Literatur Radio Hörbahn Archiv
2489 Episoden
24 Minuten
Der Schamrock-Salon der Dichterinnen wurde 2009 von der Münchner Schriftstellerin und Künstlerin Augusta Laar in München gegründet. Regelmäßig bietet er seither eine Plattform für Lesungen, konzertante Performances und andere eher ungewöhnliche Auftrittsformen von Lyrikerinnen. Analyse und Diskussion der Bedingungen des lyrischen Schreibens von Frauen sind ebenfalls wichtiger Bestandteil der Salons.
München und insbesondere Schwabing, war in den letzten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ein Zentrum des kulturrevolutionären Aufbegehrens junger Malerinnen und Literatinnen. In dieser Tradition hat das Schamrock-Projekt seine Wurzeln.
Ursula Haas, Augusta Laar, Tamara Ralis, Sarah Ines Struck, Gabriele Trinckler und Gunna Wendt wählen sich eine literarische “Ahnin” als fiktive kreative Partnerin. Sie treten in einen imaginären Dialog mit ihren genialen Schwestern, setzen sich mit ihren Arbeiten auseinander und stellen ihnen eigene Texte gegenüber.
Claire Goll, Henriette Hardenberg, Emmy Hennings, Hedwig Lachmann, Miriam Magall, Gerty Spies und Gisela Jonas (die „Schwabinger Gisela“), werden mit Kurzbiografien und Texten vorgestellt, sie alle haben in München gelebt und geschrieben, wurden verfolgt, vertrieben oder vergessen.
“Wir möchten die “Ahninnen” durch unsere Wertschätzung wieder sichtbar machen, uns ihnen als Gegenwarts-Dichterinnen gegenüberstellen, und an ihre Tradition anknüpfen.”
Eine Veranstaltung des Schamrock e.V. in Kooperation mit der GEDOK München und der Seidlvilla München.
Unterstützt von Bayern liest e.V., Bezirksausschuss 12 Schwabing–Freimann, Kulturreferat der Landeshauptstadt München
München und insbesondere Schwabing, war in den letzten drei Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts ein Zentrum des kulturrevolutionären Aufbegehrens junger Malerinnen und Literatinnen. In dieser Tradition hat das Schamrock-Projekt seine Wurzeln.
Ursula Haas, Augusta Laar, Tamara Ralis, Sarah Ines Struck, Gabriele Trinckler und Gunna Wendt wählen sich eine literarische “Ahnin” als fiktive kreative Partnerin. Sie treten in einen imaginären Dialog mit ihren genialen Schwestern, setzen sich mit ihren Arbeiten auseinander und stellen ihnen eigene Texte gegenüber.
Claire Goll, Henriette Hardenberg, Emmy Hennings, Hedwig Lachmann, Miriam Magall, Gerty Spies und Gisela Jonas (die „Schwabinger Gisela“), werden mit Kurzbiografien und Texten vorgestellt, sie alle haben in München gelebt und geschrieben, wurden verfolgt, vertrieben oder vergessen.
“Wir möchten die “Ahninnen” durch unsere Wertschätzung wieder sichtbar machen, uns ihnen als Gegenwarts-Dichterinnen gegenüberstellen, und an ihre Tradition anknüpfen.”
Eine Veranstaltung des Schamrock e.V. in Kooperation mit der GEDOK München und der Seidlvilla München.
Unterstützt von Bayern liest e.V., Bezirksausschuss 12 Schwabing–Freimann, Kulturreferat der Landeshauptstadt München
12 Minuten
Isaac Asimov kann wohl als DER GIGANT der Science-Fiction-Literatur gelten. Auf jeden Fall ist Asimov einer der meistgelesenen Autoren des Genres – heute wie vor siebzig Jahren. Sein Foundation-Zyklus wird in der westlichen Welt ebenso geschätzt wie im Osten und sogar in der arabischen Welt. Chewjan-Teaux Aulabyortonois macht sich auf Spurensuche nach dem Erfolgsgeheimnis von Isaac Asimov, der gegenwärtig eine groß angelegte Verfilmung durch den Streamingdienst Apple TV+ erfährt und mit der ersten Staffel am 24.9.2021 weltweit auf Sendung ging. Drehorte waren Irland (2020), Malta und Fuerteventura (2021) und sogar die Pfahlbauten in Unteruhldingen am Nordufer des Bodensees.
„Es geht nicht nur darum, dass ich mich um dich sorge und nicht will, dass dir Schaden zugefügt wird. Die ganze Menschheit hängt von dir ab! Mach dir meinetwegen keine Sorgen! Ich bin nur ein Mensch; mach dir um Milliarden Sorge!“ – Berühmte Worte eines irdischen Detektivs zu einem außerirdischen Roboter. Der Auftrag, sich um die über die ganze Milchstraße verbreitete Menschheit zu sorgen, wird für Roboter Daneel Olivaw zum kategorischen Imperativ seiner Existenz.
Was hier mit hochtrabendem Anspruch daher kommt, ist in Wirklichkeit nicht mehr als der Rahmen eines kleinen Märchens, des so genannten Foundation-Zyklus von Isaac Asimov, der als Longseller etlichen Verlagen auf allen Kontinenten beachtliche Einnahmen in die Kassen spülte. Zusammengehalten wird das Opus magnum des vielseitigen Vielschreibers Asimov durch die Figur des Daneel Olivaw: Telepathisch hochaktiv sondiert der Roboter gefährliche Entwicklungen, extrapoliert diese in die Zukunft, lenkt sie gegebenenfalls um, indem er die Gehirne von Generälen, Fürsten und Kaisern manipuliert.
In der Weise, wie sich Asimov die Hybris der Science-Fiction-Literatur zu Eigen gemacht hat, geriet er zu einem geradezu typischen Vertreter dieser Gattung. In einem Interview sagte er einmal: „Wenn ein mechanischer Verstand konstruiert wird, der dem menschlichen Verstand gleich ist, dann haben wir eine Maschine vor uns, die ein Mensch ist. Und wenn wir eine Maschine konstruieren, die besser funktioniert als ein Mensch, dann ist sie ein Übermensch und sollte uns auf diesem unseren Planeten ersetzen.“
Es mag nicht von ungefähr kommen, dass sich Asimov öffentlich selten als ausgesprochener Menschenfreund präsentieren wollte. Den Wunsch nach Ersetzung der gegenwärtig lebenden Menschengeneration durch etwas Besseres oder etwas Verbessertes teilt mit ihm mindestens einer der von ihm bewunderten Forscher auf dem Feld der Künstlichen Intelligenz, nämlich der KI-Vordenker Marvin Minsky, dem er auch den Band „Der Aufbruch zu den Sternen“ gewidmet hat.
Hinter dem Pseudonym Chewjan-Teaux Aulabyortonois steckt ein langjähriger Redaktionsmitarbeiter zweier großer süddeutscher Verlage, die sich die Herausgabe herausragender SF-Werke auf die Fahnen geschrieben haben. Ihn interessieren vor allem neomythische Strömungen der Popkultur und traditionelle Welterklärungsmodelle, die bis heute ihre Wirkung entfalten.
„Es geht nicht nur darum, dass ich mich um dich sorge und nicht will, dass dir Schaden zugefügt wird. Die ganze Menschheit hängt von dir ab! Mach dir meinetwegen keine Sorgen! Ich bin nur ein Mensch; mach dir um Milliarden Sorge!“ – Berühmte Worte eines irdischen Detektivs zu einem außerirdischen Roboter. Der Auftrag, sich um die über die ganze Milchstraße verbreitete Menschheit zu sorgen, wird für Roboter Daneel Olivaw zum kategorischen Imperativ seiner Existenz.
Was hier mit hochtrabendem Anspruch daher kommt, ist in Wirklichkeit nicht mehr als der Rahmen eines kleinen Märchens, des so genannten Foundation-Zyklus von Isaac Asimov, der als Longseller etlichen Verlagen auf allen Kontinenten beachtliche Einnahmen in die Kassen spülte. Zusammengehalten wird das Opus magnum des vielseitigen Vielschreibers Asimov durch die Figur des Daneel Olivaw: Telepathisch hochaktiv sondiert der Roboter gefährliche Entwicklungen, extrapoliert diese in die Zukunft, lenkt sie gegebenenfalls um, indem er die Gehirne von Generälen, Fürsten und Kaisern manipuliert.
In der Weise, wie sich Asimov die Hybris der Science-Fiction-Literatur zu Eigen gemacht hat, geriet er zu einem geradezu typischen Vertreter dieser Gattung. In einem Interview sagte er einmal: „Wenn ein mechanischer Verstand konstruiert wird, der dem menschlichen Verstand gleich ist, dann haben wir eine Maschine vor uns, die ein Mensch ist. Und wenn wir eine Maschine konstruieren, die besser funktioniert als ein Mensch, dann ist sie ein Übermensch und sollte uns auf diesem unseren Planeten ersetzen.“
Es mag nicht von ungefähr kommen, dass sich Asimov öffentlich selten als ausgesprochener Menschenfreund präsentieren wollte. Den Wunsch nach Ersetzung der gegenwärtig lebenden Menschengeneration durch etwas Besseres oder etwas Verbessertes teilt mit ihm mindestens einer der von ihm bewunderten Forscher auf dem Feld der Künstlichen Intelligenz, nämlich der KI-Vordenker Marvin Minsky, dem er auch den Band „Der Aufbruch zu den Sternen“ gewidmet hat.
Hinter dem Pseudonym Chewjan-Teaux Aulabyortonois steckt ein langjähriger Redaktionsmitarbeiter zweier großer süddeutscher Verlage, die sich die Herausgabe herausragender SF-Werke auf die Fahnen geschrieben haben. Ihn interessieren vor allem neomythische Strömungen der Popkultur und traditionelle Welterklärungsmodelle, die bis heute ihre Wirkung entfalten.
52 Minuten
Thomas Brezina, eigentlich Kinderbuchautor, hat für Erwachsene eine „Erzählung über die Zuversicht“ mit dem Titel „Besser als du denkst“ geschrieben. Dies nachdem er sich etwa mit dem hunderttausendfach heruntergeladenen Gratis-E-Book „Auch das geht vorbei“ zu Beginn der Pandemie bereits einen Namen als „Botschafter der Freude“ gemacht hat. Das Leben ist wie ein Segelboot. Manche jammern über Wellen und Sturm. Andere sind dankbar für die Freiheit und die Entdeckungen.
Nick springt von einem Hochhaus. Auf halbem Weg wird er in der Luft von einem rätselhaften Wesen gestoppt. Es verwickelt Nick in ein Gespräch über die Kraft der Zuversicht. Und Nick muss sich fragen: Wie ist es möglich, die Welt und sich selbst mit neuen Augen zu sehen?
Thomas Brezina, 1963 in Wien geboren, veröffentlicht seit 1990 Kinder- und Jugendbücher, die mittlerweile in mehr als 35 Sprachen übersetzt wurden. Sein Durchbruch gelang ihm 1990 mit der Buchreihe „Die Knickerbocker-Bande“, die nach wie vor im Verlag Joppy, einem Imprint der edition a, erfolgreich erscheint. Insgesamt schrieb Thomas Brezina mehr als 550 Bücher. Mehr als 45 Millionen verkaufte Exemplare machen ihn zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchautoren. Der passionierte Vielschreiber schuf zudem mehr als 350 Hörspiele und war an der Entstehung von 40 Fernsehformaten als Autor, Produzent oder Moderator beteiligt. Zudem feierte er mit Theaterstücken und Musicals Erfolge. Seit 2017 schreibt er außerdem Romane und Sachbücher für Erwachsene, die alle auf den Bestsellerlisten landeten.
Nick springt von einem Hochhaus. Auf halbem Weg wird er in der Luft von einem rätselhaften Wesen gestoppt. Es verwickelt Nick in ein Gespräch über die Kraft der Zuversicht. Und Nick muss sich fragen: Wie ist es möglich, die Welt und sich selbst mit neuen Augen zu sehen?
Thomas Brezina, 1963 in Wien geboren, veröffentlicht seit 1990 Kinder- und Jugendbücher, die mittlerweile in mehr als 35 Sprachen übersetzt wurden. Sein Durchbruch gelang ihm 1990 mit der Buchreihe „Die Knickerbocker-Bande“, die nach wie vor im Verlag Joppy, einem Imprint der edition a, erfolgreich erscheint. Insgesamt schrieb Thomas Brezina mehr als 550 Bücher. Mehr als 45 Millionen verkaufte Exemplare machen ihn zu einem der erfolgreichsten deutschsprachigen Kinder- und Jugendbuchautoren. Der passionierte Vielschreiber schuf zudem mehr als 350 Hörspiele und war an der Entstehung von 40 Fernsehformaten als Autor, Produzent oder Moderator beteiligt. Zudem feierte er mit Theaterstücken und Musicals Erfolge. Seit 2017 schreibt er außerdem Romane und Sachbücher für Erwachsene, die alle auf den Bestsellerlisten landeten.
36 Minuten
Dass sich Marbach mit Genehmigung der Landesregierung nun offiziell »Schillerstadt« nennen darf, bedeutet für die Gemeinde Auszeichnung und Verpflichtung zugleich. Diese von den Bürgerinnen und Bürgern lang ersehnte Entscheidung bietet Anlass zu einem Blick auf die Wirkungsgeschichte des Namenspatrons in seiner engeren Heimat. Schillers physischer Geburtsort steht dabei im Zentrum, der »geistige Geburtsort« Stuttgart und der letzte Wohnort Weimar sind aber kaum auszublenden. Nicht nur als »Dichter und Denker«, sondern als eine Art Nationalheld erfüllte Schiller vom Vormärz bis ins 20. Jahrhundert eine weit über das Literarische hinausreichende Funktion. Von den gesellschaftlichen, politischen und kulturellen Bewegungen, die ihn für sich in Anspruch nahmen, blieb das schwäbische Landstädtchen, aus dem er stammte, nicht unberührt. »Denn er war unser!« Zu diesem oft missbrauchten Satz aus Goethes Epilog zu Schillers Glocke sollte man sich aber, bei aller Freude über die Namenserweiterung, auch in Marbach besser nicht mehr versteigen.
Dr. Michael Davidis, Jahrgang 1947, Historiker und Buchwissenschaftler, 1983 bis 1986 Wissenschaftlicher Angestellter am Deutschen Museum in München, 1987 am Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim, 1988 bis 2012 am Deutschen Literaturarchiv Marbach, verantwortlich für die Kunstsammlungen, die Photographische Sammlung und die Sammlung von Sachzeugnissen. Ausstellungen und Publikationen zur Buchhandelsgeschichte, zur Geschichte der Erinnerungskultur, zur Portraitgeschichte sowie zur Familien- und Wirkungsgeschichte Friedrich Schillers. Zuletzt erschien von ihm: Schiller und die Seinen. Beiträge zur Familien- und Wirkungsgeschichte. Göttingen: Wallstein 2021.
Dr. Michael Davidis, Jahrgang 1947, Historiker und Buchwissenschaftler, 1983 bis 1986 Wissenschaftlicher Angestellter am Deutschen Museum in München, 1987 am Landesmuseum für Technik und Arbeit in Mannheim, 1988 bis 2012 am Deutschen Literaturarchiv Marbach, verantwortlich für die Kunstsammlungen, die Photographische Sammlung und die Sammlung von Sachzeugnissen. Ausstellungen und Publikationen zur Buchhandelsgeschichte, zur Geschichte der Erinnerungskultur, zur Portraitgeschichte sowie zur Familien- und Wirkungsgeschichte Friedrich Schillers. Zuletzt erschien von ihm: Schiller und die Seinen. Beiträge zur Familien- und Wirkungsgeschichte. Göttingen: Wallstein 2021.
46 Minuten
Der Autor Christian Callo ist neben vielem anderen auch ein erstaunlicher Schreiber eindrucksvoller Erzählungen. Er verbindet seine zahlreichen mit persönlichen und erfahren Schicksalen. Sie finden sich un einigen Büchern mit Monologen und Dialogen, sowie in zahlreichen Theaterstücken.
1 Stunde 13 Minuten
Alles nur Einbildung? Oder wie wirklich und überlebenswichtig ist die Imagination? Der renommierte Psychologe und Kognitionsforscher Fred Mast führt durch die Wunderwelt des Gehirns und dessen Fähigkeit zur Imagination. Fantasie und Imagination sind die wichtigsten Eigenschaften der menschlichen Psyche. Sie sind nicht nur der Motor von Kreativität und der Ursprung von Traumwelten, sie bilden die Basis der Wirklichkeit. In diesem fulminanten Buch präsentiert Fred Mast das Reich der Imagination in all seinen überraschenden und faszinierenden Facetten. Und nicht zuletzt verrät er das Geheimnis von Black Mamba.
“Als Schnittstelle zwischen Geist und Körper ermöglicht die Imagination nicht nur sinnvolles Wahrnehmen, sondern sie ist auch das wichtigste Werkzeug des Denkens, kann Schmerzen bezwingen und lässt den eigenen Tod erkennen. Imagination macht den Menschen zum Menschen.” Mithilfe der Fantasie kann der Mensch bessere Entscheidungen treffen und sich auf die Konsequenzen von Entscheidungen vorbereiten. Die Fantasie dient der effizienten Erfassung der Realität. Sie ist nicht ihr Gegenspieler, sondern sie ist auf die Fantasie angewiesen und von ihr geprägt. Fantasie ist dazu da, Probleme zu lösen. Sie ermöglicht, in Gedanken Szenarien zu entwickeln und abzuschätzen, ob sie funktionieren. Und es ist möglich, dass die Fantasie auf Irrwege führt.
Im Dreieck von Kognitions-, Neuro- und Computerwissenschaft eröffnet Mast ein Terrain, das aktuell hochinteressant und forschungsmäßig zukunftsweisend ist. Er stellt Fragen und skizziert forschungsbasierte Antworten, die zu neuen Fragen Anlass geben. Er zeigt Sichtweisen, die sich abseits gängiger Denkgewohnheiten bewegen und die das Potenzial zu neuen Einsichten in sich bergen. Dabei legt er einen humorvollen und unterhaltsamen Ton an den Tag. Unter Überschriften wie Begegnung mit Sonny Crockett, Schneewittchen entwischt Spiderman oder Kekse, Kekse, Kekse berichtet er von der Psychophysik des Alltagslebens über mentale Repräsentationen, von der Funktion der Träume über die Halluzinationsmaschine, von den Verirrungen der Imagination bis hin zur Frage, ob auch Maschinen Fantasie haben: Fred Mast gelingt ein einzigartiges Buch über die Macht der Imagination, dem evolutionären Jackpot des Menschen. Wissenschaftlich fundiert und mit Witz!
Fred W. Mast ist Professor für Psychologie an der Universität Bern in der Schweiz und spezialisiert auf mentale Bilder, sensomotorische Verarbeitung und visuelle Wahrnehmung. Er leitet die Abteilung für kognitive Psychologie, Wahrnehmung und Forschungsmethoden am Institut für Psychologie der Universität Bern.
“Als Schnittstelle zwischen Geist und Körper ermöglicht die Imagination nicht nur sinnvolles Wahrnehmen, sondern sie ist auch das wichtigste Werkzeug des Denkens, kann Schmerzen bezwingen und lässt den eigenen Tod erkennen. Imagination macht den Menschen zum Menschen.” Mithilfe der Fantasie kann der Mensch bessere Entscheidungen treffen und sich auf die Konsequenzen von Entscheidungen vorbereiten. Die Fantasie dient der effizienten Erfassung der Realität. Sie ist nicht ihr Gegenspieler, sondern sie ist auf die Fantasie angewiesen und von ihr geprägt. Fantasie ist dazu da, Probleme zu lösen. Sie ermöglicht, in Gedanken Szenarien zu entwickeln und abzuschätzen, ob sie funktionieren. Und es ist möglich, dass die Fantasie auf Irrwege führt.
Im Dreieck von Kognitions-, Neuro- und Computerwissenschaft eröffnet Mast ein Terrain, das aktuell hochinteressant und forschungsmäßig zukunftsweisend ist. Er stellt Fragen und skizziert forschungsbasierte Antworten, die zu neuen Fragen Anlass geben. Er zeigt Sichtweisen, die sich abseits gängiger Denkgewohnheiten bewegen und die das Potenzial zu neuen Einsichten in sich bergen. Dabei legt er einen humorvollen und unterhaltsamen Ton an den Tag. Unter Überschriften wie Begegnung mit Sonny Crockett, Schneewittchen entwischt Spiderman oder Kekse, Kekse, Kekse berichtet er von der Psychophysik des Alltagslebens über mentale Repräsentationen, von der Funktion der Träume über die Halluzinationsmaschine, von den Verirrungen der Imagination bis hin zur Frage, ob auch Maschinen Fantasie haben: Fred Mast gelingt ein einzigartiges Buch über die Macht der Imagination, dem evolutionären Jackpot des Menschen. Wissenschaftlich fundiert und mit Witz!
Fred W. Mast ist Professor für Psychologie an der Universität Bern in der Schweiz und spezialisiert auf mentale Bilder, sensomotorische Verarbeitung und visuelle Wahrnehmung. Er leitet die Abteilung für kognitive Psychologie, Wahrnehmung und Forschungsmethoden am Institut für Psychologie der Universität Bern.
10 Minuten
Isaac Asimov kann wohl als DER GIGANT der Science-Fiction-Literatur gelten. Auf jeden Fall ist Asimov einer der meistgelesenen Autoren des Genres – heute wie vor siebzig Jahren. Sein Foundation-Zyklus wird in der westlichen Welt ebenso geschätzt wie im Osten und sogar in der arabischen Welt. Chewjan-Teaux Aulabyortonois macht sich auf Spurensuche nach dem Erfolgsgeheimnis von Isaac Asimov, der gegenwärtig eine groß angelegte Verfilmung durch den Streamingdienst Apple TV+ erfährt und mit der ersten Staffel am 24.9.2021 weltweit auf Sendung ging. Drehorte waren Irland (2020), Malta und Fuerteventura (2021) und sogar die Pfahlbauten in Unteruhldingen am Nordufer des Bodensees.
„Es geht nicht nur darum, dass ich mich um dich sorge und nicht will, dass dir Schaden zugefügt wird. Die ganze Menschheit hängt von dir ab! Mach dir meinetwegen keine Sorgen! Ich bin nur ein Mensch; mach dir um Milliarden Sorge!“ – Berühmte Worte eines irdischen Detektivs zu einem außerirdischen Roboter. Der Auftrag, sich um die über die ganze Milchstraße verbreitete Menschheit zu sorgen, wird für Roboter Daneel Olivaw zum kategorischen Imperativ seiner Existenz.
Was hier mit hochtrabendem Anspruch daher kommt, ist in Wirklichkeit nicht mehr als der Rahmen eines kleinen Märchens, des so genannten Foundation-Zyklus von Isaac Asimov, der als Longseller etlichen Verlagen auf allen Kontinenten beachtliche Einnahmen in die Kassen spülte. Zusammengehalten wird das Opus magnum des vielseitigen Vielschreibers Asimov durch die Figur des Daneel Olivaw: Telepathisch hochaktiv sondiert der Roboter gefährliche Entwicklungen, extrapoliert diese in die Zukunft, lenkt sie gegebenenfalls um, indem er die Gehirne von Generälen, Fürsten und Kaisern manipuliert.
In der Weise, wie sich Asimov die Hybris der Science-Fiction-Literatur zu Eigen gemacht hat, geriet er zu einem geradezu typischen Vertreter dieser Gattung. In einem Interview sagte er einmal: „Wenn ein mechanischer Verstand konstruiert wird, der dem menschlichen Verstand gleich ist, dann haben wir eine Maschine vor uns, die ein Mensch ist. Und wenn wir eine Maschine konstruieren, die besser funktioniert als ein Mensch, dann ist sie ein Übermensch und sollte uns auf diesem unseren Planeten ersetzen.“
Es mag nicht von ungefähr kommen, dass sich Asimov öffentlich selten als ausgesprochener Menschenfreund präsentieren wollte. Den Wunsch nach Ersetzung der gegenwärtig lebenden Menschengeneration durch etwas Besseres oder etwas Verbessertes teilt mit ihm mindestens einer der von ihm bewunderten Forscher auf dem Feld der Künstlichen Intelligenz, nämlich der KI-Vordenker Marvin Minsky, dem er auch den Band „Der Aufbruch zu den Sternen“ gewidmet hat.
Hinter dem Pseudonym Chewjan-Teaux Aulabyortonois steckt ein langjähriger Redaktionsmitarbeiter zweier großer süddeutscher Verlage, die sich die Herausgabe herausragender SF-Werke auf die Fahnen geschrieben haben. Ihn interessieren vor allem neomythische Strömungen der Popkultur und traditionelle Welterklärungsmodelle, die bis heute ihre Wirkung entfalten.
„Es geht nicht nur darum, dass ich mich um dich sorge und nicht will, dass dir Schaden zugefügt wird. Die ganze Menschheit hängt von dir ab! Mach dir meinetwegen keine Sorgen! Ich bin nur ein Mensch; mach dir um Milliarden Sorge!“ – Berühmte Worte eines irdischen Detektivs zu einem außerirdischen Roboter. Der Auftrag, sich um die über die ganze Milchstraße verbreitete Menschheit zu sorgen, wird für Roboter Daneel Olivaw zum kategorischen Imperativ seiner Existenz.
Was hier mit hochtrabendem Anspruch daher kommt, ist in Wirklichkeit nicht mehr als der Rahmen eines kleinen Märchens, des so genannten Foundation-Zyklus von Isaac Asimov, der als Longseller etlichen Verlagen auf allen Kontinenten beachtliche Einnahmen in die Kassen spülte. Zusammengehalten wird das Opus magnum des vielseitigen Vielschreibers Asimov durch die Figur des Daneel Olivaw: Telepathisch hochaktiv sondiert der Roboter gefährliche Entwicklungen, extrapoliert diese in die Zukunft, lenkt sie gegebenenfalls um, indem er die Gehirne von Generälen, Fürsten und Kaisern manipuliert.
In der Weise, wie sich Asimov die Hybris der Science-Fiction-Literatur zu Eigen gemacht hat, geriet er zu einem geradezu typischen Vertreter dieser Gattung. In einem Interview sagte er einmal: „Wenn ein mechanischer Verstand konstruiert wird, der dem menschlichen Verstand gleich ist, dann haben wir eine Maschine vor uns, die ein Mensch ist. Und wenn wir eine Maschine konstruieren, die besser funktioniert als ein Mensch, dann ist sie ein Übermensch und sollte uns auf diesem unseren Planeten ersetzen.“
Es mag nicht von ungefähr kommen, dass sich Asimov öffentlich selten als ausgesprochener Menschenfreund präsentieren wollte. Den Wunsch nach Ersetzung der gegenwärtig lebenden Menschengeneration durch etwas Besseres oder etwas Verbessertes teilt mit ihm mindestens einer der von ihm bewunderten Forscher auf dem Feld der Künstlichen Intelligenz, nämlich der KI-Vordenker Marvin Minsky, dem er auch den Band „Der Aufbruch zu den Sternen“ gewidmet hat.
Hinter dem Pseudonym Chewjan-Teaux Aulabyortonois steckt ein langjähriger Redaktionsmitarbeiter zweier großer süddeutscher Verlage, die sich die Herausgabe herausragender SF-Werke auf die Fahnen geschrieben haben. Ihn interessieren vor allem neomythische Strömungen der Popkultur und traditionelle Welterklärungsmodelle, die bis heute ihre Wirkung entfalten.
57 Minuten
Das Altaigebirge im äußersten Nordwesten der Mongolei ist Heimat des international bekannten Schriftstellers Galsan Tschinag. Er ist zugleich Stammesoberhaupt und Schamane der dort lebenden Tuwa Nomaden. In seinen Erzählungen in “Mein Altai” beschreibt er die enge Verbindung seines Volkes mit der umgebenden rauhen Natur, ihre Schönheit und ihre Schwere.
In “Kennst du das Land” erzählt Galsan Tschinag von seinem Ankommen in Leipzig als junger Student. Dank der deutschen Sprache, die er bald exzellent beherrscht, macht er diese zunächst ganz fremde Welt nach und nach doch zu seiner eigenen. Er schließt sein Studium erfolgreich ab und reist mit einer deutschen Ethnologin in seine Heimat. Dort erkennt Galsan Tschinag, dass nicht nur die europäische Kultur, die ihn während seines Studiums begeisterte und in den Bann schlug, sondern auch die nomadische Kultur und Sprache dem kulturellen Weltganzen einen wertvollen Beitrag hinzufügen.
Galsan Tschinag, 1943 als Sohn des Sippenhäuptlings geboren in einer tuwinischen Jurte, wurde ab seinem fünftem Lebensjahr von seiner Großtante Pürwü in der traditionellen schamanischen Heilkunst unterrichtet. Als Student erhielt er ein Stipendium zum Studium der Germanistik in der damaligen DDR, in Leipzig. Nach dessen erfolgreichem Abschluss war Galsan Tschinag der erste Germanist der Mongolei und arbeitete als Hochschullehrer, Übersetzer und Journalist. Aufgrund seiner Kritik am kommunistischen Regime musste er seine Bücher zeitweise verstecken und begann, vorwiegend auf Deutsch zu schreiben. Nach der Wende wurde er freier Schriftsteller und ist Träger zahlreicher Literaturpreise sowie des deutschen Bundesverdienstkreuzes. Von ihm sind über 30 Bücher in deutscher Sprache erschienen.
In “Kennst du das Land” erzählt Galsan Tschinag von seinem Ankommen in Leipzig als junger Student. Dank der deutschen Sprache, die er bald exzellent beherrscht, macht er diese zunächst ganz fremde Welt nach und nach doch zu seiner eigenen. Er schließt sein Studium erfolgreich ab und reist mit einer deutschen Ethnologin in seine Heimat. Dort erkennt Galsan Tschinag, dass nicht nur die europäische Kultur, die ihn während seines Studiums begeisterte und in den Bann schlug, sondern auch die nomadische Kultur und Sprache dem kulturellen Weltganzen einen wertvollen Beitrag hinzufügen.
Galsan Tschinag, 1943 als Sohn des Sippenhäuptlings geboren in einer tuwinischen Jurte, wurde ab seinem fünftem Lebensjahr von seiner Großtante Pürwü in der traditionellen schamanischen Heilkunst unterrichtet. Als Student erhielt er ein Stipendium zum Studium der Germanistik in der damaligen DDR, in Leipzig. Nach dessen erfolgreichem Abschluss war Galsan Tschinag der erste Germanist der Mongolei und arbeitete als Hochschullehrer, Übersetzer und Journalist. Aufgrund seiner Kritik am kommunistischen Regime musste er seine Bücher zeitweise verstecken und begann, vorwiegend auf Deutsch zu schreiben. Nach der Wende wurde er freier Schriftsteller und ist Träger zahlreicher Literaturpreise sowie des deutschen Bundesverdienstkreuzes. Von ihm sind über 30 Bücher in deutscher Sprache erschienen.
20 Minuten
Pilgern als Lebenskunst, ein Vortrag von Prof. Wilhelm Schmid
Professor Wilhelm Schmid führt durch einige seiner zahlreichen Publikationen zum Thema Lebenskunst. In Teil 1 geht es um das Thema Gelassenheit, in Teil 2 um das Pilgern und was es für uns bedeutet/bedeuten kann. Beides hat mit Sehnsucht zu tun, mit dem Wunsch, in einer besonderen Weise zu sein, zu leben. Seit der Antike als ideale Geisteshaltung des reifen Menschen gepriesen, ist die Gelassenheit in der Moderne in Vergessenheit geraten. Sie fiel dem Aktionismus zum Opfer, unserem durcheinander gewirbelten Leben, den divergierenden Interessen und beruflichen Notwendigkeiten, der schnellen Kommunikation und den rasch wechselnden Angeboten. So gilt auch die Zurückhaltung, die sie verkörperte, nicht mehr als Tugend. Nur das Alter schien lange wie geschaffen für Gelassenheit. Aber auch dieser Lebensabschnitt ist heute oft eine stürmische Periode. Gelassenheit will, auch wenn man Sehnsucht nach ihr hat, nicht mehr ohne weiteres gelingen. Wie ist sie dann wiederzugewinnen? Kann eventuell doch die älter werdende Gesellschaft eine gelassenere werden? Gelassenheit, diese ideale Geisteshaltung reifer Menschen, kann kaum jemand so gut wie Professor Wilhelm Schmid vermitteln.
Der Erfolgsautor Wilhelm Schmid, dessen Werk “Gelassenheit. Was wir gewinnen, wenn wir älter werden” in der Spiegel-Bestseller-Liste lange auf Platz 1 stand, war zu Gast in der Katholischen Akademie in Bayern und gab den rund 250 Zuhörern realistische Tipps, wie sie – gerade im Alter bzw. beim Älterwerden – zu mehr Gelassenheit finden können. Seine Bücher erreichten bis 2018 eine Gesamtauflage von etwa 1,5 Millionen Exemplaren und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Schmid übernahm Lehraufträge an der Universität Leipzig, der Technischen Universität Berlin, der Pädagogischen Hochschule Erfurt und der Universität Jena. In Erfurt habilitierte er sich im Jahr 1997 mit seiner Arbeit „Grundlegung zu einer Philosophie der Lebenskunst“. 2004 erfolgte die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor an der Universität Erfurt, wo er bis zur Altersgrenze unterrichtete. Von 1998 bis 2007 arbeitete er regelmäßig als „philosophischer Seelsorger“ am Spital Affoltern am Albis (bei Zürich).
Professor Wilhelm Schmid führt durch einige seiner zahlreichen Publikationen zum Thema Lebenskunst. In Teil 1 geht es um das Thema Gelassenheit, in Teil 2 um das Pilgern und was es für uns bedeutet/bedeuten kann. Beides hat mit Sehnsucht zu tun, mit dem Wunsch, in einer besonderen Weise zu sein, zu leben. Seit der Antike als ideale Geisteshaltung des reifen Menschen gepriesen, ist die Gelassenheit in der Moderne in Vergessenheit geraten. Sie fiel dem Aktionismus zum Opfer, unserem durcheinander gewirbelten Leben, den divergierenden Interessen und beruflichen Notwendigkeiten, der schnellen Kommunikation und den rasch wechselnden Angeboten. So gilt auch die Zurückhaltung, die sie verkörperte, nicht mehr als Tugend. Nur das Alter schien lange wie geschaffen für Gelassenheit. Aber auch dieser Lebensabschnitt ist heute oft eine stürmische Periode. Gelassenheit will, auch wenn man Sehnsucht nach ihr hat, nicht mehr ohne weiteres gelingen. Wie ist sie dann wiederzugewinnen? Kann eventuell doch die älter werdende Gesellschaft eine gelassenere werden? Gelassenheit, diese ideale Geisteshaltung reifer Menschen, kann kaum jemand so gut wie Professor Wilhelm Schmid vermitteln.
Der Erfolgsautor Wilhelm Schmid, dessen Werk “Gelassenheit. Was wir gewinnen, wenn wir älter werden” in der Spiegel-Bestseller-Liste lange auf Platz 1 stand, war zu Gast in der Katholischen Akademie in Bayern und gab den rund 250 Zuhörern realistische Tipps, wie sie – gerade im Alter bzw. beim Älterwerden – zu mehr Gelassenheit finden können. Seine Bücher erreichten bis 2018 eine Gesamtauflage von etwa 1,5 Millionen Exemplaren und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Schmid übernahm Lehraufträge an der Universität Leipzig, der Technischen Universität Berlin, der Pädagogischen Hochschule Erfurt und der Universität Jena. In Erfurt habilitierte er sich im Jahr 1997 mit seiner Arbeit „Grundlegung zu einer Philosophie der Lebenskunst“. 2004 erfolgte die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor an der Universität Erfurt, wo er bis zur Altersgrenze unterrichtete. Von 1998 bis 2007 arbeitete er regelmäßig als „philosophischer Seelsorger“ am Spital Affoltern am Albis (bei Zürich).
1 Stunde 2 Minuten
Was wir gewinnen, wenn wir älter werden, ein Vortrag von Prof. Wilhelm Schmid.
Professor Wilhelm Schmid führt durch einige seiner zahlreichen Publikationen zum Thema Lebenskunst. In Teil 1 geht es um das Thema Gelassenheit, in Teil 2 um das Pilgern und was es für uns bedeutet/bedeuten kann. Beides hat mit Sehnsucht zu tun, mit dem Wunsch, in einer besonderen Weise zu sein, zu leben. Seit der Antike als ideale Geisteshaltung des reifen Menschen gepriesen, ist die Gelassenheit in der Moderne in Vergessenheit geraten. Sie fiel dem Aktionismus zum Opfer, unserem durcheinander gewirbelten Leben, den divergierenden Interessen und beruflichen Notwendigkeiten, der schnellen Kommunikation und den rasch wechselnden Angeboten. So gilt auch die Zurückhaltung, die sie verkörperte, nicht mehr als Tugend. Nur das Alter schien lange wie geschaffen für Gelassenheit. Aber auch dieser Lebensabschnitt ist heute oft eine stürmische Periode. Gelassenheit will, auch wenn man Sehnsucht nach ihr hat, nicht mehr ohne weiteres gelingen. Wie ist sie dann wiederzugewinnen? Kann eventuell doch die älter werdende Gesellschaft eine gelassenere werden? Gelassenheit, diese ideale Geisteshaltung reifer Menschen, kann kaum jemand so gut wie Professor Wilhelm Schmid vermitteln.
Der Erfolgsautor Wilhelm Schmid, dessen Werk “Gelassenheit. Was wir gewinnen, wenn wir älter werden” in der Spiegel-Bestseller-Liste lange auf Platz 1 stand, war zu Gast in der Katholischen Akademie in Bayern und gab den rund 250 Zuhörern realistische Tipps, wie sie – gerade im Alter bzw. beim Älterwerden – zu mehr Gelassenheit finden können. Seine Bücher erreichten bis 2018 eine Gesamtauflage von etwa 1,5 Millionen Exemplaren und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Schmid übernahm Lehraufträge an der Universität Leipzig, der Technischen Universität Berlin, der Pädagogischen Hochschule Erfurt und der Universität Jena. In Erfurt habilitierte er sich im Jahr 1997 mit seiner Arbeit „Grundlegung zu einer Philosophie der Lebenskunst“. 2004 erfolgte die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor an der Universität Erfurt, wo er bis zur Altersgrenze unterrichtete. Von 1998 bis 2007 arbeitete er regelmäßig als „philosophischer Seelsorger“ am Spital Affoltern am Albis (bei Zürich).
Professor Wilhelm Schmid führt durch einige seiner zahlreichen Publikationen zum Thema Lebenskunst. In Teil 1 geht es um das Thema Gelassenheit, in Teil 2 um das Pilgern und was es für uns bedeutet/bedeuten kann. Beides hat mit Sehnsucht zu tun, mit dem Wunsch, in einer besonderen Weise zu sein, zu leben. Seit der Antike als ideale Geisteshaltung des reifen Menschen gepriesen, ist die Gelassenheit in der Moderne in Vergessenheit geraten. Sie fiel dem Aktionismus zum Opfer, unserem durcheinander gewirbelten Leben, den divergierenden Interessen und beruflichen Notwendigkeiten, der schnellen Kommunikation und den rasch wechselnden Angeboten. So gilt auch die Zurückhaltung, die sie verkörperte, nicht mehr als Tugend. Nur das Alter schien lange wie geschaffen für Gelassenheit. Aber auch dieser Lebensabschnitt ist heute oft eine stürmische Periode. Gelassenheit will, auch wenn man Sehnsucht nach ihr hat, nicht mehr ohne weiteres gelingen. Wie ist sie dann wiederzugewinnen? Kann eventuell doch die älter werdende Gesellschaft eine gelassenere werden? Gelassenheit, diese ideale Geisteshaltung reifer Menschen, kann kaum jemand so gut wie Professor Wilhelm Schmid vermitteln.
Der Erfolgsautor Wilhelm Schmid, dessen Werk “Gelassenheit. Was wir gewinnen, wenn wir älter werden” in der Spiegel-Bestseller-Liste lange auf Platz 1 stand, war zu Gast in der Katholischen Akademie in Bayern und gab den rund 250 Zuhörern realistische Tipps, wie sie – gerade im Alter bzw. beim Älterwerden – zu mehr Gelassenheit finden können. Seine Bücher erreichten bis 2018 eine Gesamtauflage von etwa 1,5 Millionen Exemplaren und wurden in zahlreiche Sprachen übersetzt. Schmid übernahm Lehraufträge an der Universität Leipzig, der Technischen Universität Berlin, der Pädagogischen Hochschule Erfurt und der Universität Jena. In Erfurt habilitierte er sich im Jahr 1997 mit seiner Arbeit „Grundlegung zu einer Philosophie der Lebenskunst“. 2004 erfolgte die Ernennung zum außerplanmäßigen Professor an der Universität Erfurt, wo er bis zur Altersgrenze unterrichtete. Von 1998 bis 2007 arbeitete er regelmäßig als „philosophischer Seelsorger“ am Spital Affoltern am Albis (bei Zürich).
57 Minuten
Das Altaigebirge im äußersten Nordwesten der Mongolei ist Heimat des international bekannten Schriftstellers Galsan Tschinag. Er ist zugleich Stammesoberhaupt und Schamane der dort lebenden Tuwa Nomaden. In seinen Erzählungen in “Mein Altai” beschreibt er die enge Verbindung seines Volkes mit der umgebenden rauhen Natur, ihre Schönheit und ihre Schwere.
In “Kennst du das Land” erzählt Galsan Tschinag von seinem Ankommen in Leipzig als junger Student. Dank der deutschen Sprache, die er bald exzellent beherrscht, macht er diese zunächst ganz fremde Welt nach und nach doch zu seiner eigenen. Er schließt sein Studium erfolgreich ab und reist mit einer deutschen Ethnologin in seine Heimat. Dort erkennt Galsan Tschinag, dass nicht nur die europäische Kultur, die ihn während seines Studiums begeisterte und in den Bann schlug, sondern auch die nomadische Kultur und Sprache dem kulturellen Weltganzen einen wertvollen Beitrag hinzufügen.
Galsan Tschinag, 1943 als Sohn des Sippenhäuptlings geboren in einer tuwinischen Jurte, wurde ab seinem fünftem Lebensjahr von seiner Großtante Pürwü in der traditionellen schamanischen Heilkunst unterrichtet. Als Student erhielt er ein Stipendium zum Studium der Germanistik in der damaligen DDR, in Leipzig. Nach dessen erfolgreichem Abschluss war Galsan Tschinag der erste Germanist der Mongolei und arbeitete als Hochschullehrer, Übersetzer und Journalist. Aufgrund seiner Kritik am kommunistischen Regime musste er seine Bücher zeitweise verstecken und begann, vorwiegend auf Deutsch zu schreiben. Nach der Wende wurde er freier Schriftsteller und ist Träger zahlreicher Literaturpreise sowie des deutschen Bundesverdienstkreuzes. Von ihm sind über 30 Bücher in deutscher Sprache erschienen.
In “Kennst du das Land” erzählt Galsan Tschinag von seinem Ankommen in Leipzig als junger Student. Dank der deutschen Sprache, die er bald exzellent beherrscht, macht er diese zunächst ganz fremde Welt nach und nach doch zu seiner eigenen. Er schließt sein Studium erfolgreich ab und reist mit einer deutschen Ethnologin in seine Heimat. Dort erkennt Galsan Tschinag, dass nicht nur die europäische Kultur, die ihn während seines Studiums begeisterte und in den Bann schlug, sondern auch die nomadische Kultur und Sprache dem kulturellen Weltganzen einen wertvollen Beitrag hinzufügen.
Galsan Tschinag, 1943 als Sohn des Sippenhäuptlings geboren in einer tuwinischen Jurte, wurde ab seinem fünftem Lebensjahr von seiner Großtante Pürwü in der traditionellen schamanischen Heilkunst unterrichtet. Als Student erhielt er ein Stipendium zum Studium der Germanistik in der damaligen DDR, in Leipzig. Nach dessen erfolgreichem Abschluss war Galsan Tschinag der erste Germanist der Mongolei und arbeitete als Hochschullehrer, Übersetzer und Journalist. Aufgrund seiner Kritik am kommunistischen Regime musste er seine Bücher zeitweise verstecken und begann, vorwiegend auf Deutsch zu schreiben. Nach der Wende wurde er freier Schriftsteller und ist Träger zahlreicher Literaturpreise sowie des deutschen Bundesverdienstkreuzes. Von ihm sind über 30 Bücher in deutscher Sprache erschienen.
20 Minuten
Ogawas früher Roman wurde partiell vom Tagebuch Anne Franks inspiriert und beabsichtigt eine literarische Fantasie über Sprache, Erinnern und Identität. Heute schätzen vor allem amerikanische Rezipienten das Buch als Kritik des gegenwärtigen Autoritarismus. …
Eine Rezension von Lisette Gebhardt
Eine Rezension von Lisette Gebhardt
9 Minuten
Isaac Asimov kann wohl als DER GIGANT der Science-Fiction-Literatur gelten. Auf jeden Fall ist Asimov einer der meistgelesenen Autoren des Genres – heute wie vor siebzig Jahren. Sein Foundation-Zyklus wird in der westlichen Welt ebenso geschätzt wie im Osten und sogar in der arabischen Welt. Chewjan-Teaux Aulabyortonois macht sich auf Spurensuche nach dem Erfolgsgeheimnis von Isaac Asimov, der gegenwärtig eine groß angelegte Verfilmung durch den Streamingdienst Apple TV+ erfährt und mit der ersten Staffel am 24.9.2021 weltweit auf Sendung ging. Drehorte waren Irland (2020), Malta und Fuerteventura (2021) und sogar die Pfahlbauten in Unteruhldingen am Nordufer des Bodensees.
„Es geht nicht nur darum, dass ich mich um dich sorge und nicht will, dass dir Schaden zugefügt wird. Die ganze Menschheit hängt von dir ab! Mach dir meinetwegen keine Sorgen! Ich bin nur ein Mensch; mach dir um Milliarden Sorge!“ – Berühmte Worte eines irdischen Detektivs zu einem außerirdischen Roboter. Der Auftrag, sich um die über die ganze Milchstraße verbreitete Menschheit zu sorgen, wird für Roboter Daneel Olivaw zum kategorischen Imperativ seiner Existenz.
Was hier mit hochtrabendem Anspruch daher kommt, ist in Wirklichkeit nicht mehr als der Rahmen eines kleinen Märchens, des so genannten Foundation-Zyklus von Isaac Asimov, der als Longseller etlichen Verlagen auf allen Kontinenten beachtliche Einnahmen in die Kassen spülte. Zusammengehalten wird das Opus magnum des vielseitigen Vielschreibers Asimov durch die Figur des Daneel Olivaw: Telepathisch hochaktiv sondiert der Roboter gefährliche Entwicklungen, extrapoliert diese in die Zukunft, lenkt sie gegebenenfalls um, indem er die Gehirne von Generälen, Fürsten und Kaisern manipuliert.
In der Weise, wie sich Asimov die Hybris der Science-Fiction-Literatur zu Eigen gemacht hat, geriet er zu einem geradezu typischen Vertreter dieser Gattung. In einem Interview sagte er einmal: „Wenn ein mechanischer Verstand konstruiert wird, der dem menschlichen Verstand gleich ist, dann haben wir eine Maschine vor uns, die ein Mensch ist. Und wenn wir eine Maschine konstruieren, die besser funktioniert als ein Mensch, dann ist sie ein Übermensch und sollte uns auf diesem unseren Planeten ersetzen.“
Es mag nicht von ungefähr kommen, dass sich Asimov öffentlich selten als ausgesprochener Menschenfreund präsentieren wollte. Den Wunsch nach Ersetzung der gegenwärtig lebenden Menschengeneration durch etwas Besseres oder etwas Verbessertes teilt mit ihm mindestens einer der von ihm bewunderten Forscher auf dem Feld der Künstlichen Intelligenz, nämlich der KI-Vordenker Marvin Minsky, dem er auch den Band „Der Aufbruch zu den Sternen“ gewidmet hat.
Hinter dem Pseudonym Chewjan-Teaux Aulabyortonois steckt ein langjähriger Redaktionsmitarbeiter zweier großer süddeutscher Verlage, die sich die Herausgabe herausragender SF-Werke auf die Fahnen geschrieben haben. Ihn interessieren vor allem neomythische Strömungen der Popkultur und traditionelle Welterklärungsmodelle, die bis heute ihre Wirkung entfalten.
„Es geht nicht nur darum, dass ich mich um dich sorge und nicht will, dass dir Schaden zugefügt wird. Die ganze Menschheit hängt von dir ab! Mach dir meinetwegen keine Sorgen! Ich bin nur ein Mensch; mach dir um Milliarden Sorge!“ – Berühmte Worte eines irdischen Detektivs zu einem außerirdischen Roboter. Der Auftrag, sich um die über die ganze Milchstraße verbreitete Menschheit zu sorgen, wird für Roboter Daneel Olivaw zum kategorischen Imperativ seiner Existenz.
Was hier mit hochtrabendem Anspruch daher kommt, ist in Wirklichkeit nicht mehr als der Rahmen eines kleinen Märchens, des so genannten Foundation-Zyklus von Isaac Asimov, der als Longseller etlichen Verlagen auf allen Kontinenten beachtliche Einnahmen in die Kassen spülte. Zusammengehalten wird das Opus magnum des vielseitigen Vielschreibers Asimov durch die Figur des Daneel Olivaw: Telepathisch hochaktiv sondiert der Roboter gefährliche Entwicklungen, extrapoliert diese in die Zukunft, lenkt sie gegebenenfalls um, indem er die Gehirne von Generälen, Fürsten und Kaisern manipuliert.
In der Weise, wie sich Asimov die Hybris der Science-Fiction-Literatur zu Eigen gemacht hat, geriet er zu einem geradezu typischen Vertreter dieser Gattung. In einem Interview sagte er einmal: „Wenn ein mechanischer Verstand konstruiert wird, der dem menschlichen Verstand gleich ist, dann haben wir eine Maschine vor uns, die ein Mensch ist. Und wenn wir eine Maschine konstruieren, die besser funktioniert als ein Mensch, dann ist sie ein Übermensch und sollte uns auf diesem unseren Planeten ersetzen.“
Es mag nicht von ungefähr kommen, dass sich Asimov öffentlich selten als ausgesprochener Menschenfreund präsentieren wollte. Den Wunsch nach Ersetzung der gegenwärtig lebenden Menschengeneration durch etwas Besseres oder etwas Verbessertes teilt mit ihm mindestens einer der von ihm bewunderten Forscher auf dem Feld der Künstlichen Intelligenz, nämlich der KI-Vordenker Marvin Minsky, dem er auch den Band „Der Aufbruch zu den Sternen“ gewidmet hat.
Hinter dem Pseudonym Chewjan-Teaux Aulabyortonois steckt ein langjähriger Redaktionsmitarbeiter zweier großer süddeutscher Verlage, die sich die Herausgabe herausragender SF-Werke auf die Fahnen geschrieben haben. Ihn interessieren vor allem neomythische Strömungen der Popkultur und traditionelle Welterklärungsmodelle, die bis heute ihre Wirkung entfalten.
1 Stunde 30 Minuten
Tiere und Pflanzen zu sehen und ihre vielen Stimmen zu hören, erfordert eine besondere Aufmerksamkeit. Die Schriftstellerin Pauline de Bok berichtet einfühlsam von 18 Monaten in der Natur, in denen sie Vögel, Insekten, Säugetiere und Amphibien beobachtet, im Wechsel der Jahreszeiten, aber auch in einem längerfristigen Wandel. Der Tümpel neben ihrem Haus trocknet aus, die Frösche verschwinden, andere Arten wandern ein. Ihr glänzend geschriebenes Buch kreist um die große Frage unserer Zeit, wie das Menschentier einen verträglichen Platz in der Natur finden kann.
Meist wird die Natur von einem unsichtbaren Beobachter «von außen» gesehen, gefilmt, beschrieben. Pauline de Bok setzt dagegen auf teilnehmende Beobachtung, als Tier unter Tieren. In «ihrem» Biotop in Mecklenburg, wo sie seit zwanzig Jahren in einem ehemaligen Kuhstall lebt, beobachtet sie Geburt, Paarung, Sterben und Tod, Fressen und Gefressenwerden vieler Tiere, belauscht Hirsche, Spatzen, Ringelnattern und Kraniche. Ihre große Kunst besteht darin, sich dabei selbst als aktiven Teil dieses Biotops zu sehen, in dem sie einheimische Pflanzen schützt, einen kleinen Ersatztümpel für Schwalben und Insekten anlegt, Waschbären fängt und sich als Gärtnerin, Sammlerin und Jägerin in die Nahrungskette einreiht. Ihr Buch ist eine wunderbar lesbare Schule der Wahrnehmung, des Sehens, Hörens, Riechens und Registrierens anderer Lebewesen, die uns den Spiegel vorhalten als der Spezies, die dabei ist, das eigene Biotop zu zerstören.
Aufzeichnungen aus einem Biotop im Wandel
Wie wir den Klimawandel an einem einfachen Tümpel in Mecklenburg-Vorpommern erleben und verstehen können
“Eine sehr gute, unaufgeregt-genaue Schriftstellerin.” – Wiebke Hüster, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Auf der Shortlist des Jan-Wolkers-Preises für das beste Naturbuch 2021
Pauline de Bok lebt als freie Schriftstellerin in Amsterdam und Mecklenburg. Als Übersetzerin von «Tschick» ist sie die niederländische Stimme von Wolfgang Herrndorf. Für ihren Roman «Blankow oder Das Verlangen nach Heimat» (2009) wurde sie mit dem Annalise-Wagner-Preis ausgezeichnet. Bei C.H. Beck erschien von ihr bereits das vielbeachtete Buch «Beute. Mein Jahr auf der Jagd» (2018). «Das Schweigen der Frösche» (Originaltitel De poel) wurde in den Niederlanden für den Jan-Wolkers-Preis für das beste Naturbuch 2021 nominiert und steht auf der Shortlist des hochdotierten flämischen Literaturpreises «De BOON» (2022).
Meist wird die Natur von einem unsichtbaren Beobachter «von außen» gesehen, gefilmt, beschrieben. Pauline de Bok setzt dagegen auf teilnehmende Beobachtung, als Tier unter Tieren. In «ihrem» Biotop in Mecklenburg, wo sie seit zwanzig Jahren in einem ehemaligen Kuhstall lebt, beobachtet sie Geburt, Paarung, Sterben und Tod, Fressen und Gefressenwerden vieler Tiere, belauscht Hirsche, Spatzen, Ringelnattern und Kraniche. Ihre große Kunst besteht darin, sich dabei selbst als aktiven Teil dieses Biotops zu sehen, in dem sie einheimische Pflanzen schützt, einen kleinen Ersatztümpel für Schwalben und Insekten anlegt, Waschbären fängt und sich als Gärtnerin, Sammlerin und Jägerin in die Nahrungskette einreiht. Ihr Buch ist eine wunderbar lesbare Schule der Wahrnehmung, des Sehens, Hörens, Riechens und Registrierens anderer Lebewesen, die uns den Spiegel vorhalten als der Spezies, die dabei ist, das eigene Biotop zu zerstören.
Aufzeichnungen aus einem Biotop im Wandel
Wie wir den Klimawandel an einem einfachen Tümpel in Mecklenburg-Vorpommern erleben und verstehen können
“Eine sehr gute, unaufgeregt-genaue Schriftstellerin.” – Wiebke Hüster, Frankfurter Allgemeine Zeitung
Auf der Shortlist des Jan-Wolkers-Preises für das beste Naturbuch 2021
Pauline de Bok lebt als freie Schriftstellerin in Amsterdam und Mecklenburg. Als Übersetzerin von «Tschick» ist sie die niederländische Stimme von Wolfgang Herrndorf. Für ihren Roman «Blankow oder Das Verlangen nach Heimat» (2009) wurde sie mit dem Annalise-Wagner-Preis ausgezeichnet. Bei C.H. Beck erschien von ihr bereits das vielbeachtete Buch «Beute. Mein Jahr auf der Jagd» (2018). «Das Schweigen der Frösche» (Originaltitel De poel) wurde in den Niederlanden für den Jan-Wolkers-Preis für das beste Naturbuch 2021 nominiert und steht auf der Shortlist des hochdotierten flämischen Literaturpreises «De BOON» (2022).
13 Minuten
Sofi Oksanen wird seit der Veröffentlichung ihres dritten Romans „Fegefeuer“ (Puhdistus, 2008) nicht nur in Finnland und Estland, sondern auch auf der deutschsprachigen Literaturlandschaft zu den wichtigsten Vertreterinnen der europäischen Gegenwartsliteratur gezählt.
Die gehaltvollen Romane der Autorin handeln von diversen Momenten aus der sowjetischen Geschichte, soziopolitischen Entwicklungen in Estland und Finnland – im Vordergrund ihrer Bücher steht jedoch vor allem die Unterdrückung und Misshandlung, die den weiblichen Teilen dieser Gesellschaften und Staaten zuteilwird.
Oksanen wählt in „Hundepark“ auch kompositorisch eine ähnliche Route, wie sie es bereits in „Fegefeuer“ (und „Als die Tauben verschwanden“) getan hat; die charakteristische nichtlineare Komposition wird in diesem Roman jedoch um einiges verdichtet. Die Handlung beginnt zeitlich in der Ukraine in den 1990er Jahren und mündet im heutigen Finnland. Der Roman löst zwar mit jedem neuen Zeitsprung bereits geknüpfte Spannungsknoten, jedoch beinhalten folgende Kapitel immer entsetzlichere Geheimnisse bezüglich der Vergangenheit von Olenka und Daria, der unerklärlichen Tode gefährlicher und wohlhabender Geschäftsmänner – und der beruflichen Beziehungen ihrer Väter …
Sofi Oksanen, geboren 1977, Tochter einer estnischen Mutter und eines finnischen Vaters, studierte Dramaturgie an der Theaterakademie von Helsinki. Ihr dritter Roman, »Fegefeuer«, war monatelang Nummer eins der finnischen Bestsellerliste und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Finlandia-Preis, dem Literaturpreis des Nordischen Rates und dem Prix Femina. Der Roman erschien in über vierzig Ländern und machte die Autorin auch in Deutschland zu einer der wichtigsten Vertreterinnen der internationalen Gegenwartsliteratur. Sofi Oksanen lebt in Helsinki.
Die gehaltvollen Romane der Autorin handeln von diversen Momenten aus der sowjetischen Geschichte, soziopolitischen Entwicklungen in Estland und Finnland – im Vordergrund ihrer Bücher steht jedoch vor allem die Unterdrückung und Misshandlung, die den weiblichen Teilen dieser Gesellschaften und Staaten zuteilwird.
Oksanen wählt in „Hundepark“ auch kompositorisch eine ähnliche Route, wie sie es bereits in „Fegefeuer“ (und „Als die Tauben verschwanden“) getan hat; die charakteristische nichtlineare Komposition wird in diesem Roman jedoch um einiges verdichtet. Die Handlung beginnt zeitlich in der Ukraine in den 1990er Jahren und mündet im heutigen Finnland. Der Roman löst zwar mit jedem neuen Zeitsprung bereits geknüpfte Spannungsknoten, jedoch beinhalten folgende Kapitel immer entsetzlichere Geheimnisse bezüglich der Vergangenheit von Olenka und Daria, der unerklärlichen Tode gefährlicher und wohlhabender Geschäftsmänner – und der beruflichen Beziehungen ihrer Väter …
Sofi Oksanen, geboren 1977, Tochter einer estnischen Mutter und eines finnischen Vaters, studierte Dramaturgie an der Theaterakademie von Helsinki. Ihr dritter Roman, »Fegefeuer«, war monatelang Nummer eins der finnischen Bestsellerliste und wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Finlandia-Preis, dem Literaturpreis des Nordischen Rates und dem Prix Femina. Der Roman erschien in über vierzig Ländern und machte die Autorin auch in Deutschland zu einer der wichtigsten Vertreterinnen der internationalen Gegenwartsliteratur. Sofi Oksanen lebt in Helsinki.