Tagesgespräch Archiv
100 Episoden
25 Minuten
Seit Sommer 2023 ist Félix Baumann Botschafter der Schweiz in der Ukraine. In diesen Jahren habe er viele Menschen getroffen und viele Kontakte geknüpft, sein Bild der Ukraine habe sich verändert, sagt er. Bevor im Juli seine Amtszeit endet, ist er zu Gast bei Simone Hulliger. Félix Baumann war es wichtig, das Land zu bereisen, auch Gebiete zu besuchen, die nahe der Front sind. Es sei eindrücklich gewesen, wenn Menschen ihm für die Unterstützung der Schweiz gedankt hätten. Viel Zeit habe er auch gebraucht, um den Ukrainerinnen und Ukrainern die Neutralität der Schweiz zu erklären. Im «Tagesgespräch» erzählt er von schlaflosen Nächten, erklärt, warum private Schweizer Unternehmen in der Ukraine beim Wiederaufbau helfen sollen und ob er ein Fenster für Verhandlungen sieht.
29 Minuten
«So nicht, lieber Bundesrat», titelt die FDP diese Woche. Die Freisinnigen wollen mehr sparen und auf keinen Fall eine höhere Mehrwertsteuer für die Aufrüstung. Wie soll das gehen? Und: Warum der Konfrontationskurs mit Karin Keller-Sutter? Kritische Fragen an FDP-Co-Präsident Benjamin Mühlemann. Satte Gewinne vor allem der Pharmaindustrie lassen beim Bund die Steuereinnahmen sprudeln. Wegen dieser Entwicklung sei keine zusätzliche Sparrunde mehr nötig, sagt der Bundesrat. Und die Mehrwertsteuer zugunsten von Armee und Aufrüstung könne nun weniger stark steigen. Die FDP reagiert heftig und verlangt, dass der Bundesrat an weiteren Sparmassnahmen festhält. Weshalb? Und: Wie sieht es bei der FDP mit der eigenen Spardisziplin aus? FDP-Co-Präsident Benjamin Mühlemann stellt sich kritischen Fragen. Auch bei der Armeefinanzierung geht die Partei auf Konfrontationskurs mit der eigenen Finanzministerin. Karin Keller-Sutter sagt: Die fehlenden zwei Milliarden Franken pro Jahr liessen sich kaum anders finanzieren als über eine höhere Mehrwertsteuer. «Wir hatten Entlastungsmassnahmen, wir hatten Mehreinnahmen, viel mehr kann man nicht mehr machen», so die FDP-Bundesrätin. Der Parteichef widerspricht. Doch die Vorschläge der FDP haben es in sich: Sie ist bereit, die Armee zu Lasten der Kantone und zum Teil unter Umgehung der Schuldenbremse zu finanzieren. Wie freisinnig ist das? Thema in der Samstagsrundschau ist schliesslich auch die Entwicklungszusammenarbeit. Diese Woche hat der Bundesrat Kürzungen beschlossen, vor allem aber auch einen massiven Umbau – weg von langfristigen Entwicklungsprojekten hin zur humanitären Hilfe, zur Nothilfe also. Die FDP möchte noch mehr sparen bei der langfristigen Hilfe. Doch selbst Freisinnige warnen vor einem Eigentor für die Schweiz. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.
26 Minuten
Seit einem Jahr ist Michael Feitknecht Chef von Fenaco, einer Agrargenossenschaft mit Milliardenumsatz. Die Verhandlungen zwischen Iran und den USA sind ein Lichtblick auch für den Düngereinkauf, die aktuelle Hitzewelle wird dagegen die Erträge senken. Fenaco baut das Tätigkeitsfeld weiter aus. Ob Mähdrescher, Tierfutter, Staubsauger, Most oder Pommes-Frites: Die Fenaco deckt mit ihrem Tätigkeitsfeld sehr vieles alles ab. Neu führt sie auch Tierarztpraxen oder ist beim Telekomanbieter Quickline beteiligt. Welche Strategie verfolgt der neue Chef? Wie ist Fenaco vom Klimawandel und der Geopolitik betroffen? Und warum interessiert sich die Agrargenossenschaft für den Stadt-Land-Graben? Michael Feitknecht ist zu Gast im Tagesgespräch bei Karoline Arn.
24 Minuten
Zwei schwerer Erdbeben haben Venezuela erschüttert. Die Zerstörungen sind massiv, es wird mit tausenden Todesopfern gerechnet. Wie laufen die Rettungsarbeiten ab? Wie gut ist das Land auf eine solche Katastrophe vorbereitet? Rafael Filliger leitet das Venezuelaprogramm bei Caritas Schweiz. Die Rettungsarbeiten sind angelaufen, nun zählt jede Minute, um Überlebende aus den Trümmern zu retten. Aus dem Ausland, auch aus der Schweiz, wurde Hilfe zugesagt. Die Katastrophe trifft das Land in einem schwierigen Moment. Vor einem halben Jahr haben die USA den Präsidenten Nicolás Maduro festgenommen, aktuell führt die bisherige Vizepräsidentin Delcy Rodríguez das Land als Interimspräsidentin. Rafael Filliger kennt das Land und die harten Lebensumstände vieler Venezolanerinnen und Venezolaner. Seit vier Jahren leitet er bei Caritas Schweiz das humanitäre Programm für Venezuela. Er ist zu Gast bei Karoline Arn.
26 Minuten
Die grosse Hitze beschäftigt auf das Bundesamt für Sport BASPO. Wie treibt man auch in Zukunft sicher Sport? Sandra Felix, Direktorin des BASPO, nimmt im «Tagesgespräch» Stellung, spricht über die Kandidatur der Schweiz für olympische Winterspiele und über Frauenquoten in Sportverbänden. Das BASPO arbeite mit Klimakammern, darin simulieren Spitzensportlerinnen und Spitzensportler klimatische Bedingungen. Damit werden Erkenntnisse generiert, die auch dem Breitensport zu Gute kommen. Sandra Felix erzählt im Tagesgespräch ausserdem, warum sie sich für olympische Spiele in der Schweiz einsetzt, wie sie die Sportförderung neu aufstellen und warum sie an den drei Lektionen Sportunterricht pro Woche festhalten will. Sie ist zu Gast bei Simone Hulliger.
26 Minuten
Heute vor zehn Jahren stimmten die Britinnen und Briten für den EU-Austritt. Seither wechselten in London die Regierungen im Rekordtempo. London steuert nun auf die siebte Regierung zu. Kehrt nun Ruhe ein? Und: Zehn Jahre nach dem Brexit spricht Grossbritannien wieder über das «Schweizer Modell». Lange stand der britische Premier Keir Starmer unter Druck. Die parteiinterne Kritik an ihm und seiner Politik wurde zu gross. Am Montag hat er seinen Rücktritt angekündigt. Mit Andy Burham steht bereits ein möglicher Nachfolger in den Startlöchern. Wieso ist Keir Starmer gescheitert und wofür steht Andy Burham? Und: Heute Dienstag, 23. Juni, ist es genau zehn Jahre her, dass die Britinnen und Briten in einem Referendum darüber abstimmen konnten, ob sie in der EU bleiben oder austreten wollen. Grossbritannien könnte trotz Brexit am Ende ein Verhältnis zur EU entwickeln, das dem der Schweiz ähnelt, sagt SRF Grossbritannien-Korrespondent Michael Gerber. Er ist zu Gast bei David Karasek.
26 Minuten
Bundesrat und Verteidigungsminister Martin Pfister tagt mit der Armeeführung immer wieder im Bunker. Er sagt: «Wir müssen auf den Ernstfall vorbereitet sein». Die Sicherheitslage habe sich weltweit verschärft, das habe direkte Folgen für die Schweiz. Welche? Die USA und Iran beraten auf dem Bürgenstock bei Luzern über das Rahmenabkommen. 2000 Armeeangehörige wurden kurzfristig mobilisiert. Verteidigungsminister Martin Pfister sagt, was das für das VBS bedeutet. Zudem bewertet er die Gefährdung der Schweiz auf einer Skala von 1-10 mit "sieben". Die Schweiz sei bereits heute von Cyberangriffen, Spionage und Sabotage betroffen. Täglich finden Angriffe statt, insbesondere durch russische und chinesische Spione. Weitere Themen: Die Neuausrichtung der Armee, die Probleme bei Waffenbeschaffung und die Armee-Finanzierung. Das ist eine Aufzeichnung des Tagesgesprächs aus dem Kaufleuten in Zürich. Bundesrat Pfister ist zu Gast bei David Karasek.
29 Minuten
Der Nationalrat hat das Freihandelsabkommen der Schweiz mit den Mercosur-Staaten abgelehnt. Eine wesentliche Rolle gespielt hat dabei der Schweizer Bauernverband. Präsident Markus Ritter stellt sich der Kritik, die Landwirtschaft verbaue damit neue Exportmöglichkeiten für Schweizer Unternehmen. Eine ungewohnte Allianz der Linksparteien mit Interessenvertreterinnen und -vertretern der Landwirtschaft hat am Donnerstag im Nationalrat dafür gesorgt, dass das Freihandelsabkommen mit den vier Mercosur-Staaten Argentinien, Brasilien, Paraguay und Uruguay Schiffbruch erlitten hat. Dies, weil sich der Bauernverband mit seiner Forderung nach 880 Millionen Franken Ausgleich für die Landwirtschaft nicht hat durchsetzen können. Der St. Galler Mitte-Nationalrat Markus Ritter nimmt in der «Samstagsrundschau» Stellung zum Vorwurf, die Landwirtschaft agiere gegen die Interessen der Schweizer Wirtschaft. Auch beim Vertragspaket der Schweiz mit der EU, das der Bundesrat als «Bilaterale III» bezeichnet, zeigt sich der Bauerverband äusserst skeptisch. Präsident Ritter beantwortet die Frage, ob die Landwirtschaft bei der absehbaren Volksabstimmung im Nein-Lager sein wird. Und schliesslich ist auch die Kontroverse um das Comeback der Kernenergie Thema in der Sendung. Markus Ritter hat der Vorlage des Bundesrates, mit der das bestehende Bauverbot für neue Kernkraftwerke aufgehoben werden soll, zum Durchbruch verholfen, indem er zusammen mit sechs weiteren Mitte-Nationalräten gegen die eigene Partei gestimmt hat. Markus Ritter stellt sich in der «Samstagsrundschau» den Fragen von Philipp Burkhardt. Ergänzend zum Tagesgespräch finden Sie jeden Samstag in unserem Kanal die aktuelle Samstagsrundschau.
26 Minuten
Wieso wurden die Gespräche heute auf dem Bürgenstock abgesagt? Spitzendiplomat Thomas Greminger über den Rückschlag für einen ohnehin fragilen diplomatischen Prozess zwischen den USA und dem Iran. Eigentlich hätte heute auf dem Bürgenstock ein neues Kapitel im Verhältnis zwischen den USA und dem Iran beginnen sollen. Nach der Unterzeichnung eines gemeinsamen Rahmenabkommens waren die ersten direkten Gespräche geplant. Der Zeitdruck ist enorm: Innerhalb von nur 60 Tagen soll ein endgültiges Friedensabkommen ausgehandelt werden. Doch kurz vor dem Start wurden die Verhandlungen überraschend auf unbestimmte Zeit verschoben. Das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten hat bestätigt: Vorerst finden auf dem Bürgenstock keine Gespräche zwischen Washington und Teheran statt. Ist das nur eine Verzögerung oder bereits ein ernstes Warnsignal für den diplomatischen Prozess? Darüber sprechen wir mit Thomas Greminger, Schweizer Diplomat und Direktor des Genfer Zentrums für Sicherheitspolitik. Er ist zu Gast bei David Karasek.
26 Minuten
In der Schweiz soll der Bau neuer Atomkraftwerke wieder möglich werden. Nach dem Bundesrat und dem Ständerat hat sich nun auch der Nationalrat dafür ausgesprochen. Er hat am Donnerstag den indirekten Gegenvorschlag zur Blackout-Initiative angenommen. Gast ist Michael Frank, Direktor des Verbands Sch Für die Befürworter neuer AKW ist es ein Erfolg: Der Nationalrat hat am Donnerstag mit knapper Mehrheit entschieden, das AKW-Verbot aufzuheben. Er folgt damit dem Ständerat und Energieminister Albert Rösti. Das letzte Wort dürfte jedoch das Stimmvolk haben - die Grünen haben bereits das Referendum angekündigt. Soll die Schweiz neue AKW bauen? Die Diskussion mit Michael Frank, Direktor des Verbands Schweizerischer Elektrizitätsunternehmen (VSE). Er ist zu Gast bei David Karasek.