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Lobo – Der Debatten-Podcast Archiv

179 Episoden
59 Minuten
Die Essenz der konservativen Esoterik hat den heimlichen Wahlspruch: "Die Welt ist mein Bauchgefühl." In Zeiten raschen Wandels prallen die selbstzufriedenen Bewahrer auf eine stark veränderte Wirklichkeit. Konservative Esoterik ist ein Trick, um längst als irrational entlarvtem Unfug das Mäntelchen der Vernunft überzuwerfen. 

Das scheint auch immer häufiger notwendig zu sein. In den letzten zwanzig Jahren haben sich eine größere Zahl konservativer Grundannahmen über Welt und Gesellschaft als mittelstark gequirlter Quark herausgestellt. 

Doch gibt es Bauchgefühl-Politik nicht auch in anderen Lagern? Ist die Esoterik nur den Konservativen vorbehalten? Darum geht es in dieser Podcast-Episode. 

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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1 Stunde 1 Minute
Deutschland ist knallvoll mit Putin-Fans. Putin ist der Schutzheilige deutscher Netzquerulanten und auch die deutsche Politik ist von AfD über CDU und FDP bis SPD von Putinisten regelrecht durchweicht. 

Zum Netzphänomen “deutsche Putin-Fans” zählen antiliberale Patriarchatsjunkies, fehlgeleitete Russlandfreunde, Anti-Amerikaner und Anti-EUler, Trump-Fans und Verschwörungstheoretiker, Rechtsextreme und Linksnationalisten - sowie Profipropagandisten. Denn dass im deutschen Netz diese (und mehr) verschiedenen Typen von Putin-Fans derart präsent sind, ist kein Zufall, sondern auch das Ergebnis aufwendiger Propagandaarbeit.

Im Podcast bespricht Sascha Lobo wie gewohnt die Kommentare zu seiner Kolumne. Es geht um die Wirkmechanismen von Propaganda und die Frage, ob man Russland mit anderen Maßstäben messe als den Westen.

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55 Minuten
Deutschland ist ein Digital Failed State, jedenfalls gemessen an seinen Möglichkeiten. Aber warum ist das so? Darüber wurde schon viel diskutiert und viel analysiert: die schwierige Altersstruktur des Landes, die zu träge, satte Wirtschaft, die Überhöhung des Datenschutzes, die zu geringe Risikokapitalbereitschaft, das veraltete Verständnis von Innovation, die verbreitete Netzfeindlichkeit.

Wahrscheinlich ist keiner dieser Gründe ganz falsch. Aber ich möchte einen anderen, tieferen Ansatz anbieten - und zwar etwas überraschend eine strukturell positive Erklärung. Es ist die Freude am Funktionieren.

Aber vielleicht kann man diese Funktionierfreude um die wichtigste, menschliche Eigenschaft des heraufziehenden 21. Jahrhundert ergänzen: Empathie. Dass sich also an die Feststellung: "Das funktioniert für mich" die Frage anschließt: "… aber funktioniert es auch für dich?" 

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

 

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48 Minuten
In dieser Woche ist der Entwurf eines sehr wichtigen Gesetzes öffentlich geworden, der zum Lobbyregister. Nachdem die CDU lange ein Lobbyregister blockiert hatte, schien der Druck im Fall Amthor und Augustus Intelligence zu groß zu werden. Doch der Gesetzentwurf ist für mehr Transparenz so geeignet wie das Foto einer Flasche Cola bei Durst.  

Im Podcast bespricht Sascha Lobo anhand der Leserkommentare das Verhältnis der CDU zum Lobbyismus, unter welchen Bedingungen Lobbyismus sinnvoll sein kann und welche Rolle den Medien dabei zukommt.

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1 Stunde 1 Minute
Zu Corona-Demos finden sich sehr unterschiedliche Gruppen zusammen - doch bestimmte Denkmuster einen sie, schrieb Sascha Lobo. Es ergibt sich zwingend die Frage, was diese Gruppierung eigentlich zusammenhält und motiviert?

Feststeht: Die Demo stieß in der gesamten rechten und rechtsextremen Szene auf großes Interesse. Es ist gar nicht mehr die Frage, ob Rechtsextreme die Corona-Protestanten unterwandern – ihre Inhalte und Überzeugungen sind in der Kommunikation ein akzeptierter Teil des Protestes. Die Rechtsextremen haben ihr Ziel der Normalisierung quer durch das esoterische Bildungsbürgertum erreicht.

Im Podcast bespricht Lobo die Kommentare zu seiner Kolumne. Es geht um die Kommunikation zur Demo in sozialen Medien angesehen, die Protestanten und ihre Motivation und darum, ob wir uns ernsthaft sorgen müssen.

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1 Stunde
Hier eine simple Anleitung in fünf Schritten, wie man den ganz persönlichen Rechtsruck hinbekommt.

1. Ungleichwertigkeit

2. Gruppennarzissmus

3. Wir gegen die

4. Differenzierung bei uns, Vereinfachung bei denen

5. Rechte Bigotterie

Wunderbar beobachten kann man diese Anleitung an den Beispielen “Cancel Culture” und “Hanau”.

Im Podcast geht Sascha Lobo auf die Kommentare seiner Leserinnen und Leser ein: Sind Rechts- und Linksruck gleichwertig? Wie kann man einem Rechtsruck begegnen? Wie rechts können Menschen mit Migrationshintergrund sein?

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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1 Stunde 3 Minuten
Abiturientendeutschland hat ein neues Feindbild. Es ist der Mensch, dessen Nase über die Maske ragt. Wir sind zu Wutsnobs geworden. Wutsnobs sind die Leute, die auf einen Sündenbock einteufeln, die ihre Wut auf das einfachste, das billigste, das für sie selbst angenehmste Ziel richten und sich wenig bis gar nicht um die Beseitigung der Gründe für die Wut kümmern.

Die schale, schnelle Wut auf den Nasenmann - noch bevor man überhaupt nachgefragt hat - hat enorm viele Geschwister. Wutsnobismus findet sich überall dort, wo Alltagskonflikte nur an der Oberfläche betrachtet werden. Wo Erklärungen, Hintergründe, gesellschaftliche Strukturen ausgeblendet werden. Über den Nasenmaskenmann kann man sich besonders leicht erheben, wenn man ganz genau über Corona Bescheid weiß, ohne jedoch eigene Konsequenzen zu ziehen, die mal etwas unangenehmer sein könnten.

Im Podcast geht Sascha Lobo darauf ein, welche Wut in diesem Zusammenhang berechtigt ist. Und warum das Tragen einer Maske relevant ist.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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1 Stunde 4 Minuten
Am ersten Augustwochenende 2020 fand in Berlin eine Demonstration unter dem Motto "Das Ende der Pandemie - Tag der Freiheit" statt. Wovon man hier u.a. hörte: Von der derzeit erfolgreichsten und bedrohlichsten Verschwörungs-Ideologie im Netz: QAnon. Deren Theorie: Unicef hole Kinder und bringe sie den Eliten, die sie dann quälten und aßen.

Sascha Lobo thematisiert die Kolumne auch auf seinem Instagram-Account und bekommt viele Kommentare von QAnon-Anhängern. Im Podcast greift er diese nun auf und demontiert ihre Verschwörungswelt. Außerdem geht er der Frage nach, was der richtige Umgang mit Verschwörungs-Ideologen sein könnte.

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1 Stunde 3 Minuten
Ende Juli des unglaublichen Jahres 2020 lautet das größte politische Rätsel in Deutschland: Warum ist Andreas Scheuer noch Bundesverkehrsminister?

Der plagiatsgeplagte Ex-Doktor Scheuer hat auch mit dem Augustus-Intelligence-Skandal zu tun. Er hängt hinterher, was digitale Infrastruktur in Deutschland betrifft. Zur Corona-Pandemie hat Scheuer ein fabelhaftes Maskenfiasko hingelegt. Der Maut-Misserfolg.

Warum also ist Andreas Scheuer noch Bundesverkehrsminister? Gemeinsam mit den Leserinnen und Hörerinnen versucht Sascha Lobo der Frage auf den Grund zu gehen.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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58 Minuten
Sascha Lobo ist regelmäßig übel, wenn er eine bestimmte Sorte Schlagzeile über Donald Trump liest. Er forscht dieser Empfindung hinterher - mit einer aktuellen Schlagzeile: "Donald Trump lässt offen, ob er Wahlniederlage akzeptieren würde."

Der Satz ist sachlich korrekt, stellt aber eine Selbstverständlichkeit her, die keine sein darf: In einer Demokratie muss egal sein, ob eine Machtfigur eine Wahlniederlage akzeptiert oder nicht.

Die Übelkeit, die Sascha Lobo bei solchen Schlagzeilen verspürt, rührt aus einer Sorge: Dass die demokratierelevante Kontrolle der Mächtigen durch die Medien versagt.

Im Podcast bespricht Sascha Lobo die Kommentare zu seiner aktuellen Kolumne Es geht um Selbstdisziplin zu demokratischem Handeln, die Rolle der Medien und die Verantwortung des Einzelnen.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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1 Stunde 3 Minuten
Der Konservatismus ist in einer Dauerkrise, sagt Sascha Lobo. Und das sei derzeit in Deutschland noch eine günstige Deutung der Lage. Der Hauptgrund ist eine Zwickmühle, in die sich Konservative selbst hineinmanövriert haben - erforderliche Neuerungen zwar zu erkennen, aber sie nicht konservativ organisiert zu bekommen.

Das aktuellste und bitterste Beispiel ist der Umgang mit dem, was Bundesinnenminister Horst Seehofer jüngst selbst als "größte Bedrohung für die Sicherheit in Deutschland" bezeichnet hat: Rechtsextremismus. Die Worte sind wahr und richtig, aber faktisch geht die Union dagegen nicht hart und klar, sondern mit großer Topflappigkeit vor.

Das konservative Law-and-Order-Getöse erweist sich als hohles Geplapper, wenn ein derartiger rechtsstaatlicher Saustall möglich ist. Die Union ist so tief in ihrer politischen Selbstzufriedenheit im Windschatten des Wirtschaftswachstums versunken, dass sie völlig verlernt hat, wie man kämpft. Wenn der Feind nicht links steht, Drogen nimmt oder komische Musik hört.

Das schlimmste an dieser Analyse ist jedoch, dass sich in der Union kein Nachfolger abzeichnet, der diesen Wandel und diesen Kampf konstruktiv in Angriff nehmen könnte.

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1 Stunde 3 Minuten
"Hoffentlich stirbt Bolsonaro an Covid-19", so ähnlich schallt es durch die sozialen Medien. Manchmal ist der Todeswunsch verschmitzt oder doppeldeutig formuliert, manchmal offen fordernd, nicht selten verachtungsvoll.

Bolsonaros Erkrankung ist für viele Leute eine Gelegenheit, um gleichzeitig die Abscheu vor rechtsextremen Antidemokraten zu zeigen und der Schadenfreude öffentlich Lauf zu lassen und damit setzt sich eine Hassspirale in Gang. Auf den Todeswunsch folgt der Moralappell, dann der Gegenmoralappel, es kommt zu Polarisierung und endet in Publikumsverwirrung.

Todeswünsche an prominente Hassfiguren in sozialen Medien gehören damit zu den Bühnenstücken in sozialen Medien, die viel mehr über den Absender verraten als über die Adressaten. Der Todeswunsch ist eine Art politische Kontaktanzeige, ein Signal an vermeintlich Gleichgesinnte und Gegner. Substanz haben solche Todeswünsche anders als Mordaufrufe selten. Das macht sie nicht weniger angreifbar und sicher nicht klüger.

Über das Verhältnis der Kommentator*innen zu Bolsonaro, Todeswünschen und polarisierter Debattenkultur in sozialen Medien spricht Sascha Lobo in dieser Podcastepisode.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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58 Minuten
Diesmal wird es wirklich eng für Trump. Doch es war, wenn man deutschen Massenmedien glauben möchte, für Trump schon eng, bevor er überhaupt gewählt wurde.

Es geht nicht um eine Einzelformulierung, es geht um eine dahinter sichtbar werdende Haltung. Nachrichten dienen auch dazu, Gewissheiten herzustellen, und genau diese Funktion wird in chaotisch scheinenden Zeiten wichtiger. Eine einzelne falsche Gewissheit aber kann über Jahre aufgebautes Vertrauen schwer beschädigen. Erst recht, wenn sie nicht aufgearbeitet wird. Die Extremismusforschung zeigt, dass Misstrauen gegenüber Medien eine der wichtigsten Grundlagen für Radikalisierungen aller Art ist.

Vielleicht aber könnte der erste Schritt für publizistisch Tätige sein, zuvor gelernte Selbstverständlichkeiten infrage zu stellen und eherne Gewissheiten erst recht. Eine Fehlerkultur zu entwickeln, die es ermöglicht, transparent über eigene Irrtümer zu sprechen.

Die Kommentare zu seiner aktuellen Kolumne greift Sascha Lobo in dieser Podcastepisode auf.

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57 Minuten
Horst Seehofers Absicht, "als Bundesinnenminister" eine Kolumnist*in anzuzeigen, mutet auf den ersten Blick an wie populistische Kraftmeierei irgendwo im pressefeindlichen Bermudadreieck zwischen Trump, Putin und Orbán. Oder: Seehofer ist weniger autoritär-pressefeindlich, sondern ihm ist vielmehr ein PR-Stunt misslungen.

Sein Fehler war, die Wucht einer sozial-medial geprägten Öffentlichkeit zu unterschätzen. Er hat sein Gespür für mediale Inszenierungen verloren. Er hat völlig verkannt, dass Merkel mit Blick auf die Symbol- und Signalwirkung gar nicht zulassen konnte, dass sich Seehofer per Presseanzeige zum Erdogan macht. Die publizistische Öffentlichkeit hat sich weiterentwickelt.

Die Kommentare zu Lobos Kolumne drehten sich vielmehr um die Rechtmäßigkeit der Satire von Hengameh Yaghoobifarah. Sascha Lobo geht darauf in dieser Podcast-Episode ein.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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1 Stunde 1 Minute
Philipp Amthor sagt, er sei nicht käuflich. Die Berliner Generalstaatsanwaltschaft ermittelt, ob ein Anfangsverdacht der Bestechlichkeit und Bestechung von Mandatsträgern vorliegt. Ob Amthor der Firma "Augustus Intelligence" in ungesetzlicher Weise Vorteile verschafft hat.

Augustus könnte ein deutsches Palantir werden. Palantir steht wie kaum ein Unternehmen für die Privatisierung der Sicherheitsbehörden, für die Übernahme eines Teils staatlicher Hoheitsgewalt mit digitalen Mitteln.

Die Privatisierung der Sicherheitsbehörden bedeutet: Unternehmen werden weniger stark demokratisch kontrolliert als Exekutivbehörden. Endlich könnten die vielen schönen Sicherheitsprojekte mit ordentlich künstlicher Intelligenz drin ungestört umgesetzt werden. Wie Palantir es vorgemacht hat.

In dieser Episode diskutiert Sascha Lobo, wie die Fehltritte von Amthor und anderen Politikern und Politikerinnen sich auf die Demokratie auswirken.

Musik: Chris Zabriskie - Air Hockey Saloon, CC-BY

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