Deutscher SteuerberaterTALK Archiv
24 Episoden
24 Minuten
„Eine derart stabile Geschäftslage wie in der Steuerberatung gibt es vermutlich in wenig anderen Branchen“ sagt Stefan Lami, der selbst Steuerberater, vor allem aber Unternehmensberater und Experte für Kanzleientwicklung ist. „Doch in den letzten Jahren war zu beobachten, dass sich manche Kanzleien immer dynamischer entwickeln – und andere tun sich schwer.“ Für Lami liegt der entscheidende Unterschied in der Auslastung der Mitarbeiterschaft, es werde nämlich „immer versucht die Produktivität bis zum Letzten zu nutzen.“ Was ökonomisch sinnvoll klingt, bringt für Lami große strategische Nachteile und sogar Risiken mit sich. „Arbeitet die Kanzlei am Rande ihrer Kapazitäten?“ fragt Lami. „Oder ist sie so aufgestellt, dass sie ausreichend Überkapazitäten hat um auch größere Aufgaben gut abfangen zu können?“ Die freien Potentiale könnten nämlich nicht nur gut in technologische Verbesserungen, die Tiefe der Beratung und die Personalentwicklung investiert werden, sagt Lami. Sondern im Krisenfall sogar überlebensnotwendig werden. „Mit leichten Überkapazitäten kann man viel leichter Prozesse optimieren und auf neue Herausforderungen reagieren.“
29 Minuten
„Wir Steuerberater haben die Prozesse während der Pandemie gut gemanaget“ sagt Tanja Palzer, Steuerberaterin und Expertin für Coaching und Consulting für Führungskräfte. „Aber bei den Herausforderungen emotionaler Art war noch Luft nach oben.“ In der siebten Folge des Steuerberatertalks erklärt Frau Palzer, dass Steuerkanzleien gerade in Krisensituationen nicht nur die Prozesse ihrer Mandanten optimal betreuen müssen, sondern auch die Sorge und Ängste, die durch die Unsicherheiten entstehen. „Wir wollen unsere Mandanten unterstützen, aber dafür müssen sie wieder in einen sachlichen Zustand kommen, in dem sie aufnahmefähig sind“ erklärt Frau Palzer. „Bei uns in der Kanzlei haben wir gemerkt, dass ein ‚Jetzt regen Sie sich doch mal ab!‘ da nicht hilft.“ In der menschlichen Ansprache liege auch eine große strategische Chance: „Zu Beratung gehört, die Mandanten in ihrer Gesamtheit als Mensch zu sehen, das kann keine Maschine“ sagt Palzer. Und liefert so konkrete Anregungen zur festeren Bindung von Mandanten, aber auch Mitarbeitern.
22 Minuten
„Das letzte Jahr war sicherlich sehr herausfordernd für viele Kanzleien: die Mitarbeiter schützen und parallel sortieren, was die Mandanten brauchen – da war oft Chaos, bis sich das gefunden hatte“ sagt Viola Pawelcyzk, Unternehmensberaterin und Expertin für Personal- und Organisationsentwicklung. „Es gibt aber auch ganz viele Chancen. Und es sind auch sehr viele gute Sachen entstanden.“ In der sechsten Folge des Steuerberatertalks erklärt Pawelcyzk, wie Unternehmen und Organisationen die Pandemie als Anlass zu Veränderung auch positiv nutzen können, wenn sie drei zentrale Fragen für sich klären können: Wie geht man mit akuter Veränderung um? Was passiert bei Mitarbeitern, Führungskräften und Mandanten? Und wie kommt man dabei in eine Art von Selbstführung? Dabei müsse man aber immer schauen, was diese Entscheidungen mit dem Selbstverständnis und der Kommunikation mache, sagt Pawelcyzk. „Ich habe auch Kunden, die sagen: Die Pandemie war genau der Schub für die Themen, die ohnehin bei uns anstanden, den wir gebraucht haben.“
23 Minuten
„Die meisten Tätigkeiten brauchen, salopp gesprochen, etwas Konzentration und Hirnschmalz." sagt der Zeitintelligenz-Experte Zach Davis. „Das kann man im Home-Office tatsächlich etwas leichter bewerkstelligen als im Großraumbüro“ In der fünften Folge des Steuerberatertalks erklärt Davis, der eine Vielzahl an Büchern zu Produktivität und Zeitintelligenz publiziert hat, wie man Störquellen in den Griff kriegt und dadurch stressfreier arbeiten kann. „Unterbrechungen kosten Produktivität“ sagt Davis. Unterbrochene Aufgaben, erklärt der Experte, benötigen im Schnitt 50% länger und sind 50% fehleranfälliger. Daher empfiehlt Davis, bewusst zu unterscheiden: Was sind Produktivphasen? Was sind Kommunikationsphasen? Und Davis verrät einen Trick, wie man sich die Ruhe verschafft, die für eine Aufgabe notwendig ist: „Wenn man für sich Zeit blockt, sollte man sie betrachten wie einen Termin mit einem Gast und entsprechend ernst nehmen.“
25 Minuten
„Die üblichen Gelegenheiten zu netzwerken sind uns durch Corona verloren gegangen“ sagt Anke Precht, Psychologin und Expertin für mentale Stärke in Unternehmen. „Seit März merken wir, dass wir uns viel intensiver um die Pflege unserer Netzwerke kümmern müssen.“ In der vierten Folge des Deutschen Steuerberatertalks erklärt Precht, warum Networking nicht mit dem Sammeln von Visitenkarten oder Kontakten auf Networkingplattformen getan ist. „Als Psychologin definiere ich Kontakte als etwas zwischenmenschliches. Das braucht Zeit und ein ehrliches Interesse“ sagt Precht. Außerdem erklärt sie, warum die Corona-Zeit die beste Zeit ist, sich intensiv um sein Netzwerk zu kümmern. „Ich kenne viele Mitarbeiter in Unternehmen, die verarmt sind hinsichtlich ihrer Kontakte“ erklärt sie. Da sei jeder Anruf, jede Nachfrage wertvoll: „Gibt es irgendwas, was ich tun kann, um euch in der jetzigen Situation zu unterstützen? Und zwar nicht als kostenpflichtiges Angebot. Sondern weil man wirklich helfen will.“
25 Minuten
„Die Körpersprache ist unsere erste Sprache, auch im virtuellen Raum“ sagt die Kommunikationsberaterin Clara von Sydow. „Wir sind uns aber nicht bewusst, wie wir präsent sind – und das ist oft der erste Fehler, den wir auch in Videocalls machen.“ In der dritten Folge des Deutschen SteuerberaterTALKS erklärt von Sydow, wie man sich auf einen beruflichen Videocall optimal vorbereitet, wie man sich ideal vor dem Rechner positioniert, welchen Bildausschnitt man wählen sollte und wie man im Gespräch kompetenter und zugewandter wirken kann. Dazu stellt von Sydow konkrete Übungen für einen gelungenen Videocall vor. „Ich glaube, dass wir uns ein Repertoire für Gestik im Videocall angewöhnen können“ sagt von Sydow. „Und für zwischendrin empfehle ich: lächeln, lächeln, lächeln.“
24 Minuten
„In der Präsenzsituation vor Corona hatten wir als Führungskräfte das Gefühl, dass wir Kontrolle über die Mitarbeiter haben“ sagt der Unternehmensberater und Performance-Management-Experte Gunther Wolf. „Die Pandemie hat uns aber vor Augen geführt, dass das immer nur eine Illusion der Kontrolle war.“ In der zweiten Folge des Deutschen Steuerberatertalks erklärt Wolf, der Trainings für Führungskräfte anbietet, warum gerade die Corona-Pandemie der richtige Zeitpunkt ist, Performance-Management-Maßnahmen umzusetzen und warum Zielvereinbarungen ein wichtiges Instrument sind, um auch im Home Office die Erfolge der Mitarbeiter zu ermöglichen. „Die Sorge, dass im Home Office der Schlendrian einkehrt“, sagt Wolf, „ist in vielen Fällen nämlich völlig unbegründet.“
11 Minuten
„Die Steuerberater in Deutschland sind viel näher an ihre Mandanten herangerückt“ sagt Harald Elster, Präsident des Deutschen Steuerberaterverbands e.V., „und sind noch tiefer in die betriebswirtschaftliche Beratung ihrer Mandaten eingestiegen, um sie aus der Pandemie erfolgreich herauszuführen.“ In der ersten Folge des Deutschen Steuerberatertalks erklärt Harald Elster außerdem, wie die Corona-Pandemie auch dazu geführt hat, dass die Beraterschaft neuerdings deutlich digitaler arbeite. Er spricht über diesbezüglichen Veränderungsbedarf im Berufsstand und der Verwaltung – und darüber, was die Absage seines Herzensprojektes, des Deutschen Steuerberatertages 2020, für ihn bedeutet.
72 Sekunden
Ausgewählte Themen der Workshops und Diskussionsrunden des Deutschen Steuerberatertages verpacken wir in diesem Podcast in kurze Häppchen und liefern Know-How und Inspirationen to go.