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Einmischen! Politik Podcast Archiv

362 Episoden
3 Stunden 57 Minuten
Woop! Woop! Heute komme ich mit drei Gesprächen zu drei Büchern — und alle drei Bücher schauen auf dasselbe Land: die USA. Aus drei völlig verschiedenen Winkeln. Zuerst spreche ich mit dem Journalisten Jörg Wimalasena, früherer US-Korrespondent von Zeit Online, über sein Buch „Die Undemokraten. Wie die Demokratische Partei Trump großmachte" (Brumaire). Wimalasena sucht die Antwort auf Trumps Wiederwahl vor allem bei seinen Gegnern. Er zeigt, wie sich in den USA die einstige Partei der kleinen Leute dem großen Geld verschrieb und alle bekämpft, die es wagen, auch nur ein wenig Umverteilung zu fordern. Kein Betriebsunfall, sondern das Ergebnis eines jahrzehntelangen Verrats an der eigenen Basis — und ein Buch, das erklärt, warum Symbolpolitik keine Wahlen gewinnt. Dann kommt der amerikanische Politologe und Friedensaktivist Stephen Eric Bronner, emeritierter Professor für Politik- und Literaturwissenschaft, mit seinem Buch „Trumps Welt. Nachrichten aus dem neuen Amerika" (Dietz). In 16 kleinen, glänzend geschriebenen Texten zeichnet Bronner das Bild einer trudelnden, verunsicherten, zunehmend in sich verfeindeten Gesellschaft. Die USA sind eine „gefährdete Republik" — es herrscht ein neues, starres und explosives Gefühl von „wir" und „sie". Die bürgerlichen Freiheiten und das Wahlrecht sind in Gefahr. Ein Insider-Blick von jemandem, der sein Land liebt — und deshalb so schonungslos urteilt. Zuletzt spreche ich mit dem Historiker Philipp Gassert, Inhaber des Lehrstuhls für Zeitgeschichte an der Universität Mannheim, über sein Buch „Die bipolare Nation. Was Amerika der Welt gegeben hat. Im Guten wie im Schlechten" (dtv). Gassert zeichnet nach, wie tief die Widersprüche in der Gründung und der Geschichte des Landes verwurzelt sind: Imperialismus und Antiimperialismus, Sklaverei und ihre Überwindung, Demokratie und Unterdrückung, Armut und Verschwendung. Ein Buch, das weder verklärt noch verdammt — sondern erklärt. Enjoy!^^
1 Stunde 15 Minuten
Woop! Woop! Diese Folge stellt eine Frage, die unbequemer nicht sein könnte: Wann hört eine Gesellschaft auf zu merken, dass sie grausam wird? Zu Gast ist der österreichische Publizist und Autor Robert Misik mit seinem neuen Buch „Erziehung zur Grausamkeit. Die Massenpsychologie des Neuen Faschismus" (Suhrkamp). Wo beginnt Grausamkeit? Wann verändert sich eine Gesellschaft so weit, dass das Grausame nicht mehr als grausam empfunden wird? Misik verortet den Faschismus nicht bequem auf der anderen Seite — bei den Extremisten, den Radikalen, den politischen Rändern. Er interessiert sich vielmehr für das Vorfeld, all das, was schon lange vorher beginnt: für die Prozesse, durch die Menschen empfänglich werden für Verachtung, Ressentiment und autoritäre Erlösungsversprechen. Was er als Erziehung zur Grausamkeit bezeichnet, könnte man auch Mobilisierung nennen: Menschen verwandeln sich in autoritären Bewegungen. Es findet eine Umformung statt. Die Leistung der Propaganda besteht darin, Grausamkeit wie Gerechtigkeit aussehen zu lassen. Enjoy!^^
5 Minuten
Kleine Info zu meiner Gesundheit.
2 Stunden 36 Minuten
Woop! Woop! Zuerst spreche ich mit der Historikerin Karen Hagemann, James G. Kenan Distinguished Professor an der University of North Carolina at Chapel Hill, über ihr monumentales Werk „Vergessene Soldatinnen. Frauen im Militär und in den Kriegen Europas seit 1600" (Suhrkamp, 2026). Kriege werden meist von Männern angezettelt — aber ohne Frauen können sie nicht geführt werden. Das war schon immer so. Trosserinnen, Krankenpflegerinnen, Flakhelferinnen, Kämpferinnen — Frauen waren über Jahrhunderte aktiv am Kriegsgeschehen beteiligt, und doch erinnert sie kaum jemand. Hagemann schließt mit diesem Opus Magnum eine riesige Gedächtnislücke: Anhand unzähliger Selbst- und Fremdzeugnisse macht sie die weiblichen Kriegserfahrungen lebendig — und fragt, warum es über alle Länder- und Systemgrenzen hinweg nie gelungen ist, ihre aktive Rolle angemessen zu erinnern. Ein Standardwerk. Dann kommt Achim Wohlgethan, Ex-Fallschirmjäger, Afghanistan-Veteran und Insider des Deutschen Bundeswehrverbandes, mit seinem Buch „Blackbox Bundeswehr. Die 100-Milliarden-Illusion — Was unsere Truppe jetzt wirklich braucht" (Econ, 2023). Die Zeitenwende ist ausgerufen — aber in der Truppe angekommen ist sie nicht. Wohlgethan kennt die Sorgen der Soldatinnen und Soldaten aus erster Hand: kaputte Ausrüstung, dysfunktionale Beschaffung, Versagen bei der Nachwuchsgewinnung, katastrophaler Umgang mit Veteranen. 100 Milliarden sind ein Tropfen auf den heißen Stein, wenn das System dahinter nicht funktioniert. Ein schonungsloser Insiderbericht — und eine konstruktive To-do-Liste für die Politik. Zwei Bücher, ein roter Faden: Was schuldet eine Gesellschaft denen, die für sie kämpfen — gestern und heute? Enjoy!^^
2 Stunden 22 Minuten
Woop! Woop! Zuerst spreche ich heute gemeinsam mit Helena Steinhaus und Claudia Cornelsen über ihr Buch „Es braucht nicht viel. Wie wir unseren Sozialstaat demokratisch, fair & armutsfest machen" (S. Fischer, 2023). Die beiden Vorständinnen des Vereins Sanktionsfrei rechnen ab — mit Hartz IV, mit dem Bürgergeld, das kaum besser ist, und mit den populistischen Erzählungen über Armut, die fern jeder Evidenz liegen. Jedes fünfte Kind wächst in Armut auf. Jede dritte Alleinerziehende ist auf Transferleistungen angewiesen. Millionen Aufstocker brauchen trotz Vollzeitjob staatliche Hilfe. Steinhaus und Cornelsen zeigen: Das ist kein Naturgesetz. Es wäre gar nicht so schwer, das zu ändern — wenn man nur wollte. Dann spreche ich mit Ulrich Schneider über sein neues Buch „Mutti, komma ans Fenster! Eine Arbeiterkindheit im Ruhrgebiet" (Westend, 2026). Schneider, 25 Jahre lang Hauptgeschäftsführer des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbandes und bekanntester Soziallobbyist Deutschlands, erzählt diesmal keine Statistiken — sondern seine eigene Geschichte. Aufgewachsen in Oberhausen, Sohn eines Mannesmann-Maschinisten, der Schlamm schaufelte und erschöpft mit 61 Jahren starb. Ein Buch über Mütter, die alles zusammenhielten, über Väter, die früh verschlissen wurden, über Stolz, Solidarität und gebrochene Aufstiegsversprechen. Und über die Frage, was es mit einem Land macht, wenn es seine Arbeiterklasse vergisst. Drei Gäste, ein roter Faden: Wer zahlt in diesem Land den Preis — und wer schaut weg? Enjoy!^^
2 Stunden 48 Minuten
Woop! Woop! Heute spreche ich zuerst mit dem Publizisten und früheren Zeit-Chefredakteur Roger de Weck über sein Buch „Glanz und Elend der Konservativen" (Suhrkamp, 2025). De Wecks Provokation: Nicht die Linke, sondern die Konservativen könnten den Rechtspopulismus am wirksamsten bekämpfen — wenn sie sich nur neu erfinden würden. Stattdessen kippen sie nach rechts, verlieren ihr Profil und räumen der AfD das Feld. De Weck, der als Gastprofessor am College of Europe in Brügge lehrt und das Archiv des EU-Gründers Jean Monnet betreut, skizziert, was ein glaubwürdiger Konservatismus heute bedeuten könnte — und warum genau das so selten gelingt. Dann kommt der Politikwissenschaftler Philip Manow, Professor an der Universität Siegen und einer der schärfsten Analytiker der europäischen Demokratiekrise, mit seinem neuen Buch „Spaltungslinien. Europas Parteiensysteme und die Dekonsolidierung des Nationalstaats" (C.H. Beck, 2026). Manow zeigt, dass unsere alten Ordnungsbegriffe — links, rechts, Mitte — längst nicht mehr tragen: Heute steht ein linkes Bürgertum gegen eine rechte Arbeiterschaft, und populistische Parteien werden kulturell rechter, aber verteilungspolitisch linker. Die eigentliche Ursache dieser Verschiebung: die Infragestellung des Nationalstaats als politische Gestaltungsebene. Ein Essay, der zwingt, neu zu denken. Zwei Bücher, ein roter Faden: Die alten Lager lösen sich auf — wer baut die neuen? Enjoy!^^
2 Stunden 44 Minuten
Woop! Woop! Nach dem "Schock" von Sachsen-Anhalt spreche ich heute zuerst mit dem FAZ-Journalisten und Autor Patrick Bahners über sein Buch „Die Wiederkehr. Die AfD und der neue deutsche Nationalismus" (Klett-Cotta, 2023). Zehn Jahre AfD — aber das Problem ist größer als eine Partei. Bahners zeigt scharfsinnig und historisch argumentierend, dass die Neue Rechte einen festen Platz in unseren politischen Institutionen behaupten wird. Kein vorübergehender Protest, kein Betriebsunfall der Demokratie — sondern ein neuer Nationalismus, der sich längst in allen Parteien eingenistet hat. Bahners wechselt dabei zwischen dichter Beschreibung und kalter Analyse — er dreht und wendet den rechten Weltbild-Stoff so lange, bis der toxische Kern offen zutage liegt. Ein Buch, das fordert. Und das genau deshalb notwendig ist. Dann spreche ich mit der Politikwissenschaftlerin Martyna Linartas über „Unverdiente Ungleichheit. Wie der Weg aus der Erbengesellschaft gelingen kann" (Rowohlt, 2025) — auf der Shortlist für „Das politische Buch" 2026. In kaum einem anderen westlichen Land ist Vermögen so ungleich verteilt wie in Deutschland — und die Schere geht immer weiter auf. Jeder Sechste lebt in Armut, während Superreiche ihr Vermögen von Generation zu Generation weitervererben. Linartas seziert das politische Tabuthema unserer Zeit: Dass wir die Reichen nicht besteuern, gefährdet unseren Wohlstand, unsere Umwelt und unsere Demokratie. Für ihr Buch hat sie exklusiv mit der Wirtschaftselite gesprochen — und die Antworten sind überraschender, als man denkt. Zwei Bücher, ein roter Faden: Warum ist es so schwer, dieses Land gerechter zu machen — und wer hat ein Interesse daran, dass alles bleibt, wie es ist? Enjoy!^^
2 Stunden 34 Minuten
Woop! Woop! Zuerst spreche ich heute mit dem Soziologen Florian Butollo über sein Buch „Das knappe Gut Arbeit. Automatisierung, Arbeitskräftemangel und sozialer Konflikt" (Suhrkamp, 2026). Das Paradox der Stunde: Überall wird vor KI-bedingtem Jobverlust gewarnt — und gleichzeitig reißen die Klagen über Fachkräftemangel nicht ab, Pflegestationen kollabieren, Stellen blei-ben unbesetzt. Butollo, Professor für Soziologie an der Goethe-Universität Frankfurt und ehemaliger Sachverständiger der Enquete-Kommission „Künstliche Intelligenz" des Bundes-tags, löst diesen Widerspruch auf: Automatisierung schafft nicht weniger, sondern mehr Arbeit — und damit eine neue Konfliktlinie. Die Frage ist nicht mehr, ob wir genug Arbeit haben. Die Frage ist: Wofür wollen wir angesichts sozialer und ökologischer Krisen unsere Arbeitskraft noch einsetzen — und wer entscheidet das? Dann spricht der Jurist und Völkerrechtler Michael Riepl über sein Debüt „Ferne Heimat Altmontal. Das Leben meiner Großmutter zwischen Schwarzem Meer und Kaukasus" (C.H. Beck, 2026). Altmontal — ein deutsches Dorf in der Schwarzmeerebene, heute mitten an der Front des Ukraine-Krieges. Hier wurde Hedwig Krämer 1919 geboren, erlebte Hungersnöte, Verfolgung und Krieg — und entkam 1942 nach Bayern. Mit 75 Jahren begann sie, ihre Geschichte aufzuschreiben. Niemand hatte je danach gefragt. Riepl hat ihre Aufzeichnungen mit eigenen Recherchen vor Ort verwoben — Reisen in die Ukraine zwischen 2018 und 2025 — und daraus ein Buch gemacht, das sich liest wie ein Roman, aber eine wahre Geschichte ist: über Familie, Heimat, Verlust und einen unfassbaren Lebensmut. Zwei Bücher, ein roter Faden: Was bleibt von einer Welt, die wir kannten — und wer trägt die Last des Wandels? Enjoy!^^
88 Sekunden
Sorry. Bin nächste Woche zurück. :-)
4 Stunden 49 Minuten
Woop! Woop! Dreifachfolge — und alle drei Bücher stellen dieselbe Frage: Wie hält eine Ordnung stand, wenn die Grundlagen erschüttert werden? Zuerst spreche ich mit dem Politikwissenschaftler Andreas Fulda über sein Buch „Wenn China angreift. Ein Szenario" (C.H. Beck, 2026) — nominiert für den Deutschen Sachbuchpreis 2026. Irgendwann 2027: Ein chinesischer Kampfjet stürzt in taiwanischem Luftraum ab. Peking ordnet den Angriff auf den Inselstaat an. Die USA, innenpolitisch zerstritten, reagieren zu spät — China hat Taiwan schon annektiert. Fulda, der dreißig Jahre lang China und Taiwan erforscht hat, versteht sein Buch als Weckruf: Im Westen verkenne man häufig die Entschlossenheit der KPCh, die Vorherrschaft im indopazifischen Raum herzustellen. Was bedeutet das für Deutschland — ein Land, das tiefer als jedes andere in Europa mit China verflochten ist? Dann kommt der Theologe und Philosoph Andreas G. Weiß mit „Das Ende eines Traums. Donald Trump und der 250. Geburtstag der USA" (Patmos, 2026). 2026 feiern die Vereinigten Staaten den 250. Geburtstag ihrer Gründung — und Weiß erzählt die Geschichte des amerikanischen Traums als religiös-politischen Mythos einer „heiligen Nation" und wie dieser Traum gerade vor unseren Augen zerbricht. Seine These: „Donald Trump hat das Amerika der Illusionen nicht zerstört — er hat es entlarvt." Was kommt nach dem Erwachen? Zuletzt spreche ich mit dem Friedensforscher Hendrik Simon über sein Buch „Das Recht der Gewalt. Warum Waffen allein keinen Frieden schaffen" (Reclam, 2026). Der weitverbreiteten Diagnose, wir erleben gerade den Übergang von einer regelbasierten internationalen Ordnung zu einer bloßen Machtordnung, widerspricht Simon darin ausdrücklich. Krieg und Recht, Gewalt und Normen — und die unbequeme Frage: Schaffen Waffen Sicherheit, oder schaffen sie nur die Voraussetzung für den nächsten Krieg? Drei Bücher, ein roter Faden: Was bleibt von der Ordnung, die wir kannten? Enjoy!^^
3 Stunden 55 Minuten
Woop! Woop! Heute habe ich zwei Gäste, die sich beide mit der Frage beschäftigen, wie es unserer Demokratie geht. Zuerst spreche ich mit dem Staatsrechtler Alexander Thiele über sein Buch „Rechtspopulismus und der demokratische Verfassungsstaat" (Reclam, 2026). Thiele ortet die Ursache für den Erfolg des Rechtspopulismus in realen Defiziten unserer Ordnung — wer Populisten zurückdrängen will, sollte sich weniger an ihnen abarbeiten, sondern diese Defizite beheben. Kein AfD-Verbot, sondern eine demokratische Zukunftsvision — das ist seine These. Ein politisches, kein juristisches Buch. Und eine unbequeme Diagnose: Der demokratische Verfassungsstaat erodiert schleichend — nicht durch Putsch, sondern durch den Verlust einer gemeinsamen Zukunftsidee. Dann spricht die Philosophin Sabine Döring über ihr Buch „Wissenschaftsfreiheit in der liberalen Demokratie" (Klostermann, 2026) — geschrieben aus Erfahrung. Als Staatssekretärin im Bundesbildungsministerium wurde sie im Zuge der Fördermittelaffäre entlassen, nachdem geprüft wurde, ob einem offenen Brief von Hochschullehrenden förderrechtliche Konsequenzen folgen sollten. Jetzt zieht sie daraus eine grundsätzliche Frage: Was bedeutet Wissenschaftsfreiheit als Grundrecht — und was passiert mit der Demokratie, wenn Forschung unter politischen Druck gerät? Döring verteidigt eine klare Arbeitsteilung: Wissenschaft klärt auf, liefert Gründe, ordnet Evidenz — demokratisch verantwortete Politik trägt die Last der Entscheidung. Ein Buch, das aus einem konkreten Skandal eine Verfassungsphilosophie macht. Zwei Gespräche, ein roter Faden: Wo endet institutionelle Macht — und wo beginnt der Missbrauch? Enjoy!^^
1 Stunde 26 Minuten
Woop! Woop! Die Linke ist zurück — und mein Gast Daniel Bax, taz-Journalist und Autor, hat das Comeback der Jahres genau verfolgt. Sein Buch „Die neue Lust auf Links" (Goldmann, 2025) erzählt, wie eine Partei, die kurz vor der Bundestagswahl 2025 weit unter fünf Prozent lag, am Ende mit fast neun Prozent einzog — als stärkste Kraft in Berlin, mit einem Viertel aller Erstwählerinnen und Erstwähler, und einer Mitgliederzahl, die sich auf inzwischen 126.000 mehr als verdoppelt hat. Wer sind Heidi Reichinnek, Ines Schwerdtner, Jan van Aken? Und woher kommt diese neue Lust auf Links — wenn rechts um einen herum alles driftet? Das fragen wir uns auch nach dem Bundesparteitag in Potsdam Mitte Juni 2026. Was für ein Wochenende war das: Im Filmpark Babelsberg, unter einer riesigen roten Vulkanattrappe, wählte die Linke eine neue Doppelspitze. Ines Schwerdtner mit 86 Prozent bestätigt — souverän. Luigi Pantisano als Nachfolger von Jan van Aken gewählt — mit gerade mal 53 Prozent, ohne Gegenkandidat, nachdem er kurz zuvor die CDU mit Faschisten gleichgesetzt hatte. Dazu Streit über Gaza, eine Genocide-Resolution, und der alte Riss zwischen radikalen Jungen und pragmatischen Ostverbänden — die im Herbst vor Landtagswahlen stehen und vielleicht auf CDU-Koalitionen angewiesen sein werden. Volkspartei mit 20 Prozent — Traum oder Programm? Und hält die Euphorie, wenn es ernst wird? Daniel Bax kennt diese Partei von innen. Wir sortieren gemeinsam, was in Potsdam wirklich passiert ist. Enjoy!^^
4 Stunden 58 Minuten
Woop! Woop! Diese Folge ist eine Halbjahresbestandsaufnahme der Gegenwart — und mein Gast Albrecht von Lucke, Redakteur der *Blätter für deutsche und internationale Politik*, ist dafür genau der Richtige. Wir reden über alles, was gerade gleichzeitig passiert und trotzdem zusammenhängt. Erstens: der **Irankrieg**. Den unkalkulierbaren Folgen des Krieges für die Region wie für die internationale Ordnung geht von Lucke in den Blättern nach — und ich frage ihn: Wer hat hier eigentlich gewonnen? Und was hat das mit einem Amerika zu tun, das sich selbst gerade neu erfindet? Denn zweitens: **Trump und die USA**. Gerade mal ein Jahr im Amt, hat Trump die Weltordnung bereits radikal verändert — das Ende der regelbasierten Nachkriegsordnung zeichnet sich ab. Was bedeutet das für Europa, für Deutschland, für uns? Drittens: **Friedrich Merz**. Wie schon in der Ampelkoalition arbeiten die Regierungsparteien Union und SPD eher gegen- als miteinander, während Kanzler Friedrich Merz keine klare Führung zeigt — davon profitiere vor allem eine Partei: die AfD. Was macht ein Kanzler, der nach rechts schaut, um die Mitte zu halten — und dabei beides verliert? Und dann: **die Medien**. Allen voran Ulf Poschardt — Ex-Chefredakteur, Ex-Herausgeber von WELT, Autor von *Shitbürgertum* und *Bückbürgertum*, ab Juli 2026 „freiester Autor" bei Axel Springer. Was passiert, wenn große Medienhäuser nicht mehr Beobachter des Rechtsrucks sind, sondern Treiber? Welche Rolle spielt der Springer-Komplex in der Faschisierung der deutschen Gesellschaft — und wie lange nennt man das noch Meinungsvielfalt? Albrecht und ich analysieren und ordnen ein. Enjoy!^^
2 Stunden 27 Minuten
Woop! Woop! Neue Folge und es wird wieder historisch und politisch! Zuerst spreche ich mit dem Politikwissenschaftler Thomas Biebricher über den Sammelband „Oben Rechts" (Suhrkamp). Die zentrale Provokation des Buches: Rechtspopulismus ist keine Revolte der Abgehängten — er ist ein gezielt vorangetriebenes Projekt. Nicht Arbeiter, sondern konservative Unternehmer, Berlusconis und Musks, Thiels und Chrupallas, stehen im Mittelpunkt — Männer, die ihr eigenes Kapital in politische Macht ummünzen. Biebricher, Heisenberg-Professor für Politische Theorie an der Goethe-Universität Frankfurt, kennt die Rechte von innen wie von außen. Was bedeutet das für die Demokratie — wenn ihre Feinde nicht unten, sondern oben sitzen? Danach kommt Konstantin Richter mit „Dreihundert Männer. Aufstieg und Fall der Deutschland AG" (Suhrkamp) — frisch ausgezeichnet mit dem Deutschen Sachbuchpreis 2026. Dreihundert deutsche Männer bestimmten einst die wirtschaftlichen Geschicke des Kontinents — ein enges Geflecht aus Bankiers, Industriekapitänen und Lobbyisten, das sich mit Unternehmen wie Allianz, Krupp und Siemens herausgebildet hatte. Richter erzählt diese Geschichte als episches Panorama — und fragt: Wie wenig die damit verbundenen Vorstellungen noch auf die Gegenwart passen — und was das für ein Land bedeutet, das sich noch immer über seine Wirtschaftskraft definiert. Zwei Bücher, ein Thema: Wer hat in diesem Land eigentlich die Macht — und wie lange schon? Enjoy!^^
2 Stunden 37 Minuten
Woop! Woop! In dieser Folge wird es historisch und politisch — und beides hängt enger zusammen, als man denkt. Zuerst spreche ich mit dem Historiker Volker Depkat über sein Werk zur Amerikanischen Revolution — und damit über die Geburtsstunde eines politischen Projekts, das die Welt verändert hat. Was wollten die Gründerväter wirklich? Welche Widersprüche waren von Anfang an ins System eingebaut — Freiheit und Sklaverei, Volkssouveränität und Elitenmacht? Und was sagt uns der Blick auf 1776 darüber, was gerade mit den USA passiert? Im Zweiten Teil ich mit Volker Wissing über ein Wort, das in der deutschen Politik gerade so inflationär gebraucht wird wie kaum ein anderes: Verantwortung. Wer trägt sie wirklich? Wer schiebt sie weiter? Und was bedeutet es eigentlich, in einem Amt Verantwortung zu übernehmen — nicht nur rhetorisch, sondern tatsächlich? Wissing kennt das Spannungsfeld zwischen politischem Druck und persönlicher Haltung aus erster Hand. Ein Gespräch über Entscheidungen, die wehtun, Koalitionen, die reißen, und die Frage, ob Verantwortung in der modernen Demokratie überhaupt noch sanktionierfähig ist. Zwei Volkers, zwei Themen, ein roter Faden: Wie viel hält eine Demokratie aus — und wer zieht die Konsequenzen, wenn sie ins Wanken gerät? Enjoy!^^
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