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Literatur Radio Hörbahn Archiv

2489 Episoden
7 Minuten
Nora Bossong, 1982 in Bremen geboren, studierte in Berlin, Leipzig und Rom Philosophie und Komparatistik. Sie veröffentlichte die Romane „Gegend“ (2007) und „Webers Protokoll“ (2009). Bei Hanser erschienen zuletzt der Gedichtband „Sommer vor den Mauern“ (2011), der mit dem Peter Huchel-Preis 2012 ausgezeichnet wurde, und der Roman „Gesellschaft mit beschränkter Haftung“ (2012). Beim Erlanger Poetenfest 2015 stellte sie ihren beeindruckenden neuen Roman „36,9°“ vor. Als wir sie treffen, kommt sie gerade von einem Podiumsgespräch mit Nora Gomringer. In deren Geschichte „Recherche“ kommt sie nämlich auch vor: als Figur.

Das Interview können Sie hier lesen
9 Minuten
Eine Rezension von Rolf Löchel

Einige der interessantesten literarischen Zukunftsvisionen der jüngsten Vergangenheit stammen von der nigerianischen Autorin Nnedi Okorafor. Dass es sich bei ihr keineswegs um die einzige afrikanische AutorIn handelt, deren Science Fiction auch für Menschen lesenswert ist, die dem Genre ansonsten eher fremd gegenüberstehen, zeigt einmal mehr die von Christa Morgenrath und Eva Wernecke herausgegebene Anthologie Imagine Africa 2060, deren zehn Geschichten über mögliche Zukünfte verschiedener Länder des Kontinents „ungefähr 100 Jahre nach den Unabhängigkeiten“ imaginieren. So heißt es zumindest im Editorial …

Es las Marlisa Thumm

Den Text der Rezension finden Sie hier.
25 Minuten
Ruth Barg liest aus ihren intensiven Gedichten.

Es liest die Autorin.
33 Minuten
Julia Manns Familie ist untrennbar mit der deutschen Literatur und Geschichte verbunden. Die beiden ältesten Söhne, die Schriftsteller Heinrich und Thomas Mann, erfuhren in ihrem Leben nicht nur weltweit große Anerkennung und literarischen Erfolg, sondern mussten in der NS-Zeit Publikationsverbot und Ächtung ihrer literarischen Werke erleben sowie Verfolgung, schließlich Flucht und Emigration ins sichere Ausland. Die beiden Töchter, die gesellschaftlich ambitionierte Julia Löhr, verheiratet mit einem Bankdirektor, und Carla, die weniger erfolgreiche Schauspielerin, waren in ihren Leben und Berufen unglücklich – beide begingen Suizid. Der Jüngste der Familie, Viktor, war studierter Landwirt und arbeitete als anerkannter Agrarexperte in einer Bank. Er leistete Militärdienst in zwei Weltkriegen und schrieb ein Buch über die Geschichte seiner Familie.

»Julia Mann und ihre Kinder« endet mit einem aktuellen, erstmals veröffentlichten Interview mit und Porträt über Frido Mann, den Enkel von Thomas Mann.

Sie hören eine Veranstaltung des Allitera Verlages, in der Gemeindebibliothek Grünwald

Ulrike Leutheusser ist eine Journalistin, die von 1991 bis 2006 den Programmbereich Wissenschaft, Bildung, Geschichte des Bayerischen Fernsehens leitete. Sie studierte Geschichte, Geografie und Latein in Köln und Berlin. Sie arbeitete mehrere Jahre im Pressereferat der Max-Planck-Gesellschaft in München. 1991 wurde sie vom Bayerischen Rundfunk berufen, wo sie bis zu ihrer Pensionierung 2006 den neu geschaffenen Programmbereich Wissenschaft, Bildung und Geschichte leitete. In Kooperation mit der Bayerischen Akademie der Wissenschaften (BAdW) entstanden etwa 50 Fernsehsendungen über die BAdW.

Leutheusser lebt als freie Journalistin in Grünwald.
8 Minuten
Eine Rezension von Sebastian Engelmann

Gelenke des Lichts, der Debütroman des 1977 in Jena geborenen Autoren Emanuel Maeß, irritiert. Er irritiert und verführt zur langsamen, genauen und erneuten Lektüre. Im Zug zwischen Paderborn Gummersbach konnte ich den Text nicht aus den Händen legen und auch nach Großbritannien hat er mich begleitet. Einige der Stationen des Protagonisten habe ich in diesem Jahr also mit nachvollzogen. Dabei war der erste Satz des Buches für mich allerdings zunächst eine Hemmschwelle: „Vor einigen Jahren, als ich einen Abend lang vergeblich auf Dich wartete, ergab sich die Gelegenheit, wieder einmal einem Mond zuzusehen.“ Lange musste ich mit mir kämpfen – und beinahe habe ich das Buch direkt wieder zur Seite gelegt …

Es las Marlisa Thumm

Den Text der Rezension finden Sie hier.
1 Stunde 8 Minuten
Kein anderer deutschsprachiger Schriftsteller saß wegen einer Buchveröffentlichung ein Jahr im Zuchthaus. Viele von Oskar Panizzas Büchern wurden beschlagnahmt. Angeklagt wegen Blasphemie und Majestätsbeleidigung, ging er aus der Einzelhaft ins Exil – nach Zürich, nach Paris, in den Wahn.

Von Kurt Tucholsky und Walter Benjamin verehrt, von NS-Funktionären mit pervertierten Texten ans Hakenkreuz geschlagen und nach dem Weltkrieg wiederentdeckt, kann in der Biografie zu Oskar Panizza nun belegt werden, dass der Exilant im Antisemitismus eine drohende Gefahr für Europa sah und gerade wegen seines Pamphlets »Abschied von München« endlich in die Erinnerungskultur Bayerns einbezogen werden muss.

Heute, wenn Einer einen freien Gedanken ausspricht, bleiben ihm nur drei Wege: Irrenhaus, Gefängnis oder die Flucht. Bekent er sich offen zur Geisteskrankheit, so drückt der Bezirksarzt ein Auge zu und – er verschwindet. Ist er hartnäckig und bleibt auf seinem Verstande stehen, dann nimt das Gericht seinen Lauf und – er verschwindet. Verläßt er das Land des Asfalts, bevor ihm die Schuhsohlen verbrennen, so schließt sich hinter ihm die Barriere und – er verschwindet.« Oskar Panizza

Das war sein Leben, darüber schrieb er. Das »Panizza-Lesebuch« zeigt den wütenden, den verzweifelten, aber auch den bisher kaum bekannten humorvollen, spöttischen Panizza in Prosa, Briefen, Gedichten und essayistischen Texten. Neuentdecktes gegen den Katholizismus und über die Passionsspiele in Oberammergau erinnert an den Pamphletisten, Volkskundler und Theaterwissenschaftler. Seine erstmals vollständig gedruckten Notizen aus dem Amberger Zuchthaus spiegeln Gefängnistexte von Rosa Luxemburg bis Peter-Paul Zahl wider. In Korrespondenz mit emanzipierten Schriftstellerinnen stellt das »Panizza-Lesebuch« erstmals auch den amourösen Mephisto Panizza vor. Von seiner militant religiösen Mutter überwacht und als Zögling einer pietistischen Knabenschule möglicherweise missbraucht, taumelte er in seinen Fantasien ein Leben lang zwischen großen Frauen wie Franziska zu Reventlow und schlichten Freudenmädchen.

Sie hören eine Veranstaltung des Allitera Verlages.
29 Minuten
To seek the truth – Die Wahrheit suchen

Wer dem Wappenspruch der irischen McSheas befolgt, lebt gefährlich.

Als Jolanda von ihrem totgeglaubten Vater ein Herrenhaus erbt, ist sie außer sich. Wieso hat ihre Mutter nie von ihrem irischen Vater gesprochen?

Kaum in Irland angekommen, häufen sich die mysteriösen Vorfälle. Wer will sie glauben lassen, dass der Geist der verstorbenen Lady Eliza keine andere Frau auf Amergin Manor duldet? Ist es der unnahbare Verwalter Farell, oder gar der charmante Künstler Jason? Joanda will das nicht wahrhaben, vor allem, weil sie gerade dabei ist, ihr Herz in Irland zu verlieren…

Aber wer versucht dann, sie in den Irrsinn zu treiben – oder gar in den Tod?

Antonia Günder-Freytag, 1970 geboren, schreibt Thriller, Kriminalromane, historische Romane und Fantasy. Ihr Motto – Nichts ist tödlicher als Routine – ist Programm. Nach ihrem Debüt als Fantasy-Autorin, schrieb sie zunächst eine klassische fünfteilige Kriminalromanenreihe, die in München spielt. Da ihr Vater in Irland/Donegal lebte, lag es nahe, dort den Herrenhaus-Thriller Die Lüge von Amergin Manor spielen zu lassen. Sie arbeitet im Moment an der Fortsetzung, die noch dieses Jahr erscheint. Zudem können sich die Leser auf ein Mittelalterepos freuen. Sie lebt mit ihrer Familie, drei Minishettys und ihrem Hund in München, hasst Schubladen, liebt Gummibärchen und findet knarrende Treppenstufen herrlich.

Weitere Infos zur Autorin

Die Moderation hat Katharina Glück.
20 Minuten
To seek the truth – Die Wahrheit suchen

Wer dem Wappenspruch der irischen McSheas befolgt, lebt gefährlich.

Als Jolanda von ihrem totgeglaubten Vater ein Herrenhaus erbt, ist sie außer sich. Wieso hat ihre Mutter nie von ihrem irischen Vater gesprochen?

Kaum in Irland angekommen, häufen sich die mysteriösen Vorfälle. Wer will sie glauben lassen, dass der Geist der verstorbenen Lady Eliza keine andere Frau auf Amergin Manor duldet? Ist es der unnahbare Verwalter Farell, oder gar der charmante Künstler Jason? Joanda will das nicht wahrhaben, vor allem, weil sie gerade dabei ist, ihr Herz in Irland zu verlieren…

Aber wer versucht dann, sie in den Irrsinn zu treiben – oder gar in den Tod?

Antonia Günder-Freytag, 1970 geboren, schreibt Thriller, Kriminalromane, historische Romane und Fantasy. Ihr Motto – Nichts ist tödlicher als Routine – ist Programm. Nach ihrem Debüt als Fantasy-Autorin, schrieb sie zunächst eine klassische fünfteilige Kriminalromanenreihe, die in München spielt. Da ihr Vater in Irland/Donegal lebte, lag es nahe, dort den Herrenhaus-Thriller Die Lüge von Amergin Manor spielen zu lassen. Sie arbeitet im Moment an der Fortsetzung, die noch dieses Jahr erscheint. Zudem können sich die Leser auf ein Mittelalterepos freuen. Sie lebt mit ihrer Familie, drei Minishettys und ihrem Hund in München, hasst Schubladen, liebt Gummibärchen und findet knarrende Treppenstufen herrlich.

Weitere Infos zur Autorin

Die Moderation hat Katharina Glück.
14 Minuten
Der Erstling des Nobelpreisträgers für Literatur des Jahres 2014 ist ein faszinierendes und gleichzeitig verstörendes Werk über den französischen Antisemitismus im 2. Weltkrieg

Der Judenstern besteht aus einem handtellergroßen, schwarz ausgezogenen Sechsstern aus gelbem Stoff mit der schwarzen Aufschrift “Jude’. Er ist sichtbar auf der linken Brustseite des Kleidungsstücks fest aufgenäht zu tragen. [1]

O ja, Raphael Schlemilovitch (in etwa: „Gott heilt die Seele des Pechvogels“ [2]), der Erzähler dieses Lebens ist alles, was man einem Juden je vorgeworfen hat: er ist ein Kollaborationsjude, Vorzeigejude, der ewige Jude, der schmierige Verführer, der Schwarzhändler und Schieber, der Kriegstreiber und -gewinnler, er ist sowohl Snob-Jude als auch der, der zusammengeschlagen wird und gefoltert, er ist der, der mit Mädchen handelt, der unersetzliche Jude, der die Huren ´ranschafft und sich bei der Gestapo verdingt…..:

Sie können diese Rezension nachlesen auf dem Literaturblog „aus.gelesen“: https://radiergummi.wordpress.com bzw. http://wp.me/paXPe-7rz.
7 Minuten
Eine Rezension von Liliane Studer

Eigentlich hätte es ein Roman über den Verlust des Hauses in Südfrankreich werden sollen. Durch den Verkauf droht die Ich-Erzählerin, den Boden unter den Füßen zu verlieren. Um diese Bedrohung, die sie in ihrem Innersten trifft, etwas entgegenzusetzen, will sie erzählen: von den Ferien, die sie dort verbracht hat, von der Geborgenheit, die sie in diesem Haus und bei den Menschen, die ebenfalls dort waren, erfahren hat, auch von der Schönheit, die das Haus in sich birgt und ausstrahlt. Doch dann wird sie überrascht von den Terroranschlägen in Paris, und zwar so existenziell, dass sie keine Möglichkeit zu einem Weiterleben mehr sieht:

Es las Uwe Kullnick

Den Text der Rezension finden Sie hier.
19 Minuten
Theodor Storm wurde 1817 in Husum als Sohn eines Advokaten geboren. Storm schreibt seinLeben lang neben seiner bürgerlichen Karriere. Nach der Pensionierung 1880 entstehen in seinem Alterswohnsitz in Hademarschen zahlreiche Novellen, darunter seine heute wohl bekannteste, »Der Schimmelreiter«, der im Mai 1888 erscheint bevor Theodor am 4. Juli an Magenkrebs stirbt. Seiner norddeutschen Heimat verpflichtet, die ihn thematisch und stilistisch prägt, ohne dass er in Heimatdichtung verfällt, ist Storm einer der bedeutendsten Vertreter des poetischen Realismus.

Sprecher: Uwe Kullnick
34 Minuten
Wir wissen viel über China! – Wirklich?

Im Februar 2018 stirbt Chen Yangwa im Alter von 88 Jahren. Er lebte als Bauer in Luluba, einem Dorf in der chinesischen Provinz Shaanxi. Mengnan, eine seiner sechs Töchter, will ihn als besonderen Menschen im Gedächtnis bewahren. In der Stunde des Todes gelingt es der Seele ihres Vaters, alle seine Erinnerungen zu retten. So kann sie im Dialog mit Mengnan in ergreifender Weise die Entwicklung seiner großen Familie nachzeichnen. Ein Leben zwischen Tradition, Aufstieg und Moderne, Hunger, Fleiß und Wohlstand, Spannungen und Harmonie.

Chen Yangwas einziger Sohn und seine zwei ältesten Töchter bleiben im Dorf und leben als Bauern in ihren angestammten Rollen. Seine anderen vier Töchter ergreifen die Chancen im sich rasch entwickelnden China und verlassen die Heimat, ohne die engen Bindungen zur Familie jemals zu verlieren.

Der Autor dieser Familiensaga lässt den Leser tief eintauchen in ein China, das wohl nur die wenigsten kennen. Der Roman erhält dadurch seine Besonderheit, dass alles, was darin über das Leben der Familie geschildert wird, tatsächlich so geschehen ist. Das macht ihn authentisch, ehrlich und faszinierend.

Es liest der Autor. Biographie

Manfred Görk, 1954 geboren, studierte Volkswirtschaft und lebt heute bei Heidelberg. Er war über viele Jahre in internationalen Projekten tätig, die ihn rund um den Globus führten. Nach seiner beruflichen Karriere wendete er sich dem Schreiben zu. Er ist ein ausgesprochener Kenner Chinas und macht das Leben in diesem riesigen und vielfältigen Land zum Inhalt seiner Bücher und Videofilme. Aus seiner Freundschaft mit einer chinesischen Bauernfamilie ist dieser Roman entstanden, der den Aufstieg dieser Familie auf authentische Weise über Generationen nachzeichnet, exemplarisch für die neueren Entwicklungen in Chinas ländlichem Raum.

Weitere Veröffentlichungen: Land der Mitte – Impressionen aus einer anderen Welt (2017). ISBN: 978-3-95840-570-7. Dieses Buch ist 2018 auch in der chinesischen Übersetzung erschienen.

Kontakt: landdermitte@gmx.net.

www.landdermitte.com
1 Stunde 17 Minuten
Sanfte Berge, die Gipfel unterm Himmel weiß-blau, dazu ein paar Kirtanudeln und ein Stamperl Kerschgeist so schaut Lebensfreude im Tegernseer Tal aus. Dass es im Himmel kaum schöner sein kann, hat der Brandner Kasper bewiesen und dafür sogar den Boandlkramer überlistet. Er ist im Tegernseer Tal, am Alpbach, daheim. Die Geierwally wiederum lebt in Oberammergau und »lasst sich nix gfallen« von den Mannsbildern, sie revoluzzert gegen die Bequemlichkeit, damit sie ihrem eigenen Lebensweg und ihrer Liebe folgen kann. Mit dem Todesurteil für Räuberhauptmann Kneissl »fangt de Woch ja scho guad o«, wie er selbst dazu an einem Montag am Gericht in Augsburg sagte. Mord und Totschlag, räuberische Erpressung und schwerer Raub wurden ihm zur Last gelegt. Dennoch gilt er als eine Art bayerischer Robin Hood. Der Wildschütz Jennerwein dagegen macht nur, was zu jener Zeit viele andere auch machten: Er wildert in den Schlierseer Bergen. Hinterrücks wurde er ermordet und stieg dann zum Symbol der Auflehnung gegen die Obrigkeit auf.

Die Textauszüge wurden von Martin Unterrainer vorgetragen, die Musikalische Begleitung hatten  mit traditionellen und

modernen Volksmusikklängen das Duo »Du & I« mit Andrea Regenauer an der Harfe und Daniel Huber an der Steirischen Harmonika. Die passenden Lieder sang Karl-Heinz Hummel das hochdramatische Kneißl-Lied und andere Wuidschützenlieder

Sonja Still sagt von sich:

Das Fremde und Unbekannte möchte ich näher bringen und das Besondere im Vertrauten sichtbar machen. Dafür erzählen mir Menschen ihre Geschichte, die ich weitererzähle: In einem Portrait, in einer Reportage oder einem Pressetext. Vielleicht auch als Film oder als Buch.

Ich bin ausgebildete Fernsehjournalistin. Meine ersten Schritte in der Medienwelt machte ich beim WDR im Studio Münster. Nach Studium und Volontariat war ich Redakteurin und Reporterin bei RTL. Seit 2000 arbeite ich als freie Autorin, sowohl fürs Fernsehen als auch für Print-Medien.

15 Jahre lange bereiste ich die Welt und lieferte Reportagen und Berichte für BR Fernweh und arte Entdeckung, war bei VOX mit Goodbye Deutschland unterwegs und arbeitete für den NDR für Landlust TV. Im Print arbeite ich seit Gründung der Zeitschrift Landlust für die Landlust-Redaktion. Für Merian schreibe ich Reiseführer. Inzwischen habe ich eine eigene Reihe für Reiseführer beim Münchner Verlag Allitera.

Die Aufzeichnung erfolgte im Fraunhofer-Wirtshaus-Theater.

Sie hören eine Veranstaltung des Allitera Verlages.
1 Stunde 15 Minuten
Aus den Beständen: „Leidenschaftliche Herzen, feurige Seelen“. Wie Frauen die Welt veränderten

Buchpremiere mit Ingvild Richardsen

Moderation: Roland Spahr, S. Fischer Verlag

Lesung: Thomas Birnstiel

Ingvild Richardsen erzählt in ihrem aktuellen Buch die aufregende Geschichte eines vergessenen Kapitels deutscher Emanzipationsbewegung. 1890 ist München eine Stadt im Aufbruch. Hier entsteht eine Frauenbewegung, die das Fenster zur Moderne aufstößt. Weg mit dem Mief des Wilhelminismus! Neue Rollen von Frau und Mann werden ausgetestet, neue Lebensmodelle und neue Formen der Sexualität gelebt.

Im Zentrum stehen Künstlerinnen und Bestsellerautorinnen, die ihre progressiven Ideen europaweit verbreiten: Anita Augspurg, Sophia Goudstikker, Gabriele Reuter, Emma Merk, Carry Brachvogel. Auf dem ersten Frauenkongress 1899 stellen sie Forderungen für die Zukunft– sie bleiben gültig bis heute.

Ingvild Richardsen forscht über die Frauenbewegungen und vergessenen Autorinnen des 19. und 20. Jahrhunderts. 2018 kuratierte sie die Ausstellung »Evas Töchter« (Monacensia), die die Rolle der Schriftstellerinnen in der Münchener Frauenbewegung von 1894 bis 1933 darstellte. Sie hat in Bonn und München Literaturwissenschaften und Philosophie studiert und arbeitet als Dozentin und wissenschaftliche Mitarbeiterin u.a. an den Universitäten München und Augsburg sowie für das Literaturschloss Edelstetten. Außerdem ist sie als freie Autorin und Kuratorin für zahlreiche Kulturinstitutionen, für Verlage, Film und Fernsehen tätig. Der gleichnamige Begleitband zur Ausstellung erschien im Volk Verlag, München.

Wir danken Wolfgang Schredl für die technische Unterstützung bei der Tonaufnahme und der Leitung der Monacensia für die Erlaubnis die Veranstaltung aufnehmen zu dürfen.
10 Minuten
Peter Holtz: Sein glückliches Leben erzählt von ihm selbst

Eine Rezension von  Jörg Schuster

Der Zerfall von Staaten lässt sich am besten im Koma erleben. Das führte vor 15 Jahren bereits Wolfgang Becker mit seinem Erfolgsfilm Good Bye, Lenin! vor. Bekanntlich wird dort der im Frühsommer 1990 nach neun Monaten aus dem Koma erwachenden Christiane Kern mittels Ostprodukten und -fernsehsendungen vorgegaukelt, die alte heile DDR-Welt existiere noch. Da sich die Realität aber auf Dauer nicht leugnen lässt, wird schließlich der Mauerfall nachgeholt und dahingehend umgedeutet, dass es zu einer Massenflucht aus dem Westen in den Osten gekommen sei.

Auch der DDR-Bürger Peter Holtz, Protagonist in Ingo Schulzes gleichnamigem Roman, sinniert am Tag der Grenzöffnung über Maßnahmen, „falls Verfolgte, Arme und Obdachlose zu uns kommen wollen“. Und auch er fällt im Dezember 1989 nach einem Autounfall für Monate ins Koma – mit enormen weltgeschichtlichen Folgen. Denn Holtz, Mitglied der Ost-CDU und enger Vertrauter des späteren ersten freigewählten DDR-Ministerpräsidenten, wäre, so vermutet ein Freund, mit seinem „christlichen kommunistischen Furor“ den Westpolitikern so auf die Nerven gegangen, dass sie sich das Projekt Deutsche Einheit noch einmal gut überlegt hätten.

Es las Uwe Kullnick.

Den Text der Rezension finden Sie hier.