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Denkmalzeit Archiv

90 Episoden
25 Minuten
Abblätternde Farbe, feine Risse und verborgene Spuren vergangener Jahrhunderte: Restaurator:innen untersuchen historische Oberflächen, entschlüsseln ihre Geschichte und entwickeln Methoden, um wertvolle Kunstwerke für die Zukunft zu bewahren. Wie anspruchsvoll diese Arbeit ist, zeigt sich am Beispiel der barocken Vorhalle der Stiftskirche St. Marien im Kloster Neuzelle. Hier werden aufwendige Wandmalereien und Stuckmarmorflächen konserviert und restauriert.

In der aktuellen Folge der DENKMALZEIT geben Professor Mechthild Noll-Minor, Referatsleiterin für Restaurierung und Bauforschung am Brandenburgischen Landesamt für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseum, und die Restauratorin Dr. Dorothee Schmidt-Breitung Einblicke in ihre Arbeit. Sie erklären, welche Schäden die Kunstwerke bedrohen, wie moderne Untersuchungsmethoden helfen und wie sich der Restaurator:innen-Beruf entwickelt hat.

Das Gespräch führt Anne-Marie Graatz.
42 Minuten
Was hat eine Zahnbürste aus Knochen und Schweineborsten mit Friedrich dem Großen, süßen Speisen und moderner Zahngesundheit zu tun? Zum Tag der Zahngesundheit werfen wir einen Blick auf eine überraschende Geschichte: Bei archäologischen Untersuchungen am Neuen Palais in Potsdam wurde eine rund 250 Jahre alte Zahnbürste entdeckt – vermutlich die älteste archäologisch nachgewiesene Zahnbürste in Berlin und Brandenburg.

Die Zahnbürste zeigt zugleich, wie sehr sich die Mundpflege verändert hat. Im 18. Jahrhundert waren Zahnbürsten vor allem ein Luxusgut. Die harten Schweineborsten konnten das Zahnfleisch reizen und wurden nach damaligen Empfehlungen nur selten verwendet. Mit der zunehmenden Verbreitung von Zucker wurde Zahnpflege immer wichtiger – auch wenn man die tatsächlichen Ursachen von Karies noch nicht verstand.

Friedrich II. legte vermutlich Wert auf die Zahnpflege. Zumindest empfing er 1756 den Zahnarzt Philipp Pfaff (1713–1766), der zu den Wegbereitern der wissenschaftlichen Zahnheilkunde in Deutschland zählt. Bei der Audienz überreichte Pfaff Friedrich II. persönlich seine „Abhandlung von den Zähnen des menschlichen Körpers und deren Krankheiten“, in der er auch Fragen der Zahnpflege und Vorbeugung behandelte. Als Anerkennung seiner Arbeit ernannte ihn der König zum königlich-preußischen Hofzahnarzt.

Anne-Marie Graatz spricht mit Dr. Kay-Uwe Uschmann, Archäologe, und Dr. Susanne Jahns, Fachreferentin für Archäobotanik am BLDAM, sowie mit der Zahnärztin Jacqueline Leese.
42 Minuten
Scheunen, Ställe, Speicher und Werkstätten gehören seit Jahrhunderten zum Bild brandenburgischer Dörfer. Doch viele dieser Gebäude haben ihre ursprüngliche Funktion verloren. Sie stehen leer, verfallen oder verschwinden ganz. Gleichzeitig verändert sich das Leben auf dem Land: Menschen ziehen zu, neue Häuser entstehen, alte werden umgebaut und neue Nutzungen gesucht. Wie kann es gelingen, dabei die Geschichte und Eigenart der Dörfer zu bewahren, ohne sie zu musealisieren?

Dieser Frage widmete sich der Brandenburgische Denkmaltag 2026 im Refektorium des Klosters Doberlug in Doberlug-Kirchhain. Unter dem Motto „LAND IN SICHT! – Dörfliche Nutzbauten zwischen Bedarf und Bewahrung“ kamen Fachleute aus Denkmalpflege, Architektur und Regionalentwicklung mit Initiativen, Eigentümerinnen und Eigentümern sowie Interessierten zusammen. Die neue Folge der DENKMALZEIT nimmt die Hörer:innen mit auf den Denkmaltag.
57 Minuten
Die Extra-Folge der DENKMALZEIT dokumentiert die Podiumsdiskussion anlässlich des brandenburgischen Denkmaltags 2026. Auf dem Podium diskutieren Architekt Dr. Achim Krekeler aus Brandenburg an der Havel, Andrea Nickisch vom Netzwerk Zukunftsorte, Marco Beckendorf, Bürgermeister von Wiesenburg und Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft Historische Dorfkerne, Dr. Kenneth Anders, Programmleiter des Oderbruch Museums Altranft, Prof. Niklas Fanelsa vom Architekturbüro Atelier Fanelsa und Professor an der Technischen Universität München. Die Moderation hatte Dr. Wera Groß vom BLDAM.
40 Minuten
Was verbirgt sich unter der Wasseroberfläche unserer Seen, Flüsse und Meere? Zum internationalen Tag des Kulturerbes unter Wasser widmet sich die neue Folge von DENKMALZEIT der Unterwasserarchäologie – und nimmt uns mit auf eine Reise durch Deutschland, von der Ostsee über den Werbellinsee bis zum Bodensee und darüber hinaus in die Schweiz.

Im Mittelpunkt steht die dritte Tagung des Arbeitskreises für Unterwasser- und Feuchtbodenarchäologie (AKUFA) in Brandenburg an der Havel. Dort kommen Fachleute, ehrenamtliche Bodendenkmalpfleger:innen sowie interessierte Sporttaucherinnen und Sporttaucher zusammen, um sich über ihre Arbeit, neue Methoden und aktuelle Herausforderungen auszutauschen.

Die Gespräche führte Anne-Marie Graatz.
18 Minuten
Jugendliche gestalten Erinnerungskultur in Ravensbrück

Geschichte hinterlässt Spuren – manche sind auf den ersten Blick sichtbar, andere liegen im Boden verborgen. In Ravensbrück haben Schülerinnen eines Leipziger Gymnasiums gemeinsam mit Wissenschaftlerinnen genau nach diesen Spuren gesucht. Dabei ging es nicht nur um archäologische Funde, sondern auch um die Frage, wie Erinnerungskultur heute gestaltet werden kann.

Im Rahmen der „Aktion Schöpfung bewahren“ verbrachten Jugendliche aus Leipzig zwei Wochen in der Mahn- und Gedenkstätte Ravensbrück, um den historischen Ort kennenzulernen und aktiv mitzugestalten. Dabei ging es nicht nur ums Zuhören und Lernen, sondern vor allem ums Mitmachen.

In der ersten Woche entwickelten die Jugendlichen eine neue Informationsstele für die ehemalige Baracke 32. Sie macht die Ergebnisse archäologischer Untersuchungen sichtbar und hilft Besucher:innen, die Geschichte dieses Ortes besser zu verstehen.

Anschließend wurde es praktisch: Gemeinsam mit Archäolog:innen und Grabungstechnikern des BLDAM beteiligten sich die Jugendlichen an Ausgrabungen im Bereich der sogenannten „Nacht-und-Nebel-Baracke“ 32. Dabei wurde schnell deutlich, dass Archäologie weit mehr ist als das Freilegen von Funden – sie macht Geschichte greifbar und eröffnet neue Perspektiven auf einen Ort, dessen Vergangenheit bis heute bewegt.
44 Minuten
Ein Einhorn mitten in Brandenburg – und kaum jemand kannte es. Seit Jahrhunderten hängt in der St. Gotthardtkirche in Brandenburg an der Havel ein außergewöhnlicher Einhornteppich, der bis heute Fragen aufwirft. Woher stammt er? Was erzählt seine Darstellung? Und warum gilt er als europaweit einzigartig? Die aktuelle Folge der DENKMALZEIT geht dem Geheimnis dieses mittelalterlichen Einhorns auf den Grund.

Die Folge begleitet die feierliche Rückkehr des Kunstwerks in die Kirche und lässt verschiedene Menschen zu Wort kommen: Besucherinnen und Besucher, Wissenschaftler:innen sowie die „Brandenburger Bücherkinder“, die sich kreativ mit dem Einhornteppich auseinandergesetzt haben. Ihr Mentor Armin Schubert spricht über kulturelle Bildung und darüber, wie historische Kunstwerke junge Menschen dazu anregen können, sich mit Geschichte, Sprache und Kultur auseinanderzusetzen.

Die Gespräche führte Anne-Marie Graatz.
52 Minuten
20 Jahre Archäologie im Film, unzählige Geschichten aus dem Boden Brandenburgs: In der neuen Folge der DENKMALZEIT feiern wir das Jubiläum der Archäologie-Filmreihe „Momentaufnahmen“. Dafür haben wir mit dem Regisseur Thomas Claus und dem Sprecher und Hörspielautor Harry Kühn gesprochen. Getroffen haben wir die beiden Ende Februar bei der Premiere des aktuellen Jahresfilms im Rahmen der Jahrestagung der Brandenburgischen Landesarchäologie im Archäologischen Landesmuseum in Brandenburg an der Havel.

Im Gespräch mit Anne-Marie Graatz blicken beide auf Entstehung und Entwicklung der Filmreihe zurück. Thomas Claus, der seit über zwei Jahrzehnten archäologische Themen filmisch begleitet, berichtet, wie aus einzelnen Grabungen dokumentarische Geschichten werden. Die Filme folgen dabei einem festen Konzept: Jedes Jahr werden archäologische Projekte aus ganz Brandenburg vorgestellt und in eine spannende Erzählung eingebettet. Ziel ist es, die oftmals verborgene Arbeit der Archäologinnen und Archäologen zu zeigen und Forschungsergebnisse einem breiten Publikum zugänglich zu machen.
27 Minuten
Studierende der Grabungstechnik im Gespräch

In der aktuellen Folge der DENKMALZEIT dreht sich alles um den deutschlandweit einzigartigen Bachelorstudiengang „Konservierung, Restaurierung, Grabungstechnik“ an der Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin (HTW). Nach einer Zeit der Unsicherheit konnte der Studiengang erfolgreich gerettet werden und nimmt nun wieder Bewerber*innen auf. Im Mittelpunkt stehen zwei Studierende, Miriam und Benjamin. Sie berichten von ihrem Studienalltag, ihrer Begeisterung für archäologische Arbeiten und den Erfahrungen, die sie besonders geprägt haben. Die positive Stimmung nach der Rettung des Studiengangs ist deutlich spürbar. Mit viel Engagement machen die Studierenden auf den Studiengang aufmerksam und unterstützen Interessierte beim Einstieg.

Das Gespräch führte Anne-Marie Graatz.
45 Minuten
Brandenburgs Gartendenkmale im Klimawandel

Ein einzigartiges Projekt der Gartendenkmalpflege setzt sich für den Erhalt des gartenkulturellen Erbes Brandenburgs ein. Über 400 historische Gärten und Parks prägen die Kulturlandschaft des Landes und sind zugleich wertvolle Zeugnisse seiner Geschichte. Doch orkanartige Stürme, Starkregen und zunehmende Trockenperioden infolge des Klimawandels gefährden ihren Bestand zunehmend. Um dieses kulturelle Erbe auch für kommende Generationen zu bewahren, sind gezielte Maßnahmen zur Klimaanpassung dringend erforderlich.

Seit einem Jahr arbeitet beim BLDAM ein eigens dafür zuständiges Projektteam an einer landesweiten Bestandsaufnahme. Ziel ist es, die bereits entstandenen sowie künftig zu erwartenden Klimaschäden in denkmalgeschützten Gärten und Parks systematisch zu erfassen, zu analysieren und zu bewerten. Darüber hinaus unterstützen sie und beraten bei der Erstellung von Förderanträgen und dienen als Multiplikator*innen ins Land hinein. Im Rahmen einer Veranstaltung des GartenForums Glienicke stellte kürzlich das Projektteam seine Arbeit im Schloss Babelsberg in Potsdam einem großen Publikum vor.

In der Podcastfolge spricht Anne-Marie Graatz mit dem Projektteam. Im Anschluss sind die Vorträge des Projektteams dokumentiert.
33 Minuten
Im Archäologischen Landesmuseum Brandenburg an der Havel fand die vierte bundesweite Fachtagung des Verbandes für Grabungstechnik und Feldarchäologie statt. Neben fachlichem Austausch, neuen Methoden und digitalen Dokumentationsverfahren stand vor allem eine Nachricht im Mittelpunkt: Der bedrohte Studiengang Konservierung, Restaurierung, Grabungstechnik und Archäologie an der HTW Berlin soll erhalten bleiben.

In der Podcastfolge spricht Anne-Marie Graatz mit verschiedenen Teilnehmer:innen der Tagung und mit dem Vorsitzenden des Verbands, Dr. Thomas Schenk, Professor für Grabungstechnik und Feldarchäologie an der Hochschule für Wirtschaft und Technik Berlin
26 Minuten
In dieser Folge der DENKMALZEIT nehmen wir Sie mit nach Wünsdorf – in das amtseigene Messbild- und Bildarchiv der Abteilung Bau- und Kunstdenkmalpflege. Die analoge Bildsammlung besteht aus mehr als 260.000 Aufnahmen, ein Teil der Aufnahmen ist erschlossen und nun seit kurzem auf einer Fotodatenbank online zugänglich. Darüber spricht die Pressesprecherin am BLDAM, Anne-Marie Graatz, mit Astrid Mikoleietz, der Referatsleiterin für Dokumentation, Messbild- und Bildarchiv der Bau- und Kunstdenkmalpflege am BLDAM.
48 Minuten
Spektakulärer Fund in Berlin und Brandenburg

Was Dating-Apps versprechen, hat die Archäologie hier wirklich geliefert: „It’s a match“ – „Es passt zusammen“. Berlin und Brandenburg erleben eine archäologische Liebesgeschichte mit Happy End. Ein Radkreuz aus dem 10. oder 11. Jahrhundert und seine Gussform haben sich wiedergefunden.

Die Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur, Dr. Manja Schüle, präsentierte bei einer Pressekonferenz in der Staatskanzlei des Landes Brandenburg gemeinsam mit Prof. Dr. Franz Schopper, Landesarchäologe und Direktor des Brandenburgischen Landesamts für Denkmalpflege und Archäologischen Landesmuseums (BLDAM), Prof. Dr. Matthias Wemhoff, Berliner Landesarchäologe und Direktor des Museums für Vor- und Frühgeschichte in Berlin, Lukas Goldmann, wissenschaftlicher Referent für das slawische Mittelalter und Ehrenamt beim BLDAM, sowie der Finderin und ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegerin Juliane Rangnow einen außergewöhnlichen Bronzefund aus dem Havelland.

Das Radkreuz aus dem 10. oder 11. Jahrhundert wurde von der ehrenamtlichen Bodendenkmalpflegerin Juliane Rangnow im Rahmen genehmigter Detektorbegehungen auf einem Fundplatz im westlichen Havelland entdeckt. Das Besondere an dem Fund: Das Bronze-Kreuz war in einer Form gegossen worden, die bereits vor mehr als 40 Jahren in Spandau zutage gekommen und die als „Spandauer Kreuz“ bekannt ist.
54 Minuten
Junge Denkmale in Frankfurt (Oder)

Denkmale vom Fahrradsattel aus erkunden? Frankfurt (Oder) bietet dafür beste Voraussetzungen: Kaum eine andere Stadt verfügt über so viele junge Denkmale – Bauten aus DDR-Zeiten, die das Stadtbild bis heute prägen. Dazu zählen kleine Verkehrsgebäude ebenso wie Kirchen, Kultur- und Bildungsbauten, ganze Straßenzüge wie die Magistrale oder der Komplex der ehemaligen Stasi-Bezirksverwaltung.

Im September des vergangenen Jahres lud die Frankfurter Stadtverordnete Sahra Damus in Kooperation mit dem BLDAM sowie der Ortsgruppe Frankfurt (Oder) des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) zu einer geführten Radtour zu ausgewählten Beispielen dieser jungen Denkmale ein.
1 minute
Mit Spaten, Kratze und viel Neugier arbeiten junge Archäolog*innen auf der Burgruine Putlitz in der Prignitz. Was nach klassischer Ferienfreizeit klingt, ist ein außergewöhnliches Bildungsprojekt: Das Archäologiecamp „Junge Archäologen Prignitz“ verbindet echte Forschungsarbeit mit Jugendbeteiligung – und wurde dafür 2025 auf Bundesebene mit dem Vermittlungspreis des Deutschen Preises für Denkmalschutz vom Deutschen Nationalkomitee für Denkmalschutz ausgezeichnet.
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Der Podcast des BLDAM