplant sind der Abbau von 38 Vollzeitstellen und Anpassungen im Programm. Wie geht SRF-Direktor Roger Elsener vor? Roger Elsener ist seit Mai 2026 Direktor von Schweizer Radio und Fernsehen (SRF). Der Zuger studierte Publizistik an der Universität Zürich und begann seine Medienkarriere unter anderem beim Privatsender 3+, wo er Unterhaltungsformate wie «Bauer, ledig, sucht» und «Der Bachelor» mitprägte. Danach wechselte er zu CH Media und verantwortete dort während mehr als zehn Jahren verschiedene Bereiche, zuletzt Entertainment und TV. Roger Elsener ist zu Gast bei David Karasek.
25 Minuten
Die Resultate der Parlamentswahlen deuten einen Machtwechsel an. Der linke Block könnte die Regierung übernehmen. Was heisst das für Schweden? Welche Lehren lassen sich ziehen für den Umgang mit rechtspopulistischen Parteien? Nordeuropa-Korrespondent Bruno Kaufmann ist zu Gast bei Simone Hulliger. Die rechtsnationalen «Schwedendemokraten» haben für viele überraschend Stimmen eingebüsst, zum ersten Mal seitdem sie im Parlament sitzen. Woran liegt das? Auch die Sozialdemokraten haben Wähleranteile verloren, bleiben aber stärkste Kraft. Wie kann eine neue schwedische Regierung aussehen? Wie haben die letzten vier Jahre mit einer bürgerlichen Regierung, unterstützt von den «Schwedendemokraten», das Land verändert? Bruno Kaufmann berichtet seit 1990 über Nordeuropa.
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