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Ich liebe es, beim Wintersport im Fernsehen zuzuschauen. Meine liebste Disziplin ist Biathlon. Dieser Wechsel aus Langlauf und Schießen, wobei die Treffer oder Nieten sich aufs Laufgeschehen auswirken: Es ist immer so spannend. Bei den letzten Rennen bei der Weltmeisterschaft und danach gab es einige interessante Reaktionen zu beobachten. Ein Biathlet hatte 5 Nieten geschossen und hatte keine Lust mehr weiter zu laufen. Er wurde aber von seinem Team gedrängt, das Rennen zu Ende zu laufen. Ein anderer hat nach vielen Fehlschüssen aufgegeben und hat die Strecke wirklich verlassen. Und wieder eine andere hatte ebenso viele Fehlschüsse, ist im Rennen aber so über sich hinausgewachsen, dass sie noch in den Top 15 gelandet ist, was niemand für möglich gehalten hat. Ich finde das ein ziemlich gutes Beispiel für unser Umgehen mit der Fastenzeit. Wir sind jetzt fast auf der Hälfte der Zeit und am Sonntag ist der Sonntag Laetare – Freue Dich. Wie war ihr Rennen bisher? Haben alle Vorsätze bisher ins Schwarze getroffen oder haben sie Extrarunden gedreht? Haben sie an den Tagen, wo sie gegen Ihre eigenen Vorsätze schmählich verloren haben, alles hingeworfen und die Strecke verlassen? Oder sind sie immer wieder aufgestanden und haben immer wieder neu angefangen? "Nicht das Beginnen wird belohnt, sondern einzig und allein das Durchhalten", ein Wort von Katharina von Siena, ist nicht die schlechteste Beschreibung unseres Weges durch die Österliche Bußzeit. Aber es muss mir auch immer wieder klar sein, wofür ich diese Zeit vor Ostern nutze. Es geht um eine Umkehr: weg vom Kreisen um sich selbst und wieder hinkehren zu Gott, zu seinem Evangelium, zum Leben als Christen für die Mitmenschen und gegen Vernichtung der Schöpfung. Und selbst wenn ich in der Zeit viele Nieten geschossen haben sollte, ist uns an Ostern der Jubel aller im Ziel garantiert.
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Am Wochenende war im Nachbarstädtchen ein Kreativmarkt in der Stadthalle. Da dieses schöne Angebot jetzt drei Jahre ausfallen musste, waren alle hocherfreut, dass es in diesem Jahr wieder losgehen konnte. An vielen Ständen haben Hobbykreative ausgestellt und angeboten, was sie so in den Wintermonaten gehäkelt, gestrickt, gefilzt, ausgesägt, bemalt, getöpfert hatten und man sah ihnen das Vergnügen an, endlich wieder ihre schönen Dinge zu präsentieren. Einer jungen Frau haben wir beim Wollespinnen zugeschaut, einer anderen beim Diamond Painting, eine andere hat Teddys und andere Kuscheltiere genäht und man konnte ihr beim Nähen zuschauen. Eine sehr alte Dame bot an ihrem Stand wunderbare Tischdecken an, die sie genäht, bestickt, gepatchworkt hatte und ich habe in Sekunden eine Mitteldecke gesehen, wunderbar aus vielen Teilen zusammengenäht, in pastellfarbenem grün und rosé, mit roten Blüten und feinen Blättern. Sie hat sie mir zurückgelegt, weil wir noch weiterschlendern und viele andere Stände besuchen wollten. Beim Abholen dann sind wir ins Gespräch gekommen und sie hat mir erzählt, dass sie schon immer mit Vergnügen genäht hat und seit 15 Jahren hierherkommt. Und dass ihr Mann im vergangenen Jahr in einem Hospiz seine letzte Zeit verbracht hat und sie so beeindruckt ist von Menschen, die in Hospizen ihren Dienst tun und Menschen in ihrer letzten Lebensphase mit so viel Liebe begleiten. Plötzlich schaut sie mich an und sagt: "Sind Sie aus Olpe? Da gibt es doch das Kinderhospiz. Darf ich Ihnen einige Decken schenken, die sie dann zugunsten des Hospizes verkaufen können?" Ich war ganz gerührt und verblüfft und dann sehr dankbar und wir haben uns verabschiedet, als würden wir uns schon lange kennen. Das ist ganz oft das berühmte Prinzip Apfelbaum: Weil jemand von den Früchten der Arbeit anderer, Gutes erfahren hat, mag sie oder er ebenso wieder Gutes tun und Menschen helfen, die es notwendig brauchen. Gutes und Güte wird nicht weniger, wenn man sie verteilt, sondern immer mehr. Fluten wir den Tag mit Gutem und mit Güte. Es macht Spaß.
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Guten Morgen, kommen Sie eigentlich morgens gut aus dem Bett? Das ist ja bei jedem anders: Meine Mitschwestern, die hier in San Damiano mit mir leben, tun sich schwerer als ich. Wenn mein Wecker loslegt, bin ich sofort da und muss mich fast bremsen, nicht ganz so eifrig sofort aus dem Bett zu springen. Auf dem Weg zum Bad höre ich dann einen Wecker, der einen Hahnenschrei imitiert und ich muss lächeln, wie lange der sich bemühen muss, ehe er sein Werk getan hat und seine Kundin wach ist. Der Schrei des Hahns hat für uns ja eine besondere Bedeutung: Petrus in seinem ungestümen Eifer für seinen Meister Jesus Christus beteuert, dass er ihm folgen wird, wohin er auch geht. Und Jesus, der seinen Jünger kennt, kann ganz klar sagen: Du? Bevor der Hahn kräht, wirst Du mich dreimal verleugnen. In einem Hymnus, den ich sehr gern habe, werden wir daran erinnert und es ist gut zu bedenken, dass dieser Hahnenschrei des Petrus auch für mich gültig ist: Der Hahn, des Tages Herold, ruft, der Wächter in der Finsternis. Sein Schrei trennt von der Nacht die Nacht, dem Wanderer zur Nacht ein Licht Da fühlt der Schiffer neue Kraft, des Meeres Brandung sänftigt sich, der Fels der Kirche, Petrus, weint, bereut die Schuld beim Hahnenschrei. So stehet rasch vom Schlafe auf: Der Hahn weckt jeden, der noch träumt. Der Hahn bedrängt, die säumig sind, der Hahn klagt die Verleugner an. Herr, wenn wir fallen, sieh uns an und heile uns durch deinen Blick. Dein Blick löscht Fehl und Sünde aus, in Tränen löst sich unsre Schuld. Du Licht, durchdringe unsern Geist, von unsern Herzen scheuch den Schlaf, dir sei das erste Wort geweiht, dich preise unser Morgenlob. Amen. Aufstehen und neu beginnen. Schuld und Fehler in den Blick nehmen, bekennen, bereuen und bekehren. Die Fastenzeit ruft uns dazu ganz besonders auf.
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Manchmal ist es gut, etwas nur allein für mich selbst zu tun – habe ich mir gedacht und habe mich zu einem Einkehrtag für Kommunionhelfer:innen auf dem Kohlhagen angemeldet. Und am vergangenen Samstag war ich dort in diesem kleinen Wallfahrtsort, wo seit 1470 ein kleine Wallfahrt verbürgt ist. Menschen kommen dorthin, um ihre Freuden und Sorgen zu Gott zu bringen und die Gottesmutter zu verehren, vor deren kleinem geschnitzten Vesperbild immer Kerzen brennen. Einkehren bei sich selbst, in der Nähe des Göttlichen ist dann tatsächlich die eine Seite. Aber die andere ist, dass es viele Menschen miteinander tun und sich so gegenseitig im Glauben stärken. Zwei Pallottiner haben durch diesen Tag geleitet unter dem Thema: Suchend bleibe ich ein Leben lang. Und nach und nach, im Laufe des Tages konnten wir alle spüren, dass die Beter der Psalmen mit dem "Gott, Du mein Gott, Dich suche ich" über die Menschen des Alten Bundes mit Elija, dessen machtvolle Gottesbilder im leisen Säuseln Gottes in der Stille zerschellt sind und Maria von Magdala am leeren Grab, deren Trauer und Tränen im Jubelnden "Ich habe den Herrn gesehen" mündet und wir durch Sie vom Auferstandenen wissen. Durch sie alle konnten wir eine Ahnung bekommen, dass dieser Gott immer der Andere ist, als der den wir suchen, als der, von dem wir Bilder im Kopf und im Herzen haben, als der zu dem wir als Kinder beten gelernt haben. Gott ist immer der Andere – und deshalb ist es gut, immer wieder nach ihm zu suchen und sich überraschen zu lassen, wenn wir den ganz Anderen finden. Den Gott Jesu Christi, den liebenden Vater, den Geist der uns belebt und begeistert, den Menschen neben mir, der vom Erleben mit diesem Gott erzählt und alle ringsum sprachlos macht und beeindruckt und bestärkt. Und es gibt in diesem Suchen noch eine ganz andere Seite, die manchmal vergessen wird: Gott ist immer auf der Suche nach uns und will uns finden, so wie wir sind: im komplizierten Alltag, im anstrengenden Beruf, in der Sehnsucht nach Liebe und Glück, in allem Leid und im Scheitern. Bleiben wir auf der Suche und lassen wir uns finden.
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Die österliche Bußzeit ist immer wieder die besondere Zeit, um auf Grundlagen unseres Handelns als Christen zu schauen.  Barmherzigkeit, als das etwas aus der Mode gekommene Wort, für dieses handeln wird am deutlichsten im Matthäusevangelium beschrieben. Da heißt es: "Denn ich war hungrig, und ihr habt mir zu essen ge­geben. Ich war durstig und ihr habt mir zu trinken ge­geben. Ich war fremd und obdach­los, und ihr habt mich aufge­nommen. Ich bin nackt ge­wesen, und ihr habt mir Kleider ge­geben. Ich war krank, und ihr habt mich be­sucht. Ich war im Gefäng­nis, und ihr seid zu mir gekommen." Aus diesem Text haben sich von Anfang des Christentums her, die sieben leiblichen Werke entlehnt: Hungrige speisen, Durstigen zu trinken geben, Fremde beherbergen, Nackte kleiden, Kranke pflegen, Gefangene besuchen, Tote bestatten. Das ist das ganze Hilfs-Spektrum unseres Lebens, wenn wir in Not sind: wer hungert, braucht keine frommen Worte und guten Trost, sondern Nahrung, wer durstig ist, braucht keine Lebensberatung, sondern genug zu trinken, wer in der Fremde strandet, braucht keine Unterrichtsstunden über die Vorzüge des Landes, sondern Unterkunft und Aufnahme, wer nackt ist, braucht keine moralischen Vorträge, sondern passende Kleidung, wer krank ist, braucht erstmal keine Lehrfilme über Gesundheitsberatung, sondern Pflege, Hilfe und Medikamente, wer im Gefängnis sitzt, braucht keine erhobenen Zeigefinger, sondern Besuch und Kontakt und Beziehung, und für die Toten braucht es eine würdevolle Begleitung auf dem berühmten letzten Weg, weil er und sie niemals ihre Würde verlieren. Bei den sieben leiblichen Werken der Barmherzigkeit wird ganz leicht ganz deutlich: nicht reden, sondern tun ist dran und erste Hilfe zum Leben und Überleben.
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Gestern hat die fünfte und zunächst letzte Synodalversammlung begonnen. Die Bischöfe und die Laien haben ein straffes Programm. 9 von 10 Beschlussvorlagen können zur Abstimmung kommen und die zehnte noch nach der zweiten Lesung ebenso. Der Anlass der Errichtung des synodalen Weges war die unsäglich schlechte Aufarbeitung des Missbrauchs in der Kirche durch Kleriker und Kirchenleute und die Bitte der Bischöfe an das Zentralkomitee der Katholiken in Deutschland, zusammen einen Weg zu finden. Dass es nicht um kleine, unbedeutende Reförmchen gehen würde, musste jedem klar sein, der das Geschehen der letzten Jahre erlebt und verfolgt hat. Es muss etwas Grundlegendes geschehen, damit die Kirche eine Zukunft für die Menschen hat. Und vor dieser, miteinander zu gestaltenden Zukunft, haben manche wirklich Angst. Am meisten die im Vatikan, die zwar mit Papst Franziskus die Weltsynode ausgerufen haben, die zwar gemerkt haben, dass sich die Probleme weltweit gleichen, die aber, dass muss man so sagen, Angst vor dem Verlust der Macht haben. "Der Vatikan hat vor Reformen soviel Angst wie der Teufel vor dem Weihwasser" hat der Magdeburger Bischof Gerhard Feige während der Frühjahrstagung der Bischöfe gesagt. Und einige der Synodalen haben auch Angst, mit den positiven Ergebnissen der Synode vielleicht ihrer angestrebten Kirchenkarriere zu schaden und haben sich noch rasch verabschiedet. Und was machen wir, wir die wir jetzt hier zusammen sind und beten wollen? Es hilft nichts, vor den Fragen und Problemen unserer Kirche zu flüchten, weil nicht sein kann was nicht sein darf. Aber es hilft wohl, im Vertrauen auf Gott und seinen Heiligen  Geist zu beten und um Hilfe zu bitten. Beten wir jetzt zusammen das Gebet, dass seit dem ersten Tag der Synodalversammlung in den Gemeinden gebetet wird. "Gott, unser Vater, Du bist denen nahe, die Dich suchen. Zu Dir kommen wir mit den Fragen unserer Tage, mit unserem Versagen und unserer Schuld, mit unserer Sehnsucht und unserer Hoffnung. Wir danken Dir für Jesus Christus, unseren Bruder, unseren Freund und unseren Herrn. Er ist mitten unter uns, wo immer wir uns in seinem Namen versammeln. Er geht mit uns auf unseren Wegen. Er zeigt sich uns in den Armen, den Unterdrückten, den Opfern von Gewalt, den Verfolgten und an den Rand Gedrängten. Wir bitten Dich: Sende uns den Heiligen Geist, der neues Leben schafft. Er stehe unserer Kirche in Deutschland bei und lasse sie die Zeichen der Zeit erkennen. Er öffne unser Herz, damit wir auf Dein Wort hören und es gläubig annehmen. Er treibe uns an, miteinander die Wahrheit zu suchen. Er stärke unsere Treue zu Dir und erhalte uns in der Einheit mit unserem Papst und der ganzen Kirche. Er helfe uns, dass wir Deine Gerechtigkeit und Deine Barmherzigkeit erfahrbar machen. Er gebe uns die Kraft und den Mut, aufzubrechen und Deinen Willen zu tun. Denn Du allein bist das Licht, das unsere Finsternis erhellt, Du bist das Leben, das Gewalt, Leid und Tod besiegt. Dich loben wir, jetzt und in Ewigkeit. Amen."
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Es schneit und schneit und schneit und schneit. Zumindest bei uns hier im Sauerland. Und diese dicke Schneedecke deckt alles zu: die matschigen Straßen, die schmutzigen Wege, die Schutthalden in der Nachbarschaft. Alles ist irgendwie gedämpft und sehr viel leiser. Es sind weniger Leute unterwegs, weil es einfach zu stark schneit und die Müllabfuhr kommt auch nicht durch, weil erst der Schneeräumdienst kommen muss. Es ist sehr viel heller mit der strahlend weißen Pracht, denn dieser wunderbar weiße Schnee deckt alles Dreckige und Graue und Matschige zu. Im ersten Petrusbrief steht ein Wort, dass mir zu diesem Schneegestöber immer einfällt: "Das Wichtigste aber ist, dass ihr einander liebt, denn die Liebe deckt viele Sünden zu!" Damit ist nicht gemeint, die Dinge unter den Teppich zu kehren, die man nicht sehen will oder soll. Petrus spricht in diesem Brief über zwischenmenschliche Beziehungen in den jungen Gemeinden und darüber, dass wir als liebende Mitmenschen nicht jede vermeintliche Sünde der anderen verurteilen oder weitererzählen sollten. Sondern unsere Aufgabe es ist, geduldig tragen, was nicht zu ändern ist, trotz offensichtlicher Fehler und Mängel, anderen verzeihen und vergeben. Eine andere Art und Weise, wie die Liebe eine Vielzahl von Sünden bedeckt, ist die Entscheidung, sich nicht über alle Kleinigkeiten aufzuregen, sich zu ärgern und persönlich zu nehmen. Manche Sünden gegen uns sind es nicht wert, dass man sie anprangert. Persönliche Beleidigungen, abfällige oder ignorante Bemerkungen, schräge Blicke und kleine Ärgernisse können um der Liebe willen vergeben werden, wenn man sich entscheidet es zu tun. Ein Ehepaar hat mir einmal erzählt, dass sie ein ganze Fastenzeit lang sich darin geübt haben, nicht immer auf ihre kleinen gegenseitigen Fehler und Schwächen hinzuweisen, sondern sie freundlich zu vergeben. Und wir haben niemals liebevoller, fröhlicher und herzlicher Ostern gefeiert. Und das ist dann tatsächlich kein Schnee von gestern, sondern wunderbar aktuell und für heute geeignet.
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Heute ist der Internationale Frauentag. Als DDR-Kind war und ist mir dieser Tag sehr präsent. Wir haben als Kinder dann morgens den Tisch gedeckt, die Küche gefegt und nach Blumen gesucht. Und in den vielen Betrieben, in denen die Frauen den Hauptanteil der Belegschaft ausgemacht hat, gab es ebenso Blumen, Reden und kleine Präsente. 1975 haben die Vereinten Nationen den 8. März zum Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frauen und den Weltfrieden gemacht. Und in 27 Ländern ist dieser Tag ein staatlicher Feiertag. Ein paar Zitate von großen Frauen gefallen mir für heute besonders gut. Zum Beispiel: "Träume dir dein Leben schön und mach aus diesen Träumen eine Realität", das sagt Marie Curie, die Nobelpreisträgerin und Physikerin. Und Ella Fitzgerald, die begnadete Musikerin und Sängerin, gibt den Tipp: "Gib niemals auf, für das zu kämpfen, was du tun willst. Wo Leidenschaft und Inspiration ist, kann man nicht falschliegen." Oder: "Wir können nicht erfolgreich sein, wenn die Hälfte von uns zurückgehalten wird", sagt Malala Yousafzai, Friedensnobelpreisträgerin und Kinderrechtsaktivistin aus Pakistan und meint ihren Staat und ihre Gesellschaft. Und Nancy Pelosi, die ehemalige Sprecherin des US-Repräsentantenhauses, stellt fest: "Ich will, dass Frauen ihre Macht erkennen und wertschätzen. Sie müssen verstehen, dass nichts der Politik so gutgetan hat wie mehr weiblicher Einfluss". Alle diese Zitate und Tipps tun uns auch als Frauen in der Kirche gut und es ist gut, darüber nachzudenken und in die Zukunft zu tragen, damit die Frauen nicht weiter die Kirche in Scharen verlassen, sondern teilhaben werden an allen Diensten und Ämtern in unserer Kirche.
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Im Moment sind wir hier umgeben von Baustellen. Das Haus in direkter Nachbarschaft wurde monatelang ausgeräumt und entkernt und Schuttcontainer für Schuttcontainer wurden vor dem Haus gefüllt und abtransportiert. Und jetzt ist das gleiche hinter unserem Haus. Es sieht sehr gediegen und ordentlich aus, aber die obere Etage wird wohl neu gemacht. Und seit Wochen beobachte ich, wie Anhänger für Anhänger voller Holz, Metall oder Bauschutt aus dem Haus geworfen und abtransportiert wird. Um kaum ist ein Container geleert, liegt der ganze Hof schon wieder voll. Meine Güte, was ist da alles drin, was sich seit vielen Jahren und vielen Umgestaltungen da angesammelt hat und jetzt raus muss, weil alles neu werden soll. Ein bisschen erinnert mich das an die derzeitige Fastenzeit. Wir sind oft an Leib, Geist, Herz und Seele so voll von Dingen, die es uns schwer machen, neu zu beginnen. Da sind viele angesammelte Vorurteile, viele abgespeicherte Erlebnisse und negative Emotionen, die uns besetzen. Da liegen uns buchstäblich Lasten, nicht nur auf den Schultern sondern auch im Herzen und machen uns einen Neuanfang schwer. Vielleicht ist heute bei mir selber ein inneres Entrümpeln dran. Und das geht sehr gut mit ein wenig Zeit und Stille und dem nachdenken über all diese Dinge und - mit Barmherzigkeit mir selbst gegenüber. Mit dem Wissen und dem Glauben, dass Gott uns liebt, mit all dem, wie wir geworden sind, ist es leichter, trotzdem mal zu schauen, was ich so sinnlos mit mir rumschleppe an inneren und äußeren Gewichten und sie abzulegen. Manchmal hilft es, alles aufzuschreiben und die Blätter dann zu verbrennen. Manchmal hilft Fasten und wirkliches Körpergesicht abzulegen und manchmal hilft Beichten, um mich mit mir selbst, mit Gott, mit meinen Mitmenschen und der göttlichen Schöpfung zu versöhnen, damit mir zugesagt werden kann: "Deine Sünden sind Dir vergeben. Geh in Frieden" - eine wunderbare Form Leib und Seele zu entrümpeln und Platz zu schaffen für einen Neuanfang.
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Gestern hat die zweite Woche der Fastenzeit begonnen. Wie war es so bisher, mit Ihren Vorsätzen? Ideen gibt es jedes Jahr viele, aber ich merke das auch an mir: Im Trubel des Alltags, gehen da schon manch gute Ideen mal verloren. Zur Fastenzeit gehören ja schon immer die guten Werke, um dem Nächsten in Notsituationen beizustehen und in der Not ganz konkret zu helfen, soweit es die eigenen Möglichkeiten zulassen. Ein Exerzitienmeister hat mir mal sehr die Augen geöffnet, als er in seinen Vorträgen klargemacht hat, dass Barmherzigkeit DAS Wort in der Bibel ist. Unsere christliche Tradition kennt je sieben leibliche und geistige Werke der Barmherzigkeit, die von ihren Ursprüngen an als Hilfe gegen existentielle und situationsbedingte Nöte zu verstehen sind. Die Aufzählung von Werken der Barmherzigkeit jedoch ist sehr viel älter als das Christentum: Schon die alten Ägypter kannten sie, und im Alten Testament finden sich an vielen Stellen Beispiele für barmherzige Werke. Ich habe Lust mit Ihnen in den nächsten Wochen immer mal wieder auf diese Werke der Barmherzigkeit zu schauen und konkret zu überlegen, was sie für mich und für Sie vielleicht heute bedeuten können. Der Kirchenvater Augustinus, hat schon im 5. Jahrhundert gelehrt, dass alle Werke die wir tun wollen, der jeweiligen aktuellen Not angepasst werden müssen. Barmherzig kann die oder der sein, der es schon selbst erlebt hat. Dass da jemand mir Gutes getan, gesagt, gemailt, gemacht hat. "Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer", könnte vielleicht über unserem Montag stehen. Statt eines klug ausgedachten Fastenopfers heute mal barmherzig sein zu einer Mitschwester, die mich nervt, zu einem Arbeitskollegen, der wieder zu spät kommt, zum Teenager, der wieder den gesamten Wlan-Account für sich braucht, mit der Oma, die jeden Tag anruft und ein langes Gespräch will. Gott mahnt: Barmherzigkeit will ich, nicht Opfer.
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Heute am 3. März feiern wir mit der gesamten Weltkirche den Weltgebetstag der Frauen. Über Länder- und Konfessionsgrenzen hinweg engagieren sich Frauen seit über 100 Jahren für den Weltgebetstag und seine Anliegen. Frauen aus Taiwan laden in diesem Jahr dazu ein, daran zu glauben, dass wir diese Welt zum Positiven verändern können – egal wie unbedeutend wir erscheinen mögen. Denn: "Glaube bewegt"! Die meisten Taiwaner:innen praktizieren einen Volksglauben, der daoistische und buddhistische Einflüsse vereint. Zentrum des religiösen Lebens sind die zahlreichen bunten Tempel. Christ:innen machen nur vier bis fünf Prozent der Bevölkerung aus. Spiritualität und religiöse Traditionen spielen in Taiwan, trotz des mittlerweile hektischen und eiligen Alltags eine große Rolle. "Glaube bewegt” ist der offizielle deutsche Titel über allen Aktionen zum Weltgebetstag. Eine junge taiwanesiche Künstlerin hat in einem einladenden, farbenfrohen Bild nochmal einen anderen Akzent gesetzt. "Ich habe von Deinem Glauben gehört” steht bei ihr über allen Aktionen und Gebeten. Viele Aktionen rund um diesen Tag wollen Jahr für Jahr darauf hinweisen, dass Frauen überall diejenigen sind, die aktiv werden in ihren Kirchen, in ihren Gesellschaften und Ländern. Um Frieden, Gerechtigkeit und Gestaltung der Zukunft geht es Jahr für Jahr, damit wir nicht vergessen, dass gerade Frauen und Mädchen weltweit immer noch um ihr Leben, ihre Bildung, ihre Religionsausübung kämpfen müssen. Der Text für die Gottesdienste weltweit ist aus dem Brief an die Epheser in dem es heißt: "Darum höre ich nicht auf, für euch zu danken, wenn ich in meinen Gebeten an euch denke; denn ich habe von eurem Glauben an Jesus, den Herrn, und von eurer Liebe zu allen Heiligen gehört." Das ist ein schönes Wort für heute. Wenn Menschen in unserer Umgebung heute etwas vernehmen könnten von unserem Glauben an Gott, sei es durch Hören, Sehen oder Erleben, sind wir Teil dieser großen Gemeinschaft derer, die voneinander von ihrem Glauben hören und sich gegenseitig darin stärken können.
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Gestern habe ich Ihnen den Text von Jörg Nottebaum von Misereor aus dem Pfarrbriefservice vorgelesen und die ersten drei Anweisungen mit Ihnen angeschaut. Ich lese Ihnen den Text nochmals vor. Er lautet: "Jetzt mal Asche aufs Haupt und Klartext reden: Der leeren Worte sind genug. Jetzt mal Asche aufs Haupt und Ruhe finden: Der lauten Tage sind genug. Jetzt mal Asche aufs Haupt und Friede sein: Der Kriege weltweit sind genug. Jetzt mal Asche aufs Haupt und Veränderung wagen: Der alten Zöpfe sind genug. Jetzt mal Asche aufs Haupt und Segen leben: Der göttlichen Kräfte sind genug. Jetzt mal Asche aufs Haupt und Hand aufs Herz: Umkehren geht." Veränderung wagen heißt die vierte Anmerkung. Jede und jeder von uns kennt die Sorge, wenn man etwas Neues in die Spur bringen möchte. Diejenigen, die lieber beim Alten bleiben möchten, scheinen immer die Überhand zu haben mit ihren Bedenken. Das ist in innovativen Unternehmen fatal und auch in unserer Kirche. Wir spüren das im Moment sehr stark mit all denen, die wieder gegen die neuen Wege des synodalen Weges wettern. Dann trotzdem neue Wege zu wagen ist Arbeit. Segen leben ist eine göttliche Zusage. "Ich will euch segnen und auch ihr sollt ein Segen sein" ist immer wieder in den heiligen Schriften zu lesen. Der göttlichen Kräfte sind genug, ist eine starke Aufforderung, nicht zu sparen damit, Segen zu spenden, segensreich zu denken und segensreich zu arbeiten. Hand aufs Herz – Umkehren geht. Hand aufs Herz, kennen viele aus dem Sport. Viele Nationalmannschaften legen bei der Hymne ihre Hand aufs Herz. Das soll heißen; wir werden unser ganzes Herz, unsere ganze Leidenschaft in diese Aufgabe hineingeben. Hand aufs Herz, um mit ganzer Leidenschaft und Hingabe an der eigenen Umkehr zu arbeiten und daran zu glauben, dass es wirklich möglich ist.
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Am vergangenen Mittwoch war der Aschermittwoch und viele von uns haben sich das Aschenkreuz auf die Stirn zeichnen oder Asche auf den Kopf streuen lassen. Erst eine Woche ist es her. Wie geht es Ihnen damit? Haben Sie den Start in die Fastenzeit gut hinbekommen? Gibt es ein paar Ideen, zu denen Sie sich entschlossen haben? Und haben Sie einen dieser Entschlüsse schon umgesetzt? Von Jörg Nottebaum von Misereor gibt es im Pfarrbriefservice einen sehr wortstarken Text, der mich sehr inspiriert hat und weshalb ich Ihnen diesen Text gern in den heutigen Tag mitgeben möchte. Er lautet: "Jetzt mal Asche aufs Haupt und Klartext reden: Der leeren Worte sind genug. Jetzt mal Asche aufs Haupt und Ruhe finden: Der lauten Tage sind genug. Jetzt mal Asche aufs Haupt und Friede sein: Der Kriege weltweit sind genug. Jetzt mal Asche aufs Haupt und Veränderung wagen: Der alten Zöpfe sind genug. Jetzt mal Asche aufs Haupt und Segen leben: Der göttlichen Kräfte sind genug. Jetzt mal Asche aufs Haupt und Hand aufs Herz: Umkehren geht." Klartext reden ist der erste Vorschlag. Viel drumherum reden ärgert in jeglicher Situation. Man kennt schon zu viele Leute, die unglaublich viel und eloquent reden können, ohne etwas zu sagen. Ob in Politik, Kirche oder Gesellschaft, ist das ärgerlich. Dann ist für uns heute dran, wenn wir reden, auch etwas zu sagen. Klartext reden in dem Bereich, in dem wir tätig sind. In Familie, Berufsalltag, Gemeinde, Kirche und so weiter. Auch der zweite Tipp: Ruhe finden, ist eine gute Idee. Zu spüren, wann es Zeit ist, die Laustärke des Alltags runterzudrehen, eine Pause einzulegen um innen und außen zur Ruhe zu kommen, ist eine Notwendigkeit, wenn ich vom Karussell des Alltags abspringen will, ehe es mich abwirft. Friede sein, als dritter Hinweis, klingt in unseren Tagen der weltweiten Kriege fast banal. Aber über die Jahrtausende steht in den Texten der Bibel und vieler anderer Kulturen: nur wenn alle Menschen Frieden im Herzen tragen, kann es Frieden untereinander geben. "Ach Schwester, jetzt träumen sie aber" Das mag sein, aber Klartext reden, Ruhe finden und Friede sein, ist kein Traum, sondern harte Arbeit für heute.
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Die zweite Strophe aus einem Hymnus in der Fastenzeit heißt: Maßvoll lebe der Leib, wachsam und lauter sei der Geist, dass der Weg dieser Zeit Durchgang zur Auferstehung sei. Die Erde zu heilen schuf Gott diese Tage. Maßvoll lebe der Leib – was ist das richtige Maß, für mich? Über Franz von Assisi und seine ersten Brüder gibt es die Begebenheit, dass einer der Brüder nachts vor Hunger geschrien hat und befürchtet hat, dass er sterben würde. Franziskus lässt alles holen, was noch irgendwie Essbares zu finden war, und alle essen zusammen mit dem Bruder, damit der sich nicht schämen muss, weil er so hungrig ist. Wir wissen schon, dass jede und jeder andere Bedürfnisse hat, aber es gilt trotzdem: Wer immer satt ist, der hat es bald satt. Wer nie Durst hat, der schätzt das Wasser nicht mehr. Wer nicht verzichten kann, für den haben alle Dinge, die man bekommen kann, eine Sogwirkung: man will immer mehr. Wenn meine Ansprüche an Kuchen immer Torten sind, fällt alles andere als Torte immer als Enttäuschung aus. Daher verstehe ich auch diesen Aufruf aus dem Hymnus: Wachsam und lauter sei der Geist! Manchmal denke ich ja: Okay, jetzt habe ich es verstanden. Aber dann kommt mir etwas total quer, kommt quasi statt des Festweines nur das Kranwasser, und schon bin ich im alten Muster und habe Ansprüche. Und dann beten wir im Hymnus: "Die Erde zu heilen, schuf Gott diese Tage!" Wenn nicht wir Heutigen, die wir die verstörenden Bilder der plastikverseuchten Weltmeere frei Haus geliefert bekommen, wenn nicht wir, wer soll denn dann damit beginnen, sich zu bescheiden, eine neues, kleineres Maß für sich selbst zu verwenden, verzichten zu lernen und konkret damit beginnen. "Damit der Weg dieser Zeit, Durchgang zur Auferstehung sei" – für uns selbst aber auch für die göttliche Schöpfung, unsere Mutter Erde.
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In den Liederbüchern und Büchern für das Stundengebet gibt es für alle Zeiten des Kirchenjahres passende Hymnen, Psalmen, Lesungstexte und Gebete. Die erste Strophe aus einem Hymnus in der Fastenzeit heißt: Hört die Mahnung der Schrift, jetzt ist die Zeit der Gnade da. Paulus sagt uns das Wort: Jetzt ist die Stunde unseres Heils, empfangt nicht vergeblich die göttliche Gnade. Och neee, jetzt noch nicht: sagen Kinder, wenn sie ins Spiel vertieft sind und Mama zum essen ruft Muss das jetzt sein? – schimpfen Jugendliche, wenn sie sich gerade auf das nächsthöhere Level im Spiel hochgezockt haben und der Akku aufgibt. Jetzt passt jetzt grad wirklich nicht schimpfen wir, - wenn wir gerade auf eine Stauende auffahren -  wenn die Bahn mal wieder ausfällt -  wenn jemand in der Familien, oder ich selbst eine schlechte Diagnose bekomme Das passt jetzt echt nicht. Aber da steht in der Schrift: …JETZT ist die Zeit der Gnade, JETZT sind die Tage des Heils ….. JETZT: der Stau in dem ich stehe, hat mich vielleicht vor einem Unfall bewahrt und ich kann ein Stoßgebet schicken für alle Opfer und Helfer ……JETZT: die ausgefallene Bahn lässt mich vielleicht mit dem Mitwartenden neben mir ins Gespräch kommen ……JETZT: eine schlechte Diagnose, die alle meine Pläne durcheinanderwirbelt und ich spüre, dass ich neue Prioritäten setzen muss, oder soll, oder darf Das was JETZT geschieht, hilft uns und wird uns zum Segen angesagt. Und haben wir Respekt vor dem Vers: "Empfangt nicht vergeblich die göttliche Gnade!"
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