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ÄrzteTag Archiv

801 Episoden
17 Minuten
Für jeden gegenüber dem Vorjahr nicht stationär behandelten Patienten erhalten die Krankenhäuser eine Pauschale in Höhe von 560 Euro pro ausgebliebenen Patienten und Tag. Das sieht das Krankenhausentlastungsgesetz vor. Doch gerade für den Universitätskrankenhausbetrieb ist das nicht ausreichend, kritisiert Professor Jochen Werner, Ärztlicher Direktor des Universitätsklinikums Essen. Im Podcast-Gespräch mit Matthias Wallenfels aus dem Wirtschaftsressort der Ärzte Zeitung erläutert er, warum eine Nachbesserung dringend nötig ist. Außerdem berichtet er, wo die Corona-Krise – zumindest was die Telemedizin angeht – den Abläufen am Essener Universitätsklinikum einen deutlichen Schub gegeben hat, die es ohne die Pandemie so nicht gegeben hätte. Er spricht von einem „begeisternden Moment“, der die Belegschaft mit erfasst habe.
22 Minuten
In der Coronavirus-Pandemie war Schutzausrüstung sehr schnell Mangelware. Besonders betroffen: Arztpraxen, Pflegeeinrichtungen und Krankenhäuser. Doch gerade die niedergelassenen Ärzte, ganz besonders die Hausärzte bekommen die Krankheitswelle direkt zu spüren. Gesundheitsminister Jens Spahn nannte sie sogar den "Schutzwall". Doch wie sollen sie Corona-Infizierte und all ihre anderen Patienten versorgen, wenn selbst Handschuhe auf einmal rar werden? Um auf ihre Lage aufmerksam zu machen, haben Hausärzte in der ganzen Republik angefangen, sich auszuziehen, ja nackig zu machen. Ihre Botschaft der Aktion "Blanke Bedenken" (www.blankebedenken.org): "Wenn uns das Wenige, was wir haben, ausgeht, dann sehen wir so aus." Warum sie sich ausgezogen haben, das erzählen im "ÄrzteTag"-Podcast zwei Hausärzte: Allgemeinmedizinerin Jana Husemann aus Hamburg und Allgemeinmediziner Ruben Bernau aus Hambergen. Sie lassen auch keine gutes Haar am Schlingerkurs in Sachen telefonischer Arbeitsunfähigkeit. Und sie erklären, warum selbst bei einer dauerhaften Möglichkeit der Telefon-AU sie keine Sorge vor einem Absinken ihres Honorars haben.
11 Minuten
Nach einer aktuellen Weisung der Bundesagentur für Arbeit, dürfen Vertragsärzte auf den Topf für Kurzarbeit nicht zugreifen. Die Begründung: Die im März beschlossenen Ausgleichszahlungen für Vertragsärzte wirkten bereits wie eine Betriebsaufallversicherung. Das hat in der Ärzteschaft für einiges Unverständnis und etliche Leserbriefe gesorgt. Und auch der Vorsitzende des Virchowbund Dr. Dirk Heinrich möchte das nicht unkommentiert lassen. Im Podcast-Gespräch erläutert er, warum auch viele niedergelassene Kollegen durchaus Kurzarbeitergeld benötigen.
33 Minuten
Bei der Therapie von Patienten mit COVID-19-Pneumonie wird häufig eine invasive Beatmungstherapie gegen das drohende Lungenversagen eingesetzt. Immer wieder wird dabei in öffentlichen Berichten kritisch hinterfragt: Wann ist die wirklich nötig? Wie groß ist das Risiko für Schäden durch eine diese Behandlung, etwa durch die Sauerstoffgabe mit Überdruck, Sedierung, Entwöhnungsschwierigkeiten)? Wie steht es überhaupt um die Überlebensraten bei diesen sehr schwer erkrankten Patienten? Und sind sich bei der Antwort auf diese Fragen Lungenfachärzte und Intensivmediziner wirklich einig? Zwei ausgewiesene Experten aus beiden Fachrichtungen – Prof. Rolf Rossaint, Direktor der Klinik für Anästhesiologie Universitätsklinikum Aachen und Präsident der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI), sowie Professor Michael Pfeifer von der Universität Regensburg und Chefarzt an der Klinik Donaustauf sowie am Krankenhaus Barmherzige Brüder Regensburg, aktueller Präsident der Deutschen Gesellschaft für Pneumologie (DGP), nehmen zu diesen Fragen gemeinsam Stellung.
21 Minuten
Von Osterurlaub keine Spur: Während der bayerische Landtag offiziell in den Osterferien war, ist der Grünen-Politiker Andreas Krahl an die Corona-Front gewechselt. Der pflegepolitische Sprecher seiner Landtagsfraktion war zwei Wochen als Intensivpfleger im Einsatz – in seinem ursprünglichen Beruf. Im „ÄrzteTag“-Podcast erzählt er, warum er Ministerpräsident Markus Söder (CSU) für einen „guten Katastrophenschützer“ hält. Aber warum er bei ihm „das nötige Fingerspitzengefühl“ für die medizinische Grund- und Regelversorgung vermisst. Nach seinen Worten müsse die Politik das Gesundheitswesen jetzt langsam, „Schritt für Schritt“ wieder aus der „Katastrophenmedizin“ in die „klassische Medizin“ zurückführen. Personal müsse nachgeschult werden. Auch elektive Eingriffe müssten schrittweise wieder möglich gemacht werden.
21 Minuten
Prof. Andrew Ullmann ist FDP-Bundestagsabgeordneter und Facharzt für Innere Medizin. Er kritisiert das Totsparen des ÖGD, abstruse Digitalisierungsmängel und dass die Regierung die ungenügende Vorbereitung auf eine Pandemie lange vor dem Coronavirus hätte anpacken können. Im Gespräch mit Wolfgang van den Bergh erklärt der Mann mit dem "Doppelherz" (Arzt und Politiker), warum eine zweite COVID-19-Welle im Spätherbst wahrscheinlich ist, wie die Länder sich aus der Klinikfinanzierung herausgestohlen haben und warum die Einschränkung der Grundrechte insgesamt die richtige Entscheidung war. (Dauer: 21:05)
17 Minuten
Der Sachverständigenrat Gesundheit fordert gerade angesichts der Coronavirus-Pandemie einen deutlichen Digitalisierungsschub im Gesundheitswesen. Warum, das erklärt der Ratsvorsitzende Professor Ferdinand Gerlach in dieser Episode vom "ÄrzteTag"-Podcast. Er erklärt auch, warum es "ein Witz" ist, dass wir im Moment lieber die COVID-19-Zahlen der Johns Hopkins University in den Medien zitieren, statt die des Robert Koch-Instituts. Denn auch im amtlichen Meldewesen liegt bei der Digitalisierung einiges im Argen. Gerlach meint außerdem, gerade die jetzige Situation könnte für längst angedachte Reformen etwa der Sektorengrenzen sprechen. Denn die meisten Corona-Patienten, sagt er, werden gerade nicht in den Intensivstationen versorgt, sondern von niedergelassenen Ärzten.
34 Minuten
Bislang wird in der Coronakrise vor allem über die hohe Ansteckungsgefahr berichtet, unter der Ärzte und Pfleger arbeiten. Dabei lauert noch eine ganz andere Gefahr – nämlich dass die Betreuenden unter dieser Extremsituation vielleicht einen Fehler machen oder Entscheidungen treffen müssen, die sie so sehr belasten, dass sie selbst dann wieder zu Opfern werden. Professor Reinhard Strametz von der Hochschule RheinMain, selbst Intensivmediziner, erläutert in diesem Podcast, was es heißt, als Arzt oder Pfleger zu einem solchen Second Victim zu werden und wie sich dem vorbeugen lässt.
14 Minuten
Für viele Hausarztpraxen ist es nach wie vor schwierig, an ausreichend Schutzkleidung zu kommen. Die KVen, die hier unterstützen wollen, müssen sich dazu um ganz ungewohnte logistische Dinge kümmern: von der Bestellung und Qualitätsprüfung bis hin zur Bewachung der bestellten Ware. Dr. Anne Gräfin Vitzthum von Eckstädt, stellvertretende Vorsitzende der Vertreterversammlung der KV Baden-Würtemberg und seit 30 Jahren niedergelassene Allgemeinärztin in Remstal, spricht im Podcast über lernende Systeme, wie gut die Selbstorganisation der Ärzte funktioniert, wenn sich Versorgungslücken auftun, und warum dabei ein Eingreifen des Staates nicht nötig ist.
15 Minuten
Noch Ende März fürchteten Intensivmediziner, dass weiter steigende Zahlen an intensivmedizinisch zu betreuenden COVID-19-Patienten auch die Kliniken in Deutschland an Ihre Kapazitätsgrenzen führen könnten. Inzwischen wurde die Zahl an Intensivbetten massiv hochgefahren. Zu viel? Nein, meint Professor Gernot Marx, Direktor der Klinik für Operative Intensivmedizin am Universitätsklinikum Aachen. Was Deutschland in der Corona-Krise richtig gemacht hat und warum und wie jetzt die richtige Balance zwischen Rückkehr zur Normalität in den Klinken und Alarmismus gefunden werden muss, erläutert er in diesem Podcast.
19 Minuten
Momentan gibt es ausreichend intensivmedizinische Kapazitäten während der COVID-19-Pandemie. Aber was, wenn es zu einem Engpass kommt – wen behandeln Ärzte dann? Ein Gespräch mit dem Medizinethiker Prof. Georg Marckmann.
14 Minuten
Seit Anfang März sind 75 Prozent der stationären schmerzmedizinischen Einrichtungen in Krankenhäusern, die Patienten mit schweren chronischen Schmerzen teil- und vollstationär behandeln, wegen der Corona-Krise geschlossen. Das geht aus einer aktuellen Umfrage des Berufsverbands der Ärzte und Psychologischen Psychotherapeuten in der Schmerz- und Palliativmedizin in Deutschland e.V. (BVSD) hervor. Was das für die jetzige Versorgung der Patienten bedeutet und was es zu verbessern gilt für eine Rückkehr zu mehr Normalität, das erläutert Schmerzmediziner Dr. Andreas Böger vom Schmerzzentrum Kassen - DRK Kliniken Nordhessen in diesem Podcast.
18 Minuten
Immer mehr Pflege- und Altenheime melden COVID-19-Fälle. Damit erreicht die Pandemie eine besonders gefährdete Gruppe alter und multimorbider Menschen, die auf relativ engem Raum zusammenleben. Was ist für die betroffenen Patienten jetzt besonders wichtig? Wie steht es um Versorgungsmöglichkeiten, Leidenslinderung und Selbstbestimmung? Palliativmediziner Dr. Thomas Sitte, der selbst Patienten in einem betroffenen Pflegeheim betreut, erzählt von seinen dortigen Erfahrungen und wie die Deutsche PalliativStiftung mit einem einfachen Ampelsystem helfen will, dass der Patientenwunsch bei Schwersterkrankung wie einer COVID-19-Pneumonie die richtige Aufmerksamkeit gewinnt.
16 Minuten
Zahnärzte sind von der Coronavirus-Pandemie gleich in zweifacher Weise betroffen: Sie agieren direkt über dem Respirationstrakt und sind bei möglichen COVID-19-Patienten einem hohen Infektionsrisko ausgesetzt. Aus dem Mund spritzende Tröpfchen könnten eine infektiöse Viruslast enthalten. Zugleich verschieben immer mehr Patienten planbare Zahnarzttermine. Auch Zahnärzte selbst verschieben solche Eingriffe – zum Eigenschutz und dem Schutz des Praxispersonals. Die Folge aber könnte für manche Zahnärzte sein, dass sie Kurzarbeit beantragen müssen. Auch existenzielle Sorgen machen sich breit. Illustration: Robert Michael / dpa
10 Minuten
Not macht erfinderisch, vor allem auch Ärzte in Zeiten wie der Coronavirus-Pandemie, in der Schutzmaterial knapp ist. Allgemeinmediziner Dr. Uwe Popert hat für seine Praxis in Kassel einen Weg gefunden, wie er das Infektrisiko für seine Patienten, sein Personal und sich reduzieren kann: mittels Tresen am Fenster und einem "Wartezimmer" im Bierzelt. Die Patienten danken es ihm, wie er in dieser Episode vom "ÄrzteTag"-Podcast erzählt. Viele wollen aus Angst vor einer Infektion gar nicht mehr in die Praxis – und in diesen Tagen lieber die Sonne im Freien genießen, während sie auf ihr Rezept waren. Nur noch ein Drittel seiner Patienten, sagt Popert, betreut er im Moment in den Praxisräumen. Foto: MFA im Fenstertresen der Praxis Popert. (c) Popert
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