Alles Geschichte - Der History-Podcast Archiv
535 Episoden
24 Minuten
Die Kerze als Dekoraktionsobjekt gibt es erst seit dem 20. Jahrhundert. Früher, in stromlosen Zeiten, waren Kerzen den Kirchen und Herrschaftshäusern vorbehalten. Die einfachen Leute mussten sich mit Kienspänen oder so genannten Unschlittkerzen aus Hammel - oder Rindertalg zufriedengeben, die grauenvoll stanken und obendrein heftig rußten. Auch der Walrat, eine fettige Substanz aus dem Kopf des Pottwales, war nicht wohlriechend. Die Knappen in den Silberbergwerken von Tirol bekamen Schnaps verabreicht, damit sie den Gestank des Talglichts ertrugen. Autorin: Regina Fanderl (BR 2018)
23 Minuten
Nach dem Prager Frühling 1968 liegt das Kulturleben der Tschechoslowakei brach. Ein Genre aber bietet "verbotenen" Autoren, Regisseuren und Schauspielern nach wie vor Lohn und Brot: Der Kinderfilm. Gemeinsam mit öffentlich-rechtlichen Partnern in der BRD oder mit der DEFA in der DDR produzieren Prager Filmstudios eine ganze Reihe Erfolgsserien und -filme. Bis heute gilt: Kein Weihnachten ohne "Drei Haselnüsse für Aschenbrödel". Autorin: Susi Weichselbaumer (BR 2021)
23 Minuten
Jahrhundertelang wurden die Erzählungen der Sinti und Roma mündlich überliefert, doch seit dem 20. Jahrhundert blüht überall in Europa auch eine schriftliche literarische Tradition auf: in Deutschland vor allem nach dem Zweiten Weltkrieg, als die Überlebenden der Konzentrationslager zur Feder greifen, um sich Gehör zu verschaffen in einer Gesellschaft, die sie bis heute an den Rand drängt.Der 19. Dezember ist der jährliche Gedenktag für die Opfer des Völkermordes an den Sinti und Roma. Autorin: Brigitte Kohn (BR 2022)
23 Minuten
Ursprünglich stammen Sinti und Roma aus Indien, von dort aus wanderten sie über viele Jahrhunderte nach Westen. Auf deutschem Boden zunächst geduldet, erklärte man die "Fremden" bald zu Vogelfreien. Danach kam es immer wieder zu Tötungen und Vertreibungen. Ab Ende des 19. Jahrhunderts wurden Sinti und Roma offiziell registriert. Auf diese Akten griffen später die Nationalsozialisten zurück, als sie sie verfolgten und massenhaft ermordeten.Der 19. Dezember ist der jährliche Gedenktag für die Opfer des Völkermordes an den Sinti und Roma. Autorin: Maike Brzoska (BR 2022)
24 Minuten
Keine Arbeitsmoral! Wieso kommt das Paket nicht wie versprochen an? Wo bleibt denn der Installateur? Wo sind die Werte geblieben wie Fleiß und Disziplin? - Überhaupt: Sagte nicht schon Paulus im Neuen Testament: Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen? - Doch so einfach ist es nicht. Die Verknüpfung von Arbeit mit Moral ist eine Erfindung der Neuzeit. Das aufstrebende Bürgertum fing an, sich durch Arbeit von der Aristokratie abzuheben, die nicht arbeiten musste. Der Beginn einer spannungsreichen Verbindung: der Arbeitsmoral. Von Martin Trauner (BR 2022)
22 Minuten
Was für eine Gratwanderung! Wer sich um eine Arbeitsstelle bewirbt, muss eigene Ansprüche formulieren und zugleich versuchen, mögliche Erwartungen des Gegenübers zu erfüllen. Außerdem gilt: bloß nicht bedürftig wirken! Das war vor 200 Jahren noch ganz anders. Damals schrieben Jobsuchende noch richtiggehend Bettelbriefe. Von Justina Schreiber (BR 2023)
23 Minuten
Die Gewerkschaften haben sich in den letzten 150 Jahren zu wichtigen wirtschaftlichen und politischen Akteuren entwickelt. Doch Antworten auf die herausfordernde Transformation von Arbeit wie Gesellschaft scheinen sie schwer zu finden. Können sie den Wandel mitgestalten - und gleichzeitig selber zukunftsfähig werden? Von Lukas Grasberger (BR 2023)
23 Minuten
Der Politiker und Friedensnobelpreisträger Henry Kissinger ist gestorben. Wie kaum ein anderer Politiker des 20. Jahrhunderts war er zugleich umjubelt und umstritten. 1923 in Fürth geboren, als Jude 1938 in die USA emigriert, wurde er unter Richard Nixon 1969 erst Nationaler Sicherheitsberater und später Außenminister der USA. Durch seine Verhandlungen mit China, der UdSSR und Vietnam gilt der Friedensnobelpreisträger den einen als Meister-Diplomat. Andere sehen ihn als Blender und Machtmenschen mit medialer Dauerpräsenz. Autor: Florian Kummert (BR 2023)
37 Minuten
Im Sommer 1973 legen tausende ausländischer Arbeiterinnen und Arbeiter in den Kölner Ford-Werken die Arbeit nieder. Sie fordern "Eine Mark mehr" - aber ihnen geht es nicht allein um mehr Lohn, sondern um Gleichbehandlung gegenüber ihren deutschen Kollegen. Es bleiben nicht die einzigen "wilden Streiks" in diesem Jahr, die von Betriebsräten und Gewerkschaften nicht unterstützt werden und denen meist die Polizei ein Ende setzt. 1973 ist aber auch ein Wendepunkt in der Geschichte der Bundesrepublik, denn in diesem Jahr stoppt die Bundesregierung die Anwerbung von sogenannten "Gastarbeitern", Männern und Frauen aus der Türkei, Italien, Griechenland oder Jugoslawien. Sie kamen seit den 1950er Jahren als billige Arbeitskräfte, viele von ihnen blieben - obwohl daran bei Abschluss der Anwerbeabkommen kaum jemand gedacht hat. Autoren: Michael Zametzer & Christian Schaaf
21 Minuten
Brauchtum oder nackte Selbstjustiz? - Mit vermummten oder geschwärzten Gesichtern zogen Gruppen von jungen Männern nachts vor das Haus eines oder einer Beklagten. Dort trugen sie in Versform angebliche moralische Vergehen vor. Oft kam das "Haberfeldtreiben" einem Rufmord gleich. Im 18. und 19 Jahrhundert wurde es in Teilen Bayerns als folgenschwerer Rügebrauch praktiziert und von der Obrigkeit verfolgt. Autor: Herbert Becker (BR 2007)
22 Minuten
Eigentlich wollten die Tempelritter nur das Grab Christi in Jerusalem und die Pilger schützen. Doch bald wurden die Templer Polit-Strategen und Bankiers. Ihr dramatisches Ende machte sie zu Stars in Mystery-Romanen. Wer hatte ein Interesse an ihrer Ausrottung? Haben sie in Form von Geheimgesellschaften überlebt? Und was haben die Templer mit dem heiligen Gral zu tun? Autor: Christian Feldmann (BR 2010)
23 Minuten
Adam Weishaupt war herrschsüchtig, eitel und einer der Professoren an der Universität Ingolstadt, die man gehört haben musste! Mit 28 Jahren gründete er 1776 einen Geheimbund, den Illuminatenorden - "Die Erleuchteten". Um keinen anderen Geheimbund ranken sich buntere Verschwörungstheorien. Autor: Hans Hinterberger (BR 2014)
23 Minuten
München, 9. November 1923. Vor der Münchner Feldherrnhalle scheitert Adolf Hitlers Putschversuch kläglich. Doch die Folgen sollten sich als drastisch erweisen - für Deutschland und die Welt. Von Astrid Freyeisen (BR 2014)
24 Minuten
Kaum ein archäologischer Fund hat die Welt je wieder so berührt, wie der des Grabes von Tutanchamun. Am 4. November 1922 entdeckte der britische Archäologe Howard Carter im Tal der Könige eine unter antikem Schutt verborgene Felstreppe: Der Eingang zum Grab des ägyptischen Königs. Eine perfekte Sensation. Bis heute ist an jedem 4. November Tutanchamun-Tag" oder einfach - King Tut Day. Autorin: Silvia Rabehl (BR 2022)
2 Minuten
Das Tagebuch der jungen Undercover-Journalistin Paula Schlier gibt uns heute, 100 Jahre später, einen seltenen Einblick in die Anfänge des Nationalsozialismus in München. Aber wer war diese Frau, was hat sie motiviert, war sie überhaupt eine Heldin? Die BR-Reporterin Paula Lochte begibt sich auf Spurensuche.