Lobo – Der Debatten-Podcast Archiv
179 Episoden
60 Minuten
Sascha Lobo spricht in seiner Kolumne ein Lob des Blockens aus. Denn das Blocken muss gefeiert werden. Gerne darf man auch ihn selbst blocken, denn das ist das gute Recht von jedem.
Blocken ist ein digitales Menschenrecht. (Und keine Zensur!)
Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY
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Blocken ist ein digitales Menschenrecht. (Und keine Zensur!)
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1 Stunde 1 Minute
Der Stand sozialer Medien im Jahr 2018 ist katastrophal. Politische Manipulation via Social Media ist zur Normalität geworden, Belästigung von Frauen und Hass insgesamt ist in sozialen Medien Alltag, meint Sascha Lobo.
Um die vielen schönen, jeden Tag erfahrbaren Social-Media-Inseln liegt ein Meer an Dysfunktionalität, Manipulierbarkeit und Unverstandenheit.
Im Podcast diskutiert Sascha Lobo die Meinungen zu seinen Thesen.
Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY
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Um die vielen schönen, jeden Tag erfahrbaren Social-Media-Inseln liegt ein Meer an Dysfunktionalität, Manipulierbarkeit und Unverstandenheit.
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1 Stunde 7 Minuten
Die Überwachung von islamistischen Gefährdern in Europa ist fehlgeschlagen. Denn der genauere Blick in Statistiken und auf das Ermittlungsverhalten offenbaren ein massives Problem der Sicherheitsbehörden bei der Bekämpfung terroristischer Morde.
Sascha Lobo skizziert den Umgang der Polizei und europäischer Sicherheitsbehörden mit Daten bekannter Krimineller im islamistischen Umfeld der vergangenen vier Jahre nach.
Das bestürzende Behördenversagen beim islamistischen Mörder von Berlin, Anis Amri, erscheint für Sascha Lobo nur noch als Spitze des gesamteuropäischen Fiasko-Eisbergs.
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Sascha Lobo skizziert den Umgang der Polizei und europäischer Sicherheitsbehörden mit Daten bekannter Krimineller im islamistischen Umfeld der vergangenen vier Jahre nach.
Das bestürzende Behördenversagen beim islamistischen Mörder von Berlin, Anis Amri, erscheint für Sascha Lobo nur noch als Spitze des gesamteuropäischen Fiasko-Eisbergs.
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1 Stunde 5 Minuten
Die Protestbewegung der Gelbwesten in Frankreich ist im Netz und durch sozialen Medien groß geworden. Vorrangig über Facebook organisiert, erlangten sie eine große Reichweite und Mobilisierbarkeit, was die Bewegung in ihrer Struktur so diffus macht.
Doch in der netztypischen Diffusität und Ambivalenz liegen sowohl die Stärken als auch die Schwächen der Gelbwesten-Bewegung. Denn steigende Benzinpreise kann man aus fast allen politischen Richtungen mit jeweils unterschiedlichen Begründungen empörend finden.
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Doch in der netztypischen Diffusität und Ambivalenz liegen sowohl die Stärken als auch die Schwächen der Gelbwesten-Bewegung. Denn steigende Benzinpreise kann man aus fast allen politischen Richtungen mit jeweils unterschiedlichen Begründungen empörend finden.
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1 Stunde 1 Minute
Wer im Internet unterwegs ist und über Wahrnehmungsorgane verfügt, wird mit hoher Wahrscheinlichkeit schon einmal vermeintlich kritische, in Wahrheit hasserfüllte Äußerungen über George Soros bemerkt haben. Der amerikanisch-ungarische Milliardär, Investor und Philanthrop ist, maßgeblich mithilfe sozialer Medien, zu einem stehenden Begriff geworden.
Sascha Lobo zeigt in seiner Kolumne anhand verschiedener antisemitischer Vorurteile und Erzählungen, wie Soros zum allgemeinen jüdischen Feindbild im Netz gemacht wird.
Hier diskutiert er die Reaktionen darauf.
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Sascha Lobo zeigt in seiner Kolumne anhand verschiedener antisemitischer Vorurteile und Erzählungen, wie Soros zum allgemeinen jüdischen Feindbild im Netz gemacht wird.
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1 Stunde 5 Minuten
Zwischen Russland und der Ukraine kocht der Konflikt wieder hoch, und das spürt man auch in den sozialen Medien. Dabei zeigt sich wie gekonnt Putin und seine Manipulatoren das Internet für russische Propaganda nutzen. Es gelingt dem Kreml, die Stärke liberaler Demokratien in eine Schwäche zu verwandeln: nämlich die offene Debatte.
Die liberalen Demokratien samt der klassischen Medienlandschaft haben bisher kein gesellschaftlich wirksames Antidot gegen Putins digitale Manipulationsmaschinerie gefunden, meint Sascha Lobo. Mit dem kommenden Ukrainekonflikt werden wir ein weiteres Meisterstück des Putin'schen Social-Media-Krieges serviert bekommen.
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55 Minuten
Apple, das wertvollste Unternehmen der Welt erlebt einen Börsensturz. Der Grund dafür ist verblüffend, es hat das Internet nicht verstanden.
Betrachtet man die Marktkapitalisierung, also den Unternehmenswert börsennotierter Konzerne, war zur Jahresmitte 2018 Apple zwar an Platz eins. Aber von den zehn wertvollsten Unternehmen der Welt war Apple der einzige echte Hardwarehersteller.
Und da beginnt laut Sascha Lobo das Problem. Apples Erfolg ist weitestgehend auf dem Smartphone aufgebaut, und die Ära des dinglichen Smartphones hat ihren Höhepunkt hinter sich.
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1 Stunde 2 Minuten
Das Funkloch wird laut Sascha Lobo zum Kulturgut mit Identifikationspotenzial: Goethe, Beethoven, Funkloch. Wenn es um den neuen Mobilfunkstandard 5G geht, dann zeigt sich das Missverhältnis und warum die Funklöcher auch in Zukunft bestehen werden.
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56 Minuten
Es gibt eine dunkle Gemeinsamkeit zwischen der Midterm-Wahl in den USA und der Entlassung von Verfassungsschutzpräsident Hans-Georg Maaßen: In beiden Fällen sind Verschwörungsideologien zentral. Denn mit seiner Rede vor europäischen Geheimdienstchefs und der Aussage, linksradikale Kräfte seien in der SPD zugange, hat Maaßen gezeigt, dass er Verschwörungsideologe ist. Ähnlich in den USA. Dort war bei den Midterm-Wahlen die perfekte, politische Instrumentalisierung der Trump'schen Verschwörungsideologie zu beobachten, welches letztendlich wahlentscheidend war.
Diese These und die Meinungen dazu, werden in dieser Folge des Debattenpodcasts diskutiert.
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58 Minuten
Die Gründe für den Niedergang der SPD sind nicht monokausal und nicht nur deutsch, in ganz Europa taumelt die Sozialdemokratie. Aber einen zu wenig beachteten Erfolgsfaktor der SPD-Politik glaubt Sascha Lobo in sozialen Medien ausgemacht zu haben: persönliche Sympathie. Denn diese fehlt den deutschen Sozialdemokraten dort weitestgehend.
Diese These und die Meinungen dazu werden in dieser Folge des Debattenpodcasts diskutiert.
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1 Stunde 8 Minuten
Das mobile Betriebssystem Android wird zehn Jahre alt und allerortens wird das Smartphone zum Mittelpunkt einer Kritik, die vor allem auf die jüngeren Generationen zielt. Die Smartphone-Kritik in Deutschland hat ein Kunststück geschafft - sie ist noch stumpfer, fehlbesorgter und pathologisierender als die Internet-Kritik. Das Smartphone ist praktisch an allem schuld, in seiner geradezu toxischen Verbindung mit der Jugend, Ausrufezeichen!
Smartphone-Kritik ist keinesfalls generell unklug oder sinnlos. Aber wenn man sie am Verhalten jüngerer Generationen festmacht, dann liegt darin ein irreführender Fokus.
Das Smartphone ist der Kristallisationspunkt des heutigen Kapitalismus und damit der heutigen Gesellschaft. In den meisten Fällen ist das Verhalten jüngerer Generationen schlicht eine Reaktion auf die Welt, die wir ihnen vorgesetzt haben, meint Sascha Lobo.
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1 Stunde 2 Minuten
Das menschliche Gehirn ist eine Manipulationsmaschine, auf die das Internet wie eine Dauerreizmaschine wirkt - mit teils katastrophalen Folgen.
Anhand einer geleakten Chatdatenbank von Neonazis analysierte die Recherche-Plattform Bellingcat, wie Radikalisierung über das Netz funktioniert. Welche Bausteine - Worte, Bilder, Filme, Personen - auf dem Weg zum Extremismus lassen sich nachverfolgen? Grundlage ist insbesondere eine Diskussion, in der sich die Neonazis gegenseitig erzählen, wie sie "redpilled" wurden.
Ähnlich funktioniert das Instrument der Filterbrille. Die Filterbrille ist eine netzvermittelte Mini-Ideologie – und das wichtigste Instrument für extremistische Ideologien und Verschwörungstheorien. Denn sie blendet alle Widersprüche zur eigenen Perspektive aus, lässt sie kleiner erscheinen oder deutet sie ins Gegenteil um.
Die geleakten Gespräche beleuchten den Prozess, wie eine solche Filterbrille aufgesetzt wird. Sie offenbaren bisher unzureichend erforschte netzpsychologische Mechanismen der Radikalisierung.
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Anhand einer geleakten Chatdatenbank von Neonazis analysierte die Recherche-Plattform Bellingcat, wie Radikalisierung über das Netz funktioniert. Welche Bausteine - Worte, Bilder, Filme, Personen - auf dem Weg zum Extremismus lassen sich nachverfolgen? Grundlage ist insbesondere eine Diskussion, in der sich die Neonazis gegenseitig erzählen, wie sie "redpilled" wurden.
Ähnlich funktioniert das Instrument der Filterbrille. Die Filterbrille ist eine netzvermittelte Mini-Ideologie – und das wichtigste Instrument für extremistische Ideologien und Verschwörungstheorien. Denn sie blendet alle Widersprüche zur eigenen Perspektive aus, lässt sie kleiner erscheinen oder deutet sie ins Gegenteil um.
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1 Stunde 3 Minuten
Google Plus ist tot. Besonders vielen dürfte allerdings gar nicht bewusst gewesen sein, dass es Googles soziales Netzwerk noch gab. Deswegen ist die Schließung auch berechtigt und konsequent. Trotzdem markiert das Ende eine Art Höhepunkt.
Denn Soziale Medien sind der gegenwärtige Stand der digitalen Gesellschaft, Taktgeber der Öffentlichkeit, der Politik, des Privatlebens weltweit.
Es scheint eine Art digitaler Naturkonstante zu geben: Der Netzdenker Michael Seemann nennt sie die “soziale Gravitation”.
Soziale Gravitation bedeutet dabei: Die größte Plattform hat die größte Definitionsmacht darüber, wie ganze Bevölkerungen die Welt wahrnehmen - leider ohne sie präzise kontrollieren zu können. Nicht einmal Facebook hat Facebook verstanden, sagt Sascha Lobo und diskutiert im Podcast Gegenmeinungen.
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Soziale Gravitation bedeutet dabei: Die größte Plattform hat die größte Definitionsmacht darüber, wie ganze Bevölkerungen die Welt wahrnehmen - leider ohne sie präzise kontrollieren zu können. Nicht einmal Facebook hat Facebook verstanden, sagt Sascha Lobo und diskutiert im Podcast Gegenmeinungen.
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1 Stunde
Deutschland hat den Osten in vielen Dimensionen vernachlässigt. Was nun fehlt ist eine Vision Ost. Sascha Lobo sieht dasl in Form eines digitalen Solidaritätszuschlages, mit dem Ziel, im Osten ein Musterland der Vernetzung entstehen zu lassen - ökonomisch, zivilgesellschaftlich, infrastrukturell und kulturell.
Und dabei geht es vor allem, jene 70 Prozent der Ost-Bevölkerung zu unterstützen, die nicht die AfD wählen. Denn das einzige verlässliche Mittel gegen Nazis sind ausreichend viele Nicht-Nazis, sagt Sascha Lobo.
Im Digitalen ist genau der Aufbruch spürbar, der den Menschen im Osten fehlt. Es gibt einen gesellschaftlichen Mechanismus, der sich "Leap-Frogging" nennt. Dabei lässt man ein paar Entwicklungsstufen aus und springt mit einem großen Satz gleich an die Spitze des gesamten Innovationszuges.
Das ist eine reale Chance für einen digitalen Osten als Sehnsuchtsort, und sie besteht nicht nur aus Geld. Sondern auch aus dem Gefühl, nicht mehr zu den Ländern und Leuten zweiter Klasse zu gehören.
Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY
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Und dabei geht es vor allem, jene 70 Prozent der Ost-Bevölkerung zu unterstützen, die nicht die AfD wählen. Denn das einzige verlässliche Mittel gegen Nazis sind ausreichend viele Nicht-Nazis, sagt Sascha Lobo.
Im Digitalen ist genau der Aufbruch spürbar, der den Menschen im Osten fehlt. Es gibt einen gesellschaftlichen Mechanismus, der sich "Leap-Frogging" nennt. Dabei lässt man ein paar Entwicklungsstufen aus und springt mit einem großen Satz gleich an die Spitze des gesamten Innovationszuges.
Das ist eine reale Chance für einen digitalen Osten als Sehnsuchtsort, und sie besteht nicht nur aus Geld. Sondern auch aus dem Gefühl, nicht mehr zu den Ländern und Leuten zweiter Klasse zu gehören.
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1 Stunde
Sascha Lobo schreibt ein Zwischenzeugnis auf Angela Merkels Digitalpolitik. Die Zusammenfassung auf dem Zeugniskopf lautet: Die digitale Ära Merkel war eine Zeit der Versäumnisse, der Verhinderung und des Versagens.
Das zugegeben abgedroschenste, aber auch leidigste Thema der Ära Merkel: die katastrophale digitale Infrastruktur Deutschlands. Aber immerhin hat Deutschland 2017 beim Glasfaserausbau mit sagenhaften 2,3 Prozent der Haushalte zu Angola aufgeschlossen. Seit 2008 wird jährlich eine Lösung versprochen. Passiert ist fast nix.
Insgesamt steht jetzt ein Bild von verzögerter Zukunftsfähigkeit im Raum. Beim Breitbandausbau wird gemauschelt und getrickst, aber die Probleme nicht zukunftsweisend gelöst. Dafür werden wir zumindest fast flächendeckend überwacht, sagt Sascha Lobo.
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Das zugegeben abgedroschenste, aber auch leidigste Thema der Ära Merkel: die katastrophale digitale Infrastruktur Deutschlands. Aber immerhin hat Deutschland 2017 beim Glasfaserausbau mit sagenhaften 2,3 Prozent der Haushalte zu Angola aufgeschlossen. Seit 2008 wird jährlich eine Lösung versprochen. Passiert ist fast nix.
Insgesamt steht jetzt ein Bild von verzögerter Zukunftsfähigkeit im Raum. Beim Breitbandausbau wird gemauschelt und getrickst, aber die Probleme nicht zukunftsweisend gelöst. Dafür werden wir zumindest fast flächendeckend überwacht, sagt Sascha Lobo.
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